18.03.2022

Crypto Weekly #48: US-Zinserhöhung belastet Kurse nicht – ApeCoin mit volatilem Debüt

Der Token zum NFT-Projekt Bored Ape Yacht Club legte an seinem zweiten Handelstag zuletzt wieder zu. Außerdem: Die Hintergründe zum Upgrade beim DeFi-Protokoll Aave, dessen Token diese Woche um 25 Prozent nach oben geschossen ist. Und die NFT-Pläne von Instagram werden konkreter.
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Bored Ape Yacht Club
Foto: Adobe Stock

Im brutkasten Crypto Weekly, das hier per Mail abonniert werden kann, blicken wir jeden Freitag auf die wichtigsten Kursbewegungen und Nachrichten der Krypto-Woche zurück. Wie immer starten wir dabei mit einem Blick auf…


Die Kurstafel:

  • Bitcoin (BTC): 40.500 US-Dollar (+2 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche)
  • Ethereum (ETH): 2.800 Dollar (+5 %)
  • Binance Coin (BNB): 386 Dollar (+2 %)
  • Cardano (ADA): 0,82 Dollar (+1 %)
  • Solana (SOL): 84 Dollar (+1 %)
  • Polkadot (DOT): 18 Dollar (+/-0 %)
  • Terra (LUNA): 83 Dollar (-16 %)

Bitcoin über 40.000 Dollar, LUNA sinkt nach Rekordhoch – US-Zinserhöhung ohne große Auswirkung

Die Fakten: Trotz der insgesamt weiter angespannten Situation verlief die Woche am Kryptomarkt schließlich positiv. Der Bitcoin-Kurs bewegte sich Anfang der Woche in einer vergleichsweise engen Range etwas unterhalb der 40.000-Dollar-Marke. Am Mittwoch überschritt er diese dann und konnte sich in weiterer Folge darüber halten.

Ein ähnliches Muster bei vielen anderen großen Coins – etwa Ethereum, Solana, Cardano oder Avalanche: Seitwärtsbewegung zu Wochenbeginn, leichte Kursgewinne gegen Ende der Woche.

Der Ausreißer war dabei der LUNA-Token von Terra mit einem Minus von 16 Prozent. Allerdings: LUNA hatte erst in der Vorwoche einen neuen Rekordstand von knapp 85 Dollar erreicht. Was im aktuellen Umfeld durchaus beachtlich ist – zumal sich so gut wie alle übrigen großen Coins aktuell weit unter ihren Höchstständen befinden.

Der Kontext: Seit Monaten dominieren Entwicklungen auf der Makroebene den Kryptomarkt: Zuletzt war es klarerweise der Krieg in der Ukraine. Diese Woche ist aber wieder ein Thema in den Mittelpunkt gerückt, das zuvor immer wieder die Kurse bewegt hatte: Die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Wir erinnern uns: Die Inflation in den USA ist sehr hoch, die Notenbank muss gegensteuern – mit höheren Zinsen. Anfang des Jahres verdichteten sich die Hinweise, dass dies schneller und umfangreicher passieren könnte als zuvor angenommen. 

Höhere Zinsen gelten für alle riskanteren Anlageformen (“Risk Assets”) als ungünstig – weil dadurch die Renditen von weniger riskanten Assets wie etwa Anleihen steigen und diese damit attraktiver werden. Und Krypto-Assets werden von den Anlegern weiterhin als eine sehr riskante Anlageklasse wahrgenommen – die auch dementsprechend gehandelt wird. 

Diese Woche fand nun die mit Spannung erwartete zweite Zinssitzung der Notenbank in diesem Jahr statt. Dass die Fed erstmals seit 2018 ihren Leitzins erhöhen würde, war im Vorfeld bereits klar. So kam es auch: Statt in der Spanne von 0 bis 0,25 Prozent liegt er nun bei 0,25 bis 0,50 Prozent.

Viel interessanter für die Anleger war aber der Ausblick: Wie viele weitere Zinserhöhungen würde die Fed in Aussicht stellen? Lässt der Krieg in der Ukraine die Notenbanker vielleicht zögern? US-Notenbank-Chef Jerome Powell gab am Mittwochabend die Antwort – und signalisierte einen etwas aggressiveren Kurs als von vielen erwartet. Bis Jahresende könnten sechs weitere Zinserhöhungen folgen. Auch die Bilanz der Notenbank soll abgebaut werden.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Zinsentscheidung gab der Bitcoin-Kurs etwas nach – stieg dann in weiterer Folge aber an. Damit folgte er dem US-Aktienmarkt, der eine ähnliche Bewegung hinlegte. 

Dass die Märkte die Ergebnisse der Zinssitzung gut weggesteckt haben, ist natürlich zunächst einmal positiv zu werten. Häufig werden solche Reaktionen, die auch in der Vergangenheit immer wieder zu beobachten waren, damit begründet, dass ein Unsicherheitsfaktor weggefallen sei.

Allerdings bleibt Vorsicht angebracht: Ob die Fed den angekündigten Weg tatsächlich so gehen kann, ist alles andere als fix. Die weitere Entwicklung im Ukraine-Krieg, die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland, eine möglicherweise drohende Rezession – weiterhin gibt es eine ganze Reihe an Unsicherheitsfaktoren für die nächsten Monate. Und dem wird sich auch der Kryptomarkt nicht entziehen können.

DeFi-Protokoll Aave mit großem Upgrade, Token steigt um 25 Prozent

Die Fakten: Eine starke Kursentwicklung gab es diese Woche beim Aave-Token (AAVE), der seit vergangenem Freitag um 25 Prozent auf 150 Dollar zugelegt hat. Aave ist eines der wichtigsten Protokolle im Bereich Dencentralized Finance (DeFi). Anleger können ihre Krypto-Assets über Aave verleihen und dafür Zinsen erhalten. Aave ermöglicht auch sogenannte Flash Loans, bei denen Assets nur für kurze Zeit ausgeliehen und noch vor dem Ende einer Transaktion wieder zurückgegeben werden. Diese Woche ging nun ein großes Upgrade über die Bühne: Das Aave-Protokoll wurde von V2 auf V3 aktualisiert.

Die neue Version bringt eine ganze Reihe an Änderungen. Ein neues Feature sind etwa die sogenannten “Portals”, die Blockchain-übergreifendes Verleihen von Assets ermöglichen sollen. Derzeit läuft Aave auf Ethereum, Avalanche und Polygon. Als weitere Neuerungen angekündigt sind unter anderem die Optimierung von Transaktionskosten (die Einsparungen in der Höhe von 20 bis 25 Prozent bringen sollen), bessere Tools für das Risikomanagement und spezielle Features für Layer-2-Protokolle,

Der Kontext: Laut Zahlen der Plattform Defi Llama stecken aktuell über 12 Mrd. US-Dollar in Smart Contracts von Aave – womit es gemessen an dieser Kennzahl, also dem Total Value Locked (TVL), zu den sechs größten DeFi-Anwendungen gehört. In diesem Kontext ist auch das Upgrade zu sehen: Als man die zweite Version des Protokolls gebaut habe, sei man davon ausgegangen, dass man vielleicht mit rund 200 Mio. Dollar an TVL umgehen müsse, sagte Aave-Gründer Stani Kulechov anlässlich des Upgrades gegenüber Protocol. Jetzt gehe es um Milliarden – und vielleicht könnten es eines Tages hunderte Milliarden oder gar eine Billion werden. 

DeFi sieht Kulechov als künftiges “Backend” der Finanzbranche – als eine Infrastruktur, die jeder verwendet, der direkt oder indirekt Finanzanwendungen nutzt – “so ähnlich wie wir heute mit HTTP oder IP interagieren”, sagte Kulechov weiter. Dass Aave DeFi nicht nur als Nischenanwendung sieht, zeigte sich auch bei einem anderen kürzlich erfolgten Schritt: Anfang Jänner ist, wie im Crypto Weekly damals berichtet, “Aave Arc” gestartet – eine Plattform, die sich an institutionelle Investoren richtet und diesen Zugang zu DeFi mit hoher Rechtssicherheit bieten soll.

Bored Ape Yacht Club: ApeCoin startet

Die Fakten: Der “Bored Ape Yacht Club” (BAYC) ist eines der bekanntesten NFT-Projekte überhaupt. Die dazugehörende rund 10.000 Bilder von gelangweilten Affen umfassende NFT-Kollektion ist aktuell die am höchsten bewertete überhaupt. Zu den Besitzern gehören unter anderem die Musiker Eminem, Snoop Dogg und Steve Aoki sowie der Basketball-Superstar Stephen Curry. Auch Adidas hat in einen Bored-Ape-NFT investiert. Als Besitzer hat man unter anderem Zugang zu einem exklusiven Discord-Server, aber auch zu weiteren NFT-Kollektionen. 

Und jetzt gibt es außerdem einen eigenen Token: Der ApeCoin (APE) ist gestartet. Wer einen Bored-Ape-NFT besitzt, hat dabei Anspruch auf 10.000 APE. Für den Launch des Tokens wurde ein eigener ApeCoin DAO, also eine dezentrale autonome Organisation gegründet. ApeCoin ist damit – zumindest offiziell – nicht von Yuga Labs, dem Unternehmen hinter dem BAYC gegründet worden. Yuga hat allerdings bereits angekündigt, ApeCoin für alle neuen Produkte und Dienstleistungen einsetzen zu wollen. 

Um Teil des ApeCoin-DAOs zu werden, muss man nur einen Token halten – es gibt insgesamt 1 Mrd. davon. Knapp zehn Prozent davon hält Yuga Labs selbst, weitere acht Prozent die vier Gründer des Unternehmens. Im Board von ApeCoin sitzen außerdem Reddit-Gründer Alexis Ohanian und Amy Wu, die bei den Venture-Capital-Arm der Kryptobörse FTX leitet.

Am Donnerstag startete der Token in den Handelstag – kurz nach dem Start stieg nach Daten von Coinmarketcap zwischenzeitlich bis auf 39,40 Dollar. Danach ging es jedoch rasant bis auf unter 7 Dollar abwärts. Zuletzt wurde der Token bei rund 15 Dollar gehandelt. 

Der Kontext: Der NFT-Markt hat sich nach dem massiven Hype zu Beginn des Jahres in den letzten Wochen abgekühlt. Das über Ethereum abgewickelte tägliche Handelsvolumen auf der wichtigsten NFT-Plattform OpenSea lag im März fast durchwegs nur mehr im zweistelligen Millionenbereich, nachdem es sich im Februar noch nahezu durchgehend im dreistelligen Millionenbereich bewegt hatte.

Bei Yuga Labs stehen die Zeichen aber alles andere als auf Rückzug. Ebenfalls diese Woche wurde bekannt, dass das Unternehmen die Rechte an den NFT-Kollektionen CryptoPunks und Meebits übernommen hat – beide gehören ebenfalls zu den aktuell am höchsten bewerteten NFT-Kollektionen. Außerdem dürfte sich Yuga Labs gerade in Gesprächen zu einer Finanzierungsrunde unter anderem mit dem kalifornischen Top-VC Andreessen Horowitz befinden. Bereits vor einigen Wochen hatte die Financial Times berichtet, dass dabei eine Bewertung zwischen 4 und 5 Mrd. US-Dollar angepeilt werden würde.

NFT-Pläne bei Instagram werden konkreter

Die Fakten: Apropos NFTs. Auch Instagram dürfte bereits recht konkret an der Einbindung von NFTs arbeiten. Meta-CEO Mark Zuckerberg sagte diese Woche im Rahmen des SXSW-Festivals in Austin, dass NFTs bereits in den “nächsten paar Monaten” auf Instagram implementiert werden könnten, berichtete Business Insider. Demnach sollen User ihre bestehenden NFTs auf ihren Instagram-Accounts nutzen können. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte es auch einmal möglich werden, selbst NFTs auf Instagram zu minten, fügte Zuckerberg hinzu. Details gab er keine bekannt.

Der Kontext: Dass sich Instagram mit NFTs auseinandersetzt, ist schon länger bekannt. Instagram-CEO Adam Mosseri etwa hatte, wie auch im Crypto Weekly berichtet, kurz vor Weihnachten gesagt, dass sich das Unternehmen mit dem Thema auseinandersetze: „Es gibt noch nichts zu verkünden, aber wir beschäftigen uns definitiv aktiv mit NFTs und der Frage, wie man diese einem breiteren Publikum zugänglich machen kann”. 

Nun dürfte die Sache langsam konkreter werden. Ein anderes Social-Media-Unternehmen ist schon weiter: Twitter hat vor wenigen Wochen NFT-Profilbilder für User des Bezahlangebots Twitter Blue ermöglicht. 

Der Meta-Konzern hat mit Krypto-Projekten aber nicht nur gute Erfahrungen gemacht: Im Jänner war das 2019 gestartete Stablecoin-Prestigeprojekt Diem (anfangs bekannt als Libra), wie berichtet, eingestellt worden. Bei WhatsApp experimentiert man allerdings weiterhin mit der Einbindung von (konzernfremden) Stablecoins. Dabei – wie auch bei den NFT-Plänen von Instagram – handelt es sich allerdings um deutlich weniger ambitionierte – und damit auch realistischere Projekte.


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Cécile Deterre (Co-Founderin von Blue Planet Ecosystems) und Renaud Viot (CEO und Co-Founder des Startups Lynxia) führen La French Tech Vienna als Co-Präsident:innen | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Im Foyer der französischen Botschaft in Wien läuft an diesem Abend ein Gast auf vier Beinen über den Marmorboden. Auf seinem Rücken sitzt ein Kamerakopf, daneben ragt eine Funkantenne hervor. Im Hintergrund stehen drei Flaggen: die französische, die europäische und die österreichische.

Der Hausherr hält es an diesem Abend betont analog. „Ich muss sagen, meine Rede wurde nicht von ChatGPT geschrieben, sondern von Menschen“, sagt Botschafter Matthieu Peyraud zur Begrüßung. Dann wird er grundsätzlich: Technologische Souveränität lasse sich nur auf europäischer Ebene erreichen, kein Mitgliedstaat schaffe das allein.

Der Anlass für Roboter und Rede am 8. Oktober: der offizielle Start von La French Tech Vienna, laut Peyraud der ersten French-Tech-Community in Österreich. Sie ist Teil von La French Tech, einem Netzwerk mit nach eigenen Angaben mehr als 100 Communities in Frankreich und weltweit, das großteils von Freiwilligen getragen wird.

Zwei Jahre Pilotphase

Neu ist die Initiative nicht. Sie lief zuvor unter dem Namen French Startups Vienna. Peyraud bezeichnet diese Phase in seiner Rede als „eine Art Pilotprojekt“. Seit rund zwei Jahren bringt sie französische und österreichische Gründer:innen, Forschende und Investor:innen zusammen.

Der französische Botschafter Matthieu Peyraud eröffnete am 8. Oktober den offiziellen Start von La French Tech Vienna in der Botschaft in Wien. Seine Botschaft: Technologische Souveränität gelingt nur auf europäischer Ebene. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

„Wir haben sehr klein angefangen, nur mit französischsprachigen Leuten, die mehr über Tech sehen und hören wollten“, sagt Renaud Viot im Gespräch mit brutkasten. Er ist Co-Präsident von La French Tech Vienna und CEO des Startups Lynxia. Er versteht die Initiative als Community: Die Mitgliedschaft ist kostenlos und steht österreichischen wie französischen Startups offen. „Wir verlangen nur, dass die Leute entweder neugierig auf Tech sind oder bereit, ihr Wissen über Tech zu teilen“, sagt er. Das Kernformat sind regelmäßige Events.

Souveränität als Leitthema

Inhaltlich steht der Abend im Zeichen technologischer Souveränität. Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Cybersicherheit, Halbleiter und Dateninfrastrukturen seien zu strategischen Gütern geworden, sagt Peyraud. Frankreich und Österreich hätten starke Forschungseinrichtungen wie das französische CNRS und das AIT Austrian Institute of Technology. Die gemeinsame Herausforderung sei, wissenschaftliche Exzellenz in globale Technologieführerschaft zu übersetzen. Zu oft gelinge es europäischen Innovationen nicht, im Tempo und in der Größe der internationalen Konkurrenz zu skalieren.

Als Beleg dafür, dass es anders geht, nennt der Botschafter Mistral AI. Die Übernahme des Linzer Startups Emmi AI durch Mistral AI zeige, wie Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern ihre Expertise bündeln. Sie unterstreiche zudem die technologische Stärke Österreichs.

„Noch nicht so sehr am Radar“

Wo es konkret hakt, schildert Arnaud Béasse. Der Managing Director von 1764 Advisory kümmert sich in der Community um die Investorenbeziehungen. „An erster Stelle möchte ich Investoren mit Startups verbinden“, sagt er im Gespräch mit brutkasten. Das gelte in beide Richtungen. Österreicher:innen nach Frankreich zu bringen, habe bisher sehr gut funktioniert. Die größere Aufgabe sei nun der umgekehrte Weg: französische Investor:innen auf das aufmerksam zu machen, was in Österreich entsteht. Das sei bei ihnen „noch nicht so sehr am Radar“.

Das österreichische Deep-Tech-Startup iono Robotics aus Linz hat mit dem WORKMATE den ersten humanoiden Arbeitsroboter „Made in Austria“ entwickelt. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Béasse nennt dafür mehrere Gründe. Größere Fonds würden oft mit Teams aus Deutschland auf Österreich schauen. „Das genügt nicht“, sagt er. Dazu komme bei manchen Venture-Capital-Fonds die Angst vor der Sprachbarriere. Bei Business Angels sei diese Hürde noch höher.

Seine Rolle sieht Béasse deshalb nicht nur im Vermitteln von Kontakten. Es gehe darum, Investor:innen auch beim Ökosystem und bei der Kultur zu begleiten. Aus französischer Sicht sehe man in Europa zuerst Spanien, Italien, Deutschland und die Benelux-Länder. Österreich müsse man erst aus dem Schatten von Deutschland und der Schweiz holen.

Acht Startups aus Frankreich und Österreich pitchten vor dem Publikum in der französischen Botschaft, abgestimmt wurde per Smartphone. | (c) Emma Brycove/Französische Botschaft in Österreich

Chancen sieht er bei Corporate Venture Capital. Französische Konzerne seien in Österreich vertreten. Hier gebe es derzeit viele Innovationen in den Bereichen Defense und Dual Use, die für solche Gruppen interessant seien.

ABA will Brücke zwischen den Ökosystemen schlagen

Auf österreichischer Seite ist die Austrian Business Agency (ABA) eingebunden. Verena Gruber, Director Western Europe, ist außerordentliches Mitglied im Board der Community. Als Standortagentur der Republik sei die ABA dafür da, französische Startups dabei zu unterstützen, die Chancen in Österreich zu entdecken, sagt sie im Gespräch mit brutkasten. Mit La French Tech Vienna habe man nun „ein tolles Tool“, um Verbindungen herzustellen, bei Investments ebenso wie bei Kooperationen mit Corporates. Am Tag nach dem Launch standen laut Programm Besuche bei der ABA, der Wirtschaftsagentur Wien und ecoplus sowie eine Führung durch die AI Factory Austria (AI:AT) auf dem Plan.

Die Initiative ist noch sehr jung. Als Beispiel dafür, was möglich ist, nennt auch Gruber den Emmi-AI-Deal. Er zeige die Kompetenz Österreichs bei Industrial AI. „Das ist eine Nische, worauf wir uns auch sehr stark konzentrieren können“, sagt Gruber. Damit könne Österreich auch einen Beitrag zur europäischen Souveränität bei Technologie leisten.

Acht Startups auf der Bühne

Nach den Reden pitchen acht Startups, das Publikum stimmt per Smartphone ab. Aus Frankreich kommen Proxima, VirtualBrowser, PleIAs und Manabou, aus Österreich Cyberaci, Eustella, Prop Corn und Ablatic. Sechs der acht ordnet die Event-Website dem Thema Souveränität zu, von europäischen Sprachmodellen bis Cybersecurity.

Manche der französischen Startups sehen laut Renaud Viot einen Market Fit mit Österreich, andere suchen einen Partner vor Ort, wieder andere haben hier bereits Kund:innen. Die beiden Ökosysteme seien einander ähnlich, beide seien stark bei Spinoffs und in der Forschung. Gemeinsam könne man einander „zu Partnern statt zu Konkurrenten“ machen, sagt Viot.

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