08.11.2021

Das war die Blockchain Night 2021 der Raiffeisen Bank International

Führende Köpfe der Blockchain-Szene zum Austausch zusammenzubringen - das war das Ziel der Blockchain Night der Raiffeisen Bank International (RBI), die am 21. Oktober 2021 über die Bühne gegangen ist. Thematisch standen dieses Jahr die Themen Compliance und Payment im Mittelpunkt.
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Moderator Dejan Jovicevic und Christoph Lehner, Head of Group Compliance RBI
Blockchain-Night-Moderator Dejan Jovicevic (brutkasten) und Christoph Lehner, Head of Group Compliance RBI
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Spannende Diskussionen, unterschiedliche Perspektiven und einen regen Austausch zu einem der großen Zukunftsthemen in der Finanzbranche – das brachte die diesjährige Blockchain Night der Raiffeisen Bank International (RBI). Sie wurde am 21. Oktober digital abgehalten – neben Vertretern der RBI waren auch zahlreiche namhafte Gäste aus dem In- und Ausland dabei und teilten ihre Insights.

„Die Disruption, die 2008 mit Bitcoin begonnen hat, hat mittlerweile breite Implikationen“, sagte RBI-Vorstandsmitglied Peter Lennkh in seinen Eröffnungsworten. Die zugrundeliegende Blockchain-Technologie werde viele Bereiche beeinflussen und transformieren – darunter auch solche, in denen die RBI aktiv ist wie beispielsweise Payment. Neben den zahlreichen Möglichkeiten, die die neue Technologie bringe, gebe es aber auch Herausforderungen – etwa im regulatorischen Bereich, führte Lennkh weiter aus.

„Es sind so viele spannende Dinge in diesem Jahr passiert“, sagte auch Christian Wolf, Head of Strategic Partnerships & Ecosystems bei RBI – vom ersten Bitcoin-ETF über das Vorgehen Chinas gegen Bitcoin-Miner bis hin zu El Salvadors Adaption von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel. „Das hat sicher einige Fragen aufgeworfen – inwiefern sind diese Entwicklungen relevant für uns als Bank und wie sollen wir damit umgehen?“, erläutert Wolf. Als wichtigste Aspekte habe man dabei die Bereiche Payments und Regulatorik herausgegriffen – die nun auch die zentralen Themen der diesjährigen Blockchain Night geworden sind.

Blockchain und Compliance

Zu beiden Themenbereichen wurden Panels abgehalten. Das erste stand unter dem Motto „Blockchain & Compliance – friends or foes?“. Dazu diskutierte der Compliance-Leiter der RBI, Christoph Lehner, mit Caitlin Barnett, der Direktorin für Regulierung und Compliance der bekannten US-Blockchainfirma Chainalysis sowie mit Christian Steiner, Regulatory Affairs and Compliance Officer bei Bitpanda, und mit zwei Vertretern der heimischen Finanzmarktaufsicht (FMA), Ralph Rirsch und Stefan Tomanek.

„Derzeit ist die Situation so, dass wir einen ziemlich unregulierten Markt haben“, sagte Lehner. Formale Vorschriften auf der Regulierungsseite würden noch fehlen, ebenso aber Tools, um vollständige Transparenz bei Kryptowährungen herzustellen. Dies sei ein Risiko, führte der Compliance-Leiter der RBI weiter aus.

Barnett wiederum verwies in der Diskussion darauf, dass nur ein sehr geringer Anteil von Kryptowährungen für illegale Zwecke verwendet werden – und tatsächlich Fiat-Währungen häufiger für solche eingesetzt werden. Chainalysis arbeitet selbst mit Behörden zusammen – und bietet diesen beispielsweise Dienstleistungen im Bereich Geldwäschebekämpfung an. Dass das Ausmaß, in dem Kryptowährungen für illegale Zwecke eingesetzt werden, häufig überschätzt wird, sagte auch Christian Steiner von Bitpanda. Der Regulatory Affairs and Compliance Officer des Fintechs betonte außerdem, dass klare Regulierungen im Kryptobereich für Unternehmen in der Branche ein Vorteil seien.

„Kryptobranche braucht Regulierungen, um sich entwickeln zu können“

Diesen Aspekt sprach auch Stefan Tomanek von der FMA an: „Eine junge Branche wie Krypto braucht Regulierungen, um sich entwickeln zu können“, sagte er. Mit der Regulierung komme auch eine höhere Rechtssicherheit. Eine Herausforderung sei aber, mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt zu halten: Die von der EU geplante Verordnung „Markets in Crypto-assets“ (MiCA) decke etwa den Bereich Decentralizted Finance (DeFi) noch nicht ab.

Wenn man von illegalen Aktivitäten im Kryptobereich spreche, müsse man differenzieren, sagte der zweite FMA-Vertreter am Panel, Ralph Rirsch. 2017 habe es beispielsweise im Zusammenhang mit Initial Coin Offerings (ICOs) viele Geschäftsmodelle gegeben, die von Anfang betrügerisch gewesen seien – diese ICO-Scams seien aber mittlerweile großteils Vergangenheit. Derzeit bekomme die FMA viele Beschwerden zu Betrügereien, die nur so tun als hätten sie eine Verbindung zur Kryptobranche – etwa, indem der Kauf von Kryptowährungen vorgespielt werden. Dies habe aber nichts mit der Kerntechnologie zu tun, sagte Rirsch.

Nach der ersten Panel-Diskussion gab Alexander Eisl, der Chief Scientific Officer (CSO) des Austrian Blockchain Center (ABC), Einblicke in das Coin-Tracing-Projekt. Bei diesem geht es darum, blockchain-basierte digitale Assets für Compliance-Zwecke nachzuverfolgen und ihr Risiko einzuschätzen. „Es ist mittlerweile schon eine Tradition geworden, bei der Blockchain Night nicht nur spannenden Themen eine Plattform zu geben, sondern auch den Bogen zu unseren eigenen Initiativen zu schlagen und wir sind besonders stolz darauf, dass wir bei diesem Projekt mit dem ABC und mit Bitpanda zusammenarbeiten können“, sagte Gernot Prettenthaler vom RBI Blockchain Hub.

Stablecoins und digitale Zentralbankwährungen

Das zweite große Thema der diesjährigen Blockchain Night war dann der Payment-Bereich – und diesem widmete sich ebenfalls ein hochkarätig besetztes Panel. Unter dem Titel „Multiverse Of Payments: Cryptocurrencies, Stablecoins, CBDCs“ wurde über die Entwicklungen rund um Stablecoins und die geplanten Digitalwährungen der Zentralbanken, den sogenannten Central Bank Digital Currencies (CBDC), diskutiert.

Curt Chadha, der bei der RBI als Head of International Retail Payments fungiert, sprach dazu mit Patrick O’Donnel, Vice President und Mitglied des Teams für Blockchain und Digitale Assets bei Mastercard, sowie mit Alexander Bechtel, der bei der Deutschen Bank für die Strategie zu digitalen Assets verantwortlich ist, und mit Rene Pomassl, dem CEO des österreichischen Krypto-Payment-Startups Salamantex.

Alexander Bechtel verwies in der Diskussion darauf, dass Differenzierung notwendig sei: Ein digitale Zentralbankwährung muss nicht unbedingt blockchain-basiert sein: „Es geht einfach darum, Banknoten in einer digitalen Form verfügbar zu machen. Das kann auf einer Blockchain passieren, muss es aber nicht“. Ein Stablecoin dagegen sei per Definition immer auf einer Blockchain.

Potenzial für Digitalwährungen bei Kundenbindungsprogrammen

Curt Chadha erwartet, dass Digitalwährungen eine große Rolle im Bereich von Kundenbindungs- und Cashback-Programmen spielen werden – aber auch beim direkten Versenden von Geld von einer Person zur anderen: „Das wird sich völlig verändern“, sagte Chadha. Dass sich die Art, wie wir in Zukunft bezahlen werden, deutlich verändern wird, glaubt auch Rene Pomassl vom Startup Salamantex: Sowohl am Point of Sale (PoS) als auch im E-Commerce-Bereich werden sich viele Dinge ändern. Dass sich Zentralbanken mit digitalen Währungen beschäftigen, beurteilt der Startup-CEO positiv.

Was die geplanten Digitalwährungen von Zentralbanken angeht, rechnet Patrick O’Donnel von Mastercard damit, dass diese zunächst im Wholesale-Bereich eingesetzt werden – und die Nutzung für Privatpersonen erst später erfolgen wird. Auch werden Ländern unterschiedliche Ansätze zur Umsetzung wählen: „Ich glaube nicht, dass es im Bezug auf CBDCs ein One-Size-Fits-All geben wird“, sagte O’Donell in der Diskussion. Er erwartet auch nicht, dass alle Länder eigene CBDCs kreieren werden.

Vid Hribar vom Blockchain Hub der RBI fasste die Diskussion zusammen: „Mein Learning aus dem Panel war, dass sich nicht nur eine Lösung durchsetzen wird“. Mit Blockchain gebe es nun jedenfalls ein ’new kid on the block‘, das für Disruption in der Payment-Branche sorgen werde, gleichzeitig bleibe es jedoch ein komplexes Thema mit rasanten Entwicklungen. Eines bleib aber trotz aller Veränderungen gleich, sagte Hribar: „Das Wichtigste ist der Kunde – sei es im Blockchain-Bereich oder in anderen Bereichen des Bankenwesens“.

Hier die komplette RBI Blockchain Night 2021 zum Nachsehen:

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Bernhard Krick, Geschäftsführer der Bybit Payments GmbH | (c) Bybit

Anfang August erhielt die Bybit Payments GmbH von der Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Konzession als E-Geld-Institut, nach rund neun Monaten Verfahren. Laut Geschäftsführer Bernhard Krick gibt es die Lizenz zwar seit rund 25 Jahren, durchschritten hätten das Verfahren aber erst zwei Marktteilnehmer. Mit der Konzession baut die nach eigenen Angaben gemessen am Handelsvolumen zweitgrößte Kryptobörse der Welt ihre EU-Zentrale in Wien weiter aus. Die Schwestergesellschaft Bybit EU GmbH hält bereits seit Mai 2025 eine MiCAR-Zulassung. Im Interview spricht Krick über das Verfahren, die Standortwahl und die Frage, ob am Ende eine Banklizenz steht.


Die Bybit Payments GmbH hat von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Lizenz als E-Geld-Institut erhalten. Wie lange hat das Verfahren gedauert und was waren rückblickend die größten Hürden?

Der eigentliche Lizenzierungsprozess mit der FMA war naturgemäß intensiv und hat sich über einen Zeitraum von rund neun Monaten erstreckt. Wir haben jedoch bereits deutlich davor mit dem Aufbau der lokalen Gesellschaft, der Infrastruktur sowie aller compliance-relevanten Agenden begonnen. Obwohl es die Lizenz seit rund 25 Jahren gibt, haben erst zwei Marktteilnehmer diesen Prozess durchschritten. Die größte Herausforderung bestand darin, die Fülle an Informationen über die eigene Organisation, Prozesse und geplanten Produkte so aufzubereiten, dass sie den hohen Anforderungen der FMA entsprechen und ein klares, transparentes Bild vermitteln. Dabei steht man grundsätzlich auch immer unter einem gewissen Zeitdruck. Unsere Mitarbeiter:innen haben hier eine sehr gute Arbeit geleistet.

Rückblickend war der Prozess zwar anspruchsvoll, aber immens wertvoll. Er hat dazu beigetragen, unsere europäischen Strukturen weiter zu professionalisieren. Die E-Geld-Konzession ist eine wichtige Grundlage für die nächste Phase der Expansion unseres Geschäfts in Europa.

Warum hat Bybit die EMI-Lizenz ausgerechnet in Österreich beantragt? Länder wie Litauen oder Luxemburg gelten in Europa als die klassischen Standorte für E-Geld-Institute.

Wien ist für uns der Standort unserer EU-Zentrale. Von hier aus decken wir MiCAR, E-Geld und MiFID ab. Uns war wichtig, einen Standort mit einem europaweit respektierten Regulator zu wählen. Die FMA bietet dabei die perfekte Balance: streng in der Aufsicht, was für eine Organisation wie uns, die weltweit auf Compliance ausgerichtet ist, kein Problem, sondern ein Vorteil ist, und gleichzeitig kommunikativ, pragmatisch und effizient im Austausch. Wien ist zudem ein zentraler Standort in Europa mit attraktiver Infrastruktur und hoher regulatorischer Kompetenz. Von hier aus können wir langfristige europäische Strukturen aufbauen, mit einem verlässlichen Partner vor Ort, und unser Geschäft in den Märkten ganz Europas steuern.

Die FMA gilt als strenge Aufsicht. Wie erleben Sie die Zusammenarbeit im Vergleich zu anderen Jurisdiktionen, in denen Bybit tätig ist?

Eine strenge Aufsicht ist aus unserer Sicht kein Nachteil. Ganz im Gegenteil: Wenn man langfristig in einem regulierten europäischen Markt tätig sein möchte, ist Klarheit darüber, welche Anforderungen gelten, ein wesentlicher Vorteil. Unsere Erfahrung ist, dass die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden naturgemäß intensiv und detailliert ist, und das erwarten wir auch. Wir sehen Regulierung nicht als einmalige Eintrittshürde, sondern als laufenden Prozess, der sehr wichtig für die gesamte Branche ist. Die FMA sehen wir als eine durchaus fordernde, aber vor allem als eine sehr kompetente Behörde, die auch einen sehr guten Ruf in Europa genießt.

In der Aussendung zur Lizenz heißt es, konkrete Termine für die Produkteinführung würden in Kürze bekannt gegeben. Können Sie schon konkreter werden: Welche Dienste starten zuerst, und wann rechnen Sie mit dem Marktstart in Österreich und im restlichen EWR?

Die konkreten Produktneuerungen, Marktstart und Rollout-Phasen werden wir, wie versprochen, zeitnah kommunizieren. Was wir jedoch jetzt bereits sagen können: Unser Ziel ist es, die neue Lizenz schrittweise für den Ausbau eines umfassenderen Payment-Angebots in Europa zu nutzen. Wir haben bereits um das Passporting der Lizenz für den EWR angesucht. Das kann einige Zeit in Anspruch nehmen, da die relevanten nationalen Behörden in Europa dies bestätigen müssen. Wir verfolgen dabei bewusst einen stufenweisen Ansatz, können aber bereits jetzt sagen: Bybit.eu wird bald viel mehr sein als eine reine Krypto-Plattform und wird sich zu einer universellen Finanzlösung entwickeln.

Die Bybit Card ist in Europa bereits verfügbar. Was ändert sich durch die EMI-Lizenz konkret für das Kartenprogramm? Wird die Bybit Payments GmbH die Kartenausgabe künftig selbst übernehmen?

Die Bybit Card wird auch in Zukunft eines unserer zentralen Produkte bleiben. Zum jetzigen Zeitpunkt möchten wir jedoch keine konkreten Änderungen an bestimmten Produkten vorwegnehmen oder bekanntgeben. Was wir sagen können: Die Lizenz gibt uns generell zusätzliche strategische Flexibilität, um unser europäisches Dienstleistungsangebot im Zahlungsverkehr weiterzuentwickeln sowie attraktiver zu gestalten.

Auf Bybit.eu setzen Sie bei Stablecoins bislang auf regulierte Token von Circle wie EURC. Die EMI-Lizenz würde der Bybit Payments GmbH grundsätzlich auch die Emission eines eigenen E-Geld-Tokens erlauben. Ist ein eigener Euro-Stablecoin ein Thema für Sie?

Stablecoins und andere tokenisierte Zahlungsinstrumente beobachten wir auf dem europäischen Markt sehr genau. Gerade MiCAR schafft hier einen neuen regulatorischen Rahmen, der in den kommenden Jahren erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung digitaler Zahlungsmittel haben wird. Aktuell liegt unser Fokus jedoch darauf, unseren Kundinnen und Kunden Zugang zu bestehenden regulierten und qualitativ hochwertigen Produkten zu ermöglichen. EURC ist dafür ein gutes Beispiel. Wir schließen grundsätzlich keine strategischen Optionen in diesem Bereich aus, haben derzeit aber nichts anzukündigen.

Bybit EU GmbH und Bybit Payments GmbH sind bewusst getrennte Gesellschaften mit unterschiedlichen Lizenzen. Warum diese Struktur, und was bedeutet die Trennung im Alltag konkret für die Kundinnen und Kunden?

Die Trennung folgt einer klaren regulatorischen und auch organisatorischen Logik. Die Bybit EU GmbH und die Bybit Payments GmbH verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle und verfügen über unterschiedliche regulatorische Berechtigungen. Deshalb ist es sinnvoll, diese Aktivitäten auch gesellschaftsrechtlich, organisatorisch und in Bezug auf die Regulatorik und das Risikomanagement klar voneinander abzugrenzen. Für die Kundinnen und Kunden wird sich das positiv auswirken, da wir in der Zukunft über eine gemeinsame Finanzplattform und App neue innovative Möglichkeiten im Zahlungsverkehr anbieten werden. Die Kunden werden die volle Transparenz haben, welche Dienstleistung sie von welchem Unternehmen beziehen.

Sie betonen, dass die EMI-Lizenz keine Banklizenz ist. Ist eine Banklizenz der nächste logische Schritt für Bybit in Europa, oder schließen Sie das aus?

Für uns ist die EMI-Lizenz der logische Schritt, um unsere Kompetenz im Zahlungsverkehr in Europa aufzubauen. Wir verfolgen das Ziel, ein globales Finanz-Ökosystem aufzubauen, das den Zugang zu einer modernen Bank-, Investitions- und Zahlungsverkehrsinfrastruktur für alle Kundengruppen bietet. Da ist es natürlich selbstverständlich, dass wir kontinuierlich evaluieren, welche regulatorischen Strukturen und Partnerschaften für unsere langfristige Strategie sinnvoll sind. Eine Banklizenz schließen wir für die Zukunft nicht aus. Aktuell liegt unser Fokus aber klar auf dem erfolgreichen Aufbau und der Skalierung unseres regulierten Geschäfts in Europa.

Mit regulierten Zahlungsdiensten tritt Bybit in direkte Konkurrenz zu Neobanken wie Revolut und N26, aber auch zu anderen Kryptobörsen mit Payment-Ambitionen in Europa. Womit wollen Sie sich in diesem Feld differenzieren?

Bybit ist gemessen am Handelsvolumen die zweitgrößte Krypto-Asset-Plattform der Welt und bietet bereits heute weltweit über 80 Millionen Kundinnen und Kunden viel mehr als reines Krypto-Trading an. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das enorme Volumen im Krypto-Derivate- und Futures-Handel auf der globalen Bybit-Plattform. Mit unserem „Compliance-First-Ansatz“ wird Bybit einer der relevantesten Player in Europa werden. Der entscheidende Faktor ist, das Vertrauen der Kundinnen und Kunden zu bekommen. Unser Ansatz geht daher über das reine Krypto-Trading weit hinaus. Wir verbinden die Welten der digitalen Assets und Web3-Produkte mit den traditionellen Finanzdienstleistungen.

Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt Bybit aktuell in Wien, und wie verändert der Aufbau der Payments-Sparte den Standort? Wird derzeit Personal gesucht?

Aktuell beschäftigen wir in Wien rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Ausbau der Payments-Sparte stärkt den Standort zusätzlich, da ein reguliertes Payment-Geschäft weitere spezialisierte Funktionen benötigt, etwa in den Bereichen Produktmanagement, Legal und Compliance, Risk, Finance, Operations und Technology. Hier sind wir derzeit auch auf der Suche und heißen jede Bewerbung willkommen.

Welchen Stellenwert hat das Thema Sicherheit beim Aufbau des europäischen Zahlungsverkehrsgeschäfts, und wie werden die Kundengelder der Bybit Payments GmbH abgesichert?

Sicherheit und Vertrauen bilden das Fundament des Finanzgeschäfts. Beim Aufbau der Bybit Payments GmbH wurden deshalb regulatorische Anforderungen an Governance, Risikomanagement, IT-Sicherheit und den Umgang mit Kundengeldern von Beginn an berücksichtigt. Die Kundengelder des E-Geld-Instituts werden entsprechend den regulatorischen Vorgaben geschützt und bei einer Bank zu 100 Prozent treuhänderisch verwahrt. Für die Bybit.eu-Plattform gelten zudem dieselben strengen regulatorischen Anforderungen an IT-Sicherheit wie für Banken.

Bybit hat kürzlich seinen Risiko- und Sicherheitsbericht für das erste Halbjahr 2026 veröffentlicht. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz inzwischen in der Sicherheitsarbeit, und was bedeutet das für Nutzerinnen und Nutzer in Europa?

Wir setzen modernste Technologien ein, um Muster schneller zu erkennen, Auffälligkeiten frühzeitig zu identifizieren und potenzielle Risiken effizient zu analysieren. Unser Anspruch ist es, im Bereich Sicherheit immer einen Schritt voraus zu sein, ganz nach dem Credo: Prävention statt Nachsorge. Künstliche Intelligenz ist in der präventiven Sicherheitsarbeit im Zahlungsverkehr ein fixer Bestandteil. Für Nutzerinnen und Nutzer in Europa bedeutet das im Alltag vor allem, dass der Zahlungsverkehr reibungslos und sicher abläuft. Der große europäische Vorteil ist dabei der rechtliche Rahmen. Dank strenger Gesetze wie der DSGVO und dem neuen KI-Gesetz gibt es in Europa klare Leitplanken, die die Privatsphäre aller am Zahlungsverkehr beteiligten Personen schützen.

Wo steht Bybit.eu in drei Jahren?

Unser Anspruch ist klar: Wir wollen in drei Jahren eine der führenden regulierten Plattformen für digitale Finanzdienstleistungen in Europa sein. Krypto und Blockchain wollen wir dabei immer weniger als eigenständige oder alternative Systeme betrachten, sondern die Brücke zwischen der Welt digitaler Assets und traditionellen Finanzdienstleistungen weiter stärken und direkt verbinden. Entscheidend ist Vertrauen: Ein verlässlicher institutioneller Rahmen und klare Regulierungen bilden die Basis, damit immer mehr Unternehmen sowie Kundinnen und Kunden auf diese Technologien setzen. Im Idealfall ist Bybit EU in drei Jahren eine vertrauenswürdige, regulierte All-in-one-Finanzplattform, auf der digitale und traditionelle Finanzdienstleistungen zusammenkommen und nahtlos in den Alltag unserer Kundinnen und Kunden integriert sind.

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