10.09.2021

Damn Plastic: Gründerin verließ 370 Jahre altes Unternehmen für ihr Startup

Damn Plastic hat es sich zur Aufgabe gemacht, aufzuzeigen, wie man Plastik wiederverwenden kann, um dem Plastikmüll entgegenzuwirken.
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Damn Plastic
(c) Damn Plastic/FB - Victoria Neuhofer (l.) und Stephanie Sinko, Gründerinnen von Damn Plastic.

Victoria Neuhofer ist eine Junggründerin mit starken Prinzipien und einer klaren Mission: Die Welt besser zu machen. Um Damn Plastic gemeinsam mit Partnerin Stephanie Sinko zu gründen, verließ sie das Unternehmen „Neuhofer Holz“ als „Project und Sales Director“, das sich seit elf Generationen in Familienbesitz befindet. 370 Jahre nach der Gründung des Familienbetriebs war es nun an ihr, sich dem Kampf gegen überflüssigen Plastikmüll zu verschreiben.

Idee zu Damn Plastic nach Party

Entstanden ist Damn Plastic inmitten einer Erleuchtung nach einer Partynacht. Nach stundenlangem Feiern, sah sich die junge Gründerin um und musste auf Zehenspitzen über Unmengen von schmutzigen, gebrauchten Plastikbechern stapfen und sich „dem Saustall“ stellen, zu dem sie selbst beigetragen hatte. Sie und ihre Freundin Sinko, fragten sich, was sie da eigentlich machten und dachten, dass feiern keine Sünde sein sollte. Sie erinnern ihr Umfeld daran, dass jeder einzelne Becher, den irgendjemand einmal auf einem Festival benutzt habe, heute noch auf irgendeinem Müllhaufen irgendwo auf der Welt herumliege. Kaum zersetzt.

(c) Damn Plastic – Stephanie Sinko und Victoria Neuhofer setzen auf mehrere Geschäftsmodelle.

Beide Gründerinnen begannen zu recherchieren, um alles über Plastik zu verstehen. Sie bemerkten, dass sich das Material überall befinde: „In allen Arten von Kosmetikprodukten, Duschgels, Shampoos sowie Zahnpasten, Lotionen, Schuhen, Kleidung, Lebensmitteln und sogar in unserem Quellwasser“, so Sinko.

Mehrere Geschäftsmodelle

So kam die Idee zu Damn Plastic und dem Online-Shop, in dem man Alternativen zu Wegwerf-Plastikprodukten findet. Danach kamen die Founderinnen auf die Idee der Festivalberatung. Und haben schließlich einen Franchising-Entwurf entwickelt, der mit ihren Damn Plastic-Läden verbunden ist. Doch das ist nicht alles im Geschäftsmodell-Konzept der Junggründerinnen: Sie haben auch begonnen, Restaurants bei der Umstellung auf wiederverwendbare Behälter für Lieferungen zu unterstützen.

Wer mehr über die zwei selbsternannten „verrückten Chicks“, erfahren möchte, hat am Dienstag Abend bei „2 Minuten 2 Millionen“ die Gelegenheit dazu. Weiters dabei: Wiener Dirndl, SchuBu, Insolaxy und Fix Bottle.

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PrixxOne, Klemmbausteine, Lego-Möbel
© PrixxOne

Im Netz kursieren seit langer Zeit witzige Memes und Aussagen solcher Art: „Ja, ein Autounfall tut weh, aber bist du schon Mal auf einen Legostein draufgestiegen?“ Eher das Gegenteil zu Pein, nämlich die Liebe zu den dänischen Bausteinen hat PrixxOne-Gründer Jürgen Sommer schon als kleines Kind entwickelt. Sein He-Man aus der „Masters of the Universe“-Reihe saß damals auf einem Lego-Thron, mit Pölstern aus Watte und Taschentüchern.

PrixxOne: Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken

Diese Leidenschaft lebte er später auch als Vater weiter. Als seine beiden Söhne acht und vier waren, baute das Trio ein riesiges Haus aus Lego mit Möbeln darin. „Ich habe mir damals sogar gewünscht, so groß wie eine Lego-Figur zu sein“, gesteht der Founder.

Doch statt wenige Zentimeter groß zu sein, war Sommer vor seiner Unternehmer-Karriere Lehrling bei der Wiener Städtischen und 18 Jahre lang u.a. als Manager bei Uniqa tätig. Dort und auch bei Raiffeisen gestaltete er Prozesse für interne sowie Außenpartner der Versicherungsbranche und verantwortete den Bereich digitale Signaturen.

„Ich habe immer sehr viel gearbeitet, manchmal 16 Stunden am Tag“, sagt er, „also habe ich eine Auszeit genommen und bin dem Projekt nachgegangen.“

© PrixxOne – Jürgen Sommer.

Das Projekt heißt PrixxOne und entwickelt ein Produkt, bei dem es nicht nur nicht wehtut, draufzusteigen, sondern es ist dafür gemacht, sich draufzusetzen. Sommers Startup bietet ein Möbelsystem aus Interlocking-Blöcken (oder Klemmbausteinen) im Maßstab 15:1 an. Patentrechtlich ist diese Prinzip frei nutzbar, denn der ursprüngliche Patentschutz für das Klemmsystem lief 1978 aus und der Europäische Gerichtshof hat 2010 die Form des Steins als Marke zu schützen abgelehnt. Wobei sich Lego immer wieder und auch aktuell in Rechtsstreitigkeiten befindet, zum Design oder bestimmten Bausteinen etwa, wie hier im Juni berichtet wurde.

Made in Austria

Unabhängig davon produziert das durch Investments aus dem familiären Bereich gestützte Unternehmen von Sommer diese Klemmbausteine, die nicht nur zum Möbelstück gebaut werden können, sondern auch designgeschützt sind: Jede Seite des PrixxOne-Bausteins verfügt über eine zwei Zentimeter hohe Ausnehmung, sodass man den Stein ohne jegliches Werkzeug auseinandernehmen, aufbauen, umbauen und erweitern kann – vom Hocker zum Sessel, bis hin zur Couch. Laut Gründer trage die Konstruktion das Gewicht von Erwachsenen – das sei intensiv getestet worden.

Die Bausteine werden in Wien designt und bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. „Wir nehmen Material, das sonst auf Deponien landen würde, und verwandeln es in zirkuläres, langlebiges Design komplett ohne Verschwendung“, sagt Sommer.

So richtig durchstarten möchte er Anfang nächsten Jahres und hat für die Produktion im Sinne von „Made in Austria“ drei potentielle österreichische Partner an der Hand. „Es ist nur noch eine Skalierungsfrage“, sagt Sommer, der mit seiner Idee auch einen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt: „In den vergangenen 25 Jahren habe ich als Operations-Manager und COO große Unternehmensstrukturen optimiert. Mein zentraler Antrieb ist das Lean-Management: Starrheit aufbrechen und Verschwendung radikal eliminieren. Genau dieses Mindset übertrage ich nun von der Unternehmenswelt mit PrixxOne auf die Möbelbranche.“

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