12.03.2020

So erlebt JW-Vorsitzende Christiane Holzinger die Coronakrise in den USA

Die Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Christiane Holzinger hält sich derzeit im Rahmen der Pitching Days in den USA auf. Der brutkasten hat mit ihr darüber gesprochen, wie sie aktuell die Situation in den USA wahrnimmt.
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Coronakrise
Derzeit hält sich Christiane Holzinger im Rahmen der Pitching Days mit einer österreichischen Delegation in den USA auf | (c) Christiane Holzinger

Derzeit finden vom 9. bis zum 16. März die Pitching Days in den USA statt, die von der Jungen Wirtschaft gemeinsam mit dem AussenwirtschaftsCenter Los Angeles und aws i2 Business Angels organisiert werden.

Mit dabei ist auch Christiane Holzinger, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft, die sich derzeit als Delegationsleiterin der Pitching Days in der US-amerikanischen Stadt Boulder in der Nähe von Denver aufhält. Der brutkasten hat mir ihr darüber gesprochen, wie sie aktuell die Situation rund um den Coronavirus in den USA wahrnimmt.

+++ So geht die heimische Startup-Szene mit der Coronakrise um +++ 

Wie erlebst du aktuell die Situation rund um die Coronakrise in den USA?

Im Rahmen der Pitching Days der Jungen Wirtschaft sind wir seit letzten Wochenende in den USA. Wir haben von Tag zu Tag gemerkt, dass die Situation in den USA unentspannter wird. Am Sonntag haben sich die Leute noch die Hand gegeben, am Dienstag hingegen schon verstärkt Abstand gehalten. Zum Glück konnten wir im Rahmen der Pitching Days bis gestern alle Termine, unter anderem die Treffen mit den VCs, wahrnehmen. Einzig ein Termin mit Google, konnte nur mittels Videostream abgehalten werden.

Wie habt ihr die letzten Stunden und die Entscheidung Trumps zum Einreiseverbot für Europäer wahrgenommen?

Nach der Abschlussveranstaltung der Pitching Days an der Universität Boulder haben wir am Mittwochabend die TV-Ansprache von Donald Trump mitverfolgt.

Am Anfang herrschte Unsicherheit vor, da wir nicht wussten, wann die Bestimmung in Kraft tritt und welche Bedingungen für die Ausreise gelten. Wir haben uns umgehend mit der österreichischen Botschaft sowie Michael Friedl vom AußenwirtschaftsCenter in New York in Verbindung gesetzt. Uns wurde mitgeteilt, dass wir so schnell wie möglich ausreisen sollten, da es noch keine Details diesbezüglich gab.

Wir haben uns dann umgehend auch mit den Fluglinien in Verbindung gesetzt, um Flüge umzubuchen. Uns wurde mitgeteilt, dass es schwierig wird auf Donnerstag umzubuchen, da die Kapazitäten beschränkt sind. Aktueller Status ist, dass die Lufthansa bis morgen am Abend den Flugbetrieb aufrecht erhält. Im Notfall gibt es noch die Möglichkeit über Großbritannien zurückzufliegen.

Du führst selbst ein Unternehmen. Wie nimmst du aktuell die Situation als Unternehmerin wahr?

Als Firmenchefin möchte ich natürlich so schnell wie möglich bei meinen Mitarbeitern sein, um die Lage vor Ort leiten zu können. Zwar können wir alle digital und ortsunabhängig arbeiten, in einer solchen Situation ist es allerdings wichtig bei seinen Mitarbeitern zu sein. Die Teilnehmer der Pitching-Days, die selbst alle Leiter von Firmen sind, denken ähnlich wie ich.

Welche Maßnahmen stehen nun bei der Jungen Wirtschaft an?

Sobald ich wieder zurückkomme, werde ich mich umgehend mit unseren Mitgliedern der Jungen Wirtschaft in Verbindung setzen und weitere Informationsmaßnahmen umsetzen. Wir werden natürlich unsere Mitglieder darüber informieren, welche Unterstützungsmaßnahmen sie in Anspruch nehmen können. Zudem werden wir uns dafür einsetzen, dass die nötigen Maßnahmen auf Schiene gebracht werden. Das hat derzeit höchste Priorität.


=> zur Page der Pitching Days

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Reploid-CEO Philip Pauer (r.) und -CBO Jonas Finck läuteten heute die Börsenglocke | (c) Wiener Börse AG / Alexander Felten
Reploid-CEO Philip Pauer (r.) und -CBO Jonas Finck läuteten im Juli 2025 die Börsenglocke | (c) Wiener Börse AG / Alexander Felten

Im Juli 2025 ging das Welser Insektenzucht-Scaleup Reploid in einem durchaus ungewöhnlichen Schritt nur vier Jahre nach der Gründung am Direct Market Plus an die Wiener Börse. Ein Run auf die Aktie blieb damals aus – es gab keinen Trade am ersten Tag, wie brutkasten berichtete.

Große Meilensteine, aber noch immer wenig Handelsvolumen

Seitdem hat sich bei Reploid viel getan: Millionenfinanzierungen, geografische Expansion, neue große Kunden, zahlreiche Personalien und eine Steigerung auf rund neun Millionen Euro Gewinn im vergangenen Geschäftsjahr (brutkasten berichtete). Einzig: Die Liquidität der Aktie, die aktuell bei 1.700 Euro pro Stück steht, hält sich nach wie vor in Grenzen, wie ein Blick auf Daten der Wiener Börse verrät. Oft gibt es mehrere Tage lang keine Trades, nur an wenigen Handelstagen werden zweistellige Stückzahlen erreicht.

Aktiensplit geht mit Erhöhung des Grundkapitals einher

Doch das soll sich jetzt ändern. Denn wie Reploid per Aussendung bekanntgibt, plant man einen Aktiensplit im Verhältnis 1:15 – der Preis einer Aktie reduziert sich damit also auf ein Fünfzehntel des aktuellen Werts. Damit erhöht sich die Anzahl der Aktien von 110.881 auf 1.663.215, wobei auf jede Stückaktie weiterhin ein anteiliger Betrag am Grundkapital von einem Euro entfällt.

Das bedeutet auch: Das Grundkapital muss dafür von derzeit 110.881 Euro auf 1.663.215 Euro erhöht werden. Das soll ohne die Ausgabe neuer Aktien, sondern „durch Umwandlung eines Teilbetrags der nicht gebundenen Kapitalrücklagen, die sich aus dem im Geschäftsjahr 2025 gesteigerten Eigenkapital speisen“, erfolgen. Der Beschlussvorschlag dafür werde der ordentlichen Hauptversammlung am 14. September 2026 vorgelegt, heißt es von Reploid.

„Wollen die Reploid-Aktie speziell für Retail-Investoren leichter handelbar und attraktiver machen“

„Die Reploid-Aktie notierte zuletzt bei 1.700 Euro. Würden wir heute splitten, läge der Kurs bei etwa 113 Euro. Genau das ist unser Ziel: Wir wollen die Reploid-Aktie speziell für Retail-Investoren leichter handelbar und attraktiver machen“, kommentiert Gründer und CEO Philip Pauer.

Ob die gewünschte Wirkung erzielt wird, bleibt freilich abzuwarten. Die Liquidität im Direct Market Plus der Wiener Börse ist generell niedrig. Wohl aber zeigt ein Blick auf die Daten: Titel mit geringeren Stückkosten kommen tendenziell auf mehr Trades.

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