24.07.2017

Daten-Goldmine: China am Weg an die Spitze im A.I.-Bereich

Rund 1,4 Milliarden Menschen leben in China. Die Datenmenge, die täglich produziert wird, soll den Grundstein für die Entwicklungen im A.I.-Bereich in den nächsten Jahren legen. Erst kürzlich legte Chinas Regierung einen Plan vor, wie man das Land bis 2030 als Spitzenreiter für Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz positionieren wolle.
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China will die Daten-Goldgrube vor anderen Ländern schützen- ein Schachzug.

Über 730 Millionen Internet-User in China und der weltweit größte Markt von Smartphone-Nutzern, sind Chinas Daten-Goldmine, die nicht ungenützt bleiben soll. „Es ist nicht nur die Quanität, sondern die Qualität der Daten in China, die ihre Konkurrenz längst überholt hat“, meint Zhijin Xia, Partner bei Vertex, einer Venture Capital Firma zur South China Morning Post. „Chinesen sind stark von ihren Mobiltelefonen abhängig- das generiert wertvolle Daten der User“.

China weiß, wie wertvoll Daten sind

Wie wichtig und wertvoll Daten sind, ist auch in China nicht unbemerkt geblieben. Die Volksrepublik hat erst vor wenigen Tagen einen Plan präsentiert, der China zum weltweiten Spitzenreiter im Artificial Intelligence-Bereich machen soll. Bereits in den letzten Jahren soll China viel Geld in diesen Bereich investiert haben. Das trägt langsam Früchte: Mehr als 200 Prozent mehr eingereichte Patente im A.I.-Bereich verzeichnet China.

Investitionen in die Wirtschaft und Ausbildung sollen dazu führen, bis 2025 große Durchbrüche im A.I.-Bereich zu generieren und China zum Spitzenreiter bis 2030 zu machen.

Schachzug Datenschutz

Die Daten in China, mit denen Algorithmen „gefüttert“ werden können, sollen nun noch stärker von China geschützt werden. Gesetze in China zwingen Firmen dazu, Daten nur innerhalb des Landes zu speichern, weshalb Apple etwa kürzlich verkündete, ein lokales Datenzentrum in China zu bauen.

Das ist ein Schachzug, denn so bleibt die Datengoldmine auch tatsächlich in China und kann schwer von anderen Ländern genützt werden. „Die meisten Daten werden für niemanden außerhalb von China nützlich sein“, meint auch Professor Qiang Yang von der Hong Kong University of Science and Technology zur South China Morning Post. Die Hürden für Firmen außerhalb Chinas in den Markt einzudringen, fördern heimische Unternehmen vor Ort. In diversen Medienberichten wird auch ein klares Ziel Chinas definiert: Man möchte die USA überholen und sich als Vorreiter für Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz positionieren. Und China befindet sich bereits auf einem guten Weg dorthin…

Weiterführende Links: South China Morning Post, news.com.au

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Die DropForce-Gründer Jakub Hamdard und Christian Mühl | (c) DropForce
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Es gibt für sie unzählige Einsatzmöglichkeiten, in den vergangenen Jahren dominieren sie aber vor allem eines: die Kriegsberichterstattung. Drohnen sind nicht nur zum Sinnbild für moderne Kriegsführung geworden, sondern auch zu einer Produktkategorie, die europäischen Scaleups mitunter Milliardeninvestments einbringt. Von dieser Kategorie ist das Wiener Startup DropForce aktuell noch weit entfernt, das Konzept, mit dem es antritt, ist aber durchaus ambitioniert und vor allem neu.

Drohne aus dem 3D-Drucker im Van oder Container

„Alle anderen Drohnen-Anbieter haben eine zentrale Fabrik und brauchen für den Bau einer Drohne meistens viel länger als nötig. Wir haben unsere Drohne so konzipiert, dass man sie von überall aus bauen kann”, sagt Jakub Hamdard. Er hat DropForce gemeinsam mit Christian Mühl gegründet. Beide bringen dabei Berufserfahrung aus dem Aerospace-Bereich mit.

Ein weiterer großer Unterschied zu anderen Anbietern: „Bei anderen Drohnen sind die Teile zusammengelötet. Daraus ergeben sich viele Fehlerquellen. Außerdem sind sie stark auf chinesische Bauteile angewiesen, die oft nicht halten, was sie versprechen”, so Hamdard. Die DropForce-Drohne kommt dagegen ohne Löten aus. Die Strukturteile und Module, etwa Kamera-Aufsätze, kommen aus dem 3D-Drucker; Platinen, Motoren und Propeller werden in Europa produziert und vom Startup als Bausatz dazugeliefert. „Man kann die Teile im 3D-Drucker aktuell in ca. 20 Minuten drucken und braucht dann zehn bis 15 Minuten, um die Drohne zusammenzubauen”, sagt der Gründer.

Und dieser Vorgang soll künftig eben nicht in einer einzelnen Fabrik, sondern in kompakten Einheiten direkt beim Kunden passieren, in einem Van oder Container, so die Vision. Denkt man an den DefenseTech-Bereich, heißt das: direkt an der Front. Die Vans bzw. Container sollen dann verkauft, die Produktion lizenziert werden. „Mit dem Van wäre man komplett mobil. Er kann direkt am Einsatzort innerhalb von Minuten Drohnen produzieren, die dann gleich losstarten können”, skizziert Hamdard.

So ein Einsatzort könnte etwa auch der Schauplatz einer Naturkatastrophe sein. In der Kundenansprache fokussiere man aber aktuell primär auf den Verteidigungsbereich. Dort will man, wenn alles nach Plan läuft, um den Jahreswechsel in die ersten Pilotprojekte starten.

Sechsstelliges Investment von BarnVentures und deutscher LNX GmbH

Bereits im Sommer holte sich DropForce für seine Expansionspläne auch ein Investment. BarnVentures rund um Filip Zganjer und die deutsche LNX GmbH stiegen mit einem sechsstelligen Betrag ein und sicherten sich jeweils 20 Prozent am Unternehmen. „Die Idee von einer dezentralen Massenproduktion im Baukasten-System hat mir so gut gefallen. Eine zentrale Produktionsstätte ist in Zeiten wie diesen gefährlich”, kommentiert Zganjer im Gespräch mit brutkasten. Das Startup unterstütze man nun nicht nur mit Geld, sondern auch durch Beratung.

Das Kapital sei bislang vor allem in die Weiterentwicklung, aber auch in Personalkosten geflossen, sagt Hamdard. Zudem sei man aktuell auch im Prozess der Patentanmeldung. Und auch an weiteren Drohnen-Modellen arbeite man bereits. Denn, so die Vision: „Kunden können sich später dann aus einem Portfolio genau die Drohnen aussuchen, die sie gerade brauchen. Wir haben schon einige Ideen, was man machen kann.”

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