16.03.2022

Deepfake-Video von Selenski-Kapitulation kursiert im Netz

Der Cyber-Krieg bekommt eine weitere Facette: Ein Deepfake-Video von Wolodymyr Selenski soll offenbar die ukrainische Bevölkerung verunsichern.
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Screenshot aus dem Deepfake-Video mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski
Screenshot aus dem Deepfake-Video mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski

Allein in einem viralen Tweet wurde ein Video seit heute Mittag rund 50.000 mal angesehen: Es zeigt den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski, der vor einem bereits von TV-Ansprachen gewohnten Hintergrund eine Rede hält. Der Inhalt: Eine Kapitulation gegenüber Russland mit dem Angebot, die Waffen der Streitkräfte zu übergeben. Wie auch im hier verlinkten Tweet klargestellt wird, handelt es sich dabei aber um ein Deepfake. Das können wohl auch Laien anhand einiger Merkmale erkennen.

Urheberschaft des Deepfake-Selenski-Videos nicht klar

Die Urheberschaft des Videos ist gegenwärtig nicht geklärt. Die Vermutung, dass es von pro-russischen Kräften erstellt wurde, um die ukrainische Bevölkerung zu verunsichern, liegt nahe. Sicher kann das aber noch nicht gesagt werden. Anzumerken ist dabei: Auch das oben zitierte (pro-ukrainische) Twitter-Profil ist nicht klar einer reellen Person zuzuordnen. Der Username wird mit „Geh, f*ck dich!“ übersetzt – möglicherweise eine Anspielung auf einen bekannt gewordenen Funkspruch gegenüber einem russischen Kiegsschiff zu Beginn des Krieges.

Viel Fake-Content im Ukraine-Krieg

Das Aufkommen des Videos nährt jedenfalls Befürchtungen, dass Deepfakes immer stärker zur psychologischen Kriegsführung genutzt werden könnten. Vor allem weniger tech-versierte Personen könnten auf die Fälschungen hereinfallen, weil ihnen die technologischen Möglichkeiten nicht bewusst sind. Schon bisher gab es im Ukraine-Krieg eine ganze Reihe von Fake-Content von beiden Seiten (hier eine Übersicht der deutschen Tagesschau). So kursierte etwa ein manipuliertes Foto im Netz, das Präsident Selenski mit einem mit Hakenkreuz versehenen Trikot zeigt. Auf der anderen Seite tauchte auch bereits ein Deep Fake-Video mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, in dem dieser den Rückzug aus der Ukraine ankündigt.

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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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