10.10.2018

AVCO Jahrestagung 2018: Vom Zusammenhang zwischen Kapital und Innovation

Eine der zentralen Forderungen der diesjährigen AVCO Jahrestagung war die Stärkung des Finanzstandorts Österreich. Studien zeigen einen direkten Zusammenhang zwischen Verfügbarkeit von Kapital und Innovation. Wie diese Stärkung gelingen kann, darüber unterhielten sich internationale ExpertInnen auf der AVCO.
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avco
c) AVCO.

Der Österreichische Dachverband für Private Equitity und Venture Capital AVCO veranstaltete am 4.10. schon zum 16. Mal seine Jahrestagung. Thematisch stand sie im Zeichen des Mottos „Digital Austria – woher kommt das Kapital für die technische Revolution? Best Practice Europe!“ Zahlreiche, internationale ExpertInnen waren zugegen und kamen zu Wort. So zum Beispiel Rolf Kjærgaard, Finanzvorstand des dänischen Staatsfonds „Vækstfonden“ und Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Margarete Schramböck.

+++ VC-Verband AVCO fordert 1 Mrd. Euro-Dachfonds für Österreich +++

AVCO Jahrestagung 2018: Impulse zu Wirtschaft, Kapitalmarkt und Fonds-Konzepte

Nach der Eröffnung der Tagung durch AVCO-Präsident Rudolf Kinsky präsentierte Margerete Schramböck die Digitalisierungsagends der Regierung. Danach gab es mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Panels Impulse über aktuelle Themen, Zusammenhänge zwischen Wirtschaft und Kapitalmarkt und mögliche Fonds-Konzepte. So gab beispielsweise Ulrike Hinrichs, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, einen Überblick über die aktuelle Private Equity-Situation in Deutschland. Auch Startups waren auf der AVCO vertreten.

Österreich muss starker Finanzstandort werden

„Neben dem digitalen Standort Österreich brauchen wir auch einen Finanzstandort“, fordert Rudolf Kinsky. Das Kapital für Innovationen komme in den meisten Fällen aus dem Ausland, aber leider zu selten aus Österreich. Zwar gebe es für die frühen Unternehmensphasen schon gute Möglichkeiten, in Österreich an Venture Capital oder Förderungen zu kommen, das Problem liege aber vor allem bei der Anschlussfinanzierung, wie Kinsky in seinem Vortrag ausführte. „Klar können Investments in Höhe von 10, 20, 30 oder 50 Millionen Euro auch aus dem Ausland kommen, aber wenn wir das mit österreichischen Investoren machen, dann können wir sichergehen, dass diese Unternehmen auch im Land bleiben“, erklärte Kinsky dem Brutkasten.

Das vollständige Interview mit Rudolf Kinsky

Dr. Rudolf Kinsky im Interview bei der AVCO Jahrestagung 2018

Dr. Rudolf Kinsky, Präsident der AVCO, im Interivew bei der AVCO Jahrestagung 2018 über die Forderungen für das vorbörsliche Kapital, sowie notwendige Maßnahmen im Bereich Venture Capital und Private Equity.

Gepostet von DerBrutkasten am Freitag, 5. Oktober 2018

Zusammenhang zwischen Venture Kapital und Innovationskraft

Studien zu diesem Thema zeigten auf, dass die Innovationskraft einer Volkswirtschaft direkt mit der lokalen Verfügbarkeit von Venture Capital und Private Equity zusammenhängt. Der Mangel an einem vorbörslichen Kapitalmarkt, wie dies in Österreich aktuell noch der Fall ist, wird in letzter Konsequenz notwendigerweise zu einer Schwächung des Standortes führen und gefährdet damit den heimischen Wohlstand. Die EU hat wegen des Mangels an Risikokapital gegenüber USA und Asien einen echten Wettbewerbsnachteil. Es gibt Initiativen der Kommission, der EIB und des EIFs, die in die richtige Richtung weisen, allerdings ist die AVCO der Ansicht, dass es wesentlich mehr private Initiativen braucht.

Rolf Kjærgaard about the Danish Fund of Funds Concept in Venture Capital & Private Equity

Live von der AVCO Jahrestagung mit Rolf Kjærgaard

Live from the AVCO Jahrestagung 2018 with Rolf Kjærgaard, Chief Investment Officer at Vækstfonden growth fund, about the Danish Fund of Funds Concept in Venture Capital & Private Equity.

Gepostet von DerBrutkasten am Donnerstag, 4. Oktober 2018


⇒ Zur Page des Österreichischen Dachverbands für Private Equity und Venture Capital 

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Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

In der öffentlichen Wahrnehmung ist Quantencomputing nach wie vor eine Zukunftstechnologie. In der Breite ist diese definitiv noch nicht angekommen. Entsprechend sind auch viele Startups in dem Feld noch die klassische Wette auf die Zukunft, wie sie im Hightech-Bereich üblich ist: massive Forschungsausgaben und noch keine Umsätze. Dass es aber nicht so sein muss, beweist das Innsbrucker Quanten-Scaleup ParityQC.

Dieses legte nun seinen Jahresabschluss für 2025 vor. Als GmbH und „kleine Kapitalgesellschaft“ gelten dabei eingeschränkte Berichtspflichten – so muss etwa die Gewinn- und Verlustrechnung nicht veröffentlicht werden. Aus dem Bericht lässt sich der Gewinn aber (im Gegensatz zum Umsatz) genau ableiten.

1,46 Millionen Euro Gewinn mit nur 27 Mitarbeiter:innen

ParityQC stand demnach 2025 bei einem Bilanzgewinn von knapp über drei Millionen Euro. Abzüglich des Gewinnvortrags ergibt sich ein Jahresüberschuss von etwa 1,46 Millionen Euro – und das mit 27 Mitarbeiter:innen. Bereits im Jahr 2024 hatte das Scaleup einen Gewinn von rund 1,36 Millionen Euro zu Buche stehen.

Die Umsätze lassen sich dagegen – wie erwähnt – nicht aus dem Bericht ableiten. Bekannt ist, dass ParityQC an mehreren Großaufträgen im Quantenbereich beteiligt ist. Brutkasten berichtete zuletzt Ende Juni über einen 35-Millionen-Euro-Deal mit der deutschen Cyberagentur, der Innovationsabteilung des deutschen Verteidigungsministeriums.

Fast 14 Millionen Euro liquide Mittel

Neben den Gewinnen sind auch die liquiden Mittel, die aus dem Bericht hervorgehen, beachtlich. Diese betrugen mit Abschluss 2025 fast 14 Millionen Euro und damit fast 93 Prozent der Bilanzsumme von rund 15 Millionen Euro. Mit rund 12,6 Millionen Euro Eigenkapital kommt ParityQC zudem auf eine Eigenkapitalquote von 83,7 Prozent. Und schließlich: Kapitalrücklagen von 9,49 Millionen Euro, die schon 2024 zu Buche standen, blieben unangetastet.

Eine logische Ableitung aus all den Zahlen: Das Kapital aus der großen (nicht konkret bezifferten) Finanzierungsrunde 2024 – brutkasten berichtete – wurde kaum bis gar nicht gebraucht. Auch das ist für Scaleups im Hightech-Bereich alles andere als üblich.

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