08.08.2023

cortical.io: Thomas Eichinger wird Head of Growth bei Wiener KI-Pionier

Zuvor war Thomas Eichinger als Senior Account Manager bei Scanpoint und Gartner tätig. cortical.io will er zum "nächsten Unicorn" machen.
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Thomas Eichinger | (c) cortical.io
Thomas Eichinger | (c) cortical.io

Manche Unternehmen sind erst im aktuellen Hype auf das Thema Künstliche Intelligenz gekommen. Anders ist es bei cortical.io aus Wien. Das IT-Scaleup hat im Laufe von mehr als zehn Jahren eine Natural Language Understanding (NLU)-Lösung entwickelt und patentiert, die laufend weiterentwickelt wird. Das Produkt soll Unternehmen dabei helfen, unstrukturierte Texte zu erschließen. Diese werden dabei extrahiert, analysiert und klassifiziert. Die Kunden kommen etwa aus den Bereichen Versicherungen, Logistik, Finanzdienstleistungen und Pharmaindustrie.

Thomas Eichinger wird Head of Growth

Auch wenn es bereits lange davor da war, profitiert das Unternehmen freilich auch vom aktuellen AI-Hype. Nun holte cortical.io mit Thomas Eichinger einen neuen Head of Growth an Bord. Dieser war zuvor als Senior Account Manager bei Scanpoint und Gartner tätig. Er sei nun „für den gesamten Kundenlebenszyklus verantwortlich“, heißt es in einer Aussendung.

„Ob wir das nächste Unicorn werden? Wir geben unser Bestes“

Zeitgleich mit dem Start von Thomas Eichinger verkündete cortical.io auch eine weitere Personalie: Tim Juchert wird nun als Senior Sales Manager den deutschsprachigen Raum betreuen. Er bringe internationale Vertriebserfahrung und eine globale Marktperspektive ein. Generell will das KI-Unternehmen verstärkt den deutschsprachigen Markt ins Visier nehmen. Thomas Eichinger kommentiert durchaus ambitioniert: „In der DACH-Region wollen wir in den nächsten Jahren zu einem entsprechenden Player und einer Marke heranwachsen. Ob wir das nächste Unicorn werden? Wir geben unser Bestes“.

Neuer CEO bei cortical.io seit Februar

Erst im Februar dieses Jahrs präsentierte cortical.io mit dem ehemaligen Stadtwerke CIO Rainer Kegel einen neuen CEO. Schon damals wurde der Fokus auf den DACH-Raum kommuniziert. Die Gründer Francisco Webber und Daniel Schreiber sind nach wie vor operativ im Unternehmen tätig.

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Speedinvest ist Teil des
Speedinvest ist Teil des "German Venture & Growth Forum" | (c) Speedinvest

Die Situation beim Wachstumskapital ist bei Österreichs großem Nachbarn zumindest statistisch gesehen besser als hierzulande. Doch auch in Deutschland bestehe eine erhebliche Finanzierungslücke, sind die Initiator:innen des German Venture & Growth Forum überzeugt. Die neu gegründete Initiative von 24 großteils deutschen Venture-Capital- und Wachstumsinvestoren legte nun das „German Venture & Growth Playbook“ vor, um das zu ändern.

Ein paar Prozent von 2,8 Billionen Euro

Während in den USA jährlich rund 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Venture- und Growth-Kapital investiert werden, liege die Quote in Deutschland bei weniger als 0,2 Prozent – so die Ausgangslage. Daraus ergebe sich ein jährliches Delta von rund 30 Milliarden Euro, rechnet man bei der Initiative vor. Zumindest die Hälfte davon, also jährlich 15 Milliarden Euro, soll mit den im „Playbook“ vorgeschlagenen Maßnahmen mobilisiert werden, so die Forderung. Denn deutsche institutionelle Investoren würden ein Vermögen von nicht weniger als rund 2,8 Billionen Euro verwalten. Bereits geringe Allokationen im niedrigen Prozentbereich könnten demnach erhebliche zusätzliche Mittel für innovative Wachstumsunternehmen bereitstellen.

„Die wachsende Wirtschaftslücke zwischen den USA und Europa geht zu einem großen Teil auf den Mangel an Wachstumskapital zurück. Unternehmen wie die Magnificent Seven wären ohne VC-Investoren nicht entstanden. Startups entwickeln nicht nur disruptive Technologien, sondern sie bauen Zukunftsindustrien auf. Deutschland hat die Mittel, genau diese Industrien zu finanzieren“, kommentierte Technologieinvestor Alexander Kudlich bei der Präsentation in Berlin.

Speedinvest und andere große Namen als Partner an Bord

Der Großteil der 24 am German Venture & Growth Forum beteiligten Investmentgesellschaften hat seinen Sitz in Deutschland mit großen Namen wie Cherry Ventures, Earlybird und High-Tech Gründerfonds (HTGF). Es sind jedoch auch internationale Akteure vertreten, darunter Österreichs größter VC Speedinvest. Das ist kaum verwunderlich, ist Deutschland doch mit 72 Beteiligungen (Stand Anfang 2026) am stärksten im Portfolio des Early-Stage-VCs vertreten, der wiederum zu den aktivsten seiner Art in Deutschland zählt.

Anm.: Der folgende Absatz wurde nach Veröffentlichung hinzugefügt

„Wir sind als offizieller Unterstützer dieser Initiative aufgetreten, weil wir fest überzeugt sind, dass Deutschland und Europa dringend eine signifikante Umschichtung der wirklich großen Kapitalpools in Richtung Innovationsökonomie benötigen. Dort wird die Wertschöpfung stattfinden und es wäre gesellschaftlich unverantwortlich, die breite Gesellschaft nicht daran teilhaben zu lassen“, kommentiert Speedinvest-Gründer Oliver Holle auf brutkasten-Anfrage. „Nun hoffen wir alle, dass auf die hoffnungsvollen Worte auch Taten folgen und die die relevanten Entscheidungsträger rasch agieren.“

Zentrales Ziel des Forums ist eine Neubewertung von Venture Capital als Anlageklasse durch institutionelle Investoren. Das Playbook verweist auf durchschnittliche Renditen europäischer Venturefonds von rund 14 bis 18 Prozent und hebt zugleich deren Diversifikationseffekt wegen einer geringen Korrelation zu Aktien- und Anleihemärkten hervor. „Für dieses Argument stehen wir seit Jahren. Jetzt bestätigen es die Daten, die politischen Rahmenbedingungen stimmen, und institutionelle Investoren sind bereit zuzuhören. Ich bin überzeugt: Wir stehen kurz davor, den gordischen Knoten zu durchschlagen“, sagt Christian Miele, General Partner bei Headline.

Drei Zugangswege für institutionelle Investoren

Erhebliches Potenzial für neue europäische Marktführer gebe es vor allem in den Bereichen Deep Tech, Künstliche Intelligenz, Robotik, Quantentechnologie, Energie, Verteidigung und Raumfahrt, meinen die Initiator:innen. Das „Playbook“ beschreibt dabei drei mögliche Zugangswege für Pensionskassen, Versicherungen, Versorgungswerke und Stiftungen: Investitionen in Einzelfonds, Dachfonds sowie Co-Investments. Dabei bietet der Text in fünf Kapiteln eine recht genaue Beschreibung, wie diese Investment-Strategien konkret umgesetzt werden können. So soll ohne staatliche Sondervermögen oder Garantien und bei marktkonformen Renditeerwartungen ein wesentlicher Beitrag zu einer „neuen Gründerzeit“ geleistet werden.

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