25.02.2022

Crypto Weekly #46: Hohe Unsicherheit – wie geht es weiter am Kryptomarkt?

Nach Russlands Einmarsch in der Ukraine gerieten die Kurse stark unter Druck - stiegen dann aber wieder an. Außerdem diese Woche: Ein 1 Mrd. Dollar schwerer LUNA-Token-Sale. Was steckt hinter den neuen Enthüllungen zum DAO-Hack? Und gleich zwei größere News von Bitpanda.
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Bitcoin

Im brutkasten Crypto Weekly, das hier per Mail abonniert werden kann, blicken wir jeden Freitag auf die wichtigsten Kursbewegungen und Nachrichten der Krypto-Woche zurück. Wie immer starten wir auch Ausgabe 46 mit einem Blick auf…


…die Kurstafel:

  • Bitcoin: 39.300 US-Dollar (-3 % gegenüber Freitagnachmittag der Vorwoche)
  • Ethereum: 2.700 Dollar (-7 %)
  • Binance Coin: 370 Dollar (-9 %)
  • Cardano: 0,9 Dollar (-15 %)
  • Solana (SOL): 90 Dollar (-4 %)
  • Polkadot (DOT): 16 Dollar (-10 %)
  • Terra (LUNA): 67 Dollar (+32 %)

Kryptomarkt gibt nach russischem Einmarsch in die Ukraine deutlich nach – und steigt dann wieder

Die Fakten: Gleich vorweg: Diese Woche hat uns wieder einmal drastisch vor Augen geführt, dass es Dinge gibt, die deutlich wichtiger sind als irgendwelche Kursbewegungen. Der Krieg in der Ukraine hat massive Auswirkungen – und jene auf die Finanzmärkte gehören dabei zu den unwichtigsten. Dennoch: Der Konflikt war diese Woche das bestimmende Thema am Kryptomarkt wie auch an den traditionellen Finanzmärkten. An den europäischen Aktienmärkten ging es am Donnerstag in der Früh rasant nach unten. Der russische Aktienmarkt brach zwischenzeitlich um rund 50 Prozent ein. In Westeuropa gaben die größten Indizes um rund 5 Prozent nach. Die Investoren stießen alles ab, was irgendwie risikobehaftet wahrgenommen wurde. Und das wirkte sich auch am Kryptomarkt aus.

Der Kontext: Bitcoin und andere Kryptowährungen werden, das haben die vergangenen Wochen immer und immer wieder gezeigt, am Markt weiterhin als “Risk Assets” gehandelt, die in “Risk off”-Phasen stark abverkauft werden. Genau so war es auch diesmal: Bitcoin sank zwischenzeitlich bis auf unter 34.500 Dollar. Was, um dies einzuordnen, der niedrigste Stand seit rund vier Wochen war. Nicht gut, klar, aber alles andere als ein völliger Kollaps. Auch andere Kryptowährungen gaben deutlich nach. Gefragt waren dagegen “sichere Häfen” wie etwa Gold.

Für alle, die zuletzt den Markt verfolgt haben, war dies nicht überraschend: Die hohe Korrelation des Kryptomarkts mit dem US-Aktienmarkt und insbesondere mit der Nasdaq war in den vergangenen Wochen immer wieder eindeutig zu beobachten. Berechnungen des Analyseunternehmens CryptoQuant zufolge hat sie diese Woche sogar ein Allzeithoch erreicht. Und nachdem der Kryptomarkt in den vergangenen Wochen immer deutlich nachgab, sobald die Zeichen an den Finanzmärkten auf “risk off” standen, lag es auf der Hand, dass es auch diesmal so sein würde.

Etwas anderes war da schon überraschender: Am Abend holte der Kryptomarkt seine Verluste wieder auf – und legte schließlich sogar deutlich zu. Obwohl es in der Ukraine keinerlei Anzeichen für Entspannung gab. Am Freitag stand der Bitcoin-Kurs zuletzt höher als vor dem russischen Einmarsch. Was war der Hintergrund? Auch hier gilt: Diese Bewegung muss im größeren Kontext gesehen werden. Denn zuvor drehte auch die Nasdaq ins Plus, später auch die anderen großen US-Aktienindizes (wenn auch nicht ganz so stark). Der Goldpreis wiederum gab seine Gewinne ab. Ein Muster, das auf “risk on” hindeutet. Was zunächst etwas rätselhaft erschien.

Manche Beobachter begannen sogleich Gründe zu suchen: Vielleicht war es die Erleichterung, dass die am Abend von US-Präsident Joe Biden verkündeten Sanktionen – und damit ihre Auswirkungen auf die Weltwirtschaft – nicht so drastisch ausfielen wie von manchen erwartet. Andere argumentierten, dass aufgrund der hohen Unsicherheit die US-Notenbank nun ihre Geldpolitik nicht so rasch straffen würde können wie bisher angenommen – was wiederum gut für den Aktienmarkt und für “risk assets” generell sei. In Wahrheit ist das aber alles müßig.

An den Finanzmärkten folgt das Narrativ häufig dem Preis – und nicht umgekehrt. Anders formuliert: Man findet im Nachhinein Gründe für Kursbewegungen, die schon stattgefunden haben, und rationalisiert sie damit. In Situationen hoher Unsicherheit ist es aber durchaus normal, dass die Kurse in die eine wie auch in die andere Richtung schwanken können. 

Nach dem Ausbruch von Covid-19 in China schwankten die Finanzmärkte im Jänner und Februar 2020 ständig zwischen “halber Weltuntergang” und “so schlimm wird es nicht”. Zwischen Panik und FOMO (Fear of Missing Out). Zwischen der Suche nach sicheren Häfen und “Buy the dip”. Die meisten Trader sind keine Virologinnen oder Geopolitik-Experten – und selbst wenn sie es wären, wäre unklar, ob ihnen das helfen würde. Die banale Realität ist: Man weiß in solchen Situationen einfach nicht besonders viel. Und das gilt ebenso für die Kursentwicklung. Wie es jetzt am Markt weitergeht, weiß niemand. 

LUNA: Token Sale bringt 1 Mrd. Dollar ein

Die Fakten: Gegen den Trend sehr stark verliefen die vergangenen sieben Tage für den LUNA-Token. Hintergrund ist hier ein Investment – und zwar ein massiver Token Sale im Terra-Ökosystem. Die erst im Jänner aufgesetzte Non-Profit Organisation Luna Foundation Guard (LFG) gab diese Woche bekannt, LUNA-Token im Wert von 1 Mrd. US-Dollar “over the counter”, also außerbörslich, an Investoren verkauft zu haben. Angeführt wurde das Investment von Jump Capital und Three Arrows Capital. Die Einnahmen sollen genutzt werden, um eine Bitcoin-Reserve für die Deckung von UST, dem größten Stablecoin des Terra-Ökosystems, aufzubauen.

Der Kontext: Stablecoins sind aktuell stark nachgefragt – wohl auch wegen der schwierigen Situation am Markt in den vergangenen Wochen. Erst in der Vorwoche hatte Circle, das Unternehmen hinter dem aktuell zweitgrößten Stablecoin USDC, mitgeteilt, seine Firmenbewertung seit vergangenem Sommer auf 9 Mrd. Dollar verdoppelt zu haben.

Im Gegensatz zu USDC und auch zu dessen größeren, umstrittenen Konkurrenten USDT (Tether) handelt es sich beim Terra-Stablecoin UST jedoch um einen sogenannten algorithmischen Stablecoin. Beide Formen von Stablecoins sind 1:1 an eine Fiatwährung, in diesen Fällen an den US-Dollar, gekoppelt. 

Während USDC und USDT jedoch von Unternehmen gemanagt werden und den Anspruch stellen, mit Dollar oder ähnlichen Reserven hinterlegt zu sein, wird soll die Koppelung von algorithmischen Stablecoins über das jeweilige Protokoll sichergestellt werden. Wenn User etwa UST – oder andere Terra-basierte Stablecoins minten, müssen im Gegenzug LUNA-Token vernichtet werden. Die Bitcoin-Reserve, die nun aufgebaut werden soll, ist dazu gedacht, einen weitere Sicherheitsebene einzubauen, um die Koppelung auch in schwierigen Situationen aufrecht erhalten zu können. 

Ist der Urheber des DAO-Hacks gefunden?

Die Fakten: Der DAO-Hack im Jahr 2016 ist einer der bekanntesten und wohl auch einer der spektakulärsten Hacks in der Krypto-Geschichte. Aktuell sind DAOs (Decentralized Autonomous Organizations) ja wieder im Trend. Neu sind sie aber nicht – und einer hat die Geschichte von Ethereum besonders geprägt. “The DAO” ging im April 2016 nach einem Token-Sale live. Er war als eine Art Venture-Capital-Fonds gedacht, der von den DAO-Mitgliedern gesteuert wird. Schon im Juni 2016 wurde jedoch eine Schwachstelle im Code ausgenutzt und rund 3,6 Mio. Ether entwendet. Zum damaligen Zeitpunkt hatten diese einen Gegenwert von rund 55 Mio. Dollar und entsprachen 5 Prozent aller im Umlauf befindlichen Ether-Token.

Der oder die Urheber konnten nie ausfindig gemacht werden. Nun will aber die US-Journalistin Laura Shin den Hacker gefunden haben. In ihrem neuen Buch “The Cryptopians: Idealism, Greed, Lies, and the Making of the First Big Cryptocurrency Craze” will sie den österreichischen Programmierer Toby Hönisch als Verantwortlichen ausgemacht haben. Der dementiert die Vorwürfe. Es gibt derzeit auch keine Ermittlungen oder gar eine Anklage gegen ihn.

Hönisch ist in Österreich vor allem als Cofounder des Krypto-Startups TenX bekannt. Dieses hatte er unter anderem mit dem in der Krypto-Szene durchaus umstrittenen Julian Hosp gegründet, mit dem er sich allerdings überwarf und der dann auch aus dem Unternehmen ausschied.

Der Kontext: Der DAO-Hack ist definitiv in die Krypto-Geschichte eingegangen – immerhin führte er zur umstrittenen Entscheidung, die entwendeten Token mittels eines “Hard Forks” der Ethereum-Blockchain wiederherzustellen. Der DAO verschwand so de facto von der nun als Ethereum-Blockchain geltenden neuen Chain. Die ursprüngliche Blockchain blieb jedoch als “Ethereum Classic” bestehen – und auf dieser blieb der Hacker im Besitz der Token.

Der ehemalige Bloomberg-Journalist Matthew Leising hat ein ganzes Buch über den Hack geschrieben. Auch er versuchte in seinen Recherchen den Hacker ausfindig zu machen, blieb trotz einiger vermeintlich heißer Spuren schließlich jedoch erfolglos (das Buch ist dennoch lesenswert). Der von Shin nun als Verantwortlicher ausgemachte Hönisch wird darin übrigens nicht erwähnt.

Für die Recherchen, die Shin und ihre Quellen durchführten, wurde nach Angaben der Journalistin ein neues Forensik-Tool der Datenanalyse-Firma Chainalysis eingesetzt. Mit diesem sei es möglich gewesen, Transaktionen nachzuvollziehen, die über das Bitcoin-Mixing-Service CoinJoin der Wasabi Wallet durchgeführt worden sind. Dieses dient natürlich genau dazu, eine solche Nachvollziehbarkeit zu verhindern. Wie dies dennoch möglich war, ist derzeit unklar. Einen interessanten Artikel, der versucht hat, dies aufklären, gibt es bei The Block. Mit dem Tool von Chainalysis ließ sich laut Shin nachvollziehen, dass die Token in weiterer Folge an vier Börsen gesendet wurden. Hier wäre man nun angestanden – allerdings bestätigte ein Mitarbeiter einer dieser Börsen gegenüber einem Informanten von Shin (nicht gegenüber Shin selbst!), dass die Token dann an einen Node der Privacy-Coin Grin weitergesendet wurden, der mit Hönisch assoziiert sei. 

Der langen Rede kurzer Sinn: Nachprüfen lassen sich Shins Rechercheergebnisse von außen nicht. Shin behandelt seit 2013 als Reporterin und später auch als Podcasterin Bitcoin und Krypto-Themen. Bei Forbes war sie eigenen Angaben zufolge die erste Reporterin bei einem US-Mainstream-Medium, die ausschließlich über Kryptowährungen berichtete. Sie gilt grundsätzlich als seriöse Journalistin. Ob man den Recherchenergebnissen vertraut, muss natürlich jeder selbst für sich entscheiden.

Bitpanda übernimmt britisches Startup und könnte an Kooperation mit N26 arbeiten

Die Fakten: Gleich zwei größere News gab es diese Woche von Bitpanda. Am Dienstag wurde bekannt, dass das Wiener Trading-Fintech das britische Startup Trustology übernimmt. Das Unternehmen mit Sitz in London ist auf Verwahrungslösungen im Krypto- und Decentralized-Finance-Bereich spezialisiert. Bitpanda soll dafür laut The Block einen “signifikanten” zweistelligen Dollar-Millionenbetrag hingelegt haben. Trustology wird nun in “Bitpanda Custody” umbenannt. 

Bereits einen Tag zuvor hatten FinanceForward und Finanz-Szene.de berichtet, dass die Neobank N26 bei ihrem geplanten Krypto-Angebot mit Bitpanda zusammenarbeiten werde. Die beiden Finanzmedien beriefen sich dabei auf Insider, N26 und Bitpanda wollten die Informationen weder bestätigen noch dementieren.

Der Kontext: Dass N26 ein Kryptoangebot für seine Kundinnen und Kunden plant, ist schon länger bekannt. Bitpanda wiederum ist im Vorjahr mit der “White Label”-Lösung gestartet, die es beispielsweise Banken und Fintechs ermöglicht, ihren Kunden dieselben digitalen Assets wie Bitpanda anzubieten – im eigenen Branding. Eine Zusammenarbeit scheint da geradezu aufgelegt. 

Allerdings schien es zunächst, dass sich N26 für einen anderen Weg entscheiden würde. Im Oktober 2021 hatte ebenfalls FinanceForward berichtet, dass die Neobank sich zwar “bei anderen Fintechs umgehört” habe, sich letztlich aber für eine Eigenentwicklung entschieden habe und sich dazu in Serbien bei einer Entwicklerfirma beteiligt habe. Dies scheint sich nun nicht zu bestätigen.

Allerdings ist es kein Geheimnis, dass die technische Entwicklung eines solchen Angebots alles andere als trivial ist. Nicht ausgeschlossen ist daher, dass N26 zunächst versucht hatte, das Krypto-Feature selbst zu entwickeln, dann aber davon abgekommen ist, weil es sich abzeichnete, dass es zu komplex oder zu teuer werden würde. Disclaimer: Das ist eine reine Mutmaßung, möglicherweise war es auch von Anfang so geplant. Wie dem auch sei, man darf gespannt sein auf die weiteren Entwicklungen.

Weitere News diese Woche:

  • die geplante Geldwäsche-Behörde Alma könnte auch die Aufsicht über Krypto-Finanzunternehmen übernehmen. Zum Artikel geht’s hier.
  • Mit Cherry Ventures und Sequoia Capital kündigten zwei Venture-Capital-Gesellschaften neue Krypto-Fonds an. Mehr Infos gibt’s hier.
  • On-Chain-Analyst Jan Wüstenfeld war im Podcast “Was Bitcoin bringt” zu Gast. Er hält den Bitcoin-Bullenmarkt für intakt. Zum Artikel geht’s hier.

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Die diesjährigen Nominierten des "Innovator of the Year" in der Kategorie Scaleups. | © brutkasten

Erfolgreiche Skalierung ist das Ziel jedes Startups. Bekanntlich schaffen das bei weitem nicht alle, doch auch hierzulande wird die Gruppe jener, denen der Sprung zum starken Wachstum gelungen ist, immer größer – und das auch unter bekanntlich teils widrigen Bedingungen.

Auch dieses Jahr schafften wieder einige heimische Unternehmen den Schritt vom Startup zum Scaleup und legten beeindruckende Wachstumsstorys vor. Und einige bereits etablierte Scaleups zeigten eindrücklich, dass ihre Wachstumsambition ungebrochen ist.

Zehn davon holen wir als Nominierte für den Innovator of the Year in der Kategorie Scaleups vor den Vorhang. Der Preis wird heuer zum 6. Mal vergeben. Am 5. November findet die feierliche Award Ceremony im Rahmen des brutkasten-Jahresevents Momentum im Wiener Palais Berg statt. Neben der Kategorie Scaleups wird der Award dieses Jahr in den Kategorien Startups und Corporate Innovation vergeben. Als Preis in allen drei Kategorien winkt jeweils ein brutkasten-Medienpaket im Wert von 4.100 Euro.


Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch Polestar unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Scaleups“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).

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Emerald Horizon

Das Emerald-Horizon-Management (vl.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf
Das Emerald-Horizon-Management (v.l.) Mario J. Müller (Vice President R&D), Philipp Pölzl (Vice President Operations) und Florian Wagner (CEO) | © Wolf

Auffallen ist gewiss eine der Stärken des Grazer Scaleups Emerald Horizon – sei es mit ausgerechnet diesem Produkt, Small Modular Reactors, im traditionell extrem atomkraftkritischen Österreich, mit Personalentscheidungen wie Ex-FPÖ-Chef Norbert Hofer oder mit dem dieses Jahr erfolgten ungewöhnlich frühen Börsengang. An der Wiener Börse wird das Unternehmen jedenfalls mittlerweile seit Monaten jenseits der Milliarden-Euro-Grenze bewertet und kann damit – je nach Definition – als Österreichs jüngstes Unicorn gesehen werden. Für die Entwicklung des Unternehmens gewiss noch entscheidender: Im August verkündete man, gemeinsam mit dem niederländischen Partner VDL Groep in die nächste Entwicklungsstufe des Small Modular Reactors zu gehen.

Enpulsion

Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion
Enpulsion-Gründer und -CEO Alexander Reissner | (c) Enpulsion

Das niederösterreichische SpaceTech-Scaleup Enpulsion rund um Gründer Alexander Reissner liefert Antriebssysteme für Nano- und Mikrosatelliten. Zu Jahresbeginn sicherte sich das Unternehmen eine 22,5 Millionen Euro schwere Series-B-Finanzierung, um die Produktionskapazitäten am Standort Wiener Neustadt deutlich zu erhöhen. Im August 2026 verkündete Enpulsion zudem die geplante strategische Übernahme der britischen Lift Me Off Ltd, um das eigene Produkt-Portfolio um chemische Antriebe für besonders agiles Manövrieren im Weltraum zu erweitern. Zusätzlich steht für diesen Herbst ein zentraler Meilenstein an: ein Orbit-Test der neuartigen Antriebstechnik an Bord des heimischen Satelliten AT-Astra.

fiskaly

fiskaly - das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly
fiskaly – das Gründerteam Simon Tragatschnig (COO), Johannes Ferner (CEO) und Patrick Gaubatz (CTO) | (c) fiskaly

Das 2019 gegründete Wiener Unternehmen fiskaly von Johannes Ferner, Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz macht Kassentransaktionen cloudbasiert und gesetzeskonform. Die Zahlen sprechen für sich: 60 Prozent Wachstum im vergangenen Geschäftsjahr, profitabel, mehr als 150 Mitarbeitende, rund 1.900 B2B-Kund:innen mit über einer Million POS-Systemen in acht EU-Ländern und Marktführerschaft in Deutschland. Im September folgte der nächste Schritt vom Scaleup zum Infrastrukturanbieter: Mit David Feichter holte fiskaly den Ex-CEO von orderbird als Co-CEO an Bord, ausgerechnet jenen Mann, der 2019 als allererster Kunde den Deal mit Ferner verhandelt hatte. Feichter verantwortet den operativen Betrieb, Ferner konzentriert sich auf Partnerschaften und weitere Akquisitionen in Europa.

Flinn AI

Das Founder-Team von Flinn | © Flinn
Das Founder-Team von Flinn | © Flinn

Das 2023 gegründete Scaleup von Gründer Markus Müller entwickelt eine KI-gestützte Software, die regulatorische und qualitative Prozesse für MedTech- und Pharmaunternehmen automatisiert. Im Februar 2026 sorgte das Unternehmen mit einem Series-A-Investment von 20 Millionen Dollar für Aufsehen. Mit dem frischen Kapital treibt das Scaleup in diesem Jahr die gezielte Expansion auf dem US-Markt voran, um sich weltweit als Standard für regulatorische KI-Prüfungen im Gesundheitsbereich zu etablieren. Zudem plant man eine erste eigene Kund:innenkonferenz, die über 200 internationale MedTech-Entscheider:innen nach Wien bringen soll.

fonio.ai

fonio.ai-Co-Founder Daniel Keinrath (CEO, l.) und Matthias Gruber (CTO) | (c) fonio.ai

Wenn bei einem KMU niemand ans Telefon geht, übernimmt fonio.ai: Die KI-Agenten des erst 2024 gegründeten Wiener Startups von Daniel Keinrath und Matthias Gruber führen inzwischen rund zwei Millionen Anrufe pro Monat für über 7.000 Kund:innen. Im Juni schloss man eine Seed-Runde über 14,6 Millionen Euro ab, angeführt vom Londoner Fonds 20VC bei einer Bewertung von 120 Millionen Euro, ohne offiziellen Fundraise und ohne Pitch Deck. Im August knackte fonio.ai die Marke von zehn Millionen Dollar ARR – später folgte im Oktober die Marke von 15 Millionen Dollar. Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt laut Keinrath inzwischen von außerhalb der DACH-Region, im September eröffnete das Startup unter anderem sein Büro in Barcelona als Hub für Südeuropa.

Helferline

v.l.: Die Helferline-Gründer Clemens Schmidgruber und Alexander Niederhofer mit CTO Janko Glavić | (c) Helferline

Es ist eine Geschichte, wie sie nur die Startup-Welt schreiben kann: Vor mehr als zehn Jahren gegründet, konnte Helferline über lange Zeit zwar eine ganze Zahl namhafter Referenzen vorweisen, der wirtschaftliche Durchbruch blieb aber aus. Das änderte sich im Laufe der vergangenen Monate drastisch: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg Hansi Hansmann als Investor ein. Seitdem holte man Großaufträge vom deutschen Telekom-Riesen O2, von Asus, von Starlink und weiteren. Aktuell befindet sich das Wiener Scaleup auf einem steilen Wachstumskurs und macht nach eigenen Angaben monatliche sechsstellige Gewinne.

Neoh

v.l.n.r.:  Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh
v.l.n.r.: Die Neoh-Gründer Adel Hafizovic, Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik | (c) Neoh

Das Wiener Scaleup von Manuel Zeller konnte mit Süßigkeiten, die auf dem selbst entwickelten, kalorienarmen Zuckerersatzstoff Zero+ basieren, mittlerweile eine große Fangemeinde aufbauen, die auch über die Grenzen Österreichs hinausgeht. Auch machte, Stand April 2026, das B2B-Geschäft bereits rund 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus, mit steigender Tendenz, wie Zeller erklärte. Dies und auch die Entwicklung einer gelungenen Bueno-Alternative sorgten dafür, dass eine Investmentgesellschaft aus Luxemburg namens Teseo Capital ins Scaleup einstieg. Dahinter steht die italienische Familie Ferrero, die mit Marken wie Nutella, Kinder und Ferrero Rocher den Süßigkeitenmarkt dominiert.

ParityQC

Die beiden CEOs von ParityQC: Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser. | © Günther Egger

Das Innsbrucker Quantenunternehmen ParityQC von Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser hat allein im heurigen Jahr einen 35-Mio.-Deal für den Bau eines mobilen Quantencomputers für das deutsche Verteidigungsministerium ergattert und im Rahmen der „EUREKA-Ausschreibung Deutschland-Israel“ eine Kooperation mit dem israelischen Quantensoftware-Spezialisten Classiq gestartet. Zudem lieferte es im April einen deutlichen Beleg dafür, dass europäisches Quantencomputing den Sprung aus dem Labor in die Industrie geschafft hat. Gemeinsam mit IBM stellte man einen neuen Weltrekord bei der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) auf. Konkret wurde dabei die bislang größte jemals gemessene QFT auf einem IBM-Quantum-Heron-Prozessor realisiert, mit 52 supraleitenden Qubits statt der bisherigen 27 Ionenfallen-Qubits.

Reploid

Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz
Jonas Finck und Philip Pauer, Vorstände der Reploid Group AG | (c) Reploid / Stefan Beiganz

Kein anderes heimisches Scaleup schaffte es dieses Jahr, in einer derartigen Regelmäßigkeit für Schlagzeilen zu sorgen. Das seit 2025 an der Wiener Börse gelistete Welser Insektenzucht-Unternehmen baute seine Führungsebene aus, eröffnete neue Expansionsmärkte, präsentierte neue Kund:innen, verkündete eine Übernahme und holte sich einen achtstelligen Wachstumskredit. Wiewohl die Geschäftszahlen bei genauerer Betrachtung etwas komplexer sind, als vom Scaleup dargestellt, steht fest: Reploid ist weiter voll auf Wachstumskurs. 

waterdrop

Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop
Die waterdrop-Gründer v.l.n.r: Christoph Hermann, Martin Murray, Henry Murray | (c) waterdrop

Das Wiener Scaleup waterdrop von Henry Murray, Martin Murray und Christoph Hermann holte sich im Mai ein 100-Millionen-Euro-Investment. Zu den Investor:innen dieser Runde zählten Aspeya, Atlantic Grupa und der alpine Ski-Weltcup-Champion Aleksander Aamodt Kilde. Schon im Jänner dieses Jahres verkündete das Scaleup seine Profitabilität. Zudem übernahm Jristian Cruz Limsico die Rolle des Global Creative Director, der seit 2017 die visuelle Identität des Modehauses Karl Lagerfeld prägte. Er verantwortet nun die weltweite Markenidentität des Unternehmens.

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