30.10.2023

Das sind weltweit die besten Städte für Remote-Arbeitskräfte

Eine neue Studie des auf Arbeitsplatzvermittlung spezialisierten Unternehmens WorkMotion.com hat weltweit die Standortbedingungen für Remote-Arbeitskräfte unter die Lupe genommen. Wien landet nur auf Platz 34 der Top 85 Metropolen.
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Wien erzielte im Ranking nur Platz 34

Remote Work hat in der heimischen Startup-Szene in den letzten Jahren zunehmend Bedeutung gewonnen. Dieser Trend wurde zudem durch die Coronakrise beschleunigt, da viele Unternehmen gezwungen waren, auf dezentrale Arbeitsmodelle umzusteigen. Insbesondere Startups konnten sich dem neuen Trend schnell anpassen, da sie bereits über digitale Tools und Cloud-Infrastrukturen verfügten und teils auch erfolgreich neue Geschäftsmodelle entwickelten. Weiters bekam die Zusammenarbeit von länderübergreifenden Teams durch den verstärkten Einsatz digitaler Tools einen zusätzlichen Schub.

Standortbedingungen für Remote-Arbeitskräfte

Doch welche Städte eignen sich weltweit besonders gut für Remote-Arbeitskräfte? Eine neue Studie des auf globale Arbeitsvermittlung spezialisierten Unternehmens WorkMotion.com gibt nun Auskunft darüber. Konkret wird in der Studie die Attraktivität von 1500 Städten weltweit untersucht.

Berücksichtig wurden unter anderem gesetzliche Vorschriften für Remote Work, die steuerlichen Rahmenbedingungen, Lebenshaltungskosten sowie Infrastruktur oder die Lebensqualität. Aber auch Lebenshaltungskosten und die Verfügbarkeit von Wohnraum flossen in die Bewertung ein. Darüber hinaus wurden firmeneigene Daten von WorkMotion.com verwendet, um aufzuzeigen, von wo aus Remote-Arbeitskräfte derzeit besonders angeworben werden.

Der daraus resultierende Index gibt laut WorkMotion.com Aufschluss darüber, welche Städte Remote Work am besten ermöglichen und welche für Remote-Arbeitskräfte am attraktivsten sind, um dorthin hinzuziehen.

Das Ergebnis der Studie

Barcelona ist laut der Studie die Stadt mit der höchsten Punktzahl im Index, da sie insbesondere mit sehr liberalen Vorschriften punkten kann. Dabei wird insbesondere die unbürokratische Vergabe von Visa für digitale Nomaden in Spanien hervorgehoben. Die spanische Hauptstadt Madrid kann übrigens Platz vier für sich beanspruchen. Dubai und Prag belegen die Plätze zwei und drei.

Dubai schneidet laut der Studie bei der Einkommenssteuer am besten ab, was bedeutet, dass Remotearbeitskräfte einen größeren Teil ihres Gehalts behalten, gefolgt von Hongkong und Singapur. Die Stadt mit den glücklichsten Bürger:innen – ebenfalls ein Bewertungskriterium – ist Kopenhagen, gefolgt von Bern und Wellington. Wien rangiert nur auf Platz 34 der weltweiten Top-85-Städte für Remote-Arbeitskräfte.

Die Top-10-Städte für Remote-Arbeitskräfte

  1. Barcelona
  2. Dubai
  3. Prague
  4. Madrid
  5. Melbourne
  6. Amsterdam
  7. Lisbon 
  8. Sydney
  9. Gran Canaria
  10. Reykjavik

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Die beiden kokei-Geschäftsführer Nima Derakhshan und Alexander Groll am Standort des übernommenen Transportbetriebs Winkler F & S Transport in Hörsching. | (c) kokei

Die klassische Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie verliert in Österreich zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie von Creditreform Österreich und CH Consult zeigt: 45 Prozent der befragten Unternehmen benötigen bis 2030 eine Nachfolgelösung. Bereits 40 Prozent planen dabei eine Übergabe außerhalb der Familie, etwa durch den Verkauf an Investoren oder die Übernahme durch das Management.

Genau hier setzt die 2025 gegründete kokei Nachfolge GmbH an. Ein bekanntes Gesicht der österreichischen Startup-Szene hat die Idee dazu ins Rollen gebracht: Daniel Horak, Mitgründer der Finanzierungsplattform CONDA. Durch Gespräche mit Unternehmen wurde er auf die zunehmende Nachfolgeproblematik im österreichischen Mittelstand aufmerksam. Gemeinsam mit Alexander Groll, Nima Derakhshan und Dirk Littig entwickelte sich daraus das heutige Geschäftsmodell. Das Wiener Unternehmen will profitable österreichische KMU übernehmen und langfristig weiterführen. Anders als klassische Private-Equity-Gesellschaften setzt kokei dabei nicht auf einen gewinnbringenden Weiterverkauf.

Erste Übernahme eines Transportbetriebs

Mit der Winkler F & S Transport GmbH aus Hörsching hat kokei seine erste Beteiligung übernommen. Der auf spezialisierte Stück- und WAP-Frachten ausgerichtete Transportbetrieb beschäftigt 55 Mitarbeitende und verfügt über rund 40 Fahrzeuge. „Aus unserer Sicht ist Winkler eben ein Hidden Champion in einer attraktiven Nische“, sagt kokei-Mitgründer und Co-CEO Nima Derakhshan. Der Familienbetrieb in zweiter Generation sei bereits profitabel und verfüge über weiteres Wachstumspotenzial.

Da die Kinder des bisherigen Eigentümers Felix Winkler andere berufliche Interessen verfolgen, fehlte dem Familienbetrieb in zweiter Generation eine interne Nachfolge. Trotz weiterer Kaufangebote habe sich Winkler bewusst für kokei entschieden, erklärt Derakhshan. Von den konkreten Übernahmegesprächen bis zum Abschluss verging etwas mehr als ein Jahr.

Digitalisierung und neue Geschäftsführung bei Winkler

Die operative Geschäftsführung hat kokei-Co-CEO Alexander Groll übernommen, Felix Winkler bleibt während einer Übergangsphase weiterhin eingebunden. Seit der Übernahme im Frühjahr 2026 hat kokei bei Winkler bereits Veränderungen angestoßen. Dazu zählen ein neues Transportmanagementsystem, digitalisierte Prozesse und eine Neuausrichtung des Fahrer-Recruitings. Auch der Einstieg in die E-Mobilität wird vorbereitet.

Langfristig will kokei zentrale Dienstleistungen für sämtliche Beteiligungen aufbauen. Bereiche wie Personalwesen, IT, Marketing, Controlling und Recht sollen künftig unternehmensübergreifend unterstützt werden. Dadurch sollen sich die übernommenen Betriebe stärker auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Auch bei der Geschäftsführung verfolgt kokei einen operativen Ansatz. Während Groll den ersten Betrieb selbst leitet, sollen künftig weitere Geschäftsführer eingesetzt werden. Dafür steht das Team bereits mit potenziellen Kandidaten in Kontakt. Auch geeignete Mitarbeitende aus den übernommenen Unternehmen kommen infrage. Das Wiener Unternehmen will dabei weiterhin eng in die operative Entwicklung eingebunden bleiben.

Zwei bis drei weitere Übernahmen pro Jahr geplant

Bei weiteren Übernahmen ist kokei grundsätzlich branchenoffen. Gesucht werden profitable österreichische KMU mit einem EBITDA ab rund 500.000 Euro, idealerweise einer Million Euro. Die Umsatzrentabilität sollte mindestens zehn Prozent betragen. Die Umsatzobergrenze liegt bei rund 30 Millionen Euro. Sanierungsfälle schließt kokei grundsätzlich aus.

Für die Auswahl nutzt das Unternehmen einen standardisierten Kriterienkatalog. Potenzielle Übernahmekandidaten werden anhand verschiedener Faktoren mit Punkten bewertet. Erfüllt ein Unternehmen die Anforderungen, folgt eine vertiefte Prüfung. Aktuell befindet sich kokei laut Derakhshan mit rund vier Unternehmen in konkreten Gesprächen. Wöchentlich würden etwa ein bis zwei weitere Betriebe geprüft. Mittelfristig strebt das Team durchschnittlich zwei bis drei Übernahmen pro Jahr an.

Langfristige Beteiligungen statt schneller Weiterverkauf

Die Beteiligungen werden gemeinsam mit einem Netzwerk langfristig orientierter Co-Investoren finanziert. Diese werden für jede Transaktion individuell ausgewählt. Dabei achtet kokei insbesondere auf unternehmerische Erfahrung und Interesse an der jeweiligen Branche.

Eine feste Exit-Strategie verfolgt kokei nicht. Stattdessen sollen die übernommenen Unternehmen langfristig gehalten werden und durch laufende Gewinnausschüttungen Erträge für die Investoren erwirtschaften. Einen späteren Verkauf schließt Derakhshan bei einem außergewöhnlich attraktiven Angebot allerdings nicht grundsätzlich aus.

„Wir wollen ein Portfolio von Unternehmen aufbauen. Nach dem Prinzip eines unternehmerischen Zinshauses: stabile Erträge, langfristige Wertsteigerung“, sagt Derakhshan. Durch die langfristigen Beteiligungen an unterschiedlichen österreichischen KMU sollen deren Gewinne Dividendeneinnahmen ermöglichen. Potenzial sieht Derakhshan jedenfalls genug. Eine Herausforderung sei weniger die rechtliche Situation als vielmehr die heimische Unternehmenskultur. Der Verkauf eines Familienunternehmens an Dritte werde hierzulande teilweise noch skeptisch gesehen. Dabei könne eine externe Übernahme eine sinnvolle Alternative zur klassischen Familiennachfolge darstellen.

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