03.02.2023

Crypto Weekly #89: Die nächste US-Zinserhöhung – und Bitcoin steigt auf über 24.000 Dollar

Diese Woche: Nach einem schwachen Wochenstart setzte sich die Aufwärtsbewegung nach der US-Zinsentscheidung am Mittwoch doch fort - und das, obwohl die Fed die Zinsen neuerlich erhöhte. Außerdem: Was hinter dem starken Kursanstieg der Coinbase-Aktie steckt.
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Bitcoin
Foto: Adobe Stock

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Die Kurstafel:

  • Bitcoin (BTC): 23.285 US-Dollar (+2 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche)
  • Ethereum (ETH): 1.640 Dollar (+2 %)
  • BNB: 331 Dollar (+9 %)
  • Solana (SOL): 24 Dollar (+/-0 %)
  • Cardano (ADA): 0,4 Dollar (+5 %)

? Die Aufwärtsbewegung hält an

Seit drei Wochen geht es aufwärts am Kryptomarkt – und zwar ganz ordentlich. Hintergrund ist, wie berichtet, vor allem die wieder gestiegene Risikofreude auch an den traditionellen Finanzmärkten. Und die hängt stark mit der US-Geldpolitik zusammen. Denn am Markt setzt man aktuell darauf, dass die US-Notenbank Fed die Inflation unter Kontrolle bekommt und langsam ein Ende der Zinserhöhungen absehbar wird. 

So weit, so bekannt. In Crypto Weekly wurde das zuletzt häufiger beleuchtet. Daher will ich euch nicht mit dieser alten Story langweilen. Aber dennoch müssen wir noch einmal über die Fed reden. Weil sie diese Woche der Auslöser für die größte Kursbewegung im Markt war.

Aber der Reihe nach. Denn zum Start der Woche war die Kursentwicklung noch etwas holprig. Mit den Kursen ging es zunächst abwärts. Was aber nur die wenigsten wirklich beunruhigt haben dürfte.

Immerhin haben wir jetzt drei Wochen eine starke Kursentwicklung gesehen – bei der aber unklar war (und weiterhin ist!), wie fundamental gerechtfertigt sie wirklich ist. Eine Gegenbewegung ist da völlig normal, unter Umständen sogar gesund für die Marktentwicklung.

?? Wie die US-Notenbank diese Woche den Kryptomarkt bewegte

Dann kam aber der Mittwoch. Und der brachte einen starken Push nach oben. Dieser lässt sich zeitlich sehr genau zuordnen – und zwar zur Fed-Zinsentscheidung. Die US-Notenbank verkündete am Mittwochabend ihre nächste Zinserhöhung. Dies betrug 0,25 Prozentpunkte und fiel damit geringer aus als die vorigen. 

Was aber nicht entscheidend war: Denn diesen Zinsschritt hatte ohnehin jeder erwartet. Die am Derivaten-Markt eingepreiste implizierte Wahrscheinlichkeit dafür betrug über 98 Prozent.

Mit der Zinsentscheidung wird auch immer ein begleitendes Statement veröffentlicht, mit dem die Notenbank ihre Entscheidungen begründet und einen zumindest vagen Ausblick für die Zukunft abgibt. Außerdem gab es dieses Mal auch eine Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell.

  • Die Märkte – so auch der Kryptomarkt – reagierten zunächst negativ auf die Zinsentscheidung
  • dann drehten sie aber rasch – und legten deutlich zu.
  • Bitcoin stieg erstmals seit August 2022 über die Marke von 24.000 Dollar

Grundsätzlich ist dies kein ungewöhnliches Muster. Es kommt immer wieder vor, dass die Marktreaktion zuerst in die eine Richtung geht. Und dann, wenn Fed-Chef Powell spricht, doch in die andere. Das oben beschriebene Muster stünde beispielsweise in Einklang mit einer Situation, in der Powell in seiner Pressekonferenz ein Ende der Zinserhöhungen andeuten würde.

Allerdings: Das war nicht der Fall. Powell sagte beispielsweise explizit, dass es zu früh wäre, um den Kampf gegen die hohe Inflation als gewonnen zu betrachten. Er stelle auch klar, dass weitere Zinserhöhungen notwendig seien. Aber immerhin erwähnte Powell, dass der Inflationsdruck langsam nachlasse. Und dass der Prozess der Disinflation (also ein Sinken der Inflationsrate) begonnen habe. 

Das war es, was man an den Märkten hören wollte. “Auch wenn er mehrfach gesagt hat, dass die Geldpolitik der Fed noch nicht ausreichend restriktiv ist, um die Inflation wieder auf 2 Prozent zu bringen, haben andere Aussagen doch impliziert, dass wir dem mittlerweile ziemlich nahe kommen”, sagte etwa der Investmentstratege Sam Stovall vom Analyseunternehmen CFRA gegenüber Reuters.

Es bleibt also dabei: An den Finanzmärkten wird ein Ende der Zinserhöhungen in den USA eingepreist. Die Risikofaktoren für dieses Szenario haben wir in Crypto Weekly #88 behandelt – und die bleiben weiter aktuell.

? 25 Prozent Plus an einem Handelstag: Was hinter dem Kursanstieg der Coinbase-Aktie steckt

Die Kursgewinne der vergangenen Woche am Kryptomarkt machen sich auch bei Aktien von Krypto-Unternehmen bemerkbar. Die Coinbase-Aktie etwa ist seit Anfang des Jahres ebenfalls wieder in einer Aufwärtsbewegung. Und diese Woche bekam sie einen zusätzlichen Push: Am Donnerstag ging es gleich 24 Prozent nach oben.

Hintergrund des Kursanstiegs: Eine Sammelklage in den USA. Oder besser gesagt: Eine gescheiterte Sammelklage. Diese war im März vergangenen Jahres bei einem Gericht in New York eingebracht worden. Nun schmetterte sie ein Richter ab. 

Im Wesentlichen warfen die Kläger Coinbase vor, dass 79 gelistete Token in Wirklichkeit unregistrierte Wertpapiere seien – und dass sich Coinbase auch nicht als Broker registriert habe. Die Klage war auf der Annahme aufgebaut, dass Coinbase als Verkäufer der Token auftritt. Genau dies nachzuweisen sei den Klägern aber nicht gelungen, entschied der Richter.

Der Coinbase-Aktienkurs erreichte am Donnerstag 81 Dollar. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit ein Plus von 130 Prozent verzeichnet. Von ihrem Höchststand ist sie damit aber noch immer weit entfernt: Dieser lag an ihrem ersten Handelstag im April 2021 bei knapp 460 Dollar. Von diesem Höchststand gerechnet liegt die Aktie auch weiterhin über 80 Prozent im Minus.

Welche Frage die Klage aber nicht geklärt hat: Ob die in der Klage genannten Token tatsächlich als unregistrierte Wertpapiere nach US-Recht einzustufen sind. Auf welche Krypto-Assets dies generell zutrifft, ist eine der großen ungelösten Fragen für die Krypto-Branche in den USA. 

Der Chef der Börsenaufsicht, Gary Gensler, hat in der Vergangenheit immer wieder klargemacht, dass er sehr viele Krypto-Assets potenziell für unregistrierte Wertpapiere hält – möglicherweise sogar alle bis auf Bitcoin. 

Ein geplantes Lending-Produkt von Coinbase konnte im Sommer 2021 nicht starten, weil die Börsenaufsicht bereits klargemacht hatte, dass Coinbase damit den Prozess zur Registrierung von Wertpapieren durchlaufen müsse. Coinbase-CEO Brian Armstrong kritisierte die Behörde damals recht scharf und auch öffentlich. Coinbase vertritt die Position, dass kein einziger gelisteter Token als Wertpapier einzustufen ist.

Ein weiteres prominentes Beispiel: Das Verfahren, das die Börsenaufsicht bereits im Dezember 2020 gegen Ripple und die Kryptowährung XRP angestrengt hat. Ein Urteil gibt es hier bis heute nicht. Letztlich wird die Frage für die Branche ein Risikofaktor bleiben – bis die USA einen eindeutigen Rechtsrahmen geschaffen haben, der Klarheit schafft. Dies dürfte aber noch dauern.


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Disclaimer: Dieser Text sowie die Hinweise und Informationen stellen keine Steuerberatung, Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sie dienen lediglich der persönlichen Information. Es wird keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie abgegeben. Die Inhalte von brutkasten.com richten sich ausschließlich an natürliche Personen.

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Impression vom VERBUND Venture Day 2026 | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Impression vom VERBUND Venture Day 2026 | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

„Von der Innovation zur Skalierung und von der Skalierung zu einem stärkeren Europa“ mit diesem einen Satz könne man das große Ziel für den europäischen Energiesektor zusammenfassen, sagt VERBUND-X-Geschäftsführer Franz Zöchbauer in seinen einführenden Worten zum VERBUND Venture Day 2026, der erstmals beim neuen Energy-Launchpad-Partner WU Wien stattfand. „Wir haben die Lösungen, aber es dauert zu lange, bis sie am Markt sind. Wir müssen skalieren, aber kein Player kann das alleine. Es braucht ein Ökosystem und hier zählen die Menschen“, so Zöchbauer.

Franz Zöchbauer | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Franz Zöchbauer | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Die Zusammenarbeit im Ökosystem als Motto beim VERBUND Venture Day ist nicht neu, der Diskurs, in den das Motto dieses Jahr eingebettet ist, durchaus: Auch hier dominiert das große Thema europäische Souveränität. Der Titel des diesjährigen Events lautet „Scaling Beyond Borders“.

10,25 Billionen Euro für die Energiewende

Zöchbauer drückt die Ambition hinter der eingeforderten Skalierung in Zahlen aus: Es brauche Schätzungen zufolge 10,25 Billionen Euro, um das Energiesystem Europas bis 2040 zu transformieren. „Das ist 70 mal das Volumen des Marshallplans oder das Volumen von 25 Jahren globale VC-Investments“, so der VERBUND-X-Geschäftsführer. Es handle sich also um eine epochale Investment-Chance. Doch er erinnert: „Zahlen ändern die Welt nicht. Menschen tun es.“

Achim Kaspar | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Achim Kaspar | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Dabei sei die Energiewende keineswegs nur ein Wunsch, sondern eine Notwendigkeit, betont VERBUND-COO Achim Kaspar in einer Panel-Diskussion unter dem Titel „Owning the Future“: „Wir sind an einem Wendepunkt. Man liest jeden Tag von Problemen beim Transport fossiler Energieträger. Wir müssen auf erneuerbare umsteigen.“ Für VERBUND sei dabei schon lange klar: „Wir wollen nicht das nächste Kodak werden.“

„Es laufen mehrere Energiewenden parallel“

Diese europäische Sicht auf die Energiewende setzt Angela Wilkinson, CEO des World Energy Council, im Panel und bei ihrer Keynote in die globale Perspektive: „Es laufen mehrere Energiewenden parallel. In Europa geht es um den hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Im nahen Osten etwa geht es um Technologien, um den CO2-Ausstoß auch mit fossilen Energieträgern auf Null zu bringen.“

Angela Wilkinson | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Angela Wilkinson | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Bei der Souveränität gehe es letztlich um die Möglichkeit, sich seine Abhängigkeiten auszusuchen, „nicht um teuren Isolationismus“, meint Wilkinson. Was ihr insgesamt fehle, sei eine kollektive Vision für eine bessere Zukunft. „Wir haben klare Ziele bei der CO2-Reduktion, aber keine gemeinsame positive Perspektive. Wir haben die Energiewende zwar an die Wall Street gebracht, aber nicht auf die Hauptstraße, wo die Menschen sind.“

Konsequenter Fokus auf die Kund:innen

Darum, wie die Transformation direkt zu den Menschen gebracht werden kann, ging es in einem Talk von VERBUND-CEO Michael Strugl und Greg Jackson, Gründer von Octopus Energy. Strugl sieht das britischen Unternehmen dabei als Vorbild: „Octopus ist ein echter Champion, wenn es um Kundenservice geht.“ Als er Jackson zum ersten Mal nach dessen Geschäftsmodell gefragt habe, sei die Antwort denkbar simpel gewesen: „Ich will den Kunden weniger verrechnen.“ Dieser konsequente Fokus auf die Kund:innen sei der Schlüssel, sagt Strugl.

Michael Strugl | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Michael Strugl | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Viele Energieunternehmen würden Kund:innen bisher nur als reine Abnehmer verstehen, meint Jackson. Octopus setze stattdessen auf radikale Vereinfachung und digitale Flexibilität: „Statt schwer lesbarer, regulierter PDFs nutzen wir einfache E-Mails, auf die man direkt antworten kann.“ Diese Kundennähe gepaart mit intelligenter Steuerung – etwa beim Laden von Elektrofahrzeugen – sei der Treiber für das rasante Wachstum des Unternehmens. Für Strugl ist das eine klare Orientierung für die gesamte Branche: „Innovatoren und Disruptoren helfen uns dabei, das gesamte System in ein erneuerbares, dezentrales und digitalisiertes Energiesystem zu verwandeln.“

Tragende Rolle für Gründer:innen – Unis entscheidend

Es sind also nicht nur Politiker:innen und Verantwortliche in Energiekonzernen, sondern auch Gründer:innen, die bei der Energiewende eine tragende Rollen spielen. Hier wiederum sind die Universitäten entscheidende Akteure, wie Franz Zöchbauer am Panel gemeinsam mit WU-Wien-Rektor Rupert Sausgruber und TU-Wien-Rektor Jens Schneider erläutert. „Es gibt im Energiesektor so viel Potenzial, aber man braucht nicht nur viel Geld sondern auch die Ideen“, bringt es Schneider auf den Punkt.

Jens Schneider (l.) und Rubert Sausgruber (r.) | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

„Starke Gründer:innen, aber viele Hindernisse am Weg“

Dass natürlich auch die Politik ihren Beitrag leisten muss, um die Skalierung über die Grenzen hinaus zu ermöglichen, erörtert Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner in ihrer Keynote. Man müsse die Herausforderung angehen, Startups in Europa zu halten. „Wir haben starke Gründer:innen, aber viele Hindernisse am Weg“, sagt Zehetner und spricht nicht nur das bekannte Thema Wachstumskapital, sondern unter anderem auch die Ausgründungsbedingungen für universitäre Spinoffs an.

Elisabeth Zehetner | (c) VERBUND / elephant and porcelaine
Elisabeth Zehetner | (c) VERBUND / elephant and porcelaine

Als konkrete Maßnahmen – teils auf europäischer, teils auf nationaler Ebene – nennt die Staatssekretärin etwa den European Scaleup Fund und den heimischen Dachfonds und die Notwendigkeiten, die europäische Kapitalmarktunion zu stärken und die Mitarbeiter:innenbeteiligung auch durch steuerliche Anreize weiter zu verbessern. Denn letztlich sei das Ziel – ganz getreu dem Motto des Venture Days – klar: „Erfinde dein Produkt hier, bau dein Unternehmen hier und skaliere hier, aber verkaufe dein Produkt in die ganze Welt.“

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