07.09.2021

Contextflow: Wiener HealthTech-Startup schließt Serie A mit 6,7 Mio. Euro ab

Das auf KI-basierte Radiologie spezialisierte Startup erweitert eine bereits kommunizierte Investmentrunde um zwei Millionen Euro.
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contextflow, KI, Radiologie, Investment, Series A
(c) contexflow - Das Contextflow-Team darf sich über eine Serie-A-Finanzierung freuen.

Im Juni war seitens Contextflow noch von einem Serie A-Investment im „mittleren siebenstelligen Bereich“ die Rede. Nun erfolgte das finale Closing dieser Runde mit weiteren zwei Millionen Euro. Und das Startup mit seiner KI-Radiologie-Analyse-Software nannte einen Gesamtbetrag: 6,7 Millionen Euro (bzw. acht Millionen US-Dollar). Es sei einer der größten Serie A-Runden des Jahres im HealthTech-Bereich in Europa, heißt es in einer Aussendung.

Haselsteiner-Unit steigt kommt als neuer Investor dazu

Die weiteren zwei Millionen Euro im zweiten Closing kommen von der Hans Peter Haselsteiner-Startup-Unit der Peak Pride Management GmbH, die im Mehrheitsbesitz des Investors ist, und dem Bestandsinvestor APEX Ventures, das über seinen „APEX Best in Class“-Fonds weiteres Kapital nachschoss, nachdem man bereits beim ersten Closing im Juni dabei gewesen war. Ebenfalls im ersten Durchgang eingestiegen waren B&C Innovation Investments (BCII) und TTIP Beteiligungs GmbH. Als Bestandsinvestoren mitgezogen waren neben APEX auch Crista Galli Ventures, IST cube, Nina Capital und Novacapital.

Wie schon im Juni kommuniziert sollen die Mittel für die Beschleunigung des Markteintritts in Europa und den USA, die FDA-Zulassung sowie für die Erweiterung des Angebots um neue Funktionen und Produkte für eine breitere Palette von Organen und Modalitäten verwendet werden. Das 2016 gegründete MedUni Wien-Spinoff sieht sich als „weltweit umfangreichste KI-Software im Bereich der Radiologie“.

Contextflow „bei der weltweiten Skalierung unterstützen“

Alexander Sommer-Fein, Managing Director bei Peak Pride und deren „HPH Startup Unit“, kommentiert: „Für uns ist contextflow ein großartiges Beispiel für ein digitales Gesundheits-Startup mit starken Verbindungen zu österreichischer Technologieforschung. contextflow zeigt, wie die Nutzung von Daten und Algorithmen der künstlichen Intelligenz einen klaren Mehrwert im Gesundheitswesen bieten kann“. Man wolle das Unternehmen „bei der weltweiten Skalierung“ gemeinsam mit „einer starken Gruppe von österreichischen Investoren“ unterstützen.

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Instahelp, Mental Health
© Instahelp/Leaders 21 - Bernadette Frech, CEO Instahelp und Florian Gschwandtner, Mitgründer von Runtastic und Foxyfitness.

Hoher Druck, lange Arbeitstage, finanzielle Unsicherheit und große Verantwortung: Die psychische Belastung in Startups ist hoch. Gleichzeitig nehmen viele Gründer:innen und Mitarbeitende professionelle Unterstützung gar nicht oder erst sehr spät in Anspruch.

Instahelp adressiert Startups

„Als Gründer redest du nicht über Erschöpfung, du funktionierst. Dabei ist mentale Gesundheit eine der wichtigsten Voraussetzungen für nachhaltigen Erfolg – darüber wird in der Startup-Welt noch immer viel zu wenig offen gesprochen“, mahnt Florian Gschwandtner, Mitgründer von Runtastic und Foxyfitness.

Deshalb richtet sich das Grazer Mental-Health-Unternehmen Instahelp mit einem neuen Konzept konkret an Startups, für die klassische betriebliche Gesundheitsangebote oft zu aufwändig oder zu teuer sind. Als Alternative bietet die Plattform eine psychologische Online-Beratung an, die sich eigenständig buchen lässt und kein traditionelles Onboarding erfordert. Im Jahr 2026 fällt dafür keine Grundgebühr an. Stattdessen funktioniert das Modell über ein Guthabensystem mit einer Mindestabnahme von zehn Beratungseinheiten. Mitarbeitende können die vertraulichen Termine ortsunabhängig wahrnehmen, was auch Randzeiten wie Abende und Wochenenden einschließt.

Enorme Arbeitsdichte als massives Gesundheitsrisiko

Die Belastung in jungen österreichischen Unternehmen ist häufig strukturell bedingt. Was stellvertretend für den gesamten DACH-Raum in einer Studie des deutschen Startup-Bundesverbands und der Techniker Krankenkasse in Zahlen gegossen wurde, lässt sich nahezu eins zu eins auf die heimische Szene umlegen: 68 % der Gründer:innen sehen die enorme Arbeitsdichte als massives Gesundheitsrisiko, 62 % nennen die ständige berufliche Unsicherheit als wesentlichen Stressfaktor.

Auch im heimischen Ökosystem kommen eine Kultur der ständigen Erreichbarkeit, der oftmals zermürbende Finanzierungsdruck und die Tatsache hinzu, dass in den meist kleinen Teams österreichischer Startups der Ausfall einer einzigen Person oft direkte und weitreichende Konsequenzen für das gesamte Unternehmen hat.

Instahelp-CEO: „Gesundheit kein Luxus“

„Mentale Gesundheitsförderung darf kein Luxus sein, den sich nur große, etablierte Unternehmen leisten können. Gerade in der Gründungsphase, wo viel auf dem Spiel steht und Ressourcen knapp sind, brauchen Menschen Unterstützung“, sagt Bernadette Frech, CEO von Instahelp. „Genau hier wollen wir mit einem Angebot ansetzen, das sich an die Realität junger Unternehmen anpasst und nicht umgekehrt.“

Neben Startups richtet sich das Angebot auch an Vereine, NGOs und KMUs. „In der Startup-Welt reden wir viel über Resilienz, aber noch zu wenig darüber, was Menschen wirklich brauchen, um langfristig leistungsfähig zu bleiben“, sagt René Berger, Mercedes AMG Board Member, Investor und Co-Founder von Instahelp. „Niedrigschwellige psychologische Unterstützung ist ein essenzielles Investment in die wichtigste Ressource jedes Unternehmens: die Menschen dahinter.“

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