19.05.2021

Das Umzugsteam: Übersiedeln wie mit einem Amazon-Warenkorb

Das Umzugsteam von Aleksandar und Vater Goran Krstic ist ein Unternehmen, das das Umziehen ins Netz bringt und per Online-Besichtigung komplizierte Vorgänge beim Buchen und lange Wartezeiten obsolet machen möchte. Als Vorbild der Idee diente ein US-Online-Shopping-Gigant.
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(c) Das Umzugsteam - Per Online-Besichtigung möchte das Umzugsteam für Zeitersparnis beim Kunden sorgen.

Wer selbst nicht auf einen Haufen Freunde zurückgreifen kann, oder auch Lust hat zig Mal mit seinem Gefährt hin und her zu fahren, bis die Übersiedlung vollbracht ist, hat die Möglichkeit professionelle Umzugsfirmen zu buchen, die das erledigen. Allerdings bedarf es dabei einer weitsichtigen Vorausplanung. „Bis die Terminwahrnehmung einer Vor-Ort Besichtigung erfolgt ist und man ein Angebot in der Hand hat, können schon mal einige Tage bis Wochen vergehen“, weiß das Umzugsteam-Gründer Aleksandar Krstic. Er und sein Vater haben daher eine Lösung entwickelt, die die Komplexität dieses Vorgangs verringern soll.

Umzug wie einen Onlinekauf planen

Das Familienunternehmen hat ein Online-Besichtigungs-Tool gebaut, mit der man den Umzug präzise und detailliert planen können soll. Es ist in die Website eingebunden und funktioniert im Grunde wie ein Onlineshop. Der User erstellt per Mausklick eine Inventarliste mit Dingen, die übersiedelt werden sollen. In einem weiteren Schritt findet sich ein Formular, wo die wichtigsten Umzugsdetails wie beispielsweise Adresse und weitere Serviceleistungen ergänzt werden können. Nach Abschluss erhalten Kunden sofort eine E-mail mit all den angegebenen Informationen zur Nachkontrolle und innerhalb von 24 Stunden ein kostenloses und unverbindliches Angebot.

Das Umzugsteam-Gründer: „Wertvolle Zeit sparen“

„Warum es bei unseren Kunden so gut ankommt, liegt primär daran, dass sie sich wertvolle Zeit ersparen, die man sonst bei der Vor-Ort Besichtigung in Kauf nehmen muss. Zusammengefasst ermöglicht es unser Tool zeitsparend, ortsunabhängig und unkompliziert die Besichtigung durchzuführen“, erklärt Krstic. „Auch interessant zu beobachten ist, wie stark sich die Relevanz unserer Online-Besichtigung im vergangenen Jahr und während der jetzigen Pandemie-Zeit entwickelt hat. Mittlerweile ist es ein integraler Bestandteil in unserer Kundenkommunikation, um alle involvierten Parteien zu schützen.“

Amazon-Warenkorb als Vorbild

Angefangen hat alles 2018 als das gesamte Team sich daran machte, zu eruieren, wie man in heutigen Zeiten das Übersiedeln für Kunden vereinfachen kann. Gerade der Internet-Riese Amazon war für den Geschäftsführer des Unternehmens der Ideengeber, als er beim Stöbern den Gedanken hatte, ein Besichtigungstool in Form eines Warenkorbs zu entwickeln. „Der Fokus lag dabei auf die Kombination mit Google Maps mit integriertem Streckenrechner, einem Kubik-Kalkulator, der die genaue Kubikzahl des Umzugsguts berechnet und eine finale Inventarliste, die der Kunde per E-mail erhält. Die überaus komplizierte und komplexe Entwicklung und das Design dauerte 13 Monate, wobei wir sehr stark auf das Feedback unserer Kunden setzten“, so Krstic.

Das Umzugsteam: „Kontaktaufnahme in 24 Stunden“

Bisher hat das Umzugsteam über 3.000 Übersiedlungen absolviert. Und dabei den Fokus darauf gelegt, die Reaktionsschnelligkeit vom Erstkontakt an bis zur Angebotslegung zu steigern. „Aufgrund unseres Tools konnten wir das von im Schnitt zwei bis drei Tagen auf 24 Stunden minimieren“, sagt Krstic. „Unser nächster Schritt ist es unsere Online-Besichtigung mit Video-Konferenz-Calls zu erweitern, inkl. der Möglichkeit gleich einen Termin hierfür auf unserer Website zu buchen.“ Zusätzlich gibt es bei Auslandsumzügen die Möglichkeit einen Shuttleservice zum Bahnhof oder Flughafen im Umzugsangebot zu inkludieren.

„Unser Umzugsservice soll vom Erstkontakt bis zum Abschluss der Übersiedelung sorglos und professionell durchgeführt werden“, so das Ziel von Krstic und seinem Team. „Dabei ist es unsere Vision, als positives Beispiel dem angeschlagenen Image der Übersiedlungsbranche entgegenzuwirken.“

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Die Gründer Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler vor einem Sammelmodul | © Social Cycle

Jeder kennt es: Der Softdrink ist getrunken und übrig bleibt nur die leere Plastikflasche. Was soll man mit ihr machen? Wegwerfen und so Pfandsammlern die Arbeit erschweren oder doch bis zum nächsten Supermarkt gehen und dort die Flasche ordnungsgemäß retournieren? Genau diesem Problem nehmen sich die beiden Gründer von Social Cycle, Rafael Schwarz und Philipp Linsbichler, an. Sie haben ein System zum Pfandsammeln entwickelt, das herkömmliche Pfandringe ersetzen soll. Laut den Gründern ist es u.a. flexibler einsetzbar, sauberer und billiger.

Sammeln mit einer Röhre

Social Cycle setzt auf eine röhrenartige Konstruktion, in die leere Flaschen und Dosen gesteckt werden können. Ihr Sammelsystem ist wesentlich günstiger als herkömmliche Pfandringe. „Unser System kostet zwischen 79 und 99 Euro. Die Pfandringe kosten alleine in der Produktion schon 300 Euro, mit genau der gleichen Kapazität an Flaschen. Außerdem spart man sich die Montage“, sagt der Unternehmensberater. Die Sammelkonstruktionen von Social Cycle werden nämlich nur mit Schellen fixiert, was für zusätzliche Flexibilität sorge. „Du kannst dann einfach die Module z.B. vom Bahnhof abmontieren und dann bei einem Fest montieren“, erklärt Schwarz.

Zudem sei die Reinigung wesentlich einfacher als bei allen anderen Systemen am Markt. Weiters passen die Module laut dem Co-Founder besser ins Stadtbild als bisherige Sammelsysteme. „Wir haben auch das Feedback bekommen, dass es einfach viel besser im öffentlichen Raum ausschaut, was natürlich eins der größten Probleme bei den Pfandringen ist“, erklärt Schwarz.

So sehen die Sammelmodule von Social Cycle aus. | © Social Cycle

Wien als nächstes Ziel

Social Cycle ist bereits an über 150 Standorten in Österreich und Deutschland vertreten, unter anderem in Bregenz, Steyr und Kahl am Main. Nur in Wien fehlen noch jegliche Pfandsammelsysteme. Auf brutkasten-Anfrage erklärt das Büro des Wiener Klimastadtrats Jürgen Czernohorszky (SPÖ), dass Pfandsammelsysteme auch zur „Ablagerung sonstiger Abfälle“ verwendet würden, was zu höheren Reinigungskosten führe.

„Dabei haben wir eben unser System genau so entwickelt, dass es dieses Problem nicht gibt“, erklärt Schwarz. Ab September gebe es erneut Gespräche mit der SPÖ, den NEOS und den Grünen. Der 25-Jährige ergänzt: „Wir rechnen zu 100 Prozent mit einem positiven Ausgang. Wir sind wirklich überzeugt, dass es einfach eine perfekte Lösung auch für Wien ist.“

Dem Büro des Klimastadtrats sind Gespräche im Herbst nicht bekannt. Es erklärt, dass das Einwegpfand u. a. das Ziel verfolge, Getränkeverpackungen in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. „Die Einführung von Pfandsammelbehältnissen würde diesem Grundgedanken entgegenstehen, da dadurch ein Anreiz entstehen kann, Pfandgebinde bewusst im öffentlichen Raum zurückzulassen und deren Rückführung auf Dritte zu verlagern“, ergänzt das Büro.

Präsenz in ganz Europa

Das im März 2026 gegründete Unternehmen finanziert sich mittels Bootstrapping. Investoren soll es keine geben. Als Kunden kommen für Social Cycle Städte, Gemeinden und Abfallverbände in Frage. Die Gründer wollen ihr Produkt durch konstantes Feedback verbessern und sich so gegenüber ihrer Konkurrenz durchsetzen. Dabei setzen sie auf Mundpropaganda, Medienberichte und die eigene Kommunikation z.B. mittels Mails. Schwarz und Linsbichler denken trotz langsamen Wachstums bereits an die nächsten großen Schritte. Das Startup soll u.a. nach Holland und Irland expandieren und seine Präsenz in Deutschland verstärken. Schwarz möchte mit dem Pfandsammelsystem auch in Hamburg und Berlin vertreten sein. „Unser Ziel ist es wirklich, dass unsere Module in die Infrastruktur eingebunden sind wie Mistkübel, in ganz Europa“, stellt der Co-Founder fest.

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