18.07.2022

CultTech Demo Day: Anmeldung für Batch II offen

Schnellentschlossene haben noch bis zum 24. Juli Zeit sich anzumelden.
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(c) zVg - Die Teilnehmer des CultTech Demo Day.

Letzte Woche fand im Museumsqurtier der erste Demo Day des CultTech Acceleratos statt. Die Hybrid-Veranstaltung lieferte Kulturtechnologie-Lösungen und wurde insgesamt von über 200 Zuseher:innen verfolgt.

MIDI-Controller und KI-APP beim CultTech Demo Day

Neben den acht Startups, die sich vorstellten – Artano, Kunstell, Ornamika, Enote, KLOOV, Embodme, Wail und Wiser galt als Highlight die Demonstration der KLOOV-App durch Alvo Bosch in Zusammenarbeit mit dem Klangforum Wien.

Eine weitere Besonderheit war die Präsentation einer Meditation von Kunsttell, inspiriert von Gustav Klimts „Der Kuss“ aus der Sammlung Belvedere. Das Startup Embodme indes unterhielt das Publikum mit einer musikalischen Performance, bei der es sein neu geschaffenes Musikinstrument mithilfe eines MIDI-Controllers vorstellte, während Wail in Zusammenarbeit mit dem Wiener Konzerthaus seine KI-Community-fokussierte App demonstrierte.

CultTech als positiver Einfluss auf Gesellschaft

„Wir sind sehr stolz und fühlen uns geehrt, eine so abwechslungsreiche Gruppe zu haben“, sagt Irina Yashina, Leiterin des CultTech Accelerators. „Während der gesamten Dauer des dreimonatigen Programms haben sich die Gründer erfolgreich mit ihren Herausforderungen auseinandergesetzt und heute ihre Leistungen vorgeführt haben. Der heutige Tag hat aber auch gezeigt, dass es beim CultTech Accelerator nicht nur um die Beschleunigung selbst geht, sondern auch um die gegenseitige Unterstützung und eine echte Gemeinschaft gleichgesinnter Gründer.“

Neben den Startup-Präsentationen gab es beim CultTech Demo Day auch Vorträge von Dmitry Aksenov (Gründungsmitglied, Immaterial Future Association), Markus Lang (Partner bei Speedinvest) und Carina Klaffl (Female Founders).

„Als Investor habe ich keinen Zweifel daran, dass Investitionen in CultTech nicht nur einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben können und sollten, sondern auch Gewinn bringen. Und ich hoffe, dass die Startups, die als erste unser Accelerator-Programm durchlaufen haben, dies bald beweisen werden, und dass in unsere Absolventen der ‚Gruppe 1‘ investiert wird“, sagt Aksenov.

Anmeldung für zweiten Batch offen

Die Bewerbungsfrist des zweiten Batch des CultTech Accelerators läuft noch bis zum 24. Juli und das Programm selbst wird von Ende Oktober bis Mitte Februar nächsten Jahres stattfinden.

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Münchens Startup-Ökosystem spielt in einer anderen Liga | (c) Anastasiya Dalenka via Unsplash
Münchens Startup-Ökosystem spielt in einer anderen Liga | (c) Anastasiya Dalenka via Unsplash

Die gute Nachricht für das österreichische Startup-Ökosystem: Im ersten Halbjahr 2026 gab es beim Finanzierungsvolumen ein ordentliches Plus im Vergleich zum Vorjahr, wie brutkasten berichtete. 472 Millionen Euro wurden laut EY-Barometer in heimische Startups und Scaleups investiert – nur die ersten Halbjahre 2021 und 2022 waren stärker. Bei der Anzahl der erfassten Finanzierungsrunden wurde sogar ein neuer Rekord erreicht.

Die dritte Liga

Nun die schlechte Nachricht: Im internationalen Vergleich sind das Peanuts. Ohne Zweifel sollte man die Finanzierungsrunden als individuelle Erfolge einzelner Startups nicht kleinreden. Als gesamtes Ökosystem spielt Österreich international aber bestenfalls in der dritten Liga.

In der ersten Liga bleiben US-Ökosysteme weiterhin unter sich – mit dem Silicon Valley als ewigem Champion. In den Vereinigten Staaten landeten laut Daten des Portals Crunchbase zuletzt wieder mehr als 80 Prozent des globalen Risikokapitals. Finanzierungsrunden für die KI-Riesen im zwei- bis sogar dreistelligen Milliardenbereich sind hier die Spitze des Eisbergs eines Systems, gegen das alle anderen alt aussehen.

In der zweiten Liga wird es spannender: Dort findet sich nicht nur der gewiss ernsthafteste USA-Herausforderer China, sondern auch große europäische Länder wie das traditionell starke Vereinigte Königreich, Deutschland und Frankreich, kleinere wie die Schweiz sowie Schweden und starke internationale Ökosysteme wie Israel, Singapur und Kanada.

Und irgendwo, nicht in der Spitzengruppe, sondern im Mittelfeld der dritten Liga kommt dann auch Österreich.

Warum eigentlich?

Warum? Mit dieser Frage beschäftigt sich das heimische Startup-Ökosystem in Dauerschleife. Denn wir sind ja ein reiches Land – das Kapital wäre eigentlich da. Wir sind ja ein kluges Land – viele unserer Forschungseinrichtungen sind im internationalen Vergleich hervorragend. Wir sind ja ein effizientes Land – Österreich zählt zur globalen Spitzengruppe bei der Arbeitsproduktivität.

Also woran liegt’s? Vielleicht am Mindset? An der Kultur? Wenn es um den Vergleich zum Silicon Valley geht, wird man hier definitiv fündig. Ein völlig anderes Level an Risikobereitschaft sei hier nur als herausstechender Unterschied genannt. Auch beim Match mit dem ähnlich bevölkerungsreichen, aber extrem Startup-starken Schweden kommt man mit dem Argument durchaus weiter. Die skandinavische Mentalität ist anderes und die tief verankerte Kapitalmarktkultur macht einen entscheidenden Unterschied.

Déjà-vu

Und dann ist da Bayern südlich des sogenannten „Weißwurstäquators“ – das Land der Lederhosen, der Bierzelte, des Leberkäses und der hübschen alpinen Landschaften, dessen Bewohner:innen diesen (aus Sicht des Rests von Deutschland) lustigen Dialekt sprechen. Das kommt einem doch bekannt vor.

Gut, man kann Ähnlichkeit natürlich nicht nur an solchen stereotypischen Faktoren festmachen. Aber es lässt sich schwer bestreiten, dass man bei einem Vergleich zwischen Österreich und Bayern mit den Argumenten „andere Kultur“ und „anders Mindset“ nicht weit kommt. Zudem sind die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich bekanntermaßen sehr ähnlich und auch gesamtwirtschaftlich spielen Deutschlands südöstliches Bundesland und die Alpenrepublik in einer Liga – wiewohl Bayern hier die Nase etwa beim BIP pro Kopf etwas vorne hat.

Und doch: Österreich kam im ersten Halbjahr auf die besagten 472 Millionen Euro Gesamt-Investmentvolumen mit zwei Finanzierungsrunden zu je 100 Millionen Euro als größte Einzelinvestments. Währenddessen: Allein in der bayerischen Hauptstadt München gab es dieses Jahr mit Quantum Systems und Helsing bereits zwei Investments über mehr als eine Milliarde Euro, mit Proxima Fusion (411 Millionen Euro) noch ein weiteres, das schon alleine am österreichischen Gesamthalbjahresvolumen kratzt. Hinzu kommt mit Isar Aerospace (270 Millionen Euro) sogar eine Mega-Runde für ein Startup mit österreichischem Co-Founder und CEO.

Man findet freilich auch hier Gründe, warum der Vergleich nicht zulässig ist, wenn man danach sucht. Etwa dass die beiden Milliardenrunden an DefenseTech-Startups gingen – eine Hype-Branche, die im neutralen Österreich weniger Tradition hat und schwerer zu beackern ist. Aber damit sind gerade einmal die beiden auffälligsten Ausreißer erklärt.

Sucht man weiter, findet man gewiss noch einige Gründe mehr, die sich nicht von heute auf morgen ändern lassen, etwa die traditionell herausragende Stärke von Bayerns Industrie.

Genauer Blick an die Isar

Aber man kommt auch zu einigen Gründen, die mit gezielten politischen Maßnahmen zu erklären sind. Und mit starken universitären Initiativen, allen voran UnternehmerTUM an der TU München. Und ja, hier steht die reichste Frau Deutschlands, Susanne Klatten, als Mäzenin dahinter. Aber: Das Geld wurde richtig gut genutzt. Geld gäbe es schließlich auch hierzulande prinzipiell genug.

Ein genauer Blick an die Isar ist also nicht nur für die heimische Politik lohnend. Mit Offenheit statt Ausreden. Dann könnte es doch auch mit dem Aufstieg aus der dritten in die zweite Liga der Startup-Ökosysteme klappen. Das muss das Ziel sein. Denn wenn Leute mit Lederhosen, Bierzelten, Leberkäse, hübschen alpinen Landschaften und lustigem Dialekt das können, dann können wir das eben.

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