Am 3. April startet die Frühjahrs-Staffel der Höhle der Löwen. Neben den bekannten Gesichtern wie Ralf Dümmel, Carsten Maschmeyer, Nils Glagau, Dagmar Wöhrl und Judith Williams gesellen sich nun zwei neue Löw:innen dazu: Janna Ensthaler und Tillman Schulz. Nico Rosberg musste die Sendung verlassen, der brutkasten berichtete.
Jana Ensthaler neue Investorin in der Höhle der Löwen
Janna Ensthaler ist Serien-Unternehmerin und Investorin. Sie gründete Unternehmen mit und investiert in nachhaltige Technologien und digitale Innovation. Das „Manager Magazin“ zählte sie zu den 100 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft.
„Ich freue mich sehr, Teil der neuen Löwen-Staffel sein zu dürfen. Als vierfache Gründerin (Anm.: u.a. Glossybox) ist es mir eine Herzensangelegenheit, meine Erfahrung, mein Wissen und meine Expertise weiterzugeben und dabei den Erfolgsweg spannender Ideen und Gründer:innen begleiten zu dürfen. Ich bin überzeugt, dass es die Aufgabe unserer Generation ist, sich den Herausforderungen der Klimakrise zu stellen und innovative Lösungsansätze auf die Straße zu bringen – damit möchte ich nun als Investorin, mit dem Fokus auf nachhaltige Technologien, meinen Beitrag leisten“, sagt sie.
Tillmann Schulz zweiter neuer Löwe
Mit seinen 33 Jahren ist der gebürtige Dortmunder Schulz der bislang jüngste Löwe der Höhle der Löwen. Und zugleich geschäftsführender Gesellschafter mehrerer Unternehmen: MDS Holding, HMF Food Production, Motido, Merx Bellavie, PRO DIMI Pharma und Springrock US Corporation.
„Als geschäftsführender Gesellschafter eines international tätigen Familienunternehmens weiß ich, dass es nicht einfach ist, sich auf dem Markt durchzusetzen. In einer immer globaleren Welt kann der Wettbewerb manchmal sehr gnadenlos sein. Daher möchte ich meine Erfahrungen und mein Wissen teilen und die Gründer:innen auf dem Weg zur Erfüllung ihrer Träume und Ziele nach besten Kräften unterstützen. Ich bin äußerst gespannt auf Innovationen und Herausforderungen und freue mich sehr auf das Kennenlernen von tollen Gründer:innen“, so Schulz.
Höhle der Löwen wird international
VOX-Unterhaltungschefin Kirsten Petersen zu den Neo-Löw:innen: „Ich freue mich sehr, dass unser Löwen-Rudel weiter wächst und wir mit Janna Ensthaler und Tillman Schulz zwei starke Neuzugänge haben, die das Portfolio unserer Investor:innen nochmal erweitern. Mein herzlicher Dank gilt Georg Kofler, der den gemeinsamen Investorensessel vorerst komplett an seinen Geschäftspartner Ralf Dümmel abgibt und deshalb in der kommenden Frühjahrsstaffel nicht dabei ist. Wie für Nico Rosberg gilt auch für ihn: Georg Kofler ist jederzeit herzlich eingeladen, wieder in ‚Die Höhle der Löwen‘ zurückzukehren.“
Neben den üblichen Skurrilitäten, wie einem Bären, der einen Halbmarathon läuft, einem Roboter, der durch Wände sieht und einem Fußballer-Model, wird der neuesten Staffel auch ein internationaler Anstrich verpasst. Dagmar Wöhrl etwa ist mit einem ihrer Startups in Malaysia, Ralf Dümmel ist mit einem Gründer in Island und ein Startup stellt sich in Mexiko vor.
Instahelp-Rebranding: Sechs Learnings für die eigene Marke
Die Plattform für psychologische Online-Beratung Instahelp hat sich eine neue Markenidentität gegeben. Gegenüber brutkasten erklären Projektleiter Nino Groß und Designerin Marie Pierer von Studio Furore, wie der Prozess ablief und was andere Unternehmen daraus mitnehmen können.
Instahelp-Rebranding: Sechs Learnings für die eigene Marke
Die Plattform für psychologische Online-Beratung Instahelp hat sich eine neue Markenidentität gegeben. Gegenüber brutkasten erklären Projektleiter Nino Groß und Designerin Marie Pierer von Studio Furore, wie der Prozess ablief und was andere Unternehmen daraus mitnehmen können.
Bunt, warm, lebendig und offen: So beschreibt Instahelp seinen neuen Auftritt. Die 2015 gegründete Plattform für Online-Therapie und psychologische Beratung hat gemeinsam mit Studio Furore Logo, Typografie, Farbwelt, Fotografie und Illustration neu entwickelt. Entstanden ist laut Aussendung alles in Graz.
Der Auftritt soll laut Aussendung ein Gegenentwurf zur häufig cleanen und zurückhaltenden Ästhetik des Gesundheitsbereichs sein. Das in der Aussendung als „schnell“ beschriebene Logo rückt ein Kernattribut der Plattform ins Zentrum: den garantierten Erstkontakt mit Psycholog:innen binnen 24 Stunden.
Nino Groß, seit Jänner Head of Brand & Communications bei Instahelp, formulierte laut Aussendung den Markenauftrag, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.
Über sein Netzwerk kam er laut Aussendung mit Marie Pierer in Kontakt, Designerin und Mitgründerin von Studio Furore. brutkasten hat bei beiden nachgefragt, was Gründer:innen und Marketingverantwortliche aus dem Projekt lernen können.
1. Die Marke laufend hinterfragen
„Man sollte wohl nie damit aufhören, seine Marke kritisch zu betrachten. Auch, wenn man etwas Ikonisches geschaffen hat“, sagt Groß. Spätestens wenn Markenelemente nicht mehr praktikabel oder im Kontext des Zeitgeists nicht mehr zielführend seien, sei es an der Zeit, etwas zu verändern.
Bei Instahelp sei die Ausgangssituation ideal gewesen: ein starkes Fundament und zehnjähriges Bestehen. „Die Grundidee war von Beginn weg, auf dem Bestehenden aufzubauen und es in die Zukunft zu tragen“, so Groß. Die Marke solle Strahlkraft über den Health-Bereich hinaus bekommen.
Als erste Best Practice nennt Groß die strategische Annäherung mit den wichtigsten W-Fragen: „Wozu machen wir das, wo wollen wir damit hin, welche Ziele soll die Marke erreichen, die sie bislang noch nicht erreicht hat?“
Pierer beschreibt den Ausgangspunkt ihrer Arbeit so: „Am Anfang steht für uns immer die Frage: Was wollen wir eigentlich vermitteln, wen wollen wir erreichen und was sollen Menschen fühlen, wenn sie mit der Marke in Berührung kommen?“
Darauf aufbauend entwickle Studio Furore ein Konzept mit einer klaren Herleitung. Daraus entstehe Schritt für Schritt die Brand Identity, von Logo, Farben, Typografie und Bildwelt bis hin zu Layoutsystem, Gestaltungselementen und Tonalität. Ziel sei ein Aha-Moment, „bei dem man versteht, warum etwas genau so gestaltet ist“.
3. Innen- und Außenperspektive zusammenbringen
Groß steuerte das Projekt in Abstimmung mit der Geschäftsführung und entwickelte das markenstrategische Konzept. Eingebunden waren außerdem die internen Design-Verantwortlichen, die den bisherigen Markenauftritt verantwortet hatten, sowie der CTO.
Diesen Mix zählt Groß zu den Best Practices des Projekts. Es gehe darum, jene, die den Markenkern gebaut haben, mit jenen zusammenzubringen, die ihn weiterentwickeln werden. „Diesen Wissenstransfer braucht es.“ Ebenso wichtig sei, offen und ohne Tabus zu diskutieren, was bleiben darf und was gehen muss. „Greift man die gesamte Identität an, ist das ein schmaler Grat.“
Dass die Entscheidungen im Unternehmen schnell fielen, hat Groß nach eigenen Angaben beeindruckt. Die Marke habe in ihrer Erscheinungsform seit zehn Jahren bestanden. „Von daher ist das keine kleine Intervention, wenn man an die gesamte Identität geht.“
4. Bei der Agentursuche das eigene Netzwerk nutzen
„Wir haben mehrere Angebote eingeholt, das sollte man immer“, sagt Groß. Ausschlaggebend sei im Endeffekt der persönliche Kontakt gewesen. Er kenne die Köpfe hinter Studio Furore schon lange und habe von ihnen nie etwas gesehen, das ästhetisch und handwerklich nicht auf sehr hohem Niveau gewesen sei.
Bei einem Mittagessen mit Pierer und Fotograf Kurt Bauer, der für die Bildwelt verantwortlich zeichnete, sei ihm nach ein paar Sätzen klar gewesen: „Die spüren die Marke.“
Startups und kleineren Unternehmen rät Groß, nach Möglichkeit persönliche Kontakte anzuzapfen, also Personen mit Erfahrung und guten Drähten in die Kreativwirtschaft. „Das spart einerseits Zeit und schützt vor Leerläufen. Andererseits ist es enorm wichtig für die qualitative Einschätzung.“
5. Konventionen brechen, wenn sie dem Ziel im Weg stehen
Die neue Marke tritt bunt und warm statt klinisch auf. „Ich sehe das eigentlich weniger als Mut, sondern vielmehr als Notwendigkeit“, sagt Pierer dazu. Psychische Themen seien gesellschaftlich schon stark mit Schwere und Unsicherheit behaftet. „Wie soll man Hoffnung vermitteln oder ein Gefühl des Aufatmens schaffen, wenn die Gestaltung genau diese Schwere noch verstärkt?“
Verharmlosen dürfe man das Thema dadurch nicht. „Aber ernst zu nehmen bedeutet nicht automatisch, dass etwas klinisch, kühl oder schwer aussehen muss.“ Dabei müsse jedes Element eine klare Bedeutung haben. „Es geht nicht einfach darum, ein schönes Logo oder eine bestimmte Farbe zu wählen. Die Gestaltung muss in sich stimmig sein und eine Geschichte erzählen.“
Für Pierer hat das Projekt auch eine persönliche Seite. In der Aussendung schildert sie, nach der Geburt ihres ersten Kindes selbst schwierige psychische Phasen erlebt zu haben. „Wenn ich damals von einem Angebot wie Instahelp gewusst hätte, wäre mir der Weg zur Unterstützung mit Sicherheit leichter gefallen.“
6. Mit kleinem Budget: wenige Dinge richtig machen
Startups mit kleinem Budget rät Pierer, sich am Anfang klar darüber zu werden, wofür man steht und was man vermitteln möchte. „Man braucht nicht sofort ein riesiges Branding oder unzählige Gestaltungselemente. Man braucht ein gutes Konzept.“
Ein durchdachtes Logo, eine passende Farb- und Typografiewelt und eine konsistente Bildsprache könnten schon viel bewirken. Pierer rät davon ab, Trends oder andere Marken zu kopieren, nur weil sie gerade gut funktionieren. Man solle herausfinden, was einen selbst besonders macht, und das konsequent sichtbar machen.
Außerdem solle das Erscheinungsbild flexibel bleiben und mit dem Unternehmen wachsen können. „Eine gute Markenidentität muss nicht von Anfang an riesig sein. Sie muss vor allem eine klare Idee haben.“
Die neue Markenidentität von Instahelp ist laut Aussendung inzwischen vollständig ausgerollt. Die Plattform arbeitet nach eigenen Angaben mit mehr als 400 Psycholog:innen und hat bis dato rund 450.000 Beratungen durchgeführt.
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