11.03.2025
PERSONALIE

ContextSDK: Wiener KI-Startup holt neuen CRO

Zach Stadlin-Robbie soll ContextSDK als neuer Chief Revenue Officer (CRO) mit viel Branchenerfahrung unterstützen.
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Der neue ContextSDK-CRO Zach Stadlin-Robbie | (c) ContextSDK / Hintergrund: (c) Jonas Leupe via Unsplash
Der neue ContextSDK-CRO Zach Stadlin-Robbie | (c) ContextSDK / Hintergrund: (c) Jonas Leupe via Unsplash

Dein Smartphone weiß, was du gerade tust. Für manche mag dieser Gedanke unangenehm sein, aber es ist so. Das 2023 gegründete Startup ContextSDK von Felix Krause und Dieter Rappold macht sich diesen Umstand zunutze – brutkasten berichtete mehrmals, zuletzt über ein Vier-Millionen-US-Dollar-Investment im Herbst 2024.

ContextSDK: Mehr als 200 verschiedene Smartphone-Signale, um Kontext zu erkennen

Konkret wertet die Software des Startups mithilfe von KI mehr als 200 verschiedene Signale aus, die die unterschiedlichen Sensoren des Smartphones aufnehmen, und erkennt so Umgebung und Aktivität, also den „Kontext“ des/der Nutzer:in. Und das bei völliger Wahrung der Privacy – so das Versprechen. Diese Information wird dann für zielgerichtete Werbung in Apps genutzt. Das soll eine starke Steigerung der Conversion-Rate und damit auch der Umsätze bringen.

Zach Stadlin-Robbie wird Chief Revenue Officer

Und natürlich will ContextSDK auch seine eigenen Umsätze weiter steigern. In diesem Zusammenhang verkündete das Startup nun eine Personalie: Zach Stadlin-Robbie wird Chief Revenue Officer (CRO). Er bringt einiges an Branchenerfahrung mit, etwa von den Unternehmen Vungle (mittlerweile Liftoff) oder Miniclip. Dort habe er sich unter anderem mit Monetarisierung, Advertising und strategischen Partnerschaften beschäftigt, heißt es in einer Aussendung. In diesen Feldern soll er nun auch das Wiener Unternehmen unterstützen und dabei unter anderem seine Erfahrung im Gaming-Bereich einbringen.

„Unglaubliche Mischung aus Branchenkenntnis, strategischem Verständnis und praktischer Erfahrung“

„Zach bringt eine unglaubliche Mischung aus Branchenkenntnis, strategischem Verständnis und praktischer Erfahrung bei der Skalierung von Umsätzen mit“, kommentiert ContextSDK-Co-Founder und CEO Dieter Rappold. Und Zach Stadlin-Robbie meint: „Die Verknüpfung von KI auf dem Gerät mit serverseitiger Intelligenz – wie ein Pilot, der den Kurs an das sich ändernde Wetter anpasst – gibt Apps einen realen Kontext und die Ergebnisse sprechen für sich. Große Unternehmen sehen bereits die Auswirkungen, und ich freue mich darauf, mit dem großartigen Team von ContextSDK auf diesem Momentum aufzubauen.“

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Mistral.
© LinkedIn/Canva - Arthur Mensch, Co-Founder und CEO Mistral AI.

Drei Milliarden Euro. Das ist die Summe, die der französische Anthropic- und OpenAI-Herausforderer Mistral in seiner heute verkündeten Series-D-Finanzierungsrunde aufnahm. Es ist die größte VC-Runde für ein Tech-Unternehmen in der europäischen Geschichte – und das für ein gerade einmal drei Jahre altes Unternehmen.

Den Lead in der Runde übernahm mit Samsung – wenig überraschend – ein außereuropäischer Player. Dazu kommen große US-Investoren wie PSG Equity als Co-Lead, a16z und Nvidia, aber auch eine ganze Reihe europäischer Kapitalgeber, darunter der Scaleup Europe Fund der schwedischen EQT als weiterer Co-Lead.

Keine normalen Umstände

Drei Milliarden Euro. Eine Bewertung von 21 Milliarden Euro. Das sollte unter normalen Umständen ein Garant für den großen Durchbruch sein. Zum Vergleich: Meta (damals Facebook) genügten vor seinem Börsengang insgesamt 2,27 Milliarden US-Dollar VC-Kapital, um sich im Social-Media-Wettlauf klar an die Spitze zu setzen und zum Tech-Giganten zu werden.

Doch die Umstände sind nicht normal. Der KI-Wettlauf hat die Volumina an VC-Kapital vor allem in den USA auf ein nie dagewesenes Level gehievt. Anthropic, das Unternehmen hinter Claude, hat allein in seiner Series-H-Runde im Mai dieses Jahres 65 Milliarden US-Dollar aufgenommen und steht bei einer Bewertung von 965 Milliarden Dollar. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, hat diesen März in seiner Finanzierungsrunde sogar 122 Milliarden US-Dollar eingesammelt und steht bei einer Bewertung von 852 Milliarden Dollar.

Beim insgesamt aufgenommenen Kapital steht Mistral (ca. 6 Mrd. Euro inklusive Kredite) in einem Verhältnis von etwa 1:19 zu Anthropic (mindestens 130 Mrd. US-Dollar) und 1:26 zu OpenAI (mindestens 180 Mrd. US-Dollar). Das wird im beinharten internationalen Tech-Wettlauf vermutlich nicht ausreichen.

Digitale Souveränität als Verkaufsargument

Und das weiß man auch beim französischen Scaleup. Der größte Trumpf, den es in der Hand hat, ist, dass es aus Europa kommt. Punkten kann das Unternehmen vor allem bei den Themen Digitale Souveränität und Datensicherheit. Und das wiederum sind Fragen, die im B2B- und vor allem im öffentlichen Bereich deutlich schwerer wiegen als im B2C-Bereich, den aktuell Anthropic, OpenAI und Google dominieren.

„Während der ersten Welle der generativen KI lautete die zentrale Frage: Wer kann das leistungsstärkste Modell entwickeln? Unternehmen und Regierungen stellen sich nun eine andere Frage: „Wie können sie die Leistungsfähigkeit der KI für ihre geschäftskritischen Anforderungen nutzen, ohne die Kontrolle über die Infrastruktur und den Informationskreislauf abzugeben?“, heißt es von Mistral in der Presseaussendung zur aktuellen Kapitalrunde.

Die Frage will man freilich mit dem eigenen Produkt beantworten. „Die Nachfrage nach dieser Kombination aus Leistung, Kontrolle, Auswahlmöglichkeiten und Unabhängigkeit nimmt weltweit zu“, ist man sich sicher. Und Mistral sei das weltweit einzige KI-Unternehmen, das den gesamten Stack entwickle, der dafür erforderlich ist: „Open-Weight-Modelle, die Infrastruktur und die Rechenkapazität, auf der sie laufen, und die Produkte, mit denen sie in den Unternehmen wirksam werden“.

Ausstehender Beweis

Dass diese Argumente angesichts des europäischen Diskurses durchaus valide sind, liegt auf der Hand. Ob die Rechnung am Ende auch betriebswirtschaftlich aufgeht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Mistral bekommt durch die Mega-Runde genug Luft, um sich innerhalb Europas weiterhin im öffentlichen und im Unternehmenssegment zu etablieren. Doch dass das ausreicht, um das eingesetzte Kapital (mehrfach) zurückzuspielen, muss erst bewiesen werden.

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