01.10.2020

Crate.io ernennt neuen CTO und Head of Sales EMEA

Crate.io ernennt zum 1. Oktober mit Bernd Dorn und Uwe Weimer zwei neue Management-Mitglieder. Weimer kommt als Head of Sales EMEA zu Crate.io. Dorn kehrt hingegen als CTO zu dem von ihm mitgegründeten Unternehmen zurück.
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Crate.io
Bernd Dorn (links) und Uwe Weimer verstärken das Management-Team von Crate.io (c) Crate.io

Das Vorarlberger Scaleup Crate.io, das sich auf Industrial IoT-Lösungen spezialisiert hat, kündigte am Donnerstag Veränderungen im Managementteam an. Mit der Ernennung von Bernd Dorn kehrt der CTO aus der Zeit der Gründung des Unternehmens in seine frühere Rolle zurück. Darüber hinaus wird Uwe Weimer als Head of Sales EMEA zu Crate.io stoßen.

Bernd Dorn als CTO

Bernd Dorn war von 2013 bis 2017 CTO von Crate.io und kehrt nun als Nachfolger von Jodok Batlogg in das Unternehmen zurück. Im Jahr 2012 leitete Bernd Dorn das technische Team, um die Entwicklung der ursprünglichen CrateDB-Architektur und des Codes zu konzipieren.

In seiner Rolle als CTO soll er laut dem Scaleup das Produktmanagement, Entwicklung und Operations führen, um die Lösungen von Crate.io weiter auszubauen, sich als Marktführer für Enterprise-Kunden zu etablieren und die bevorzugte Datenbank für Entwickler zu werden.

Der gebürtige Österreicher hat über 20 Jahre Erfahrung in den Gebieten der Datenbanken, Skalierbarkeit und verteilten Systeme. Mit Lovely Systems baute er in den letzten Jahren ein Beratungsunternehmen für technische Entwicklung auf, in dem er seit 2009 als CTO tätig war.

„Ich habe Crate.io von der ersten Idee an begleitet und war viele Jahre lang an der Weiterentwicklung des Produkts beteiligt. In den vergangenen Jahren konnte ich Crate.io zudem auch aus der Perspektive des Kunden erleben. Jetzt freue ich mich zurückzukehren, um die Technologie auf die nächste Stufe zu heben“, sagt Bernd Dorn über seine neue Rolle.

Uwe Weimer als Head of Sales EMEA

Mit Uwe Weimer konnte das Unternehmen einen weiteren Branchenexperten gewinnen. Der Sales Management-Experte mit umfangreicher Erfahrung im Technologiebereich wird die Position des Head of Sales EMEA bekleiden. Uwe Weimer sammelte laut Crate.io europaweit Erfahrung sowohl in Startups als auch in Grossunternehmen wie HP, Dell, VMware und war zuletzt bei Mirantis/Docker. Künftig wird er die direkten und indirekten Verkaufsteams sowie den Verkaufsbetrieb leiten.

„Meine größte Stärke ist es, Kundenbeziehungen auf hohem Niveau aufzubauen und langzeitiges Vertrauen zu gewinnen. Ich freue mich darauf, meine fundierten SaaS-Vertriebsfähigkeiten für einen Marktführer wie Crate.io einzusetzen und den Vertrieb und das Ökosystem von Crate.io auszubauen“, kommentiert Uwe Weimer.

Erstes Statement von Crate.io CEO

Erst Anfang September gab es im Unternehmen einen Wechsel im Top-Management. Eva Schönleitner löste damals Gründer Christian Lutz als CEO ab – der brutkasten berichtete.

Schönleiter kommentiert die Neubesetzung des CTO und Head of Sales EMEA, wie folgt: „Bernd und Uwe sind eine grosse Bereicherung des Crate.io Führungsteams und sind instrumental bei der Umsetzung unserer Hyper-Wachstumsstrategie. Beide werden einen enormen Einfluss an unseren Industrie 4.0-Lösungen haben, mit denen wir eine Reihe von IIoT-Segmenten wie z. B. die Verpackungs- und Konsumgüterindustrie adressieren. Ich freue mich auch, dass Jodok Batlogg Crate.io weiterhin als Aktionär unterstützen wird, nachdem er in den vergangenen Jahren einen großen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens geleistet hat.“


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Das Zyglox-Team in Graz, in der Mitte die Gründer Jakob Moder (links) und Erik Gerstl (rechts). © Zyglox

Rund die Hälfte der Lifecycle-Kosten eines Zuges entfällt auf die Wartung, und davon wiederum mehr als die Hälfte auf Räder, Achsen und Fahrwerk, sagt Jakob Moder. Wie stark diese Bauteile im Betrieb tatsächlich belastet werden, wird bisher aber kaum gemessen. Der Grund ist simpel: Es fehlt an präziser Messtechnik, die im Dauerbetrieb einsetzbar ist. Das Grazer Startup Zyglox will das ändern.

„Die Eisenbahn ist nicht ins 21. Jahrhundert gekommen“

Der Name ist ein Wortspiel: Zyglox, gesprochen „Zügloks“, steht für Messtechnik für Züge und Loks. Dahinter stehen Jakob Moder und Erik Gerstl, die zuvor gemeinsam in der Messtechnik gearbeitet haben. Moder wechselte später in den Eisenbahnbereich und erlebte die Lücke dort aus der Praxis. Was es brauche, sei eine Lösung, „die das einerseits zuverlässig erkennt und gleichzeitig gut applizierbar ist“. Sein Urteil: „Bei der Usability ist die Eisenbahn nicht ins 21. Jahrhundert gekommen.“ Ende 2023 gründeten die beiden Techniker Zyglox in Graz.

Die bisherige Methode mit Dehnmessstreifen sei „einfach zu teuer“, erklärt Moder. Der Zug müsse dafür ein bis zwei Wochen zerlegt und instrumentiert werden, deshalb passiere das nur bei der Zulassung. „Das dauert ein Jahr, diese Technik reinzubringen, die Zulassung durchzuführen, und dann wird es wieder rausgenommen.“ Im laufenden Betrieb bleiben nur Beschleunigungssensoren, wie sie auch in jedem Smartphone stecken. „Das ist von der Datenqualität her ganz was anderes. Unser Sensor ist wie 4K, der Beschleunigungssensor liefert ein verpixeltes Foto von den Zuständen.“

Ein Sensor für Zulassung und Dauerbetrieb

Die Lösung von Zyglox lässt sich ohne größere Änderungen am Bauteil anbringen. „Wir haben eine Plug-and-Play-Lösung, die kann man einfach aufstecken“, sagt Moder. Ein Techniker braucht dafür laut Zyglox 30 Minuten. Der Sensor messe Dehnungen an Achsen, Wellen oder Schienen und liefere „gleiche oder bessere Daten als die Lösungen bisher“. Das Ziel ist ein Universalwerkzeug: genau genug für die Zulassung, aber so ausgelegt, dass es danach auf dem Fahrzeug bleibt und die Kräfte im Rad-Schiene-Kontakt dauerhaft erfasst. „Da gibt es ein großes Anwendungsfeld, denn damit wird auch die Infrastruktur überwacht“, so Moder.

Jeden Tag werden auf der Schiene hunderttausende Kilometer zurückgelegt. Zyglox will jeden davon nutzbar machen, um zu lernen, zu verbessern und vorherzusagen. Mit herkömmlichen Methoden war das Erfassen dieser Daten bisher zu teuer, zu langsam und zu aufwendig. © Zyglox

Physik aus dem Trafo, Sensoren aus dem Weltraum

Technisch nutzt Zyglox hochsensitive Magnetfeldsensoren aus der Raumfahrt, das Startup ist Teil eines Downstream-Programms der ESA. Das Prinzip erklärt Moder am Transformator: Der brummt, weil das Magnetfeld des Wechselstroms den Stahl minimal dehnt. „Und wir machen das Umgekehrte: Wenn sich der Stahl dehnt, ändert sich sein Magnetfeld in der Umgebung.“ Ein aktives Messverfahren berücksichtigt dabei den linearen Zusammenhang zwischen Belastung und Sensorsignal. Die Technologie ist patentiert, entwickelt und montiert wird in Graz.

Betreiber als Kunden, Wartung als Hebel

Als primäre Kunden sieht Zyglox die Bahnbetreiber, bei denen die Wartungskosten anfallen. Dazu kommt die Sicherheit: „Es gibt viele Vorfälle, die vielleicht nicht zu einem Unfall führen, wo man aber trotzdem sicherer und zuverlässiger unterwegs wäre, wenn man gutes Condition Monitoring hat.“

Ein kleines Pilotprojekt ist bereits abgeschlossen. Für 2027 ist der Einbau des Systems in Fahrzeuge im regulären Streckenbetrieb geplant, zunächst als Prototyp für einige Wochen Messung. Danach folgt die Zulassung. Ende 2027 soll daraus ein fertiges Produkt werden, erst dann könne die Skalierung beginnen, sagt Moder. An Interesse mangelt es nicht: „Wir können gar nicht alle Pilotprojekte machen“, weil Sensorentwicklung samt Software personalintensiv sei. Ende September zeigt das Team den Prototyp auf der InnoTrans in Berlin, der größten Messe für Schienenfahrzeuge.

Mit aws Preseed und aws Seed vom Effekt zum Produkt

Finanziert hat sich Zyglox bisher aus eigenen Mitteln und über die Austria Wirtschaftsservice (aws). Mit aws Preseed, konkret im Programm „aws Preseed | Seedfinacing – Deep Tech“, hat das Startup die ersten eineinhalb Jahre an der Sensortechnologie getüftelt. „Es hat uns die Möglichkeit gegeben, eine Idee, die bereits validiert war, einfach zu erproben. Einfach Zeit zu haben, weil Hardware dauert ein bisschen, etwa Prototypen zu iterieren“, sagt Moder. Es sei vor allem darum gegangen, „sicherzustellen, dass das dann ein Produkt werden kann“. Seit Mitte 2025 ist Zyglox im Seed-Programm der aws, das voraussichtlich bis Anfang 2028 läuft. Das Team ist inzwischen auf rund sieben Personen gewachsen. Für die Skalierungsphase im kommenden Jahr will sich das Startup nach Investoren umsehen: „Wenn eine Bestellung eintritt oder größer wird, werden wir das mit den aktuellen Mitteln wahrscheinlich nicht mehr stemmen können.“

Standortvorteil Graz

Den Standort Graz sieht Moder als klaren Vorteil: Siemens fertigt hier Fahrwerke, dazu kommen Messdienstleister, Prüfstandbauer und Nextsense. Zyglox sitzt direkt am Campus der TU Graz, mit Zugang zu Prüfständen der Universität und Maschinen der voestalpine. „Die gesamte Infrastruktur ist einzigartig“, sagt Moder. „Im Silicon Valley könnten wir das Produkt wahrscheinlich nicht entwickeln, in Österreich geht es besser. Das ist eigentlich ein bisschen verrückt, aber wir haben hier die optimalen Bedingungen.“


Disclaimer: Dieser Artikel ist im Rahmen einer Medienkooperation mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) entstanden.

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Crate.io ernennt neuen CTO und Head of Sales EMEA

Crate.io ernennt zum 1. Oktober mit Bernd Dorn und Uwe Weimer zwei neue Management-Mitglieder. Uwe Weimer kommt als Head of Sales EMEA zu Crate.io, Bernd Dorn kehrt als CTO zu dem von ihm mitgegründeten Unternehmen zurück.

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