18.05.2026
DEFENCE-TECH

DefenseTech „Made in Austria“: Wiener Startup startet Serienfertigung für Militär-Tablet

Das Wiener DefenseTech-Startup Muse Electronics (Backbone) setzt mit seinem Tablet auf radikale physische Datentrennung. Nach jahrelanger Entwicklung für den militärischen Sektor steht nun der erste Rollout bevor. Im brutkasten-Gespräch verrät Gründer Philipp Lechner, dass inzwischen auch VCs Interesse an der Technologie bekunden.
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Backbone soll zukünftig Hardware im sicherheitskritischen Segment liefern © Muse Electronics

Das Wiener Startup Muse Electronics (Backbone) hat über ein Jahrzehnt lang an einer Lösung gearbeitet, die nun bereit für den großflächigen Einsatz im sicherheitskritischen Segment ist. Mit einer neuartigen Hardware-Architektur geht das 25-köpfige Team nun in die Serienproduktion und erwartet erste Auslieferungen noch Ende 2026.

Hardware-Innovation trifft auf VC-Geld

Entwickelt wurde das System über Jahre hinweg, unterstützt durch das Verteidigungsministerium und nationale Förderprogramme wie FORTE und den europäischen Verteidigungsfonds (EDF). Zudem sicherte sich das Startup 2025 eine Series-A-Finanzierung durch Sparring Capital Partners, wie brutkasten berichtete.

Laut Lechner hat sich die Marktdynamik mittlerweile massiv beschleunigt. Während es vor wenigen Jahren noch beinahe unmöglich war, privates Kapital für Verteidigungstechnologie aufzustellen, suchen Venture-Capital-Geber heute gezielt nach Investment-Cases im Defense-Bereich und bekunden auch aktives Interesse an Backbone. „Sicherheit hat halt einfach einen Preis und das wird halt jetzt anerkannt“, bringt er es im Gespräch auf den Punkt.

Getrennte Architektur als technisches Fundament

Der Kern des innovativen Sicherheitskonzeptes ist die strikte Aufteilung in zwei physisch getrennte Komponenten: das Tablet und das Boot-Medium. Das 10,1-Zoll-Tablet selbst ist de facto ein „datenleeres“, generisches Anzeigegerät ohne internen Massenspeicher für missionskritische Daten.

Die eigentliche Intelligenz, das Betriebssystem und sämtliche sensiblen Informationen befinden sich ausschließlich auf dem externen „Boot Device“, das wie ein digitaler Schlüssel fungiert. Erst wenn beide Teile durch Anstecken miteinander „verheiratet“ werden und ein kryptografischer Handshake erfolgt, entsteht eine funktionsfähige Einheit.

Sobald das Modul abgezogen wird, bleiben keinerlei Rückstände auf der Hardware zurück. Zudem lassen sich Module wie Kamera, Mikrofon oder GPS auf Hardware-Ebene deaktivieren, was unbefugte Zugriffe physisch unmöglich macht.

Produktion in Österreich: Ein steiniger Weg gegen den Trend

Dass Backbone seine Hardware komplett in Österreich fertigt, ist in einer von Amerika und China dominierten Branche eine Seltenheit. Für Lechner ist dieser Weg strategisch essenziell, auch wenn die Umsetzung an die Grenzen des Machbaren geht. Im Gespräch verdeutlicht er die Hürden: „Es ist extrem schwer. Hardware heißt nicht umsonst Hard-ware“.

Das Gerät ist in ein hermetisch versiegeltes Carbon-Gehäuse gefasst, das eine Stoßdämpfung gewährleistet und dem Standard IP68/69K entspricht – es bleibt somit bis zu 24 Stunden in zwei Metern Tiefe wasserdicht, heißt es vom Unternehmen. Trotz des industriellen Vakuums in Europa hielt das Team am Standort fest und arbeitet nun mit einem heimischen EMS-Dienstleister für die Serienfertigung zusammen.

Rollout und zivile Zukunft

Für das 25-köpfige Team, verteilt auf Wien, Budapest und Duisburg liegt der Fokus nun voll auf der Industrialisierung. Die ersten Auslieferungen sollen bis Ende 2026 über die Bühne gehen. Gleichzeitig blickt das Startup bereits über den militärischen Tellerrand hinaus. Erste F&E-Projekte evaluieren den Einsatz im Blaulichtbereich, wo die Technologie für ziviles Krisenmanagement adaptiert wird.

Auch Betreiber kritischer Infrastruktur rücken in das Visier des Unternehmens. Lechner zeigt sich zuversichtlich: „Der Sprung von 0 auf 1 ist vermutlich der schwierigste. Heute sind wir confident, dass wir unser Intro in den Markt gut meistern“

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Österreichs leistungsstärkster Supercomputer MUSICA hat offiziell den Betrieb aufgenommen und steigert die nationale Rechenleistung für KI und Spitzenforschung. Hinter dem Projekt steht ein Zusammenschluss heimischer Universitäten, wobei der Computer an drei Standorten betrieben wird. Ermöglicht wurde der Aufbau durch Fördergelder in Höhe von insgesamt 45 Millionen Euro.
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Der Supercomputer MUSICA ist unter den schnellsten 100 Computern weltweit. (c) TUW_ASC Matthias Heisler

Im Juni 2026 liegt der Supercomputer MUSICA unter den 100 schnellsten Computern im TOP500-Ranking weltweit. Die aktuell schnellsten Computer Österreichs, der VSC-4 und VSC-5, werden damit um mehr als das Achtfache überholt.

Mit der offiziellen Inbetriebnahme von MUSICA am 3. Juli wurde die österreichweite Rechenleistung erheblich gesteigert. Der Supercomputer soll wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung dienen.

„MUSICA ist ein Meilenstein für den Forschungsstandort Österreich. Der Supercomputer schafft die Grundlage dafür, dass Spitzenforschung, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Innovation auch künftig in Österreich auf höchstem Niveau stattfinden können. Wer die Zukunft gestalten will, muss heute in die dafür notwendige Infrastruktur investieren“, so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung zur Inbetriebnahme des Computers.

KI, Quanten und High-Performance

MUSICA arbeitet mit einer Gesamtleistung von 45.11 Petaflops. Das entspricht einer Leistung von 45.000 Standard-Laptops, sofern alle auf Hochtouren laufen. Ausgestattet mit über 1.000 hochmodernen Spezial-Prozessoren (Grafikkarten) liefert die Anlage eine enorme Rechenleistung, die für das Training großer KI-Modelle notwendig ist. Gleichzeitig ermöglicht das System anspruchsvolle Computersimulationen und die Verarbeitung riesiger Datenmengen in Rekordzeit.

Über MUSICA sei auch Österreichs erster produktiv nutzbarer Quantencomputer „niederschwellig“ erreichbar: Mit dem Ionenfallen-Quantencomputer OTTER und maßgeschneiderten Ausbildungsangeboten erweitern wir den ASC um die dritte Zukunftstechnologie im Scientific Computing: High Performance Computing, Künstliche Intelligenz und Quantencomputing auf internationalem Niveau ergeben so einen Leuchtturm in der europäischen Forschungslandschaft“, so Gregor Weihs, Vizerektor für Forschung an der Universität Innsbruck.

Zusammenschluss von Unis

Das Supercomputer-Projekt basiert auf der langjährigen Zusammenarbeit heimischer Universitäten und Forschungseinrichtungen innerhalb des ASC-Konsortiums (Austrian Scientific Computing, früher bekannt als Vienna Scientific Cluster). Die TU Wien übernimmt die Projektkoordination. Zu den weiteren Partnern zählen die Universität Wien, die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), die Universität Innsbruck, die Technische Universität Graz sowie die Johannes Kepler Universität Linz. Ergänzt wird der Zusammenschluss durch das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), das das Konsortium als jüngstes Mitglied unterstützt.

„Universitäten sind die Wurzeln, aus denen das Wissen und der Fortschritt der Menschheit wachsen. Dazu müssen wir zusammenarbeiten, und MUSICA ist ein gelungenes Beispiel für diese Art der Kooperation“, so Alberta Bonanni, Vizerektorin für Forschung und Internationales der Johannes Kepler Universität Linz.

Multi-Site-Architektur

Der Supercomputer steht nicht in einem einzigen Rechenzentrum, sondern ist physisch auf drei verschiedene Standorte aufgeteilt. Diese sind das Science Center der TU Wien, die Universität Innsbruck und die Johannes Kepler Universität in Linz. Obwohl die Hardware räumlich getrennt ist, sind die Systeme intelligent miteinander vernetzt und werden zentral verwaltet, sodass sie für die Forschenden wie ein einziger, gigantischer Computer funktionieren. Sollte es an einem Standort zu einem Ausfall kommen, kann an den anderen der Betrieb fortgeführt werden.

45 Mio. Euro Fördermittel

Für den Aufbau des Supercomputers MUSICA und die Anschaffung des Quantencomputers QACI fließen insgesamt 45 Millionen Euro an Fördergeldern. 20 Millionen Euro kamen von Seiten der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, 16 Mio. vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung. Die Beschaffung und HPC-Integration des Quantencomputers im Projekt QACI wurde zusätzlich mit 9 Millionen Euro unterstützt.

Errichtung gesichert – Erhaltung fraglich

Eine offene Frage wird bleiben, wie sich die Erhaltung des Computers langfristig finanziert. Während Errichtung und Beschaffung abgedeckt sind, werden laufende Kosten wie Kühlung und Stromversorgung zunächst von den Universitäten gedeckt. Durch die derzeit geplanten Budgetkürzungen an Universitäten entstehen Sorgen: „Wenn bei den Universitätsbudgets gekürzt wird, trifft das nicht nur Hochleistungsrechnen und KI – es würde auch Österreichs ersten Quantencomputer massiv in seiner Nutzung und Weiterentwicklung betreffen“, betont Gregor Weihs.

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