31.10.2015

Deals bei Vox-Erfolgsshow „Die Höhle der Löwen“ kommen nicht zustande

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© VOX/Bernd-Michael Maurer u. Boris Breuer: Die Höhle der Löwen ist eine deutsche Startup-Show im TV.

Bei der deutschen Casting-Show „Höhle der Löwen“ dreht sich alles um Startups. Mit der Fernsehsendung erzielt der Sender Vox Traumquoten. Unternehmer bekommen dort die Möglichkeit, ihre Ideen vor Investoren zu pitchen und Investment zu bekommen. Im Hintergrund scheint es aber alles andere als gut zu laufen, denn angeblich haben einige der Gründer die zugesagte Finanzierung gar nicht bekommen.

„Die Höhle der Löwen“ ist das deutsche Pendant zur österreichischen Sendung „2 Minuten 2 Millionen„. Beide lehnen sich an das erfolgreiche BBC-Format „Dragon’s Den“ an. Das Konzept dahinter: In der Castingshow präsentieren junge Gründerinnen und Gründer ihre innovativen Ideen vor einer Jury aus Investoren und werben um Kapital-Beteiligungen. Im Gegenzug geben sie Anteile an ihrem Unternehmen ab.

Am Ende der Show entscheidet die Expertenjury, ob und wie viel Geld sie in die jeweilige Teams investieren wollen. Meist beanspruchen die Löwen in der Staffel 2015 im Gegenzug Unternehmensanteile in Höhe von bis zu 60 Prozent, manchmal fordern sie sogar eine unmittelbare Gewinnbeteiligung am Absatz.

Insgesamt ein rundes TV-Format: Wirtschaftliche Zusammenhänge würden spannend, unterhaltsam und allgemein verständlich vermittelt, heißt es von der deutschen Industrie- und Handelskammer. Genau aus diesem Grund erhielt die Die Sendung „Höhle der Löwen“ kürzlich den Ernst-Schneider Preis in der Kategorie „Innovation/Unterhaltungssendung“.

Gehen die Gewinner leer aus?

Dass sowohl von Investoren-Seite als auch vonseiten der Startups Deals nicht zustande kommen, sei normal, meint Magnus Enzmann von Vox.

Einen bitteren Beigeschmack gibt es dennoch: Was die Zuschauer nicht wissen, viele der zugesagten Deals platzen nach Ende der Show. Das Magazin „Gründerszene“ berichtet auf seiner Webseite über insgesamt 18 Deals, die letztendlich nicht zum Abschluss gekommen sind. Grund: Die Parteien konnten sich im sogenannten Due Diligence (eine Risikoprüfung, die beim Kauf von Unternehmensbeteiligungen durchgeführt wird) nicht einigen.

Magnus Enzmann von Vox erklärte auf „BILD“-Nachfrage: „Bei jedem Deal, der in der Sendung gemacht wurde, waren sowohl die ,Löwen‘ als auch die Startups in diesem Moment absolut gewillt, einen Vertrag miteinander abzuschließen. Natürlich müssen im Anschluss aber noch die vertraglichen Details festgelegt werden. Dass in dieser Phase sowohl bei den Investoren als auch bei den Startups immer mal wieder Gründe auftauchen, die gegen eine Zusammenarbeit sprechen, ist in der Wirtschaftswelt ein normaler Vorgang und kommt so eben auch in ,Die Höhle der Löwen‘ vor.“

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© Bild: VOX/Stefan Gregorowius

Quelle

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© Lara Jameson via Pexels

Aufgrund wachsender geopolitischer Unsicherheiten und steigender Anforderungen durch Künstliche Intelligenz gerät die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von außereuropäischen Tech-Konzernen zunehmend in den Fokus. Vor diesem Hintergrund haben der Fachverband Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) der Wirtschaftskammer Österreich und der Verband Österreichischer Software Innovationen (VÖSI) den sogenannten „Austrian Cloud Atlas“ veröffentlicht. Die interaktive Plattform soll heimischen Betrieben als Orientierungshilfe bei der Wahl digitaler Lösungen dienen.

Transparenz bei Datenhoheit und Angeboten

Das Tool erfasst Rechenzentren, Cloud-Anbieter:innen sowie Managed Service Provider in Österreich. Damit soll die Übersicht bestehende Branchen-Initiativen wie die Österreichische KI-Landkarte ergänzen. „Unternehmen müssen wissen, wo ihre Daten liegen, von welchen Technologien sie abhängig sind und welche Alternativen ihnen zur Verfügung stehen“, betont Wilfried Drexler, Obmann des Fachverbands UBIT.

Laut den Initiator:innen stehe die Förderung der digitalen Handlungsfähigkeit im Mittelpunkt. Das Angebot solle Firmen dabei unterstützen, bewusste Entscheidungen über ihre IT-Kapazitäten zu treffen und strategische Abhängigkeiten von internationalen Hyperscalern schrittweise zu reduzieren. „Die Daten basieren auf freiwilligen Einreichungen und werden laufend erweitert“, heißt es auf der Website.

Ruf nach abgestimmtem Zielbild

Neben der rein informativen Funktion nutzen die beteiligten Verbände den Launch für politische Forderungen. Während auf EU-Ebene derzeit am „Cloud and AI Development Act“ gearbeitet werde, fehle es in Österreich laut Branchenvertreter:innen an einem einheitlichen Rahmen. Zunehmende länderspezifische Einzelregelungen erschwerten den zielgerichteten Ausbau der Infrastruktur.

Martin Madlo, Präsident der Austrian Datacenter Association, verweist diesbezüglich auf fehlende Standards: „Was fehlt, ist ein abgestimmtes nationales Zielbild.“ Ein solches sei laut der Branchenvertretung jedoch notwendig, um die heimische Daten-Infrastruktur künftig gemeinsam mit der Energieversorgung und dem Netzausbau zukunftsfähig aufzustellen.

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