24.04.2020

Der Westen hat bislang versagt – die Lösung liegt nicht in den Landesgrenzen

Kommentar. Nationale Lösungen reichen in der Coronakrise nicht aus. Ganze Branchen stehen auf dem Spiel, wenn nicht bald eine internationale Lösung gefunden wird. Doch der Westen versagt weiterhin.
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Corona: Westen hat in coronakrise versagt - keine iunternationale Lösung in Sicht
(c) Adobe Stock - bluedesign

US-Präsident Donald Trump schlug zuletzt vor, man könne doch versuchen, Menschen direkt Desinfektionsmittel zu injizieren (Anm. das wäre hoch lebensgefährlich, wie auch den meisten Nicht-Medizinern klar ist). Es ist eine weitere Posse in einer Chronologie der (noch weit mehr als üblichen) Inkompetenz des Anführers der westlichen Welt im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Dass die USA das weltweit (in absoluten Toten-Zahlen) am stärksten betroffene Land sind, verwundert, wenn man einige Aussagen und Ereignisse der vergangenen zwei Monate betrachtet, wenig. Dass die USA auch ökonomisch noch stärker erschüttert werden, als andere, ist die logische Folge. Aber halb Europa – genauer gesagt: West-Europa – zeigt, dass es keinen Donald Trump braucht, um zu versagen. Der Westen hätte es wohl ohnehin nicht hingekriegt. Und er versagt weiterhin.

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Eine richtige Entscheidung reicht noch nicht

In Österreich wurde einige Tage früher mit den selben Maßnahmen begonnen, die im gesamten Westen (ausgenommen Schweden, aber das ist eine andere Geschichte) gesetzt wurden. Es war ein kurzer erleuchteter Moment zu einem Zeitpunkt, wo einen Steinwurf von der Grenze entfernt, im Norden des Nachbarlands Italien, bereits die medizinische Katastrophe im Gange war. Im Gegensatz zu anderen zählte man erfolgreich eins und eins zusammen und traf eine aus epidemiologischer Sicht richtige Entscheidung. Das ermöglicht uns Österreichern nun, uns selber auf die Schultern zu klopfen. Doch tatsächlich haben wir zwar weniger Tote (was unbestritten gut ist), aber fast die selben wirtschaftlichen Auswirkungen wie die anderen, die ja auch sehr ähnliche Hilfspakete schnürten. Die Lösung der ganzen Misere, die sich von Tag zu Tag klarer zeigt, liegt nämlich nur zu einem sehr kleinen Teil innerhalb unserer Landesgrenzen.

Ziellose Vermengungen in der öffentlichen Diskussion

Aber wie könnte diese Lösung aussehen? Noch immer werden in der öffentlichen Diskussion ökonomische Argumente mit medizin-statistischen, politischen, moralischen und teilweise auch pseudowissenschaftlichen und verschwörungstheoretischen vermengt. Auch die prinzipiell seriösen Beiträge führen immer wieder ins Nichts. Denn was passiert, wenn man aus ökonomischen oder politischen Erwägungen mit epidemiologischen Maßnahmen zögert, zeigten die USA und die westeuropäischen Staaten ja vor: Es wurde alles nur noch schlimmer. Spätestens wenn die Intensivstationen bereits überfüllt waren und die Leichenberge begannen zu wachsen, musste man dann doch einlenken. Doch dann war es schon zu spät. Der Shutdown muss in den stärker betroffenen Ländern noch länger dauern und die wirtschaftlichen Folgen sind noch ein Stückchen verheerender.

Es braucht eine internationale Lösung

Einfach alles planlos wieder öffnen und die Folgen „in Kauf nehmen“ ist nicht nur deswegen keine Option. Österreich könnte noch so viele Tote „in Kauf nehmen“ – die wirtschaftliche Lage würde sich dadurch nur in wenigen Bereichen verbessern (etwa im Bestattungswesen). Tatsächlich ist die Entwicklung der Fallzahlen ja so gut, dass nun in Österreich – ganz ohne zusätzliche Tote – bereits umfangreiche Auflockerungen möglich sind. Doch in mehreren Branchen kann die Lage damit nicht ausreichend verbessert werden – das plakativste Beispiel ist der Tourismus. Er zeigt besonders deutlich, wie abhängig unser kleines Land von den anderen Staaten da draußen ist. Es braucht eine internationale Lösung.

Epidemiologisch fundiertes Konzept für das Reisen

Dabei geht es nicht um ein internationales Hilfspaket, wie es nun die Regierungschefs der EU auf die Beine stellen wollen – auch das hat natürlich Sinn. Es geht darum, gemeinsam ein aus epidemiologischer Sicht sinnvolles Konzept zu entwickeln, um den internationalen Verkehr wieder einigermaßen hochfahren zu können. Da geht es nicht nur um den Tourismus, sondern um jede Form von Dienstleistungsverkehr, die sich nicht remote erledigen lässt. Denn weil es völlig unklar ist, wann eine Impfung verfügbar sein kann, kann jedenfalls nicht darauf gewartet werden. Und abgesehen davon könnte theoretisch jederzeit die nächste Pandemie mit einem neuen unbekannten Virus ausbrechen. Dann wäre es sinnvoll, bereits einen funktionierenden Plan zu haben.

Lieber ganzen Völkern misstrauen, statt eine internationale Lösung suchen

Das setzt natürlich ein ernsthaftes Bestreben voraus, international gemeinsame Sache zu machen. Doch hier versagt der Westen weiterhin. Nationale Engstirnigkeit und Eigenbrötlerei haben sich durch die Coronakrise nur verstärkt – auch in Österreich. Geht es dann um mögliche Grenzöffnungen, überlegt man sich lieber, Bewohnern welcher Länder man „vertraut“ und bei welchen das nicht der Fall ist, anstatt gemeinsam ein international breit angelegtes wissenschaftlich getriebenes Konzept für den internationalen Verkehr zu forcieren. Und jedes einzelne Land erfindet lieber das Rad für sich selbst neu, anstatt die Coronavirus-Pandemie international akkordiert zu bekämpfen. Dabei hätte gerade der Westen viel Erfahrung in der internationalen Zusammenarbeit.

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Markus Fuhrmann, CEO und Gründer von Gropyus | (c) Gropyus
© Gropyus - Gründer Markus Fuhrmann.

Das Wiener Scaleup Gropyus holte im März des heurigen Jahres zum dritten Mal in seiner Firmengeschichte ein 100-Mio.-Euro-Investment – brutkasten berichtete. Nun vermeldet man einen Führungswechsel.

Gropyus-Gründer wechselt nach sieben Jahren in den Aufsichtsrat

Der langfristig geplante Übergang in die nächste Wachstumsphase ist nach der turnusmäßigen Hauptversammlung abgeschlossen: Nach sieben Jahren als Gründer und CEO beziehungsweise Co-CEO wechselt Markus Fuhrmann als stellvertretender Vorsitzender in den Aufsichtsrat von Gropyus.

Dieser Schritt begann bereits vor 15 Monaten mit der Ernennung von Mitgründer Philipp Erler zum Co-CEO, heißt es laut Aussendung. Erler führt nun als alleiniger CEO das Unternehmen. Auch der Aufsichtsrat des Unternehmens wird neu aufgestellt: Daniel Riedl bleibt Aufsichtsratsvorsitzender, während Markus Fuhrmann die Funktion des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden von Harald Mahrer übernimmt, der den Aufsichtsrat ebenso wie Thomas Kretschmar verlässt.

Dem Gremium gehören weiterhin Philip Grosse (CFO Vonovia), Emmanuel Thomassin (CFO Wise), Fredrik Nordh (CEO Thisbe), Ricardo Pires (Chairman Semapa Next und CEO Semapa Group) sowie Claudia Ungar-Huber (Head of Subsidiaries and Transaction Management, Vienna Insurance Group) an.

Rechtsstreit mit früherem Aufsichtsratschef

Gropyus befindet sich unterdessen in einem Rechtsstreit mit dem früheren Investor und Aufsichtsratschef Florian Fritsch. Das Unternehmen bestätigte gegenüber dem „Standard“, dass es 2022 aufgrund von Hinweisen auf ein mögliches Fehlverhalten eine interne Untersuchung zu früheren Kostenabrechnungen durch Fritsch eingeleitet habe. Dabei soll es dem Bericht zufolge unter anderem um Urlaube, Beraterkosten und weitere Ausgaben gehen. Der Tageszeitung zufolge soll auch Mahrer – bisheriger Gropyus-Aufsichtsratsvize – in die Causa involviert sein.

100.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in Umsetzung

Mit den aktuellen Neuerungen hat Gropyus eigenen Angaben nach eine entscheidende Unternehmensphase abgeschlossen und tritt nun in die nächste Entwicklungsstufe ein: Skalierung und operative Exzellenz. Der Wechsel in der Führung schaffe dafür klare Verantwortlichkeiten.

Fuhrmann hat Gropyus seit der Gründung unternehmerisch und strategisch geprägt und dessen Aufbau, Finanzierung, strategische Ausrichtung und Partnerschaften vorangetrieben. Das Unternehmen aus Wien entwickelt und baut schlüsselfertige Mehrfamilienhäuser in nachhaltiger Holzbauweise. Rund 100.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche befinden sich eigenen Angaben zufolge derzeit in verschiedenen Umsetzungsphasen.

„Ich bin stolz darauf, was wir bei Gropyus in den vergangenen sieben Jahren aufgebaut haben. Aus einer ambitionierten Idee ist eine industrielle und digitale Plattform für den Wohnungsbau entstanden, die sich bereits in realisierten Projekten bewährt. Mit der Ernennung von Philipp Erler zum Co-CEO haben wir im vergangenen Jahr den geplanten Übergang eingeleitet. Nun wechsle ich in den Aufsichtsrat und werde Gropyus weiterhin bei strategischen Fragen und der Wachstumsfinanzierung beratend begleiten. Philipp kennt das Unternehmen seit der Gründung und ist der Richtige, um Gropyus in die Zukunft zu führen“, kommentiert Fuhrmann diesen Schritt.

„In die nächste Phase führen“

CEO Erler ergänzt: „Ich danke Markus Fuhrmann herzlich für sein Vertrauen und für die gemeinsamen Jahre, in denen wir Gropyus von der Idee bis zu den ersten realisierten Gebäuden aufgebaut haben. Ohne seine Vision, seinen unternehmerischen Mut und seine Fähigkeit, Menschen für ein ambitioniertes Ziel zu gewinnen, wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen. Ich freue mich, Gropyus jetzt gemeinsam mit unserem starken Vorstandsteam in die nächste Phase zu führen. Gleichzeitig ist es für das Unternehmen sehr wertvoll, dass Markus uns als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender mit seiner Erfahrung, seinem strategischen Blick und seinem außergewöhnlichen Netzwerk weiterhin eng begleiten wird. Abschließend danke ich Harald Mahrer und Thomas Kretschmar für ihre Begleitung und den immer konstruktiven Austausch während dieser wichtigen Phase der Unternehmensentwicklung.“

Auch Aufsichtsratsvorsitzender Daniel Riedl äußert sich zum Wechsel: „Markus Fuhrmann hat Gropyus mit unternehmerischem Weitblick und großer Entschlossenheit von einer wegweisenden Idee zu einem technologisch führenden und wachstumsstarken Unternehmen entwickelt. Dafür gebührt ihm unser großer Dank und tiefer Respekt.“ Es sei ein starkes Signal, dass Fuhrmann dem Unternehmen als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender erhalten bleibe. Mit Erler übernehme zudem eine erfahrene Führungspersönlichkeit die operative Gesamtverantwortung – für die nächste Wachstumsphase sei das „eine hervorragende Konstellation“.

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AI Summaries

Der Westen hat bislang versagt – die Lösung liegt nicht in den Landesgrenzen

  • Dass die USA das weltweit am stärksten betroffene Land sind, verwundert, wenn man einige Aussagen und Ereignisse der vergangenen zwei Monate betrachtet, wenig.
  • Aber halb Europa – genauer gesagt: West-Europa – zeigt, dass es keinen Donald Trump braucht, um zu versagen.
  • Im Gegensatz zu anderen zählte man in Österreich erfolgreich eins und eins zusammen und traf eine aus epidemiologischer Sicht richtige Entscheidung.
  • Doch nationale Erfolge bringen nicht allzu viel – es braucht eine internationale Lösung.
  • Doch geht es etwa um mögliche Grenzöffnungen, überlegt man sich lieber, Bewohnern welcher Länder man „vertraut“ und bei welchen das nicht der Fall ist, anstatt gemeinsam ein international breit angelegtes wissenschaftlich getriebenes Konzept für den internationalen Verkehr zu forcieren.
  • Und jedes einzelne Land erfindet lieber das Rad für sich selbst neu, anstatt die Coronavirus-Pandemie international akkordiert zu bekämpfen.

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