01.10.2015

Das „Google für Immobilien“: zoomsquare überzeugt Investor Hermann Hauser

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Die Gründer von zoomsquare Andreas Langegger und Christoph Richter.

Das Wiener IT-Startup zoomsquare bietet eine Immobiliensuchmaschine, die den Suchwunsch des Kunden genau kennt: Per Geocoding, semantische Textanalyse, Big Data Crawling, Machine Learning und speziellen „Matching-Algorithmen“ findet zoomsquare das passende Angebot für den Suchenden. Das Unternehmen konnte nun UK-Investor Hermann Hauser für sich gewinnen – Es ist das erste Investment von Hauser in ein Startup aus Österreich. 

Hermann Hauser, der aus Österreich stammt, aber in Großbritannien lebt, glaubt an die beiden Gründer Christoph Richter und Andreas Langegger, sowie deren Idee: „Die Zutaten bei zoomsquare für einen internationalen Player im Immobiliengeschäft sind allesamt da. Ein lukrativer Markt, die richtigen Leute am Ruder und eine skalierbare Technologie, die großes Potential hat, die gesamte Immobilienbranche technologisch nachhaltig und tiefgreifend zu verändern“

Zoomsquare hat laut eigenen Angaben ein rasantes Wachstum von über 350 Prozent im ersten Halbjahr 2015. Mit 200.000 Unique Visits pro Monat, mischt zoomsquare seit der Gründung im Jahr 2012 am Immobilienmarkt ordentlich mit. Nun soll eine Finanzierungsrunde dem Startup zu noch mehr Boost verhelfen. Anfang 2016 will zoomsquare außerdem nach Deutschland expandieren. Man möchte das „Google für Immobilien“ werden. Noch vor der Series-A-Fundingrunde im Sommer 2016, konnte man bereits 1,1 Millionen Euro an Investorengeldern sichern.

Auch den bekannten Investor Hermann Hauser konnten die Gründer überzeugen. Hauser hat das „britische Silicon Valley“ um Cambridge mitaufgebaut, das mit über 1500 Unternehmen und einem Jahresumsatz von 15 Mrd. Euro von sich hören lässt. Er war auch an der Gründung des Computerherstellers „Acorn“ im Jahr 1978 beteiligt. Die von ihm mitentwickelten ARM-Prozessoren sind außerdem in fast allen Smartphones, Tablets oder Laptops zu finden. Außerdem können ihm Exits an Microsoft, Nvidia oder der 600 Millionen Euro-Verkauf von Solexa an Illumina im Biotech-Bereich zugeschrieben werden. Über die Summe, die er in zoomsquare investiert, wurde stillschweigen vereinbart.

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„Die Startup-Szene in Österreich und in den benachbarten Ländern hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Die Qualität der Projekte, die wir hier sehen ist sehr hoch, vergleichbar mit dem was wir in Cambridge oder auch im Silicon Valley sehen. Das hat mich bewogen hier aktiv zu werden und zoomsquare ist der erste Schritt“, meint Hauser.

Wie kam es letztenendes dazu, dass er zusagte? „Wir hatten wirklich lange und intensive Gespräche mit ihm, er überlässt wenig dem Zufall. Als alter Hase, der schon vor dreißig Jahren Computer-Pionierarbeit geleistet hat, findet er an zoomsquare besonders unsere Technologien für semantische Textanalyse und unsere Machine-Learning-Ansätze spannend. Diese verwenden wir, um die Immobilieninserate automatisch zu analysieren. Dadurch wird zoomsquare erst richtig gut skalierbar“, so Co-Founder Christoph Richter.

team picture zoomsquare

Ein Interview mit Christoph Richter folgt in Kürze auf www.derbrutkasten.com

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(v.l.) Antonia Riva-Frizberg, Theresa Kohl, Johanna Marie Reinedahl und Sara Kapeller sind für den Bierlein-Preis 2026 nominiert.

Der Brigitte-Bierlein-Frauenpreis geht 2026 in die zweite Runde. Er zeichnet Frauen unter 35 für unternehmerische oder innovative Leistungen mit Österreichbezug aus. Aus rund 100 Bewerbungen haben das Wirtschaftsministerium (BMWET) und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) 35 junge Frauen in die Shortlist aufgenommen, darunter Gründerinnen, Forscherinnen und Führungskräfte.

Die Preisträgerinnen werden mit je 5.000 Euro in drei Kategorien prämiert: „Entrepreneurship, Führungskräfte & Nachfolge“, „Forschung, Innovation & Transfer“ sowie mit dem „Maria-Rauch-Kallat-Ehrenpreis für gesellschaftlichen Impact & Role Model“. Beim Ehrenpreis kommt zusätzlich ein Mentoring-Platz im „WoMentoring“-Programm des club alpha hinzu.

Unter den Nominierten sind auch mehrere Startup-Gründerinnen:

Antonia Riva-Frizberg (Lumetry): Lungenmonitoring für zu Hause

Riva-Frizberg gründete im März 2022 gemeinsam mit Christian Neubauer das Grazer Medtech Lumetry Diagnostics. Das Startup entwickelt Geräte, mit denen Patient:innen mit chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Asthma ihre Lungenvitalität zu Hause messen können. Langfristig will man auch Menschen mit Lungenentzündungen oder Long Covid helfen. 2023 sammelte das Team ein sechsstelliges Investment „weit über eine halbe Million“ ein. Prototypen gibt es bereits, gelauncht soll das Produkt laut Website noch 2026 werden.

Vor der Gründung war Riva-Frizberg unter anderem bei der Innovations-Beratung Pioneers als auch beim Zyklustracker-Startup breathe ilo beschäftigt, das 2023 Konkurs anmeldete.

Das Produkt soll noch 2026 gelauncht werden. © Lumetry

Theresa Kohl (DiLT Analytics): Energie sparen mit Gebäude-Software

Kohl ist Mitgründerin und CEO von DiLT Analytics, einem 2021 gegründeten Spin-off der TU Graz. Die Software soll Ineffizienzen in Gebäuden sowie in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen erkennen und den Energieverbrauch senken. Aktuell entwickelt das Team sein neues Produkt „FaciliMind“, eine KI-basierte Softwareplattform zur datenbasierten Optimierung von Energieeffizienz und Betriebskosten in Gebäuden. Das System benötigt laut eigenen Angaben keine neuen Sensoren, sondern dockt an bestehende Leitsysteme an und deckt dort Fehlsteuerungen auf.

Unterstützt wurde das Startup unter anderem durch FFG-Förderungen und konnte bereits Pilotprojekte mit Partnern wie der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) umsetzen. Vor der Gründung war Kohl unter anderem bei AEE – Institut für Nachhaltige Technologien und als Projekt- und Innovationsmanagerin bei der Energie Agentur Steiermark tätig.

Johanna Marie Reinedahl (WeGait): Exoskelett für die Reha

Reinedahl ist Gründerin und Geschäftsführerin der WeGait FlexCo. Das Robotik-Startup entwickelt ein Exoskelett für die Gangrehabilitation nach Schlaganfall oder Rückenmarksverletzung, das Abläufe in Rehazentren effizienter machen soll. Unter dem ehemaligen Namen Nexo Skeleton wurde das Startup als eine der ersten beiden Beteiligungen von WU Ignite Ventures aufgenommen.

Im Juli 2026 benannte man sich in WeGait um. Reinedahl war vor der Gründung außerdem ein Jahr als Venture Capital Investment Analyst bei Arax Capital Partners tätig.

Sara Kapeller (twistor): Schneeräumung per System

Kapeller gründete 2025 die twistor GmbH im Vorarlberger Bludenz. Den Anstoß dazu gab eine persönliche Erfahrung: Eine tonnenschwere Dachlawine ging direkt von dem Haus ihres Großvaters ab. Daraufhin entwickelte sie ein automatisiertes Schneeräumungssystem für Gebäude und Photovoltaikanlagen, das laut Unternehmensangaben seit 2024 patentiert ist.

Die Lösung richtet sich vor allem an Eigentümer:innen von PV-Anlagen in schneereichen Regionen. Der doppelte Vorteil: Die kontrollierte Räumung beugt nicht nur gefährlichen Personen- und Sachschäden vor, sondern sichert auch in den Wintermonaten den Stromertrag der Solarmodule. Das System ist nach Firmenangaben bereits serienreif und unter anderem auf dem Dach der Aletsch Arena auf der Schweizer Riederalp im Einsatz.

Der twistor befreit Dächer und PV-Anlagen von Schneemassen. © twistor

Die Preisverleihung findet am 7. Dezember 2026 statt.

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