03.08.2021

Die 23 weiblichen CEOs der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt

Fortune Global 500 ist eine Rangliste, die Unternehmen nach weltweit größten Umsatz reiht. Heuer belegte Walmart zum achten Mal in Folge und zum 16. Mal seit 1995 Platz eins. Diesmal schafften es auch neun neue weibliche CEOs ins Ranking und schraubten damit die Zahl der von Frauen geführten Unternehmen auf 23. Das sind sie.
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(c) brutkasten - Die Anzahl der weiblichen CEOs im Global-500-Ranking stieg an.

Das chinesische Festland (einschließlich Hongkong) hat erneut die meisten Unternehmen auf der Liste, nämlich elf mehr als im Vorjahr (135). Rechnet man Taiwan hinzu, ergibt sich eine Gesamtzahl von 143. Die USA haben mit 122 einen Platz gut gemacht, und Japan ist mit insgesamt 53 gleich geblieben. Die Unternehmen auf der Liste für das Jahr 2021 sind in 220 Städten und 31 Ländern der Welt ansässig.

Global 500 als Katalysator

Der Herausgeber der Fortune-Liste, Scott DeCarlo per Statement: „Die radikalen Veränderungen, die die Pandemie mit sich gebracht hat, werden langfristige Auswirkungen auf Unternehmen weltweit haben. Als Katalysator haben die ‚Global 500‘ der Welt gezeigt, wie sie sich anpassen, weiterentwickeln und neu erfinden können. Sie sind ein Abbild einer Welt, die wir rasch hinter uns lassen, und gleichzeitig ein Wegweiser für das neue Umfeld, das sich abzeichnet.“

45 neue Unternehmen

Auch der Chefredakteur von Fortune, Brian O’Keefe streicht die Bedeutung der Global 500 heraus: „Unser jährliches Ranking der weltgrößten Unternehmen nach Umsatz ist nach wie vor die ultimative ‚Scorecard‘ für wirtschaftlichen Erfolg. Bedenken Sie, dass die Unternehmen auf der Liste trotz der Auswirkungen der Pandemie im vergangenen Jahr einen Umsatz von 31,7 Billionen US-Dollar erwirtschaftet haben, was einem Drittel des weltweiten BIP entspricht. Die COVID-19-Krise erwies sich aber ebenfalls als eine Zeit des Wandels für die größten Unternehmen der Welt, da 45 neue Unternehmen in die Liste aufgenommen wurden.“

Zu diesen Wegweisern gehören laut dem Ranking 23 Frauen, neun mehr als im Vorjahr, die „FORTUNE Global 500 Unternehmen“ als weibliche CEOs anführen.

23 weibliche CEOs in den Fortune Global 500

Unter den Top 10 findet sich eine der 23 weibliche CEOs, die es ins Ranking geschafft haben. Karen S. Lynch von CVS Health erreichte Platz sieben. Die US-Amerikanerin wurde 2015 die erste Präsidentin der Health Care Company Aetna, die 2018 von CVS Health übernommen wurde und hatte zuvor Führungspositionen bei Magellan Health Services und Cigna inne.

Ihr folgt Jessica Tan von Ping An Insurance auf Platz 16. Die Chinesin kam 2013 als Group CIO zu dem Finanzversicherungsriesen und wurde 2018 zum Co-CEO der Gruppe ernannt. Bevor sie zu Ping An Isurance kam, war sie Partnerin bei McKinsey und hat einen Abschluss in Ingenieurwissenschaften vom MIT. Ihr Unternehmen hat fast 500 Millionen Online-Nutzer und verfügt über 1,4 Millionen Versicherungsagenten.

Brewer als einzige Afroamerikanerin als CEO eines Fortune-500-Unternehmens

Rosalind Brewer von Walgreens Boots Alliance erreichte heuer Platz 36 in der Global 500-Liste. Mit ihrer Ernennung bei Walgreens im März 2021 ist sie eine von zwei Afroamerikanerinen (mit Thasunda Duckett), die CEO eines Fortune-500-Unternehmens ist. Brewer hatte davor Führungspositionen bei Kimberly-Clark, Walmart, Sam’s Club und Starbucks inne. Darüber hinaus wurde sie 2019 als einzige Afroamerikanerin in den Vorstand von Amazon berufen. Außerdem war sie Mitglied des Vorstands von Lockheed Martin und der „Molson Coors Brewing Company“. Brewer ist weiterhin Mitglied des Kuratoriums der Westminister School, des „Board of Councilors des Carter Presidential Center“ und Vorsitzende des Kuratoriums des „Spelman College“.

Mary Barra von General Motors ist die nächste in der Riege der weiblichen CEOs der Global 500. Die US-amerikanische Unternehmerin liegt auf Platz 49 und ist seit dem 15. Januar 2014 Vorstandsvorsitzende und Chief Executive Officer (CEO) von General Motors ist. Und gilt als ist die erste weibliche Vorstandsvorsitzende eines der „Big Three“-Automobilhersteller. Vor ihrer Ernennung zur CEO war Barra „Executive Vice President“ für globale Produktentwicklung, Einkauf und Lieferkette.

Ex-Basketballerin als CEO

Gail Boudreaux komplettiert die „Top 5“ der weiblichen CEOs, die es unter die besten 50 des Rankings geschafft haben. Die amerikanische Geschäftsfrau und Sportlerin war von 1978 bis 1982 eine Spielerin der „Dartmouth Big Green Women’s“ Basketballmannschaft. Später arbeitete sie als Führungskraft für eine Reihe von Unternehmen wie Aetna, BlueCross BlueShield of Illinois (2002) und UnitedHealth Group (2008). Im Herbst 2014 trat sie von der Position des CEO von UnitedHealthcare zurück und gründete daraufhin ihr eigenes Beratungsunternehmen. Im November 2017 wurde sie CEO von Anthem, einem Health Insurance Provider.


Die komplette Fortune Global 500-Liste weiblicher CEOs

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Die EU fördert neue Wasserstoffprojekte in Serbien. Deutschland sieht in dem Land gar einen möglichen Lieferanten für Europa. Vor Ort zeigt sich: Es fehlen Strom aus Wind und Sonne, klare Regeln und eine Verwaltung, die sie umsetzt. Chancen für die internationale Wirtschaft gibt es trotzdem, nur nicht dort, wo man sie zuerst vermutet.
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Ein Elektrobus der Belgrader Verkehrsbetriebe lädt an einer Schnellladestation von Siemens. | (c) Alexandra Polic

Belgrad steht. Auto an Auto schiebt sich durch die Stadt, dazwischen fahren Busse, die ihr erstes Leben woanders verbracht haben: in Deutschland oder in Österreich zum Beispiel. Manche tragen noch die alten Aufkleber. „Notausstieg” steht da auf Deutsch auf einem Fenster, mitten in Serbiens Hauptstadt.

Es verwundert also wenig, dass einem in neun Tagen in Serbien nur eine einzige Haltestelle mit E-Bussen auffällt. Immerhin gab es die zu Lebzeiten der nun serbischen Busse in deutschsprachigen Ländern kaum. Aufhalten lassen sich ausländische Firmen dadurch nicht. In Belgrad verkauft etwa der chinesische Konzern BYD Elektroautos. Nur: Auf der Straße sieht man kaum welche. Trotzdem sollen ausgerechnet hier, in einem Land mit fossilem Antrieb, neue Wasserstoffprojekte entstehen, gefördert aus europäischen Ländern, zum Teil sogar aus Mitteln der EU. Woran liegt das?

Europas große Wette auf grünen Wasserstoff

Zum einen drängen die Ziele: Bis 2030 will die EU zehn Millionen Tonnen grünen Wasserstoff selbst produzieren und ebenso viel importieren. So steht es im REPowerEU-Plan. Es ist eines der ambitioniertesten industriepolitischen Vorhaben der Union und ein zentrales Werkzeug, um im Wettbewerb mit den USA und China zu bestehen. Der Draghi-Report 2024 nennt hohe Energiekosten und Importabhängigkeit als Hauptgrund, warum Europas Industrie zurückfällt. Seine Forderung: dekarbonisieren.

Grüner Wasserstoff kann dabei helfen. Er funktioniert dort, wo direkte Elektrifizierung an Grenzen stößt, etwa in Stahl, Chemie, Schifffahrt und Schwerlastverkehr, und ersetzt fossile Importe. Er ist Klima-, Industrie- und Souveränitätspolitik in einem. Hergestellt wird er in Elektrolyseuren: Anlagen, die Wasser mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff spalten. Grün ist er nur, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft stammt.

Aber der Hochlauf stockt. Die Produktion ist teuer, die Infrastruktur fehlt. 2024 waren in der EU laut European Hydrogen Markets Monitoring Report 308 Megawatt Elektrolysekapazität installiert. Vorgesehen waren 6.000. Bis 2030, so sieht es die EU-Wasserstoffstrategie vor, sollen es 40.000 werden.

Serbien: Ein Kandidat ohne Plan

Während Spanien als Vorreiter gilt und in Österreich mit 140 Megawatt die bisher größte Elektrolyseanlage des Landes entsteht, versuchen europäische Akteure auch den serbischen Markt zu erschließen. Dabei fehlt Serbien bis heute eine nationale Wasserstoffstrategie.

Politisch ist das Land seit 2012 EU-Beitrittskandidat und aktuell so weit von einer Mitgliedschaft entfernt wie lange nicht. Im jüngsten Fortschrittsbericht attestierte die EU-Kommission Serbien das schlechteste Zeugnis aller Kandidaten, die Reformen seien zum Stillstand gekommen. Proteste, Korruptionsvorwürfe und Neuwahlen Ende Oktober halten das Land in Aufruhr. Kann aus einem Beitrittskandidaten ohne Strategie ein Energiepartner werden? Und was heißt das für alle, die dort investieren wollen?

Im Navigator Business Center in Novi Beograd sind zahlreiche Unternehmen und Startups angesiedelt. | (c) Alexandra Polic

Keine Nachfrage für Wasserstoff

„Alle vier Jahre wird Wasserstoff zum wichtigsten Thema, und dann verschwindet er wieder von der Agenda. Gerade sind wir eher unten auf der Kurve. Die Investitionen rund um Wasserstoff sind so niedrig wie seit Jahren nicht”, sagt Rahul Mishra, Co-Founder von The Energy Bridge. Die Wiener Plattform bringt Forscher:innen, Unternehmer:innen und Investor:innen zusammen. „Serbien ist auf jeden Fall ein interessanter Ort für erneuerbare Energien. Was grünen Wasserstoff betrifft, bin ich mir allerdings nicht so sicher”, sagt Mishra. Grüner Wasserstoff mache nur dort Sinn, wo es bereits einen hohen Anteil an erneuerbarer Energie gebe.

Aber von Serbiens heimischer Energieproduktion entfielen laut Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) 2024 rund 70 Prozent auf fossile Brennstoffe, während Sonne, Wind und andere Erneuerbare zusammen nur etwa 1,4 Prozent beitrugen. Damit fehlt genau die Voraussetzung, die Mishra nennt. Dazu kommt ein Richtungswechsel in Brüssel: Mit ihrem im Juli präsentierten Elektrifizierungsplan setzt die EU-Kommission stärker auf Strom als auf Wasserstoff.

Tiefschwarz

Viele Menschen in Serbien sagen unabhängig voneinander das Gleiche: dass das Land tiefschwarz ist. Schwarz steht in diesem Fall für Kohle. Wasserstoff ist in Serbien ein Thema für einen kleinen Kreis von Fachleuten. Selbst manche Institutionen zeigten sich auf Anfrage überrascht, dass es solche Projekte im Land gibt. Das serbische Energieministerium hat auf Anfragen nicht reagiert.

Warum Projekte feststecken

Dabei haben in den vergangenen Jahren vor allem deutsche Firmen versucht, den serbischen Wasserstoff-Sektor aufzubauen. Laut Informationen der Deutsch-Serbischen Wirtschaftskammer (AHK) steckt ein Pilotprojekt gerade wegen regulatorischer Probleme in der Planung fest. Selbst für Pilotprojekte fehlen also Verordnungen, etwa zur Sicherheit.

Erst im Jänner hat Serbien ein nationales Gesetz zu CO₂-Emissionen eingeführt, das dem EU-Emissionshandel entsprechen soll. Wasserstoff fehlt darin, obwohl er unter den EU-Grenzausgleich CBAM fällt. Die Kammer hatte dessen Aufnahme in der öffentlichen Konsultation gefordert, blieb damit aber erfolglos.

Viele Ankündigungen, wenig Umsetzung

Ilija Batas-Bjelić forscht am Institut für Technische Wissenschaften der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (SANU). Er modelliert Energiesysteme, mit dem seines Landes hat er sich umfassend auseinandergesetzt. Sein Fazit: „Im Grunde gibt es hier kein System.” Ein echtes Energiesystem verbindet viele verschiedene Komponenten zu einem funktionierenden Ganzen: Kraftwerke, Netze, Verbraucher:innen sowie unterschiedliche Sektoren wie Strom, Wärme und Transport. In Serbien fehlt diese Verzahnung bisher.

Laut Batas-Bjelić liegt das Land in der Energiewende rund zwanzig Jahre zurück, weil Kohle für das Finanzministerium die zentrale Einnahmequelle bleibt und notfalls sogar importiert wird. Das Energieministerium habe zwar viel Arbeit in Regulierung und Gesetzgebung gesteckt, aber für die Umsetzung fehle alles: das Geld, das Fachpersonal und die Infrastruktur. „Es gibt viele Ankündigungen, aber es passiert nichts”, sagt er.

Wer trotzdem baut

„Generell halte ich Wasserstoff für diese Region für etwas zu teuer”, sagt der Forscher. „Von Fall zu Fall kann sich Wasserstoff wirtschaftlich lohnen und für Banken finanzierbar sein”, erklärt er. Den Anstoß erwartet er vor allem von kleineren Unternehmen. Solarstrom und PV-Anlagen seien billig, die Gasversorgung bleibe unsicher. Wer eine eigene PV-Anlage betreibt, könne damit auch vor Ort Wasserstoff erzeugen.

Die Theorie bestätigt sich in der Praxis. Nach Informationen aus dem Umfeld der deutschen Entwicklungsbank KfW kommt derzeit nur ein Wasserstoffprojekt im Land wirklich voran: das eines privaten Transportunternehmens nahe Belgrad. Es will Strom aus einer eigenen Solaranlage in Wasserstoff für die eigenen Lkw umwandeln, die Tankstelle soll bis Mitte 2027 in Betrieb gehen. Das Projekt ist aus Eigenmitteln finanziert. Der Aufwand für Förderungen stand in keinem Verhältnis zur Summe. Wer in Serbien auf Wasserstoff setzt, ist bisher auf sich allein gestellt. Aber was heißt das für jemanden, der investieren will?

Wo der Markt wirklich liegt

Die Gesprächspartner:innen zeigen alle in dieselbe Richtung, und sie zeigt nicht auf Wasserstoff. Batas-Bjelić beobachtet, dass derzeit ausschließlich kleine Solarprojekte tatsächlich gebaut werden, während größere Vorhaben liegen bleiben, und erwartet den Anstoß von Unternehmen selbst. Wer in Serbien in Erneuerbare investieren will, muss also kleiner denken: bei Anlagen für den Eigenverbrauch von Betrieben.

Die Deutsch-Serbische Wirtschaftskammer verweist auf eine konkrete Lücke, die auch für österreichische Investor:innen interessant sein könnte: Deutsche Firmen haben in Serbien längst selbst Photovoltaik installiert und ihre Prozesse optimiert, um auf das CO₂-Grenzausgleichssystem CBAM der EU vorbereitet zu sein. Ihre kleineren serbischen Zulieferer haben das nicht. Deren Emissionen schlagen nämlich auf die Klimabilanz ihrer internationalen Abnehmer durch. Und genau dort sei Raum für Investitionen.

Für alle Bereiche rät Daniel Schaub von The Energy Bridge, lokale Akteure einzubeziehen. „Wenn die Community rund um ein Projekt dagegen ist, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern. Die Community einzubinden, senkt dieses Risiko, und das ist bei Investitionen wichtig.” Wissenstransfer und lokale Arbeitsplätze gehören für ihn dazu.

Bei grünem Wasserstoff ist Serbien noch nicht so weit. Wer dort trotzdem investieren will, sollte beim Fundament anfangen, gemeinsam mit den Menschen vor Ort.


Dieser Beitrag ist im Rahmen von „eurotours 2026″ entstanden, einem Projekt des Bundeskanzleramts, finanziert aus Bundesmitteln.

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