04.04.2023

Crowd4Climate: Wiener Klimaschutz-Plattform erzielt 2022 Rekordjahr

Über die Plattform Crowd4Climate können Anleger:innen in Österreich und Deutschland Direktinvestments in Klimaschutzprojekte tätigen. 2022 wurde erstmals mehr als eine Million Euro pro Kalenderjahr über die Plattform investiert. Zudem vollzog das Unternehmen eine Neuausrichtung als Social Enterprise und einen Management Buy-in.
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(c) crowd4climate

„Zugang zu sauberer Energie im Süden Afrikas“ oder „Solarpumpen für den Senegal“ sind nur zwei von mehreren Projekten, an denen sich Kleinanleger:innen aus Österreich und Deutschland über die Plattform Crowd4Climate beteiligen können. Die Laufzeit der Projekte beträgt zwischen drei und sieben Jahren, wobei die Zinssätze im Schnitt zwischen fünf Prozent und sechs Prozent pro Jahr liegen. Hinter der Plattform steht das Wiener Unternehmen crowd4projects GmbH, das bereits 2015 gegründet wurde.

2022 war Rekordjahr für Crowd4Climate

2022 haben Anleger:innen aus Österreich und Deutschland erstmals mehr als eine Million Euro in einem Kalenderjahr investiert, wie die Plattform nun bekannt gab. Die Gelder flossen in vier Klimaschutzprojekte: eine Solaranlage in Ghana, solarbetriebene Wasserpumpen im Senegal, mobile Solar-Kleingeräte in Simbabwe und Südafrika sowie eine Solaranlage auf den Philippinen. Die Anleger:innen haben im Durchschnitt knapp 2.000 Euro je Projekt investiert, wobei das Mindestinvestment bei 250 Euro und das größte Einzelinvestment bei 25.000 Euro liegt.

Stefan Kainz als neuer CEO

Anfang des Jahres hat das Unternehmen mit Stefan Kainz einen neuen CEO engagiert, der künftig das weitere Wachstum der Plattform vorantreiben soll. Der Unternehmer bringt mehr als 25 Jahre Berufserfahrung im Finanz- und Startup-Bereich mit. Unter anderem war er Geschäftsführer der Fondsgesellschaft BAWAG PSK Invest, gestaltete als Head of Strategy & Innovation die Transformation der BAWAG PSK mit und baute als CMO & CFO des Wiener FinTechs wikifolio.com erfolgreich eine Investment-Community auf. Zuletzt unterstützte er als Gründer und Geschäftsführer der Wiener Growth-Hacking-Agentur Growth Ninjas Startups und Scaleups bei ihren Wachstumsinitiativen.

Unternehmen wird zum Social Enterprise

Neben der Neubesetzung folgte nun auch eine Neuausrichtung der Plattform, die fortan ihren Geschäftszweck als Social Enterprise ausrichtet. „Für uns steht als Social Enterprise die Steigerung des Social & Environmental Impact im Vordergrund und nicht des Gewinns. Das ist einer unserer USPs am Finanzmarkt – und wir bekommen sehr viel positives Feedback zu diesem Schritt – sowohl von den Projekten, als auch den Anleger:innen“, so Kainz über die Neuausrichtung.

Crowd4Climate: Management Buy-in

Im Zuge der Neuausrichtung am Social Impact haben sich die beiden Geschäftsführer Stefan Kainz und Oliver Percl über ein Management Buy-in auch maßgeblich am Unternehmen beteiligt. Seit der Gründung im Jahr 2015 befand das Unternehmen sich im Besitz der ÖGUT GesmbH (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) und der Energy Changes Projektentwicklung GmbH.

Kainz hält nun 40 Prozent der Anteile und Percl zehn Prozent. Die weiteren Anteile werden von C.E.L.L. Investment GmbH (40 Prozent) und ÖGUT GesmbH (zehn Prozent) gehalten. Gemeinsam soll nun der weitere Wachstumskurs von Crowd4Climate gestaltet werden. Dazu zählt der Ausbau des Angebots an Klimaschutzprojekten sowie die Verbreiterung des Kreises an Anleger:innen.


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(c) Adobe Stock

Mit dem Marienkäfer-förmigen Sensor „Mary“, der an der Unterwäsche von Babys und Kleinkindern angebracht werden kann, und dort Vitalwerte wie Temperatur und Atmung misst, wollte das Klagenfurter Startup Sticklett durchstarten. 2016 gestartet, holte man sich 2017 ein sechsstelliges Investment, wie brutkasten berichtete. 2018 schloss man eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ab, im Jahr danach gab es eine Investment-Zusage in der Show 2 Minuten 2 Millionen – samt Listung bei Bipa. Hinzu kam eine ganze Reihe von Awards in den Folgejahren.

„Geschäftsverlauf ist hinter den Erwartungen geblieben“

Doch der große Durchbruch gelang dem Startup seitdem nicht. Und wie die Kreditschutzverbände nun vermelden, musste das Unternehmen einen Konkursantrag einbringen.

Die Kosten für Produktentwicklung und Markteinführung seien in den ersten Jahren primär durch Eigenmittel und Förderungen gedeckt worden, wird beim AKV aus dem Konkursantrag zitiert. „Der Geschäftsverlauf ist jedoch trotz grundsätzlich guter Voraussetzungen (funktionierende Produkte; funktionierender Produktionsprozess) letztendlich leider hinter den Erwartungen geblieben, da es nicht gelungen ist, die Produktionskosten auf ein solches Maß zu senken, dass auch die Attraktivität und damit die Nachfrage am Markt eine entsprechende Steigerung erfahren hätte.“

Zuletzt geplatztes Millioneninvestment

Für Vertriebs- bzw. Marketingaktivitäten, die es ermöglicht hätten, einen weit größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen und damit einen weit größeren Markt zu erschließen, habe das Geld nicht ausgereicht. Zuletzt habe man noch intensiv versucht, Investor:innen zu finden und dabei auch über ein Investment in Höhe von einer Million Euro verhandelt. „Bedauerlicherweise ist es – trotz zunächst auch positiv abgeschlossener Gespräche – dann zu keiner Umsetzung des Investments gekommen“, heißt es von Sticklett. Entsprechend könne man aktuell keine positive Fortbestandsprognose stellen.

Möglicher Sanierungsantrag steht noch im Raum

Insgesamt sind zwölf Gläubiger:innen betroffen. Dienstnehmer:innen hatte das Unternehmen hingegen zuletzt keine mehr. Die Passiva betragen 550.527 Euro. Diesen stehen laut Unternehmensangaben Aktiva von rund 124.000 Euro gegenüber. Es scheint aber noch einen Hoffnungsschimmer für das Startup zu geben: Noch stehe nicht fest, ob ein Sanierungsplan gestellt werden kann oder nicht, heißt es im Konkursantrag.

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