31.10.2025
MCKINSEY-ANALYSE

Deep-Tech-Startups könnten bis 2030 in Europa eine Million neue Jobs schaffen

McKinsey-Studie behauptet: Europa könnte durch den konsequenten Ausbau seines Deep-Tech-Ökosystems bis 2030 eine Billion US-Dollar an zusätzlichem Unternehmenswert schaffen und eine Million neue Jobs generieren.
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Symbolbild | Foto: Stock.Adobe/Gorodenkoff

Was alles sein und werden könnte, wenn es einen entschlossenen Ausbau des europäischen Deep-Tech-Ökosystems gäbe, analysiert die Unternehmensberatung McKinsey in einer kürzlich veröffentlichten Studie „Europe’s deep-tech engine could spur $1 trillion in economy growth„.

Laut Analyse von McKinsey könnten bis 2030 bis zu einer Million zusätzliche Jobs und Unternehmensbewertungen von bis zu 1 Billion US-Dollar geschaffen werden.

Investitionen haben sich seit 2019 verdreifacht

Um dieses Potenzial von Deep-Tech-Unternehmen festzustellen, verglich McKinsey über „S&P Capital IQ“-Finanzdaten die Sektoren von Deep-Tech-Unternehmen und Tech-Unternehmen in den Software- und KI-Sektoren.

Die Analyse ergab, dass im Schnitt 87 Prozent mehr Arbeitsplätze in Deep-Tech-Unternehmen im Jahr 2024 geschaffen wurden als in Tech-Unternehmen im Software- und KI-Bereich. Außerdem hätten sich die Investitionen von Risikokapitalgebern in Europas Deep-Tech-Unternehmen seit 2019 fast verdreifacht – von rund zehn auf über 28 Milliarden Euro pro Jahr. Das erforschte McKinsey wiederum in einer Studie aus dem Jahr 2024 (brutkasten berichtete).

Drei Faktoren laut McKinsey entscheidend

Laut McKinsey Studie sind vor allem drei Faktoren entscheidend, um das Potenzial zu realisieren:

  • Mehr privates und öffentliches Wachstumskapital, insbesondere aus Europa in der Spätphase
  • Bessere Skalierungsbedingungen durch vereinfachte Regulierung, steuerliche Anreize und schnellere Förderprozesse
  • Stärkere Forschungstransfers und europäische Innovationsnetzwerke, die
    Talente und Industrie verknüpfen

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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