26.06.2018

Controller Institut macht Finanzer fit für die digitale Arbeitswelt

Auch heute noch beschränkt sich die Rolle des Controllers in einem Unternehmen oft auf die des Zahlengebers. Auf der Grundlage der erarbeiteten Zahlen trifft das Management dann Entscheidungen über die Zukunft des Unternehmens. Das Controller Institut Wien hat nun einen Kurs entworfen, um Controllern die nötigen Fähigkeiten an die Hand zu geben, um selbst gestalterisch an Innovationen im Unternehmen mitwirken zu können.
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Die Digitalisierung verändert den Arbeitsalltag aller Menschen, und doch hält sie bei der Arbeit der Finanzer nur schleichend Einzug. Das Controller Institut Wien hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die positiven Seiten der digitalen Revolution für Controller und Finanzer nutzbar zu machen. Keywords sind hier Predictive Analytics und Automatisierung bzw. Robotics. In drei Modulen mit je zwei Tagen Dauer, die einzeln oder kombiniert buchbar sind, geht es um Methodik, die digitale Transformation des Unternehmens und die Entwicklung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle. „Man sollte nicht auf den nächsten Disruptor warten, sondern selbst Innovationen im eigenen Unternehmen hervorbringen, bevor man von anderen überholt wird“, rät Clemens Nachbauer, der den Lehrgang Digital Leadership in Controlling & Finance  für das Controller Institut konzipiert hat.

Durch agile Methoden Schritt halten

Im ersten Modul dreht sich alles um die Frage, welche Methoden es gibt, um neue Ideen im eigenen Unternehmen rasch umsetzen zu können. Hierbei kommen Ansätze wie Design Thinking und Scrum zum Einsatz. Dies gibt den Teilnehmenden Hilfestellungen zur Umsetzung von Innovationen an die Hand. In der Schnelllebigkeit unserer Zeit ist es wichtig, rasch auf Veränderungen zu reagieren. Deshalb liegt der Fokus dieses Moduls auf dem iterativen Prinzip. Das heißt, es werden immer wieder schnell und experimentell kleinere Änderungen vorgenommen und reflektiert, um zügig zum Ziel zu kommen.

Mit Predictive Analytics und Robotics gegen „Number Crunching“

Welche konkreten technischen Möglichkeiten aber bietet die Digitalisierung Controllern, die die tägliche Arbeit erleichtern? Die Kursteilnehmer sollen lernen, die Möglichkeiten von Predictive Analytics und Robotics auszuschöpfen und für ihr Unternehmen anzuwenden. „Im Kern geht es darum, den Controllern das „Number Crunching“ so weit wie möglich abzunehmen. So müssen sie die Zahlen nicht nur erarbeiten, sondern können sich auch vertieft mit ihnen beschäftigen „, erklärt Clemens Nachbauer. Denn bisher fehle den meisten Controllern hierfür schlichtweg die Zeit. Die neuen technischen Möglichkeiten können hier Abhilfe schaffen, indem sie viele Prozesse vereinfachen und effizienter gestalten.

Durch das Controller Institut vom Zahlengeber zum Innovationstreiber

Die in den anderen Modulen erarbeiteten Grundlagen sollen im dritten Teil auf konkrete Business Cases angewendet werden. Damit geht es um das praxisnahe und experimentelle Implementieren konkreter digitaler Lösungen im Arbeitsalltag von Controllern. Dadurch, dass sie sich intensiver mit den Zahlen beschäftigen können, haben sie die Möglichkeit, nun selbst an Innovationen mitzuwirken, neuartige Geschäftsmodelle zu konzipieren und hierfür direkt Business Cases auszurechnen. Somit verschiebt sich die Bedeutung des Controllers vom Zahlengeber zum Mitgestalter im Bereich Business Development mit ganzheitlichem Ansatz. Gerade deshalb ist der Lehrgang vom Controller Institut nicht nur für etablierte Unternehmen, sondern auch für Startups durchaus relevant.

Abschluss mit Diplom und konkreten Ideen fürs eigene Unternehmen

Am Ende des Lehrgangs gibt es nicht nur ein Diplom vom Controller Institut für die Teilnehmenden als „Certified Digital Leader in Controlling & Finance“. In projektbezogener Gruppenarbeit sollen auch Konzepte entstehen, die die Controller direkt in ihr Unternehmen miteinbeziehen können. Der Controller entwickelt also neue Fähigkeiten und bringt auch etwas Handfestes für sein Unternehmen mit, das als „Abschlussarbeit“ bei einer Case Challenge vor einer Jury präsentiert wurde. Weiterführende Informationen zu Anmeldung, Ort und Zeitraum gibt es hier.

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TikTok
Mit „Sell Across Europe" sollen heimische KMU künftig EU-weit verkaufen können | (c) AdobeStock

Nach Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Irland und Großbritannien folgt die nächste Ausbaustufe: Am 15. Juni geht TikTok Shop in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Polen live. Bemerkenswert: In den Vorab-Berichten internationaler E-Commerce-Medien tauchte Österreich bislang gar nicht auf – die Branche hatte primär Polen, Benelux und Skandinavien als nächste Märkte erwartet.

Laut TikTok nutzen über 2,7 Millionen Menschen in Österreich die Plattform monatlich. Sie sollen künftig direkt in der App über Shoppable Videos, Live-Shopping-Formate und einen eigenen Shop-Tab einkaufen können, ohne TikTok zu verlassen. Für österreichische Unternehmen öffnet sich die Registrierung bereits zwei Wochen früher, am 1. Juni.

Was den österreichischen Markt aus TikTok-Sicht auszeichne?

„Wir expandieren schrittweise. Dieses Jahr ist der richtige Zeitpunkt für Österreich“, erklärt Ningxin Wu, die TikTok Shop in Österreich, den Niederlanden, Belgien und Polen verantwortet. Man wolle „Learnings aus Deutschland, Italien und anderen Märkten direkt einsetzen“.

Was den österreichischen Markt aus TikTok-Sicht auszeichne? Wu nennt drei Punkte: digital affine Kund:innen, eine Vorliebe für lokale und hochwertige Produkte – ein Muster, das man auch in Deutschland beobachtet habe – und Live-Shopping bzw. -Selling, das in dieser Form bisher keinen breiten Player in Österreich habe.

Ein österreichisches Scaleup als Anker

Zum Start setzt TikTok auf ein Einladungsmodell. Als einziger österreichischer Launch-Partner ist das Wiener Scaleup Neoh unter den ersten Marken – bekannt für zuckerreduzierte Riegel und Süßwaren-Innovationen. Das 2016 gegründete Unternehmen hat seine Discovery-E-Commerce-Strategie zuvor bereits in Deutschland erfolgreich erprobt.

„TikTok Shop ist für uns mehr als ein neuer Kanal – es ist eine andere Art zu verkaufen“, sagt Lisa Krapinger-Rüther, SVP Digital bei Neoh. „Das Einkaufserlebnis entsteht direkt im Content, organisch und authentisch. Wir haben in Deutschland gesehen, wie gut das funktioniert: Produkte, die sich über echte Community-Empfehlungen verkaufen, ohne sich wie klassische Werbung anzufühlen.“

Neben Neoh werden zum Start unter anderem deutsche Marken wie Hitschies, Judith Williams, More Nutrition und Svenja Walberg auf dem österreichischen Markt verfügbar sein. Der Roll-out ist schrittweise geplant, User:innen sollen mehr und mehr Marken und Produkte finden können.

„Sell Across Europe“: Die Chance für heimische KMU

Strategisch relevant für die heimische Startup- und KMU-Landschaft dürfte vor allem die Funktion „Sell Across Europe“ werden, die kurz nach dem Launch freigeschaltet wird: Mit einer einzigen Registrierung können Händler:innen in alle EU-Märkte verkaufen, in denen TikTok Shop verfügbar ist. Produktbeschreibungen lassen sich pro Markt lokalisieren, der Versand erfolgt direkt oder über TikTok-Logistikpartner.

„Österreichische Mittelständler haben durch TikTok Shop jetzt eine Plattform, ihre Produkte europaweit zu verkaufen“, sagt Wu. Lokale Produkte – sie nennt Ski-Sportartikel und Delikatessen – seien bisher häufig nur im Inland entdeckbar gewesen.

Eine Größenordnung liefert Christian Blum, Communications Lead bei TikTok Shop: Nach einem Jahr TikTok Shop in Deutschland habe man laut NielsenIQ 15 Prozent Penetration bei den Online-Shopper:innen erreicht. EU-weit – ohne UK – verzeichne man laut Unternehmensangaben dreistelliges Wachstum beim täglichen Umsatzvolumen seit dem Launch, mit über 100.000 lokalen Verkäufer:innen.

Die Temu-Frage: Wie grenzt man sich ab?

Während TikTok Shop wirbt, geraten Plattformen wie Temu und Shein wegen Billigimporten und Produktsicherheit zunehmend unter Druck. Wie grenzt sich TikTok ab? Wu verweist auf “Discovery-E-Commerce” als neue Art des Online-Shoppings, das vorläufige Einladungsmodell und generell eine strenge Listing Policy auf TikTok Shop, die EU-Compliance-Anforderungen wie der seit Dezember 2024 geltenden General Product Safety Regulation (GPSR) entsprechen müsse.

Konkrete Zahl: Laut TikTok seien 2025 weltweit 700 Millionen Produkte präventiv geblockt worden, bevor sie überhaupt gelistet werden konnten. Zusätzlich verifiziere man Identität, Mehrwertsteuernummer und Bankdaten der Händler:innen; neue Verkäufer:innen durchlaufen eine Probezeit.

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