Speedinvest holt UK-Investorin Deepali Nangia als Venture Partner
Die Investorin Deepali Nangia ist als Mitgründerin von Alma Angels auf Female Entrepreneurship spezialisiert. In diesem Bereich soll sie auch Speedinvest als Venture Partner verstärken.
Die britische Investorin Deepali Nangia nimmt ihre persönliche Mission ernst: Alle zwölf Startups, bei denen sie investiert ist, werden von Frauen geführt. Das Prinzip setzt sich auch als Mitgründerin von Alma Angels um, nach eigenem Verständnis „nicht ein Syndikat oder ein Deal-Broker, sondern eher eine Gemeinschaft oder eine Bewegung“, deren Mitglieder versprechen, in frauengeführte Unternehmen zu investieren.
Deepali Nangia soll Speedinvest mehr Deals mit Female Entrepreneurs bringen
Nun soll sie ihre Erfahrung auch bei Speedinvest einbringen. Wie der in Wien ansässige Seed-Investor gestern via Twitter bekanntgab, wird Deepali Nangia neuer Venture Partner. Speedinvest CEO Oliver Holle kommentiert: „Deepalis Expertise, ihr Netzwerk und ihre Fähigkeiten werden uns dabei helfen, unsere Agenda 2021 voranzutreiben, die darin besteht, mehr Deals mit Female Entrepreneurs zu machen“. Im Hintergrund stehen zahlreiche Studien, wonach frauengeführte Unternehmen im Durchschnitt erfolgreicher sind, als rein männergeführte.
Managing Partner @oholle,"Deepali's expertise, network & skills will be instrumental as we push our 2021 agenda forward, which is to meet & do more deals w/ female #entrepreneurs." pic.twitter.com/dwHhSK7R6d
Die Investorin, die zuletzt auch Teil des Atomico Angel Program war, kommentiert: „Das Speedinvest-Team will, dass Diversity ein Teil seiner DNA ist. Eine solche Unterstützung von oben ist der Schlüssel zu einem systemischen Wandel im VC-Bereich“. Nangia war in Österreich (virtuell) zuletzt bereits beim Investors Day 2020 als Speakerin zu sehen.
Bislang 11 von 12 Partner männlich
Bei Speedinvest wird von jeher die Wichtigkeit von Diversity betont. Tatsächlich sind jedoch beide Managing Partner sowie elf von zwölf Partnern Männer (Ausnahme Marie-Helene Ametsreiter; Zusammensetzung des Teams siehe hier). Mit dem Neuzugang wird dieses Bild also mehr in Richtung des gewünschten Zustands gerückt.
Eustella: Wiener Claude- und ChatGPT-Herausforderer geht in Vollbetrieb
Eustella setzt mit seinem Agentic-AI-Angebot auf Open Source, Mobile First und 100 Prozent Europa - und hat damit große Pläne. Nach der Beta-Phase folgte nun der Launch.
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Eustella-CEO Matteo Rosoli | (c) AI Factory Austria AI:AT/Arman Rastegar
Prominente Investoren wie Hansi Hansmann, Hermann Futter und die 3VC-Gründer Peter Lasinger und Roman Scharf im Publikum, Bitpanda Co-Founder Christian Trummer und Emmi-Co-Founder Johannes Brandstetter – mittlerweile Vice President AI for Science bei Mistral AI – auf der Bühne: Das Launch-Event des Wiener Startups Eustella in der AI Factory Austria AI:AT zog diese und noch weitere Größen der heimischen Innovationsszene an. Der Plan des Unternehmens geht aber weit über die Landesgrenzen hinaus: Man will KI-Nutzer:innen in ganz Europa überzeugen.
„Es gibt mehr als 130 Millionen aktive AI-User in Europa, aber kaum europäische Alternativen, vor allem nicht für Konsumentinnen und Konsumenten und vor allem nicht im Agent-Bereich“, sagt CEO Matteo Rosoli beim Launch-Event. Der KI-Experte – übrigens ein Absolvent des High-Potential-Programms der Wiener HTL Spengergasse – hat das Unternehmen gemeinsam mit Alexander Maitz, Jakob Steinschaden und Bastian Kellhofer gegründet. Das Konzept: Ein Agentic-AI-Angebot, das mit den US-Riesen mithalten kann, aber zu 100 Prozent in Europa gehosted ist – etwa bei Ionos in Berlin oder Scaleway in Paris.
Fable-5-Sperre „Spitze des Eisbergs“
„Die Sperre von Anthropics Fable 5 war nur die Spitze des Eisbergs der Souveränitäts-Thematik in Europa“, meint Rosoli. Souveränität sei zu einer Frage der Business Continuity und damit zu einer Frage des Überlebens für europäische Unternehmen geworden. Unter anderem wegen der Regulatorik, die, wie der CEO betont, „auch einen guten Zweck“ habe, würden europäische Lösungen vielfach hinter amerikanischen und asiatischen hinterherhinken. Das wolle man ändern: „Wir wollen nicht die europäische Software sein, die nicht so gut funktioniert und nicht so viel Mehrwert bringt. Wir wollen wirklich eine europäische Alternative sein.“
Orchestrierung entscheidend
Dabei baut Eustella kein eigenes KI-Modell, wie es etwa Mistral in Frankreich macht. Das Wiener Startup setzt auf verschiedene Open-Source-Modelle – nicht nur von Mistral, sondern auch von US-Anbietern wie Google und OpenAI. „Entscheidend ist die Orchestrierungsebene“, erklärt Rosoli. Diese „Agent Orchestration“ treffe eine smarte Auswahl, welche Modelle für welchen Zweck optimal passen und halte damit auch den Token-Verbrauch gering. Kombiniert wird das mit einem Mobile-First-Ansatz auf Nutzer:innen-Seite – Stichwort: „Agent in a pocket“.
Kompetitive Preise
Preislich will Eustella nicht nur mithalten, sondern gibt sich kompetitiv: Neben einer stark eingeschränkten Free-Version gibt es Angebote um sechs, 18 bzw. 90 Euro monatlich. „Jeder Anbieter kann kompetitive Preise anbieten. Wir machen das ganz bewusst aus Europa heraus. Der Preis rechnet sich aber auch für uns“, sagt der Gründer. Mit dem 18-Euro-Modell könne man etwa schon „richtig schön ein, zwei große Agents laufen lassen.“
„Beschäftigen uns 50 Prozent unserer Zeit mit AI-Safeguards und Themen wie Prompt Injections“
Das zweite große Verkaufsargument ist Sicherheit: „Die Daten sind bei Eustella sicher. Anders als bei den amerikanischen und asiatischen Anbietern braucht man sich keine Sorgen machen, dass etwas an Werbeanbieter verkauft wird“, sagt der Gründer. Für Sicherheit wolle man aber natürlich auch auf technischer Ebene sorgen. „Wir beschäftigen uns 50 Prozent unserer Zeit mit AI-Safeguards und Themen wie Prompt Injections. Deswegen releasen wir unsere Funktionen auch Schritt für Schritt, um gar keine Angriffsflächen zu ermöglichen“, so Rosoli.
Partnerschaften mit Bitpanda und Geizhals
Abgerundet werden soll das Angebot durch sogenannte Daten-Partnerschaften. Solche gibt es bislang mit dem Wiener Krypto-Unicorn Bitpanda, das über eine Schnittstelle aktuelle und zuverlässige Daten zum Krypto-Markt liefern soll, und mit dem Wiener Portal Geizhals, das valide Preisvergleichsdaten einspeist. Bitpanda-Co-Founder und Chief Scientist Christian Trummer sieht in der Partnerschaft aber noch mehr Potenzial: „Wir erwarten uns sehr viel von Eustella. Agentic Finance ist bei uns ein Riesen-Thema und in der Finanzbranche sind immer Vertrauen und Zuverlässigkeit wichtig.“ In Zukunft wolle man „die Finanzplattform für Agents“ sein. „Eustella ist hier der perfekte Partner für uns“, so der Bitpanda-Gründer.
Bitpanda-Co-Founder Christian Trummer (l.) neben Phillip Maasberg von Ionos | (c) AI Factory Austria AI:AT/Arman Rastegar
„Schauen einmal, dass die Server den Zuwachs an Usern überleben“
Bis dahin liegen aber noch einige Schritte vor dem Wiener Startup. „In den nächsten paar Tagen schauen wir einmal, dass die Server den Zuwachs an Usern überleben“, sagt Rosoli. „Dann werden wir Stück für Stück die Agent-Funktionalitäten aufbauen – dabei gibt es verschiedene Sicherheitsstufen.“ Schon bald soll Eustella etwa voll autonom kleine Essensbestellungen abwickeln können. Für davor gibt aber Co-Founder Jakob Steinschaden das erste konkrete Ziel aus: „Es wäre super, wenn wir im App-Store auf Platz eins landen.“
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