05.05.2026
FINANZIERUNG

Constrct: Wiener Startup erhält aws-Förderung im mittleren sechsstelligen Bereich

Das 2024 gegründete Wiener Startup Constrct erhält eine sechsstellige aws-Förderung, um seine Software zur digitalen Abwicklung von Baustoffbeschaffung weiter auszubauen. Im Fokus stehen die Produktentwicklung sowie die nächsten Schritte Richtung Markteintritt.
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Das Gründerteam von constrct: Christoph Oswald und Michael Ramel. | © Dina Grojer

Die Software des Wiener Startups Constrct will die Beschaffung von Baumaterialien durchgängig digital abbilden – von der Bestellanforderung bis zur Lieferung – brutkasten berichtete. Nun erhält das 2024 gegründete Unternehmen eine sechsstellige Förderung im Rahmen des aws-Programms „Seedfinancing – Innovative Solutions“. Mit den Mitteln möchte das Startup die Weiterentwicklung seiner Plattform zur Digitalisierung der Baustoffbeschaffung sowie den Markteintritt weiter vorantreiben.

Constrct: Fragmentierte Abläufe strukturieren

Die Idee hinter Constrct stammt von Co-Founder Michael Ramel. Er wuchs in einer Bauunternehmerfamilie auf und war früh auf Baustellen unterwegs. Organisation, Materialbestellungen und Abstimmungen erlebte er aus nächster Nähe. Den technischen Gegenpart fand er in Softwareentwickler Christoph Oswald. Gemeinsam gründeten sie Constrct und wuchsen zu einem aktuell fünfköpfigen Team heran.

Konkretes Ziel der beiden ist es, fragmentierte Abläufe entlang der Lieferkette zu strukturieren und eine konsistente, auswertbare Datengrundlage zu schaffen. In Constrct investiert haben in der Vergangenheit unter anderem Rhomberg Ventures sowie WU Ignite Ventures.

App geplant

„Mit der Förderung können wir die nächsten Entwicklungsschritte deutlich beschleunigen und unsere Lösung gezielt weiter in den Markt bringen“, sagt Ramel.

Derzeit arbeitet Constrct an einer mobilen App, um die Nutzung der Software auf der Baustelle zu vereinfachen. Sie soll in den kommenden Monaten verfügbar sein.

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Der deutsche Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) | (c) Sandro Halank via Wikimedia Commons
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Im Vergleich zu Österreich hatte Deutschland die Nase bei Startup-Finanzierungen auch in Relation zur Gesamtbevölkerung zuletzt deutlich vorne. Im Vergleich zu den USA steht Österreichs großes Nachbarland aber vor demselben Problem, das auch hierzulande nur allzu gut bekannt ist: Während die Frühphasenfinanzierung im Land noch recht gut abgedeckt werden kann, sind die großen Kapitalbeträge für spätere Wachstumsphasen oft nur in Übersee zu holen – und das immer wieder in Verbindung mit einer Verlegung des Firmensitzes.

„Deutlich mehr privates Kapital“

„Mein Ziel ist, dass die Weltmarktführer von morgen in Deutschland gegründet werden und hier groß werden können“, sagte der deutsche Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil nun gegenüber der Nachrichtenagentur „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND) im Vorfeld eines Treffens mit der ostdeutschen Startup-Szene. Mit besseren steuerlichen Bedingungen für Startup-Investments wolle die deutsche Regierung daher dafür sorgen, „dass deutlich mehr privates Kapital in junge, innovative Unternehmen fließt“.

Zuletzt große Budget-Zusagen für staatliche Finanzierungsvehikel

Zudem sollen größere Startup-Finanzierungen durch deutsche Staatsfonds mehr privates Kapital mobilisieren. Dazu stehen mehrere Vehikel bereit, die zuletzt mitunter Budget-Zusagen im neun- bis zehnstelligen Bereich bekommen haben, etwa „Scale-up Direct“ von KfW Capital, für das bis Ende 2030 eine Milliarde Euro vorgesehen ist, womit Einzelinvestments bis zu 50 Millionen Euro umgesetzt werden können.

Beteiligungsfreibetrag in Österreich weiterhin nur am Wunschzettel

Wie die angedachten steuerlichen Begünstigungen konkret aussehen sollen, ist aktuell noch nicht bekannt. Ein typisches Modell wäre ein Beteiligungsfreibetrag nach Vorbild des Vereinigten Königreichs, wie er auch von den österreichischen Startup-Stakeholdern seit Jahren gefordert wird. Hierzulande schaffte es diese Maßnahme abermals nicht ins laufende Regierungsprogramm – dem Vernehmen nach vor allem wegen Widerständen des Koalitionspartners SPÖ. Dass nun im Nachbarland mit Lars Klingbeil ein sozialdemokratischer Minister einen solchen Vorschlag von sich aus aufs Tapet bringt, ist in diesem Kontext durchaus bemerkenswert.

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