20.03.2023

Credit Suisse-Pleite: Trotz über 3 Mrd. Euro Verlust zahlte Bank mehr als 32 Mrd. Boni aus

Nach dem Kollaps der Credit Suisse und ihrer Übernahme durch die UBS steht die Kritik am Management erst am Anfang. Und alte Misswirtschaften - wie Mafia-Geschäfte und "verlorene" Unternehmenskredite - werden wieder vor dem Vorhang gezogen.
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(c) Stock.Adobe/Bill Gallery - Geplante Boni-Zahlungen der Credit Suisse sorgen für Verärgerung.

Die Credit Suisse (CS) ist 160 Jahre alt. Wie das „ZDF“ und der Schweizer „Tages-Anzeiger“ berichten, hat die von der Schweizer Großbank UBS (zu einem Preis von über drei Mrd. Euro) übernommene Bank, seit ihrem Bestehen einiges an Missmanagement zu verantworten. Darunter Mafia-Geldwäsche, verlorene Kredite in Mosambik durch eine „britische Tochter“ und hohen Boni-Zahlungen seit 2013 – trotz Milliardenverlust.

Credit Suisse: Verlorene Millionen und Spionage

Von 2004 bis 2007 konnte laut deutschen Medium die bulgarische Mafia „ungestört Geldwäsche über CS-Konten“ abwickeln. 2013 gab es „windigen Geschäfte einer britischen CS-Tochter in Mosambik, wo bei Krediten an Staatsfirmen Millionen verschwanden“.

Es folgten zwischen 2016 und 2019 die Bespitzelung eigener Leute und danach Millionenverluste bei Risikogeschäften mit dem Hedgefonds Archegos und dem Greensill-Fonds.

Trotz riesiger Verluste hohe Boni

Der „Tages-Anzeiger“ berechnete zudem aus Geschäftsberichten, dass die Bank in der letzten Dekade zwar kumuliert 3,2 Milliarden Franken (3,22 Mrd. Euro) Verlust gemacht habe, die Top-Manager aber im selben Zeitraum 32 Milliarden Franken (32,2 Milliarden Euro) an Boni einsteckten. Und schrieb der Führungsetage eine „Abzocker-Mentalität“ zu.

Auch jetzt nach dem Kollaps sollen weitere, versprochene Boni bis zum 24. März ausbezahlt werden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

US-Lob und Boni-Verzichts-Forderung

Viele feiern die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS als Rettung, von anderer Seite gab es reichlich harte Kritik. Der Tages-Anzeiger nannte sie einen „historischen Skandal“, der das Ende der Schweiz als stabilen Finanzplatz markiere. Die NZZ rief das Ende einer Zombie-Bank aus, die sich in eine Monster-Bank verwandeln würde. „Too big to fail sei zurück…“

Doch es gab auch positive Reaktionen: „Wir begrüßen die heutigen Ankündigungen der Schweizer Behörden zur Unterstützung der Finanzstabilität“ erklärten die amerikanische Finanzministerin Janet Yellen und US-Notenbankchef Jerome Powell in einer Aussendung am Sonntagabend.

Konkret zur Boni-Situation forderte zudem am Montag Nachmittag die Stiftung für Konsumentenschutz einen zwingenden Boni-Verzicht: „Es kann nicht sein, dass eine systemrelevante Bank in den Abgrund gewirtschaftet wird und durch den Staat gestützt werden muss, gleichzeitig noch Boni ausbezahlt“, sagte Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes.

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Über zehn Millionen Menschen weltweit leiden an Parkinson. Das Kernsymptom Tremor, ein unkontrolliertes Zittern, wird bisher fast ausschließlich punktuell bei Arztterminen erfasst. „Der Arzt ist komplett auf die subjektive Einschätzung vom Patienten angewiesen“, erklärt Entwicklerin Alice Hristov im brutkasten-Gespräch. Weil verfälschte Momentaufnahmen oft zu ungenauen Medikationen führen, möchte die Wiener HTL-Schülerin diese Datenlücke mit TremoCup schließen.

TremoCup Prototyp @ Alice Hristov

Diskrete Messung beim Trinken

TremoCup ist ein kompaktes Sensormodul, das auf die Unterseite einer handelsüblichen Tasse montiert wird. Während der Nutzung misst das System die Bewegungen im Alltag. Ein integrierter Bandpassfilter lässt dabei nur Frequenzen zwischen 4 und 12 Hertz durch, um gezielt den Tremor zu erfassen und andere Alltagsbewegungen verlässlich auszublenden. „So ähnlich wie bei Noise-cancelling“, zieht Alice den technischen Vergleich.

Die Daten werden per Bluetooth an eine selbst entwickelte Smartphone-App übermittelt, die Verlaufsgrafiken anzeigt und PDF-Berichte für das Arztgespräch generiert. Aus Datenschutzgründen verbleiben alle Daten lokal und symmetrisch verschlüsselt auf dem Endgerät. In einer bereits durchgeführten Befragung von 20 Pflegeheimbewohnerinnen gaben 75 Prozent an, dass ihnen dieser lokale Datenschutz besonders wichtig sei.

Vom Freizeitprojekt auf die internationale Bühne

Die Entwicklung des Systems begann als Freizeitprojekt neben dem Unterricht an der HTBLVA Spengergasse, die in der Vergangenheit schon mehrmals beeindruckende Schüler:innen-Projekte hervorgebracht hat. „Wenn ich lange gesessen bin und es am Ende nach dem Testen funktioniert, das war der größte Erfolg für mich“, so Hristov über die intensive Entwicklungsphase.

Der Aufwand hat sich ausgezahlt: Beim diesjährigen Bundeswettbewerb Jugend Innovativ holte TremoCup den 1. Preis in der Kategorie „ICT & Digital“, der mit 2.500 Euro dotiert ist. Das Preisgeld soll direkt in das Projekt zurückfließen: „Das wird wieder reinvestiert in TremoCup. Patente sind nicht billig, falls ich ein Patent bekomme.“

Regulatorische Prüfung und Markteintritt

Als nächste Schritte sind eine klinische Validierung in neurologischen Praxen sowie Förderanträge bei AWS und FFG geplant. Zudem steht die finale regulatorische Einordnung an. Aktuell wird das System vorläufig als Klasse-I-Medizinprodukt eingestuft.

Der angedachte Verkaufspreis soll zwischen 80 und 150 Euro pro Einheit liegen. Im September 2026 wird Hristov ihr Projekt zudem beim 37. European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) in Kiel präsentieren.

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