22.12.2020

Führt die Klimakrise zu einer Pandemie-Serie?

Die Welt könnte als "Nebenwirkung" der Klima- und Biodiversitätskrise vor einer Pandemie-Serie stehen. Auch Lösungsansätze von Startups sind gefragt.
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Covid-19 als Beginn einer Pandemie-Serie
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Biodiversitäts- bzw. Klimakrise und Coronakrise sind nur auf den ersten Blick voneinander unabhängig. Forschungsergebnisse zeigen klar auf, dass vor allem der Verlust der Artenvielfalt die Gefahr der massenhaften Ausbreitung von Krankheiten massiv verstärkt. Covid-19 könnte daher der Anfang einer ganzen Pandemie-Serie sein.

Diese These ist Ausgangspunkt für das 12. Jahrbuch für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft – „Gesundheit 2020“ – das am 12. Jänner ab 9:00 Uhr online unter dem Titel „Einfluss von Biodiversität auf Gesundheit und Wirtschaft. Covid-19 als Anfang einer Pandemie-Serie?“ präsentiert wird.

„Es war noch nie zuvor so offensichtlich, dass im Hinblick auf den Klimawandel gesundheitliche und ökologische Aspekte von zentraler Bedeutung sind. Umweltpolitische Maßnahmen tragen vielfach zur Verbesserung der Gesundheitssituation bei“, heißt es von den Veranstaltern. Wenn es um die Rolle der Patientinnen und Patienten und deren Mitbestimmung gehe, gelte es Ideen und Lösungsansätze zu diskutieren, wie die Gesundheitspolitik und alle systemrelevanten Stakeholder zur Stärkung der persönlichen Kompetenz und des Verantwortungsbewusstseins der Bevölkerung beitragen können. „Die Schaffung des Zugangs zu verständlichen und relevanten Informationen könnte dabei ein richtiger Schritt sein“.

Anfang einer Pandemie-Serie? Startups sollen in Diskussion eingebunden werden

Auch Startups sollen in diese Diskussion eingebunden sein und ihre Sichtweisen einbringen. So gibt es bei der Präsentation neben einer hochkarätig besetzen Diskussionsrunde mit Klimaschutz- und Innovationsministerin Leonore Gewessler, Peter Lehner, Vorsitzender Dachverband der Sozialversicherungsträger, und Gesundheitspsychologin Haliemah Mocevic auch Breakoutrooms, bei denen mitdiskutiert werden soll.

Die brutkasten-Community kann somit aktiv dabei helfen, Lösungsansätze zu entwickeln. Diskutiert werden die vier Themen:

  • Innovationen im Gesundheitswesen: Mit Angelika Heißl, Claudia Lingner und Herwig Ostermann
  • Gesundheitsversorgung in der Zukunft: Mit Michaela Fritz, Michael Heinisch und Romana Ruda
  • Patientenmitbestimmung im System und als Betroffene: Mit Gerald Bachinger, Karin Duderstadt und Iris Herscovici
  • Wirtschaftsfaktor Gesundheit: Mit Marietta Babos, Doris Wendler und Bernhard Wurzer
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75.000 neue Jobs: Was Europas Sicherheitsinvestitionen für Österreich bedeuten

Eine Studie von EY und DekaBank beziffert die jährliche Produktionswirkung sicherheitsrelevanter Infrastruktur auf 822 Mrd. Euro europaweit. Für Österreich ergibt sich daraus ein Investitionsbedarf von 7,5 Mrd. Euro pro Jahr.
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75.000 neue Jobs: Was Europas Sicherheitsinvestitionen für Österreich bedeuten

Eine Studie von EY und DekaBank beziffert die jährliche Produktionswirkung sicherheitsrelevanter Infrastruktur auf 822 Mrd. Euro europaweit. Für Österreich ergibt sich daraus ein Investitionsbedarf von 7,5 Mrd. Euro pro Jahr.
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Bild: KI-generiert / Google Gemini

Die europäischen NATO-Länder werden ihre Verteidigungsausgaben in den kommenden zehn Jahren massiv erhöhen. Neben den direkten Verteidigungsausgaben, die auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen sollen, sind weitere 1,5 Prozent des BIP für sicherheitsrelevante Investitionen vorgesehen: etwa für die Anpassung der Verkehrsinfrastruktur, für den Bevölkerungsschutz oder für Cyber- und Netzwerksicherheit. Europaweit entspricht das jährlich rund 320 Mrd. Euro.

Auch für Österreich als Nicht-NATO-Staat hat das Folgen. Legt man das 1,5-Prozent-Ziel als Referenzmaßstab zugrunde, ergibt sich ein potenzieller jährlicher Investitionsbedarf von rund 7,5 Mrd. Euro. Das geht aus der Studie „Verteidigungsrelevante Infrastruktur als Rückgrat souveräner Sicherheitsvorsorge“ von EY und der deutschen DekaBank hervor.

Jeder Euro löst 2,45 Euro aus

Die Investitionen stoßen laut Studie in den europäischen NATO-Ländern eine Produktion von insgesamt 822 Mrd. Euro pro Jahr an, 17 Mrd. Euro davon entfallen auf Österreich. Jeder investierte Euro führt demnach zu einem gesamtwirtschaftlichen Impuls von etwa 2,45 Euro. Profitieren dürften vor allem Bauunternehmen, Informations- und Kommunikationsunternehmen, Logistikfirmen sowie die Elektronik- und Elektrotechnikbranche.

Dazu kommen die Beschäftigungseffekte: Sofern die Infrastrukturinvestitionen wie vorgesehen zu ohnehin geplanten Projekten erfolgen, entstehen europaweit 4,4 Millionen Arbeitsplätze. Knapp 1,8 Millionen davon direkt in der Infrastrukturindustrie, ähnlich viele bei Zulieferern. In Österreich wären es rund 75.000 Jobs.

„Investitionen in Infrastruktur, von Mobilität über Energie bis zu Häfen, Flughäfen, Schutzräumen und Cyber-Sicherheit, bilden das Rückgrat militärischer Fähigkeiten“, sagt Axel Preiss, Partner bei EY Österreich und Defence Leader Europe. Die Effekte gingen über den Rüstungssektor hinaus: Solche Investitionen könnten die Konjunktur stärker ankurbeln als Rüstungsinvestitionen im engeren Sinn und bieten zugleich die Chance auf eine Modernisierung von Logistik, Verkehr und Energie.

Investitionsstau und knappe Kassen

Der Bedarf trifft allerdings auf strukturelle Engpässe. In Österreich wie in ganz Europa besteht bereits heute ein hoher Investitionsstau, die zugesagten Mittel müssten zusätzlich und möglichst kurzfristig aufgebracht werden.

Für Matthias Danne, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der DekaBank, führt daran kein Weg vorbei: „Der Staat wird die hohen Kosten der militärischen Infrastrukturinvestitionen nicht allein schultern können, ohne privates Kapital ist eine ausreichende Resilienz nicht erreichbar.“ Er verweist auf ÖPP-Modelle, die bei deutschen Behörden unbeliebt, international aber etabliert seien. Besonders bei Dual-Use-fähiger Infrastruktur in den Bereichen Energie, Netze, Logistik und Kommunikation ermögliche privates Kapital eine zügigere Skalierung. Auch in Österreich werde verstärkt diskutiert, wie sich privates Kapital für öffentliche Zukunftsprojekte mobilisieren lässt, ergänzt Preiss.

Als weitere Hürden nennt der EY-Partner lange Vorlaufzeiten, komplexe Genehmigungsverfahren und begrenzte kurzfristige Skalierbarkeit. Nötig seien daher beschleunigte Genehmigungen, eine koordinierte zivil-militärische Planung und eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur.

Was das für die heimische Szene bedeutet

Für Österreichs Technologieunternehmen trifft der erwartete Investitionsschub auf ein Feld, das sich gerade erst öffnet. Reine DefenseTech-Startups gibt es hierzulande kaum, die meisten agieren im Dual-Use-Bereich, also mit Produkten, die sich zivil wie militärisch einsetzen lassen. Genau dort setzt auch die Studie an, wenn sie Dual-Use-fähige Infrastruktur in Energie, Netzen, Logistik und Kommunikation als bevorzugtes Feld für privates Kapital nennt. Bewegung kommt zusätzlich von politischer Seite: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat angekündigt, gesetzliche Hürden für die heimische Rüstungs- und DefenseTech-Branche abzubauen, unter der Bedingung, dass die Neutralität gewahrt bleibt.

Erste Finanzierungsrunden zeigen, dass das Thema auch bei Investor:innen ankommt. Das 2025 gegründete Grazer Startup GuardAero, dessen Systeme Drohnenbedrohungen an Militärfahrzeugen autonom erkennen und neutralisieren, holte sich zuletzt ein Seed-Investment im niedrigen Millionenbereich von Angels United und der Beteiligungsgesellschaft von Bernhard Klemen. Zuvor hatte das Team die „Austrian Defence Innovation Garage 2025“ gewonnen und kooperiert bei Entwicklungstests mit dem Bundesheer. Ob die von EY skizzierten Milliarden tatsächlich auch bei heimischen Startups landen, wird weniger von den Zusagen abhängen als von Genehmigungsverfahren, Vergabepraxis und der Frage, wie schnell Österreich seinen eigenen regulatorischen Rahmen nachschärft.

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AI Summaries

Führt die Klimakrise zu einer Pandemie-Serie?

  • Biodiversitäts- bzw. Klimakrise und Coronakrise sind nur auf den ersten Blick voneinander unabhängig.
  • Forschungsergebnisse zeigen klar auf, dass vor allem der Verlust der Artenvielfalt die Gefahr der massenhaften Ausbreitung von Krankheiten massiv verstärkt.
  • Covid-19 könnte daher der Anfang einer ganzen Pandemie-Serie sein.
  • Diese These ist Ausgangspunkt für das 12. Jahrbuch für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft – „Gesundheit 2020“ – das am 12. Jänner ab 9:00 Uhr online unter dem Titel „Einfluss von Biodiversität auf Gesundheit und Wirtschaft. Covid-19 als Anfang einer Pandemie-Serie?“ präsentiert wird.

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  • Diese These ist Ausgangspunkt für das 12. Jahrbuch für Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft – „Gesundheit 2020“ – das am 12. Jänner ab 9:00 Uhr online unter dem Titel „Einfluss von Biodiversität auf Gesundheit und Wirtschaft. Covid-19 als Anfang einer Pandemie-Serie?“ präsentiert wird.

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