Lenkrad- und pedallose autonome Autos vor Massenproduktion in USA
Eine entsprechende Genehmigung werde man in den kommenden Tagen erhalten, heißt es von der General Motors-Tochter Cruise, die bereits eine Robotaxi-Flotte in San Francisco betreibt.
Hierzulande sind autonome Fahrzeuge noch in sehr eingeschränktem Ausmaß unterwegs. In den USA (und etwa auch in China) sieht die Sache aber anders aus. Erst kürzlich bekamen die General Motors-Tochter Cruise und die Google-Schwester Waymo grünes Licht für den uneingeschränkten Regelbetrieb ihrer Robotaxi-Flotten in San Francisco (es wurde allerdings danach von der Stadt versucht, die Umsetzung doch noch abzuwenden). Die autonomen Fahrzeuge dürfen nun rund um die Uhr ohne Sicherheitsfahrer:in kommerziell Personen befördern. Was sie bisher trotzdem haben, sind Lenkrad und Pedale.
Cruise CEO: „Nur noch wenige Tage von der letzten behördlichen Genehmigung entfernt“
Doch das könnte sich bald ändern. Wie das US-Magazin TechCrunch berichtet, steht Cruise wahrscheinlich unmittelbar vor der Bewilligung seines lenkrad- und pedallosen autonomen Autos „Origin“. „Wir testen es, und nach dem, was wir [von der National Highway Traffic Safety Administration] gehört haben, sind wir nur noch wenige Tage von der letzten behördlichen Genehmigung entfernt, die es uns ermöglichen würde, mit der Produktion zu beginnen und diese Fahrzeuge fast sofort auf die Straße zu bringen“, sagte demnach CEO Kyle Vogt diese Woche bei einer Investor:innen-Konferenz von Goldman Sachs.
Der Cruise „Origin“ von außen… | (c) Cruise
Behörde: „Weder eine Entscheidung getroffen, noch eine Frist gesetzt“
Bei einer Anfrage von TechCrunch bei der genannten Behörde wurde die Aussage allerdings nicht bestätigt. Von dort heiße es, „dass weder eine Entscheidung über die Bewilligung oder Ablehnung des GM-Antrags getroffen wurde, noch eine Frist für eine solche Entscheidung gesetzt wurde“. Allerdings werde nicht nur von Cruise noch im September eine generelle Behörden-Entscheidung zugunsten lenkrad- und pedalloser Fahrzeuge erwartet, wird im US-Magazin betont. Auch Amazon testet mit „Zoox“ bereits ein derartiges Modell.
…und von innen | (c) Cruise
„Origin“ baute erst kürzlich Unfall bei Test
Der „Origin“ von Cruise wird ebenfalls bereits längere Zeit getestet. Auch in San Francisco wurden schon Fahrzeuge bei Testfahrten gesichtet. In der texanischen Hauptstadt Austin kam es bei so einer Fahrt erst vor einigen Wochen zu einem Zwischenfall, bei dem ein solches Fahrzeug in eine Trafo-Station krachte. Weil es nicht von Menschen bedient bzw. auch nur gelenkt werden kann, musste es von einem Abschlepp-LKW wegbefördert werden.
Polytender: Die weltweit größte Ausschreibungsplattform soll aus Wien kommen
Die Run-Labs-Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer, bekannt u. a. für den KI-Kindergeschichten-Generator Oscar Stories, bringen ein neues Produkt auf den Markt. Polytender soll Unternehmen die Suche nach staatlichen Ausschreibungen vereinfachen. Gelauncht wurde die Plattform im August.
Polytender: Die weltweit größte Ausschreibungsplattform soll aus Wien kommen
Die Run-Labs-Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer, bekannt u. a. für den KI-Kindergeschichten-Generator Oscar Stories, bringen ein neues Produkt auf den Markt. Polytender soll Unternehmen die Suche nach staatlichen Ausschreibungen vereinfachen. Gelauncht wurde die Plattform im August.
Die beiden Polytender-Gründer Matthias Neumayer und Dima Rubanov | (c) Vlad Dobre
„Dream Big“ passt wohl auch zu Polytender. Die beiden Gründer Dima Rubanov und Matthias Neumayer haben sich zum Ziel gesetzt, sie zur größten Ausschreibungsplattform der Welt zu machen. Die beiden Wiener sehen großes ungenutztes Potential in öffentlichen Ausschreibungen. „Behörden vergeben in der EU jedes Jahr Aufträge im Wert von zwei Billionen Euro“, sagt Co-Founder Dima Rubanov im brutkasten-Gespräch.
Diese seien auf Hunderte Portale verteilt. Viele Unternehmen wüssten schlicht nicht, welche Aufträge sie gewinnen können, wodurch viele Ausschreibungen oftmals nur ein einziges Angebot hätten. Dabei sei die staatliche Beschaffung eine große Möglichkeit für Unternehmen. „SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren. Man vergisst oft, wie wichtig dieses Thema eigentlich ist“, sagt Rubanov. Ihre neue Plattform Polytender soll das nun ändern und die Suche nach öffentlichen Ausschreibungen erleichtern – in der gesamten EU.
Startup-Studio „Run Labs“
Die Gründer sind in der Szene keine Unbekannten. Rubanov und Matthias Neumayer entwickelten in den letzten Jahren Produkte wie Oscar Stories, die kindgerechte KI Lora oder den Dokumente-Erklär-Chatbot FragDasPDF. Alles läuft unter dem Startup-Studio Run Labs zusammen.
SpaceX würde ohne die öffentliche Hand nicht existieren.
Dima Rubanov, Co-CEO von Run Labs
400 Unternehmen in zwei Monaten
Ihre neueste Plattform, Polytender, wurde im August gelauncht und soll seitdem über 400 registrierte Unternehmen auf der Plattform gewonnen haben. Einige davon sind laut den Geschäftsführern noch Pilotkunden, es gebe aber auch bereits um die dreißig reguläre Abnehmer wie Helferline oder AV-Professional.
„Polytender beschleunigt unseren Prozess in der Suche, Bewertung und Abwicklung von Ausschreibungen wesentlich. Die dadurch freigesetzten Ressourcen können optimal eingesetzt werden“, sagt David Knapp, CEO der AV-Professional GmbH.
Eine „signifikante Zeitersparnis“
Die erhöhte Geschwindigkeit sei einer der großen Benefits, die Polytender für Firmen aufweise. „Gerade bei der Suche bieten wir für Unternehmen eine signifikante Zeitersparnis. Das funktioniert schon über alle EU-Länder und ein paar weitere Länder hinweg“, erklärt Rubanov. Neben den 27 EU-Staaten operiert Polytender auch in den USA, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien und bündle so über 300 Vergabeportale. Die Plattform vereinfacht es den Unternehmen, Ausschreibungen überhaupt zu finden und daran teilzunehmen. Alles mit KI-Unterstützung.
KI-nativ als Alleinstellungsmerkmal
Ein Matching-Algorithmus gleicht neue Ausschreibungen sprachübergreifend mit Suchprofilen ab. Noch im November soll es auch eine KI-Zusammenfassung und eine Bid-Einschätzung geben. „Wir werden dann KI-Agenten haben, die riesige Datenmengen durchforsten, zusammenfassen und für den User personalisiert aufbereiten. Dadurch muss man nicht 100 Seiten lesen, um zu wissen, ob man sich bewerben soll oder nicht“, erklärt Neumayer.
Das Besondere: Polytender funktioniert KI-nativ. Jede Ausschreibung lässt sich direkt aus KI-Assistenten wie Mistral, Claude, ChatGPT und Microsoft Copilot durchsuchen. Unternehmen können dadurch eigene Ausschreibungs-Agenten bauen und so passende Aufträge finden und bewerten.
„Wir sind der Meinung, dass in einer AI-Agent-Zukunft weniger Interfaces notwendig sein werden. Deshalb haben wir alle App-Funktionen auch für Agents zugänglich gemacht“, erklärt Neumayer und ergänzt: „Wir haben auch Kunden, die ihre eigenen internen Agents haben, die wiederum mit ihren eigenen Daten angereichert sind. Diese Daten können sie dann mit unseren Daten aus öffentlichen Ausschreibungen, aus Dokumenten etc. verbinden und in ihre eigenen Abläufe einbauen.“
Die europäische Lösung, Datenschutz etc.
Wichtig sei den beiden Wienern, die sich bereits seit ihrer Schulzeit kennen, eine europäische Lösung anzubieten. „Wer unsere LinkedIn-Aktivitäten kennt, weiß, dass wir sehr pro-europäisch denken und uns auch europäische Souveränität wichtig ist. Wir sind auch der Meinung, dass diesbezüglich gerade die öffentliche Beschaffung ein großer Hebel wäre, der underused ist“, sagt Neumayer.
Auch bezüglich Datenschutz haben Rubanov und Neumayer klare Vorstellungen. „Wir hosten alles auf Hetzner, einem Server in Deutschland. Unsere KI-Modelle laufen auf europäischer Infrastruktur. Wir passen sehr auf, dass kein Abfluss von Daten entstehen kann. Wir sind auch DSGVO-konform“, sagt Rubanov.
Die All-in-Tender-Lösung
Rubanov und Neumayer denken die Plattform bereits weiter. Sie wollen nämlich nicht nur die Abläufe auf der Bieterseite vereinfachen, sondern auch auf der Vergabeseite. „Unsere große Vision ist es, eine All-in-one-Tender-Plattform zu haben. Sie soll auf der Bieterseite die Suche nach Aufträgen und Unterlagenerstellung und auf der Auftraggeberseite die Erstellung der Ausschreibungsunterlagen abdecken“, sagt Neumayer. Sie können sich auch vorstellen, Ausschreibungen von Unternehmen auf Polytender zu veröffentlichen, wobei der Fokus auf staatlichen Ausschreibungen liege. Diese „Vision“ wolle man noch im ersten Quartal 2027 umsetzen.
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