28.07.2015

Crowdfunding-Projekt „Macondo blüht auf“ knüpft Integration an Urban Gardening

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© Diakonie Flüchtlingsdienst: Das Projekt Macondo blüht auf ist ein Vorzeige-Integrations-Projekt.

Macondo. So heißt ein Dorf mitten in der Stadt. Im elften Gemeindebezirk in Wien leben an dem Ort, wo Urbanität gerade aufhört, aber ländliche Atmosphäre noch nicht spürbar ist, Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern zusammen. Markiert durch die Straßenzüge Margetinstraße, Landwehrgasse und Artillerieplatz, befindet sich ein Wohngebiet der besonderen Art. Eben dort will man zeigen, dass unterschiedliche Kulturen an einem Fleck miteinander auskommen können.

„Macondo blüht auf„, so heißt ein Gardening-Projekt, das aktuell auf crowdfunding.at mit Hilfe der ES GEHT! Initiative der BAWAG P.S.K Spenden sammelt, um wieder mehr Lebensqualität dorthin zu bringen. Denn, wenn man nach Macondo fährt, will man gleich wieder weg. Weit weg vom Schuss wirkt die Gegend eher lieblos und leer, statt fröhlich und bunt. Eher wie ein Industriegelände, denn ein Ort mitten im schönen Wien. Aber „Macondo blüht auf“ ist dabei, das zu ändern. Das Wohngebiet soll „aufgehübscht“ werden, um dabei gleichzeitig zu beweisen, wie viel getan werden kann, wenn alle zusammen an einem Strang ziehen: Jene, die Hilfe brauchen mit denen, die unterstützen können. „Das Projekt „Macondo blüht auf“ ist ein Vorzeigeprojekt, was Integration betrifft“, meint Patrick Zaunfuchs, einer der Projektinitiatoren von Seiten der BAWAG P.S.K.

Das Konzept: Durch gemeinsames Gärtnern und das Zusammen-Arbeiten am sozial-kreativen Projekt wird ein Miteinander geschaffen. Eine Zusammengehörigkeit – unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion.

Ausgangspunkt ist das Gemeinwesenbüro BASIS Zinnergasse, eine Einrichtung des Diakonie Flüchtlingsdienstes, das die „Macondianer“ unterstützt. Das sind zu einem großen Teil etwa zugewanderte Drittstaatangehörige, Asylberechtigte, zugewanderte EU-Bürger sowie Österreicher mit nicht deutscher Muttersprache, die dort Unterkunft gefunden haben. Hier wohnen seit den 70er Jahren Menschen, die aus Chile geflüchtet sind.  Seit den 90ern sind Menschen aus Ex-Jugoslawien dazu gekommen – und seit einem Jahr viele Familien aus Syrien.

Gemeinsam den Garten zu pflegen, ist eine lohnende Herausforderung für das Stadtviertel, meint die Diakonie. „Ein grundsätzliches Bewusstsein für gesunde und umweltfreundliche Lebensweise bringt nicht nur die Beete zum blühen! Integration geht nur gemeinsam“, ist man überzeugt. Und das Konzept hat auch die ES GEHT! Initiative überzeugt.

„Die ES GEHT! Initiative der BAWAG P.S.K. hat uns ein Crowdfunding Projekt ermöglicht, das mittels „urban gardening“ das Zusammenleben hier in der Siedlung bereichern wird“, erklärt Carina Pachler, Projektleiterin der Diakonie in der Flüchtlingssiedlung Macondo.

Es wurde bereits gestartet und das Konzept erfolgsversprechend ausprobiert: „Derzeit „garteln“ 30 Familien aus Afghanistan, Syrien, Nepal, und Pakistan miteinander und Gewürze aus aller Welt, die man sonst hier nicht kaufen kann, sprießen bereits in großer Fülle“, so Pachler stolz. „Das Crowdfunding wird es uns ermöglichen, jetzt von Mai bis September gemeinsame Aktivitäten zu den Themen Gesundheit und Umwelt im Garten zu verstärken. Dadurch bekommen die Nachbarn mehr miteinander zu tun. Es geht darum, dass sie ihre Umgebung gemeinsam gestalten“

Im Rahmen des Projekts, für das Unterstützer gesucht werden, sollen Workshops und Veranstaltungen stattfinden. Themen sind etwa Gesundheit, Umwelt, Mülltrennung, Ernährung und Sport. Beim gemeinsamen Gärtnern werden Nachbarschaftsgärten bepflanzt und zum Blühen gebracht, Obst und Gemüse geerntet, sowie die internationale Küche zusammen „erkocht“. Am Ende soll ein interkulturelles Kochbuch entstehen mit unterschiedlichsten Gerichten.

Für alle diese Vorhaben werden allerdings Materialen benötigt, für die das Geld fehlt: Werkzeuge, Erde, Pflanzen, Sportgeräte, Mülltrennungs-startersets, aber auch Personal für die Workshops.

Unterstützung wird dringend benötigt, aktuell steht das Projekt bei knapp 1.900 Euro, die Fundinggrenze liegt allerdings bei 6.000 Euro. 68 Tage läuft die Crowdfunding-Aktion noch. Wenn man mit einem Geldbetrag das Projekt unterstützt, warten spezielle „Dankeschöns“ auf einen.

DerBrutkasten hat bei der BAWAG P.S.K nachgefragt, wieso man „Macondo blüht auf“ via Crowdfunding eine zusätzliche Plattform bietet. Gesprächspartner Patrick Zaunfuchs war einer der ersten Unterstützer des Projekts aus dem ES GEHT! Team der BAWAG P.S.K. Er beantwortet, was an dem Projekt so besonders ist. Zaunfuchs ist auch einer der Initiatoren der Crowdfunding-Plattform der BAWAG P.S.K.

Du warst von BAWAG P.S.K.-Seite aus einer der ersten Befürworter des MACONDO-Projekts. Was hat dich daran so fasziniert?

Das Projekt „Macondo blüht auf“ wurde über unsere Sponsoringkollegen an uns herangetragen. Schon beim ersten gemeinsamen Treffen hat uns das Macondo-Team mit der Freude und dem Elan angesteckt, das es spürbar auch in die tägliche Arbeit steckt. Die Zielvorstellungen vom Macondo-Team waren

gut durchdacht und es hat auch bereits ein konkretes Konzept gegeben. Wichtig ist uns insbesondere, dass es attraktive Rewards und einen umfassenden Kommunikationsplan von Seiten des Projektinitiators gibt.

Patrick_Foto

Wovon hängt denn der Erfolg eines Projektes ab – am Beispiel Macondo?

Markus Ogris – mit dem ich Crowdfunding aus einem Traineeprogramm heraus dank toller Unterstützung von allen Seiten bankintern realisiert habe – und ich versuchen stets, den Projektinitiatoren die Wichtigkeit des Faktors Kommunikation mit auf den Weg zu geben. Natürlich versuchen wir als BAWAG P.S.K. so gut wie möglich unser Netzwerk einzubringen, aber der Erfolg des Projekts hängt sehr stark davon ab, ob es der Projektinitiator schafft, seine Community abzuholen und zum Unterstützen zu bringen.

Bei Macondo ist dies gegeben und so werden beispielsweise Pressemitteilungen verschickt, das Fernsehen zu einem Upcycling-Workshop eingeladen oder es wird fleissig unter #macondobluehtauf berichtet.

Wieso meintest du, dass MACONDO ein passendes Projekt für die Crowdfunding Plattform der BAWAG P.S.K. sein sollte?

„Macondo blüht auf“ ist ein Projekt der Diakonie Österreich, mit der die BAWAG P.S.K. schon seit langem zusammenarbeitet. Die BAWAG P.S.K. möchte mit der Initiative ES GEHT! Ideen fördern, zu mehr Zivilcourage aufrufen und insbesondere dafür Sorge tragen, dass wieder vermehrt gemeinschaftliches Engagement gelebt wird. Wir haben mit ES GEHT! und www.crowdfunding.at die Möglichkeit, soziale und kreative Projekte wie das Macondo auf eine Plattform zu heben und so vielen Menschen näherzubringen.

Das Flüchtlingsthema ist aktuell heiß umstritten – Könnte das MACONDO-Projekt zur aktuellen Diskussion in irgendeiner Weise beitragen?

Das Projekt „Macondo blüht auf“ ist ein Vorzeigeprojekt, was Integration betrifft. Hier wird ein nachhaltiges Gesundheits-, Umwelt-, und Gardeningprojekt durchgeführt, das im Areal „Macondo“ ansässigen Menschen zu neuer Lebensqualität verhilft. So werden diese Themen den Bewohnern behutsam im Rahmen von Workshops übermittelt, wobei das Miteinander im Fokus steht, unabhängig von Kultur, Nationalität oder Religion. Und jede/r kann hier im kleinen oder großen seinen Beitrag leisten – einfach unter www.crowdfunding.at/project/macondo-blüht-auf unterstützen und einen der schönen Rewards auswählen – z.B. eine von den Bewohnern selbstgemachte Stofftasche.

Foto ©: BAWAG P.S.K

Dieser Beitrag ist Teil einer entgeltlichen Kooperation mit der Initiative ES GEHT! der BAWAG P.S.K.- Die inhaltliche Verantwortung liegt bei der Redaktion.

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Der Ort war kein Zufall. „Wir sind eine schwedische Marke”, sagte Schabetsberger vor den Gästen in der schwedischen Botschaft, wo Polestar in Kooperation mit der schwedischen Handelskammer seit Jahren regelmäßig zu Gast ist. Neben Design, Performance und Nachhaltigkeit zahlten die Markenwerte stark auf gesellschaftliche Werte ein, die in Skandinavien hoch gelebt würden: Inklusion, Vielfalt, Gender Equality.

Wie schwedisch das Unternehmen ist, machte er an Zahlen fest: Von den etwas mehr als 2.000 Mitarbeitern arbeiten mehr als zwei Drittel in Schweden. Entwickelt, abgestimmt und designt wird in Schweden, wo die Verbindung zur Schwestermarke Volvo nach wie vor eng ist. Entstanden ist Polestar vor rund zehn Jahren aus einem schwedischen Rennteam, mit einem klaren Bekenntnis zum reinen Elektroantrieb. “So wollen wir als kleine schwedische reine Elektroauto-Marke der Challenger sein für die große Automobilindustrie”, so Schabetsberger.

Der stellvertretende schwedische Botschafter Anders Lindgren nannte Polestar ein gutes Beispiel dafür, wie Innovation den Übergang zur Elektromobilität in praktische Lösungen übersetzt. Die Erfahrung Schwedens zeige, dass Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einander verstärken.

Fünf Jahre Polestar in Österreich: Jubiläumsempfang in der schwedischen Botschaft im 9. Wiener Bezirk. | © René Lueger

“Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup”

Im Gespräch mit brutkasten zog Schabetsberger eine Parallele zur Gründerszene. Polestar sei ein junges Unternehmen: “Wir waren ein Startup und sind jetzt ein Scaleup.” Diese Dynamik habe man bewusst gewählt, ebenso den Anspruch, Dinge anders zu denken als klassische Mitbewerber. Einen typischen Polestar-Fahrer gebe es nicht, die Marke sei über alle Altersklassen hinweg beliebt, mit einem relativ ausgeglichenen Anteil männlicher und weiblicher Kunden. Was sie verbinde: die Einstellung zur Elektromobilität und zu gesellschaftlichen Werten. Als skandinavische Marke sei Polestar Europas einzige rein elektrische Automarke.

Polestar ist darüber hinaus eng mit dem schwedischen Innovationsökosystem verbunden. In Göteborg ist Polestar Partner von MobilityXlab, einem Innovationshub am Lindholmen Science Park, der Tech-Startups mit Unternehmen wie Ericsson, Volvo Group und Zenseact zusammenbringt. Ursprünglich auf Mobilität und Konnektivität fokussiert, öffnet sich die Plattform seit September 2026 auch für weitere Industrien. Ausgewählte Startups arbeiten eng mit Polestar an Proofs of Concept, etwa für digitale Customer Journeys und das Erlebnis im Fahrzeug.

Quiet Luxury statt noch mehr Touchscreens

Auf die Frage nach dem Design antwortete Schabetsberger mit einem Begriff aus der Mode: Quiet Luxury. Für Polestar heiße das: “wir brauchen aus unserer Sicht nicht mehr, sondern besser”. Während viele Premiumhersteller im Innenraum mit Holz, Alu, Leder, vielen Lichtvarianten und immer mehr Bildschirmen arbeiten, gehe Polestar einen anderen Weg: klare Linien, reduziertes, funktionales Design. “Wir finden immer mehr Kunden, die in einer aufgeregten Welt mit ständig neuen Produkten und ständiger Veränderung genau dieses reduzierte Design, diesen Quiet Luxury schätzen.” Das Prinzip gelte auch für den Auftritt der Marke: “Man muss jetzt nicht unbedingt immer laut schreien, um gehört zu werden.”

Der Polestar 5 vor der schwedischen Botschaft in Wien: Der vollelektrische Grand Tourer ist das neue Flaggschiff der schwedischen Marke und leistet in der Performance-Version bis zu 650 kW. | © René Lueger

Weniger Bildschirme heißt dabei nicht weniger Technologie. Beim neuen Polestar 4 SUV zieht mit Google built-in der KI-Assistent Google Gemini ins Auto ein. Dank der engen Partnerschaft mit Google ist dieser sukzessive auch in weiteren Modellen verfügbar. Funktionen wie Vehicle-to-Load und ein Camping Mode kommen per Software-Update. Die Transparenz, die Schabetsberger betont, hat eine Zahl: Für den Polestar 4 SUV weist Polestar den CO2-Fußabdruck bis zum Werkstor aus, 20,2 Tonnen CO2-Äquivalent bei der Rear-Motor-Variante. Bis 2030 will Polestar die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug halbieren, bis 2040 in der gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral sein. Und Polestar Charge bündelt mehr als 1,25 Millionen Ladepunkte in Europa über ein Konto, inklusive Tesla Supercharger.

Von drei auf 13 Standorte

Gestartet ist Polestar in Österreich mit einem Direct-to-Consumer-Modell und einem Polestar Space in der Wiener Herrengasse, später kamen Graz und Linz dazu. Im Vorjahr wurde das Modell erweitert: Online bestellen geht weiterhin, zusätzlich können Kunden bei regionalen Partnern in einem Agentursystem Probe fahren, kaufen und das Fahrzeug ausgeliefert bekommen. Die Zahl der Standorte wuchs von drei auf 13, von Dornbirn bis Wien.

Dahinter steht eine Marktbeobachtung: Traditionell seien Flottenkunden die Early Adopter gewesen, in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten komme das Wachstum aber vor allem von Privatkunden und Kleinunternehmen. Um sie in Vorarlberg, Tirol oder Salzburg zu erreichen, brauche es regionale Partner. Fünf Jahre nach dem ersten Polestar Space blickt Schabetsberger nach vorne, auf “weitere Jahrzehnte in enger Kooperation”.

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