04.07.2023

Die 7 häufigsten SEO-Fehler von Startups – und wie du sie vermeidest

Gastbeitrag: Sebastian Prohaska, Geschäftsführer der SEO-Agentur ithelps, zählt gängige Fehler der Suchmaschinenoptimierung auf und gibt Tipps für eine erfolgreiche SEO-Kampagne.
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SEO, Was ist SEO?, wie geht SEO?
(c) ithelps Digital - Suchmaschinenoptimierung bleibt für Unternehmen unerlässlich.

Der Wettbewerb in der Startup-Szene wird immer härter. Vor allem die Sichtbarkeit im Internet ist in unserer rasanten digitalen Welt ein entscheidender Faktor, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Anders gesagt: Wer erfolgreich sein will, darf auf eine durchdachte Suchmaschinenoptimierung (SEO) nicht verzichten.

Allerdings warten hierbei auch viele Hürden, die deinen Erfolg gefährden können. In diesem Artikel zeige ich dir die 7 häufigsten SEO-Fehler, die von Startups begangen werden. Zudem verrate ich dir auch, wie du sie umgehen kannst.

SEO – ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg für dein Startup

Es gab Zeiten, in denen es als Unternehmer:in oftmals genügte, Werbesprüche anzupassen und Flyer an potenzielle Kunden zu verteilen. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. In der Ära des Online-Marketings sind die Spielregeln wesentlich komplexer geworden.

Heutzutage suchen Menschen vor allem im Internet nach Produkten und Dienstleistungen.
Doch wer entscheidet, welches Angebot gefunden wird? Die Antwort ist einfach: Google!

Beachte: Mehr als zwei Drittel aller Online-Erfahrungen beginnen heute mit einer Suchmaschine, in knapp 93 Prozent aller Fälle handelt es sich dabei um den berühmten Marktführer.

SEO
(c) ithelps Digital – Sebastian Prohaska, GF von ithelps Digital.

Fakt ist: Je höher dein Suchmaschinenranking ist, desto erfolgreicher wirst du sein. In unserer Agentur ithelps Digital erlebe ich immer wieder, wie Startups ihre Sichtbarkeit, ihren Traffic und letztlich ihren Erfolg aufs Spiel setzen, indem sie gängige SEO-Fehler begehen. Aber das muss nicht so sein!

Bevor ich dir die 7 häufigsten Fehler und die entsprechenden Gegenmaßnahmen zeige, möchte ich dir kurz erklären, worum es sich beim Begriff SEO überhaupt handelt.

Was ist SEO?

SEO steht für Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization). Es handelt sich dabei um eine Reihe von Strategien und Techniken, die angewendet werden, um die Sichtbarkeit einer Website in den Suchmaschinenergebnissen zu verbessern. Das Ziel der Maßnahmen ist eine Platzierung auf der ersten Suchergebnisseite (SERP für das Search Engine Result Page), im Idealfall Platz 1 bis 3.

So. Nachdem das geklärt ist, sehen wir uns jetzt die 7 häufigsten SEO-Fehler und deren Vermeidung im Detail an.

Fehler 1: Kein hochwertiger Content

Eines der fundamentalen Prinzipien von SEO ist die Erstellung von hochwertigen Inhalten. Ein häufiger Fehler, den viele Unternehmer:innen machen, ist das Fokussieren auf die Quantität anstatt auf die Qualität. Sie füllen ihre Websites mit massenweise Content, der aber weder hilfreich noch relevant für Nutzer:innen ist. Ein solcher Ansatz kann zu einem Rückgang der Besucherzahlen führen und deine Position in den Suchmaschinenergebnissen beeinträchtigen.

Das ist zu tun: Denke immer daran, dass Content in erster Linie für Nutzer:innen erstellt wird, nicht für die Suchmaschine. Jeder Blogbeitrag, jede Produktbeschreibung, jede Informationsseite auf deiner Website sollte einen Mehrwert bieten und entsprechend der Suchintention ausgerichtet sein. Recherchiere gründlich, bevor du Content erstellst. Finde heraus, was deine Zielgruppe wirklich interessiert. Versuche, deinen Besucher:innen passende Lösungen für ihre Probleme zu bieten, oder beantworte ihre häufigsten Fragen. Je relevanter und hilfreicher deine Inhalte sind, desto besser werden sie von Google bewertet. Präsentiere den Content auf der Website ansprechend, damit er einfach zu verstehen und angenehm zu konsumieren ist. Bilder, Grafiken und Videos können dabei helfen, einen guten Text benutzerfreundlich zu gestalten.

Fehler 2: Mangelnde Autorität

Die sogenannte Autorität verrät, wie vertrauenswürdig, relevant und informativ eine Website ist. Suchmaschinen bewerten Websites mit hoher Autorität besser und belohnt sie mit höheren Rankings.

Hintergrund ist, dass Google und Co. ihren Nutzer:innen genau die Inhalte präsentieren möchten, die sie suchen. Und zwar von Menschen, die sich in ihrem Thema wirklich auskennen, also keine „Fake News“ verbreiten. Einige Startups versäumen es jedoch, ihre Autorität aufzubauen. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass sie ihre Expertise nicht genügend unter Beweis stellen.

Das ist zu tun: Um deine Autorität zu stärken, solltest du versuchen, Verlinkungen (Backlinks) von anderen relevanten Websites zu erhalten. Du erreichst dies beispielsweise, indem du Gastbeiträge auf anderen Blogs veröffentlichst oder durch die Erstellung von Inhalten, die andere gerne verlinken würden. Zeige dein Fachwissen, indem du qualitativ hochwertige Inhalte erstellst und teilst. Das stärkt nicht nur deine Autorität, sondern hilft auch, das Vertrauen deiner Nutzer:innen zu gewinnen.

Fehler 3: Verzicht auf Local SEO

Die Vernachlässigung der lokalen Suchmaschinenoptimierung kann für dich schwerwiegende Folgen haben. Wenn potenzielle Kunden nach Produkten oder Dienstleistungen in ihrer Nähe suchen, solltest du an prominenter Stelle in den Suchergebnissen aufscheinen.
Viele Firmen konzentrieren sich jedoch hauptsächlich auf die „allgemeine“ Optimierung. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass gerade für Firmen mit physischen Standorten die sogenannte lokale SEO von großer Bedeutung ist. Wenn du sie ignorierst, werden potenzielle Kunden von Mitbewerbern abgegriffen, die ihre lokale Präsenz sehr wohl optimiert haben.

Das ist zu tun: Um deine lokale SEO zu verbessern, solltest du sicherstellen, dass dein Startup in lokalen Verzeichnissen gelistet ist. Nutze Plattformen wie Google Business Profile, um dein Unternehmen zu registrieren und deine Kontaktdaten, Öffnungszeiten sowie andere relevante Informationen bereitzustellen. Erstelle außerdem Inhalte, die für dein lokales Publikum relevant sind. Vergiss zudem nicht, Kundenbewertungen zu sammeln. Denn: Positive Bewertungen können dein Ranking in lokalen Suchergebnissen verbessern und mehr Kunden anziehen.

Fehler 4: Kein umfassender SEO-Plan

Eine erfolgreiche SEO-Strategie ist wie eine Reise mit dem Auto. Stell dir vor, du möchtest an ein bestimmtes Ziel gelangen. Ohne Straßenkarte oder Navigationssystem wirst du höchstwahrscheinlich im Kreis fahren, Umwege machen und dich letztlich verirren. Genauso verhält es sich mit SEO. Ein umfassender Plan ist unerlässlich, um gezielt auf die gewünschten Ziele hinzuarbeiten.

Viele Unternehmer:innen stürzen sich jedoch ohne Plan in die Welt der SEO. Sie konzentrieren sich nur auf ein paar Keywords und versuchen, einige Backlinks aufzubauen, ohne die Gesamtstrategie im Blick zu haben. Dies erschwert es, den Erfolg zu messen und notwendige Anpassungen vorzunehmen.

Das ist zu tun: Ein umfassender SEO-Plan sollte klare Ziele definieren und eine Roadmap zur Erreichung dieser Ziele beinhalten. Mach dir Gedanken darüber, welche Keywords du anvisieren möchtest, wie du deinen Content gestaltest, wie du Backlinks aufbaust und wie du deine Ergebnisse misst bzw. auswertest. Erstelle regelmäßig Fortschrittsberichte und passe deine Maßnahmen entsprechend den Ergebnissen an. SEO ist kein einmaliges Unterfangen, sondern erfordert kontinuierliche Arbeit.

Fehler 5: Falsche Erwartungen

Ein häufiger Fehler ist die Erwartung von sofortigen Ergebnissen. Viele Startup-Gründer werden ungeduldig, wenn ihre Website nicht sofort auf der ersten Seite der Suchergebnisse erscheint — und sie geben auf, bevor ihre Bemühungen Früchte tragen können.

Das ist zu tun: SEO ist ein Marathon, kein Sprint. Verstehe, dass sie Zeit benötigt. Es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich die Ergebnisse deiner SEO-Bemühungen zeigen. Nutze diese Zeit, um weiterhin qualitätsvolle Inhalte zu erstellen, deine Autorität aufzubauen und deinen SEO-Plan zu verfolgen. Stelle sicher, dass du realistische Ziele setzt und messbare Kennzahlen hast, um deinen Fortschritt zu überwachen. So kannst du nachvollziehen, dass du auf dem richtigen Weg bist, auch wenn die Ergebnisse nicht sofort sichtbar sind.

Fehler 6: Geringes Budget

Ein altes Sprichwort besagt: “Wer Geld verdienen möchte, muss zuerst Geld ausgeben”. Dies trifft in diesem Fall absolut zu, denn erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung erfordert nicht nur Zeit, sondern auch ein entsprechendes Budget. Es geht um mehr als nur das Erstellen von Content und das Einrichten einer Website.

Du musst auch in Tools, Schulungen, Forschung, im besten Fall auch in professionelle Dienstleistungen investieren. Wenn dein Budget zu gering ist, werden die getroffenen SEO-Maßnahmen im Wettbewerb mit den Mitbewerbern einfach verpuffen. Du hast das Geld gewissermaßen zum Fenster hinausgeworfen.

Das ist zu tun: Verstehe, dass SEO eine Investition ist, die sich mit der Zeit auszahlt. Lege ein angemessenes Budget für deine SEO-Bemühungen fest und nutze es klug. Betrachte Suchmaschinenoptimierung nicht als notwendiges Übel, sondern als wichtiges Asset für deinen Erfolg.

Fehler 7: Do-it-yourself ohne vorhandene Grundlagen

SEO ist ein komplexes Feld, das sowohl technisches Know-how als auch ein Verständnis für Marketing und User Experience erfordert. Eine der größten Fehlerquellen besteht darin, einzelne Maßnahmen eigenhändig zu implementieren, ohne sich wirklich auszukennen.

Während es sinnvoll ist, ein grundlegendes Verständnis von SEO zu haben, kann der Mangel an technischem Know-how dazu führen, dass du entscheidende Aspekte übersiehst oder Fehler machst, die deine SEO-Bemühungen untergraben. Im schlimmsten Fall könntest du dir damit sogar Schaden zufügen, beispielsweise wenn Google die Website mit einem schlechten Ranking bestraft.

Das ist zu tun: Für den Einstieg in die SEO-Welt empfehle ich dir eine SEO-Schulung oder einen Online-Workshop. Dort erhältst du nicht nur einen grundlegenden Überblick, sondern kannst dich auch tiefer in spezifische Aspekte einarbeiten. Wenn du jedoch feststellst, dass die technischen Anforderungen über dein aktuelles Wissen hinausgehen oder du nicht genügend Zeit hast, um dich angemessen damit zu beschäftigen, solltest du Experten zurate ziehen. Eine professionelle SEO-Agentur kann dir dabei helfen, die Performance deiner Website zu verbessern und damit letztlich den Erfolg deines Unternehmens zu sichern. SEO ist ein langfristiger Prozess mit lohnenden Ergebnissen.

Fazit: Die Bedeutung von SEO für den Erfolg eines Startups sollte nicht unterschätzt werden. Suchmaschinenoptimierung ist ein unverzichtbares Werkzeug, um in der digitalen Welt sichtbar zu werden und den Umsatz zu steigern. Indem du die zuvor beschriebenen Fehler vermeidest, legst du den Grundstein für eine erfolgreiche Online-Präsenz.

Mein abschließender Tipp für dich:
Sei geduldig, bleib konsequent und hab keine Angst davor, Hilfe zu suchen, wenn du sie brauchst. Deine Bemühungen werden sich auszahlen!

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X-Faktor: Warum Liquidation Preference bei einem Millionen-Exit zum Albtraum werden kann

Ein Exit in Millionenhöhe – und trotzdem bleibt für die Gründer:innen kaum etwas übrig. Schuld daran können sogenannte Liquidation Preferences sein, die darüber entscheiden, wer beim Verkauf eines Startups bevorzugt wird. Rechtsanwalt Manuel Mofidian ordnet ein.
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Liquid Preference, Mofidian
© Armin Hubner/Canva - Wirtschafts- und Tech-Anwalt Manuel Mofidian.

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Für viele Gründer:innen sind 40-Stunden-Wochen ein Fremdwort und freie Wochenenden ein ferner Wunsch – sie opfern unzählige Arbeitsstunden und verzichten auf Gehalt, um ihr Startup aufzubauen. Doch am Ende dieses jahrelangen harten Einsatzes bleibt selbst bei einem vermeintlich erfolgreichen Millionen-Exit in manchen Fällen kaum etwas übrig. Der Grund kann in einer unscheinbaren Klausel des Beteiligungsvertrags liegen; einer Sonderregel für die Verteilung des Exit-Erlöses. Räumt man etwa späteren Investoren eine „Liquidation Preference“ ein, bedienen sich diese beim Verkauf zuerst. Die Realität sieht dann wie folgt aus: Während die Branche gratuliert, können die Gründer:innen und frühe Kapitalgeber trotz fließender Millionen fast leer ausgehen.

So ein Fall sorgte jüngst für Aufsehen, als Martin Granig, Gründer der Spar-App monkee.rocks, von einem Bekannten berichtete, der einen 15-Millionen-Exit hingelegt hatte. Der Founder meinte nach Glückwünschen bloß, der Exit hätte massiver sein müssen, „damit sich was ausgeht“ – hier hatte die Liquidation Preference gegriffen.

Was ist eine Liquidationspräferenz?

Die historischen Wurzeln der Liquidationspräferenz reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als US-Eisenbahngesellschaften und Banken Vorzugsaktien nutzten. In den 1950er- bis 1970er-Jahren adaptierte die VC-Branche das Modell und machte es im Silicon Valley zum Standard. Doch obwohl die Klausel omnipräsent ist, sorgt sie bis heute für Missverständnisse.

Der Wirtschafts- und Tech-Anwalt Manuel Mofidian bringt es auf den Punkt: „Eine Liquidationspräferenz ist kein gesetzlich definierter Begriff, sondern eine Klausel in einem Beteiligungsvertrag, die man im Einzelfall auslegen muss, aber häufig einem gewissen spezialisierten Marktstandard entspricht.“ Verankert wird sie in der Praxis meist im sogenannten Shareholders Agreement (kurz SHA, deutsch: Gesellschaftervereinbarung). Es geht dabei nicht um die prozentuelle Beteiligung an einem Startup, sondern um die harte Reihenfolge bei der Verteilung von echten Einnahmen (Proceeds) nach einem bestimmten Trigger-Event – im Normalfall dem Exit.

„Vereinfacht gesagt ist die Liquidationspräferenz eine vertraglich vereinbarte Erlösvorzugs-Regelung. Im Normalfall wird ein Verkaufserlös entsprechend den Beteiligungsquoten (pro rata) verteilt; das entspricht auch der gesetzlichen Grundregel. Für den Exit-Fall soll jedoch eine Sonderregel geschaffen werden; mit mitunter überraschendem Ergebnis: Wer etwa 20 Prozent der Anteile hält, aber 70 Millionen Euro investiert hat, kann bei einem Verkaufserlös von 70 Millionen Euro den gesamten Erlös erhalten – und das dank einer Liquidationspräferenz“, so Mofidian.

„Erst wenn die jeweilige Liquidationspräferenz erfüllt wurde, kommt die nächste liquidationspräferierte Gruppe zum Zug; sind alle Liquidationspräferenzen bedient, wird der Rest pro rata verteilt“, erklärt der Wirtschaftsanwalt das sogenannte „Wasserfallprinzip“. Reicht das Geld bei einem mittelgroßen oder kleinen Exit nicht aus, könnten all jene, die ganz unten im Wasserfall stehen, leer ausgehen.

„Ein Startup durchläuft typischerweise gewisse Phasen“, erläutert Mofidian. „So lassen sich die Investorengruppen ganz gut typisieren: Häufig startet man mit ersten Investoren, Business Angels, Family and Friends, teilweise noch Convertibles. Hier herrscht oft noch eine andere Logik als bei späteren Investmentrunden, wo beispielsweise VC-Fonds einsteigen. In diesen späteren Runden, den ‚Series‘, mit professionelleren neuen Investoren verschieben sich regelmäßig die Kräfteverhältnisse, was zu einer Anpassung der Verträge und der damit verbundenen Rechte führt.“

Das Multiple (X-Faktor) als wichtiger Hebel

Bevor man sich jedoch in rechtliche Details und konkrete Definitionen vertieft, muss man bei Liquidation Preference einen wichtigen Hebel verstehen: das Multiple (oder den X-Faktor). Diese Zahl legt fest, wie viel von seinem ursprünglichen Investment der Geldgeber beim Exit vorrangig – also vor der allgemeinen Verteilung nach Beteiligungsquoten – beanspruchen kann.

Das „1×-Multiple“ findet sich so häufig in den Verträgen, dass man dieses fast schon als Branchenstandard bezeichnen könnte. Das bedeutet: Der Investor holt sich zunächst exakt jene Summe zurück, die er in das Startup gesteckt hat. Komplex wird es, wenn Investoren in schwierigen Marktphasen höhere Multiples durchsetzen. Liegt der Faktor bei 1,5×, 2× oder gar 3×, bedeutet das, dass der Investor vorab – also vor der Verteilung nach Prozenten – ein Vielfaches seines eingesetzten Kapitals fordern kann. „Der Faktor hat mit der Beteiligungsquote nichts zu tun: Auch wer nur ein Prozent hält, kann eine fünffache Liquidationspräferenz vereinbart haben“, erklärt Mofidian. Hat ein VC-Fonds also beispielsweise zehn Millionen Euro bei einem 2×-Multiple investiert, zieht er beim Exit sofort 20 Millionen Euro als Liquidationspräferenz ab, bevor der nächste Gesellschafter auch nur einen Cent sieht. Das schmälert den Erlös für Gründer:innen und frühe Investor:innen – mitunter auch für andere, im Rang nachstehende Investorengruppen – dramatisch.

Participating vs. non-participating

Wenn der Faktor (das Multiple) bzw. damit verbunden die Höhe geklärt ist, regeln weitere Zusätze, wie genau ein Investor am restlichen Erlös beteiligt wird.

So gilt „non-participating“ als die üblichste Variante. Der Investor hat hierbei ein Wahlrecht: Er erhält entweder vorab seine Präferenz, also zum Beispiel sein 1×-Investment, zurück, oder er verzichtet auf diesen Vorabzug und nimmt stattdessen seine reguläre prozentuale Quote am gesamten Erlös. Demgegenüber steht „participating“: Diese investorenfreundliche Variante bezeichnet Mofidian als „Eierlegende Wollmilchsau“ – der Geldgeber bekommt zuerst sein Investment als garantierte Risikoprämie vorab ausbezahlt und partizipiert danach zusätzlich noch entsprechend seiner prozentualen Quote am verbleibenden Erlös-Topf; er wird also faktisch doppelt bedient.

Rangordnung – „Senior“ und „Pari passu“

Aus Sicht eines Investors spielt es zudem eine große Rolle, in welchem Rang seine Liquidationspräferenz eingeordnet wird. „Die Ränge drücken das Rangverhältnis der Liquidationspräferenzen zueinander aus. Nach dem Wasserfallprinzip wird grundsätzlich jeder vorrangige Rang vollständig bedient, bevor Erlöse an den nachfolgenden Rang verteilt werden“, erklärt Mofidian. „Reicht der Erlös auf einem Rang nicht, um alle dort angesiedelten Präferenzansprüche voll zu bedienen, wird typischerweise pro rata verteilt – meist im Verhältnis der jeweiligen Präferenzansprüche. Der genaue Schlüssel ist aber Vertragssache.“

Wird der Liquidationspräferenz eines Investors ein „Senior“-Rang eingeräumt, bedeutet das Vorrang gegenüber den zu diesem Zeitpunkt bestehenden bzw. den vertraglich bezeichneten Liquidationspräferenzen. „‚Senior‘ ist eine relative Rangangabe – man ist immer gegenüber jemandem vorrangig. Soll der oberste Rang gemeint sein, spricht man etwa von ‚most senior‘ oder ‚senior to all other liquidation preferences‘. Maßgeblich ist am Ende ohnehin die Verteilungsreihenfolge der Waterfall-Klausel selbst“, so der Anwalt. Vor später geschaffenen „noch vorrangigeren“ Rängen könne man sich durch einen Zustimmungsvorbehalt schützen; das könne allerdings künftige Finanzierungsrunden erschweren und sei auch unüblich.

Mofidian weiter: „Investor:innen vereinbaren häufig, dass ihre Liquidationspräferenz ‚pari passu‘ mit den Liquidationspräferenzen anderer Investor:innen oder Anteilsklassen rangiert – die betreffenden Präferenzen sind dann gleichrangig, keine wird vor der anderen bedient. Innerhalb derselben Anteilsklasse ist eine ausdrückliche Pari-passu-Regelung häufig nur deklaratorisch, sofern für alle Anteile dieselben Präferenzrechte gelten; sie kann jedoch in einigen Konstellationen auch klarstellende Bedeutung haben. Eine wesentliche Bedeutung entfaltet sie zwischen unterschiedlichen Anteilsklassen oder Finanzierungsrunden: Man kann etwa festlegen, dass die Liquidationspräferenzen einer Series A und einer Series B trotz unterschiedlicher Anteilsklassen auf demselben Rang stehen. ‚Pari passu‘ beschreibt also nicht die Anteilsklasse als solche, sondern das Rangverhältnis der jeweiligen Präferenzen“. Gleichrangigkeit bedeutet dabei nicht zwingend, dass auch die Höhe der Präferenzansprüche, die Multiplikatoren oder die sonstigen Investorenrechte identisch sind.

Die Rangordnung führt in der Praxis oft zu sogenannten Stacked Preferences (gestapelten Präferenzen). Faktisch gesehen kommt es dabei meist zum Prinzip „Last in, first out“: Der späteste Geldgeber (z. B. der Lead-Investor der Series C) sichert sich meist den höchsten Rang und holt sich beim Exit (nach Rückführung von Fremdkapital) als Allererster sein Geld aus dem Topf. Ist seine Präferenz bedient, darf sich die vorherige Series B aus dem verbleibenden Rest bedienen; und so weiter bis hinunter zur Series A. Häufig warten am Ende der Nahrungskette die frühen Seed-Investoren sowie Gründer:innen und Mitarbeiter:innen mit ESOP-Anteilen – ist der Exit-Erlös nicht hoch genug, ist der Topf leer, bevor sie erreicht werden.

„Eine der Schwierigkeiten bei Liquidation Preferences ist die Unschärfe der Begrifflichkeiten“, betont Mofidian an dieser Stelle und erklärt, warum es zu Streitereien unter den Beteiligten kommen könnte. Ein typischer Konfliktherd können Triggerdefinitionen sein: Was ist ein Exit? In einem „frühen“ Vertrag kann ein Exit anders definiert sein als im späteren Beteiligungsvertrag. Dazu kommen Side Letters bzw. in Investitionsdokumenten enthaltene Rechte, bei denen Widersprüche auftreten können. Liquidationspräferenzen können ein sinnvolles Instrument der Risikoverteilung sein – aber es kann zu unangenehmen Überraschungen kommen, weil die Beteiligten nicht jedes Szenario durchdenken und durchrechnen.

Die Schicksalsgemeinschaft der Frühphase

Oliver Holle, CEO des Seed-VCs Speedinvest, sieht die Debatte vor allem für die Frühphase pragmatisch: Dank klarer Standards (1×, non-participating) bilden frühe Kapitalgeber und Gründer:innen hier eine Schicksalsgemeinschaft im Sinne von „engsten Verbündeten“. Dramatisch wird es jedoch bei Wertberichtigungen in späten Runden, wenn sich die Ansprüche durch viel frisches Kapital massiv aufsummieren – die bereits erwähnten Stacked Preferences. Wie das in der Praxis aussieht, veranschaulicht Holle am E-Scooter-Anbieter Tier, dessen Preference-Stack nach mehreren Runden und Mergern auf fast eine Milliarde Euro angewachsen ist: „Das sind sie jetzt doch nicht mehr wert. Das heißt, wir haben das wahrscheinlich schon lange auf null abgeschrieben, und die Gründer auch, weil wir da kein Geld rausholen werden, auch wenn diese Firma für fünf-, sechs- oder siebenhundert Millionen Euro verkauft wird. Das ist also eine Realität, die wir absolut durchlebt haben.“ Und damit ist Speedinvest nicht allein.

Konflikte, Statistiken und eine mögliche Zukunft

Was konkrete Statistiken angeht, gibt es im DACH-Raum kaum belastbare öffentliche Marktdaten. Mofidians subjektiver Praxisbeobachtung nach kommen Liquidationspräferenzen jedoch in fast jedem Deal vor, sind ein von Investoren erwarteter Standard und in ihrer Grundform kaum wegzuverhandeln.

Aufgrund globaler Krisen brauchten viele Startups zuletzt jedoch Bridge-Finanzierungen. Um ihre Bewertungen hochzuhalten („Vanity Valuation“), akzeptierten Gründer:innen oft harte Konditionen. Mofidian kann sich vorstellen, dass es in Zukunft aufgrund dieser Dynamik zu Konflikten kommen könnte: „Aufgrund von Brückenfinanzierungen könnten Liquidationspräferenzen wahrscheinlich jetzt relevanter werden, weil wir jetzt einige Senior-Investoren sehen, die zu sehr guten Terms eingestiegen sind, darunter auch Verkaufsrechte. Wenn du in den letzten Jahren investiert hast, und das zu einer vermeintlich guten Bewertung, mit starken Terms, und dir viele Rechte geholt hast, jetzt aber daran zweifelst, dass eine neue Runde zu einer höheren Bewertung realistisch ist, dann pushst du möglicherweise in den Exit. Und das machst du wahrscheinlich nur, weil du eine Liquidationspräferenz, vielleicht sogar mit einem ‚Über-Eins-Faktor‘, hast“, zeichnet Mofidian eine mögliche Zukunft für die heimische Szene. „Ich kann mir vorstellen, dass die Logik, die Liquidationspräferenzen und anderen damit funktionell verbundenen Terms zugrunde liegt, dazu führt, dass der eine oder andere Investor sagt: ‚Ich nutze jetzt meine vertraglichen Möglichkeiten, dränge auf den Exit und hole mir lieber mein Investment 1,5-fach plus ein bisschen extra vom verbleibenden Erlöstopf. Das macht mehr Sinn, als nur darauf zu hoffen, dass es noch eine Runde zu einer viel höheren Bewertung gibt – und selbst wenn sich das so großartig entwickelt, was nicht sicher ist, steht der nächste Investor vermutlich nach dem Last-in-first-out-Prinzip mit seiner Präferenz wieder vor mir.‘“

Der Anwalt ergänzt: „‚Drängen‘ heißt in diesem Kontext: Wenn dieser Investor – etwa in Kombination mit anderen Investoren – starke Drag-Along-Rechte hat, kann er den Verkauf auch gegen den Willen der Founder rechtlich erzwingen.“ Dies gelte selbst dann, wenn die Founder die Bewertung als zu niedrig empfänden und aufgrund der Liquidation Preference leer ausgingen.

Trotz dieser Konsequenzen betont Mofidian nachdrücklich, dass man das Thema auch aus der Investorenperspektive betrachten muss: Die Liquidationspräferenz sei per se nichts Böses und in der Praxis völlig in Ordnung, wenn man sie korrekt verwendet. „Man muss diese Klauseln verstehen, durchrechnen und verschiedene Szenarien durchspielen, damit böse Überraschungen ausbleiben“, sagt der Jurist.

Secondaries als mögliches Instrument

Für Gründer gilt laut dem Experten eine wichtige Regel: Man sollte sich niemals nur auf eine möglichst hohe Firmenbewertung fixieren, wenn die Vorzugsrechte der Investoren im Gegenzug gefährlich stark ausgeprägt sind. Mofidian rät, das Term-Sheet stets als bewegliches Gesamtsystem zu betrachten.

Anstatt Deals aus reiner Angst vor einem Null-Ausstieg kategorisch platzen zu lassen, empfiehlt der Anwalt, allenfalls ungünstigere Liquidationspräferenzen durch andere Mechanismen auszugleichen. Dazu zählen klug verhandelte Drag-Along- und Tag-Along-Rechte. Wenn der Druck allerdings über die Jahre extrem hoch wird, seien Secondaries ein mögliches Tool: Durch den vorzeitigen Verkauf eines kleinen Teils der eigenen Anteile an spätere Investoren könnten Gründer bereits auf dem Weg zum Exit etwas Geld auf dem Privatkonto sichern.

„Das ist jedoch nicht gern gesehen und auch in Österreich oder im DACH-Raum relativ unüblich, aber es passiert“, sagt Mofidian. „Nach ein paar Jahren Arbeit kann man in so einem Fall sagen: ‚Ich habe eine ordentliche Netto-Summe auf meinem Konto. Das erlaubt mir zumindest, mit freiem Kopf weiter an meiner Vision zu bauen.‘“

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Die 7 häufigsten SEO-Fehler von Startups – und wie du sie vermeidest

AI Kontextualisierung

Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Inhalt des Artikels hat gesellschaftspolitische Auswirkungen, da er die Bedeutung der Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Startups betont. In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der das Internet eine wichtige Rolle spielt, kann die Sichtbarkeit im Internet über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden. Startups, die ihre Sichtbarkeit im Internet durch SEO verbessern, haben höhere Chancen, erfolgreich zu sein und Kunden zu gewinnen. Dies kann wiederum positive Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, da erfolgreiche Startups Arbeitsplätze schaffen und zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen können. Gleichzeitig betont der Artikel die Hürden und Fehler, die bei der Umsetzung von SEO auftreten können. Dies ruft dazu auf, die Bedeutung von SEO für Startups zu erkennen und die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen, um diese Fehler zu vermeiden. Insgesamt trägt die optimale Nutzung von SEO durch Startups zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Stärkung der digitalen Präsenz bei.

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Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?

Der Inhalt dieses Artikels zeigt, dass eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Startups von großer Bedeutung ist, um im Internet sichtbar zu sein und erfolgreich zu sein. Durch die Vermeidung der genannten SEO-Fehler können Startups ihre Sichtbarkeit, ihren Traffic und letztendlich ihren Erfolg steigern. Eine gute SEO-Strategie kann dazu führen, dass das Startup besser in den Suchmaschinenergebnissen platziert wird, mehr Kunden gewinnt und letztendlich das Umsatzpotenzial erhöht. Es wird deutlich, dass SEO eine lohnende Investition ist, die Zeit und ein angemessenes Budget erfordert, aber langfristig zu positiven wirtschaftlichen Auswirkungen führen kann.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?

Als Innovationsmanager:in ist die Relevanz dieses Artikels hoch, da die Sichtbarkeit im Internet und die Suchmaschinenoptimierung (SEO) zunehmend an Bedeutung gewinnen. In der digitalen Welt spielt die Auffindbarkeit von Produkten und Dienstleistungen eine entscheidende Rolle für den Erfolg von Startups. Indem du die 7 häufigsten SEO-Fehler vermeidest, kannst du sicherstellen, dass deine Innovationen im Internet gut sichtbar sind und potenzielle Kunden erreichen. Durch die Berücksichtigung der genannten Tipps und Strategien kannst du die Sichtbarkeit, den Traffic und letztendlich den Erfolg deiner Innovationen steigern.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Investor:in?

Als Investor:in ist die Relevanz dieses Artikels für Sie, dass Startups, an denen Sie investieren oder interessiert sind, von einer effektiven Suchmaschinenoptimierung (SEO) profitieren können. Eine gute SEO kann die Sichtbarkeit und den Erfolg eines Startups im Internet erhöhen. Indem Startups die häufigsten SEO-Fehler vermeiden, können sie ihre Position in den Suchmaschinenergebnissen verbessern und potenzielle Kunden effektiver ansprechen. Als Investor:in sollten Sie darauf achten, dass die von Ihnen unterstützten Startups eine gut durchdachte SEO-Strategie haben, um ihr Wachstumspotenzial zu maximieren.

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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Politiker:in?

Als Politiker:in ist die Sichtbarkeit im Internet und insbesondere in Suchmaschinen auch von großer Bedeutung. Die Menschen suchen heutzutage zunehmend im Internet nach Informationen über politische Themen und Positionen. Eine durchdachte Suchmaschinenoptimierung (SEO) kann dazu beitragen, dass Ihre Website und Ihre Inhalte besser gefunden werden. Der Artikel zeigt die häufigsten SEO-Fehler von Startups und wie diese vermieden werden können. Indem Sie diese Fehler vermeiden und eine effektive SEO-Strategie umsetzen, können Sie Ihre Reichweite und Ihren Einfluss als Politiker:in online erhöhen.

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Das Bigger Picture dieses Artikels ist die Bedeutung der Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Startups. In einer digitalen und wettbewerbsintensiven Welt ist die Sichtbarkeit im Internet entscheidend für den Erfolg eines Startups. Der Artikel behandelt die sieben häufigsten SEO-Fehler, die Startups begehen, und gibt Tipps, wie man diese Fehler vermeiden kann. Durch die Vermeidung dieser Fehler und eine gezielte SEO-Strategie können Startups ihre Sichtbarkeit, ihren Traffic und letztendlich ihren Erfolg steigern. Es wird betont, dass SEO eine kontinuierliche Arbeit ist, die Zeit, Engagement und ein angemessenes Budget erfordert.

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