31.07.2023

CryptIT: “Die SPÖ-Wahlpanne zeigt, dass es verlässliche Tools für die Durchführung von Wahlen braucht”

Das Wiener Startup CryptIT möchte mit Blockchain-Technologien mehr Cybersicherheit für Unternehmen schaffen. Das Gründertrio unterstützt seine Kund:innen dabei, das volle Potenzial der Blockchain-Technologie auszuschöpfen.
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Das CryptIT Gründer-Team. ©Nurnicole

Cybersecurity, Blockchain und Co – spätestens mit dem jüngsten Krypto-Hype haben diese Begriffe breiten Einzug in die Gesellschaft gehalten. Dennoch kann ein Großteil der Unternehmen mit diesen Technologien wenig anfangen. Genau das möchte das Wiener Startup CryptIT ändern, indem es Unternehmen dabei unterstüzt, Blockchain-Technologien im Geschäftskontext einzusetzen. Die Gründer Mahmoud Salem, Scharief Salem und Robert Tatrai verfolgen das Ziel, Blockchain-Technologie und IT-Sicherheit in verschiedene Branchen zu integrieren. 

“In einer immer stärker digitalisierten Gesellschaft ist es essenziell, dass unsere digitale Daten unveränderbar sind. Mit Blockchain-Technologien können wir sicherstellen, dass gespeicherte Daten oder Informationen unverändert bleiben. Wir müssen auch keine Löschung oder Änderungen von Dritten befürchten. Das ist ein wesentlicher Punkt, gerade wenn es um die Automatisierung von Prozessen im Unternehmen geht“, sagt Scharief Salem, Mitgründer und Chief Technology Officer (CTO) von CryptIT.

Wilder Westen in der Krypto- und Blockchain-Szene

Die Idee zu CryptIT hatten die Gründer, als sie erkannten, dass es in der Krypto- und Blockchain-Szene an profesionellen Lösungen fehlt, die Ordnung und Sicherheit in ein sich ständig veränderndes Ökosystem bringen. “Wir kennen den Krypto-Bereich gut, vor allem den Bereich der Blockchain-Technologie. Es wurde uns rasch klar, dass in diesem Bereich ein Art ‚Wilder-Westen-Feeling‘ herrscht”, erklärt der Co-Founder. 

Das im Jahr 2022 gegründete Startup hat bereits zahlreiche Lösungen entwickelt, darunter ein Geldwäsche-Tool für die Rechtsanwaltskammer Wien und eine Softwarelösung zur Durchführung von Vorwahlen mit höchsten Datenschutzstandards für NEOS. “Gemeinsam mit den NEOS haben wir seit Ende 2022 eine neue Wahlplattform entwickelt, mit der alle Mitglieder:innen transparent an verschiedenen Vorwahlen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene teilnehmen können. Die Wahlpanne der SPÖ zeigt, dass es verlässliche Tools braucht, um Wahlen transparent durchzuführen und menschliches Versagen zu vermeiden”, sagt Salem. 

CryptIT hilft  bei der Umsetzung der EU-Richtlinie zur IT-Sicherheit

Die Anwendungsbereiche von Blockchain im Business-Kontext reichen laut dem CTO von Smart Contracts über Identitätsverwaltung bis hin zum Einsatz im Supply-Chain-Management. So können Blockchain-basierte Lösungen die Cybersicherheit im Betrieb erhöhen oder Transparenz in Lieferketten schaffen.  “Unser Ziel ist es, Blockchain-Technologie als Business-Technologie zu etablieren und den Mehrwert aufzuzeigen. Unsere Services tragen zu mehr Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Unternehmen bei”, so der CTO.

Das Thema Cybersicherheit hat laut Robert Tatrai an Dringlichkeit gewonnen: “Im Jänner ist die EU-Richtlinie zur IT-Sicherheit in Kraft getreten. Bis Herbst 2024 müssen Unternehmen die entsprechenden Maßnahmen umsetzen. Hier bieten wir unseren Kunden ein Full-Service von der Beratung bis zur Umsetzung an, um die notwendigen Schritte rechtzeitig einzuleiten“, so der COO von CryptIT. 

CryptIT möchte Sicherheitslösungen für Smart-Home-Geräte entwickeln

Darüber hinaus arbeitet das CryptIT-Team derzeit daran, den Smart-Home-Markt um innovative State-of-the-Art-Lösungen zu erweitern. Die Gründer sind bestrebt,  ihre Kund:innen durch den Einsatz modernster Technologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und Machine Learning beim Digitalisierungsprozess mit höchsten Sicherheitsstandards zu begleiten. 

“Uns ist es wichtig, eine kommunikative Schnittstelle zwischen Techniker:innen und Kund:innen einzunehmen, um komplexe Blockchain-Lösungen professionell, aber auch verständlich und zugänglich für unsere Kund:innen zu entwickeln”, so Salem. 

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Lebensstimmen
Der Fabertar | © Lebensstimmen/Screenshot

Vor rund einem Monat gab das Grazer Startup Lebensstimmen den Einstieg von Motorsportlegende Helmut Marko als Investor bekannt – brutkasten berichtete. Nun präsentierte man seine KI-basierte Plattform und hat dabei weitere prominente Unterstützung.

Lebensstimmen als Vorsorge

Das von Markus Pinter, Philipp Berkessy und Lukas Stern gegründete Startup versteht sich als ein Vorsorgeprodukt, das zu Lebzeiten abgeschlossen wird und für den Tod und darüber hinaus wirkt. Menschen können zu Lebzeiten ihre eigene Grußbotschaft oder „letzte Rede“ gestalten, in eigener Stimme, mit eigenen Inhalten, Musik und Bildern. Angehörige sollen nach einem Todesfall zudem eine digitale Trauerrede erstellen können.

Insgesamt umfasst das Angebot vier Produkte: die „Grußbotschaft“, „Meine letzte Rede“, einen neutralen „KI-Trauerredner“ sowie das Format „Aus Sicht der Familie“.

Vertrieben werden soll über Bestattungsunternehmen, Vorsorgeversicherer, Institutionen und Medienpartner im Lizenz- und White-Label-Modell. Die rechtliche Architektur der Plattform wurde gemeinsam mit Scherbaum Seebacher Rechtsanwälte entwickelt. Technologiepartner ist BLCKs AI.

Fabertar schenkt Worte her

Neben Marko unterstützt nun auch Dompfarrer von St. Stephan, Toni Faber, Lebensstimmen in Fragen von Trauer und Abschied mit einem neuartigen Angebot. Mit dem „Fabertar“ präsentiert das Startup einen gemeinsam mit ihm entwickelten und klar als KI gekennzeichneten Trauerredner. Dieser soll keine Seelsorge ersetzen, sondern Worte schenken, wo sie gewünscht werden oder wo kein Redner verfügbar ist.

„Ich begleite viele Menschen im Abschied. Oft ist das, was ungesagt bleibt, am schwersten. Wenn Technik hilft, liebevolle Worte zu bewahren, dient sie dem Menschen und dem Trost. Genau das ist der Gedanke hinter dem ‚Fabertar‘. Er soll niemanden ersetzen“, sagt Faber.

Marktstart Anfang 2027

Und Lebensstimmen-Geschäftsführer Berkessy ergänzt: „Jeder Mensch hat Worte, die bleiben sollen. Mit Lebensstimmen machen wir Vorsorge erstmals persönlich, digital und rechtssicher. Heute beginnt eine neue Abschiedskultur, und sie beginnt in Österreich.“

Nach der offiziellen Vorstellung der Plattform, der dazugehörigen Lebensstimmen-Produkte und dem aktuellen Launch der Website erfolgt in einem nächsten Schritt. Der Marktstart ist für Q1 2027 geplant und soll sowohl österreichweit als auch global erfolgen.

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