05.03.2024

DanubeNeuro: Med-Tech-Accelerator mit 1 Mio. Euro Fördersumme pro Projekt gestartet

Mit DanubeNeuro sollen akademische Forschungsprojekte vom Frühstadium bis zur Kommerzialisierung begleitet und gefördert werden.
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DanubeNeuro, Accelerator
(c) DanubeNeuro - (v.l.) Vanja Nagy, "Program Director" und Martina Bellasio, Business Development DanubeNeuro.

Der Wiener „Central European Biotech Incubator and Accelerator“ (Cebina) gab vorige Woche den Start des DanubeNeuro-Programms bekannt, mit dem Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Neurodegeneration, Demenz und des Alterns gefördert werden sollen. Unterstützt wird der Inkubator dabei von einer Gruppe von Family-Office- und Risikokapital-Investoren.

DanubeNeuro: Fokus auf Forschung, aber…

Das Accelerator-Programm soll konkret Forschungsprojekte identifizieren und entwickeln, die das Potential haben, innovative Medikamente, Diagnosemethoden, Krankheits-Biomarker und bildgebende Verfahren im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen hervorzubringen. Zu den Investoren gehören Dolby Family Ventures, die in Hongkong ansässige Kinled Holding Ltd. und das Schweizer Wild Family Office.

„Mit DanubeNeuro wollen wir Innovationen auf dem Gebiet der Neurodegeneration fördern, indem wir die akademische Forschung im Frühstadium bis zur Kommerzialisierung vorantreiben. Unser ehrgeiziges Ziel wird durch die sehr positiven Erfahrungen mit unserem laufenden, therapiefeldunabhängigen Beschleunigungsprogramm Danube Labs, das wir in Partnerschaft mit Evotec SE und Cebina Bridge Capital durchführen, untermauert. Wir freuen uns, unser unternehmerisches Know-how und unsere Erfahrung in der Arzneimittelentwicklung in den Bereich der Neurowissenschaften einzubringen. Und sind entschlossen, Innovatoren zu unterstützen, die das Potential haben, die Zukunft der Neurowissenschaften neu zu definieren und einen tiefgreifenden Einfluss auf das Gesundheitswesen und darüber hinaus auszuüben“, sagt Eszter Nagy, Gründerin und CEO und CSO von Cebina.

Laut Martina Bellasio, Business Developement-Managerin, liegt zwar der Fokus von DanubeNeuro klar auf akademischer Forschung, dennoch könnten sich auch Startups aus dem MedTech-Bereich für den Accelerator bewerben. Pro Projekt stehen eine Million Euro an Förderungssumme zur Verfügung. Wie viele Projekte unterstützt werden, sei aber noch offen.

„Wiederbelebung des Fachgebiets“

„Wir freuen uns, Cebinas neues Beschleunigungsprogramm DanubeNeuro zu unterstützen und neue Lösungen für den dringendsten medizinischen Bedarf im Bereich des ZNS (Anm.: zentrales Nervensystem) zu entwickeln, die das Potenzial haben, einen außergewöhnlichen Wert für unsere Investoren zu schaffen. Das Ziel von DanubeNeuro ist es, ein führender Accelerator für ZNS-Projekte zu werden und ein Portfolio von synergetischen Projekten und weiteren Investitionsmöglichkeiten in die neuen Unternehmen aufzubauen“, sagt Patrick Aisher, strategischer Investitionsberater von Cebina, zum Launch.

Und Vanja Nagy, Neurowissenschaftlerin und Programmdirektorin von DanubeNeuro, ergänzt: „Ich bin sehr stolz darauf, Teil des einzigartigen Ansatzes von DanubeNeuro bei der Identifizierung und Beschleunigung von jungen, transformativen Projekten zu sein. Wir stehen kurz vor der ersten FDA-Zulassung seit 20 Jahren für die Behandlung der Alzheimer-Krankheit, die gleichzeitig die erste krankheitsmodifizierende Therapie ist. Es ist also ein fantastischer Zeitpunkt, um zur Wiederbelebung des Fachgebiets beizutragen und innovative Arzneimittel und Diagnostika zu entwickeln, die von den explodierenden neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen in diesem Bereich profitieren.“

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(c) Startups for Europe
(c) Startups for Europe

Bislang wurde Startup-Europa durch zwei Organisationen auf europäischer Ebene vertreten: Das European Startup Network (ESN) fungierte primär als Dachverband der nationalen Startup-Organisationen wie etwa AustrianStartups in Österreich. Allied for Startups, dessen Netzwerk auch mehrere außereuropäische Organisationen umfasst, trat als Interessensvertretung für Startup-politische Anliegen auf EU-Ebene auf. Nun schlossen sich die beiden Verbände zu „Startups for Europe“ mit Sitz in Brüssel zusammen.

„Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen“

Die Mission sei mutig und einfach: Europa zum besten Ort der Welt zu machen, um ein Unternehmen zu gründen, zu skalieren und im Wettbewerb zu bestehen, heißt es in einer Presseaussendung zum Start. In dieser werden einmal mehr die bekannten Probleme europäischer Startups thematisiert: mangelndes Risikokapital, Bürokratie, Fragmentierung und die aus all dem resultierende Abwanderung von Startups. „Das ist kein Schicksal, sondern ein Regelwerk – und Regeln können neu geschrieben werden“, konstatiert man bei Startups for Europe.

„Durch den Zusammenschluss machen wir aus der Erfahrung von Tausenden Gründer:innen echtes politisches Gewicht. Europa hat alles, was es braucht, um führend zu sein. Jetzt muss es seine Gestalter:innen bauen lassen“, kommentiert Simon Schaefer. Der bisherige Allied-for-Startups-Präsident ist nun Präsident von Startups for Europe. Schaefer war auch Co-Initiator der Initiative EU-INC. Ein weiterer Co-Initiator, der gebürtige Österreicher Andreas Klinger, ist nun auch Teil des neu gebildeten Vorstands von Startups for Europe – ebenso wie AustrianStartups-CEO Hannah Wundsam.

Wundsam: „Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken“

Wundsam kommentiert auf brutkasten-Anfrage: „Die EU-INC-Initiative hat gezeigt: Echte Reformen in Europa brauchen eine starke, klare Stimme von außen. Wir können es uns nicht mehr leisten, nur innerhalb unserer Landesgrenzen zu denken. Auch nicht in der Politik. Die Rahmenbedingungen für Startups werden in Brüssel gesetzt. Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und gemeinsam unüberhörbar sagen, was sich ändern muss, damit Europa der Ort wird, an dem die Zukunft gebaut wird.“

Konkrete und übergeordnete Ziele altbekannt

Die Umsetzung der paneuropäischen Rechtsform EU Inc. ist auch – wie nicht anders zu erwarten – eines der zentralen konkreten Anliegen der neuen Dachorganisation. Daneben nennt man den European Innovation Act, die Spar- und Investitionsunion und die Regulierung von KI und dem digitalen Bereich als konkrete Bereiche, die priorisiert werden sollen. Die übergeordneten Ziele überraschen ebenso wenig: ein echter europäischer Binnenmarkt für Startups, mehr verfügbares Kapital und das Ziel, Frontier-Technologien tatsächlich am Kontinent zu Größe zu bringen.

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