28.04.2025
BAUWESEN

Conota: Vorarlberger App für Fotodokumentation knackt vier Millionen Downloads

Das Vorarlberger Startup Conota entwickelte eine App für Fotodokumentation im B2B-Bereich, mit der sie kürzlich vier Millionen Downloads allein im Google Play Store erreichte.
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Conota-Gründer Michael Kostner © Conota

Die schottischen Highlands – ein Ort, an dem für Conota im Februar 2020 alles begann. Dort stellte sich ein Bauingenieur die Frage: “Was wäre, wenn ich Notizen direkt zum Foto und dessen Dateinamen hinzufügen könnte?”. Üblicherweise laufe das nämlich so ab, dass man auf der Baustelle Fotos mache und parallel handschriftliche Notizen anfertige, die später mühsam am Computer übertragen werden müssten, erzählt der Gründer. 

Nun, fünf Jahre nach der Gründung, kann das Startup von Michael Kostner schon den ersten Meilenstein vermelden: Nach eigenen Angaben wird die B2B-App täglich von 100.000 Nutzer:innen verwendet. Im Google Play Store wurden demnach bereits über vier Millionen Downloads verzeichnet.

App für Fotodokumentation spart Zeit

Anschließend zur Geschäftsidee wurde direkt der erste Prototyp gebaut – und bestand den Test vom Gründer selbst. “Neben der Vermeidung von Transkriptionen konnte man Baustellennotizen einfacher und schneller finden, da die Informationen direkt auf den Fotos zu sehen waren”, heißt es. Dadurch habe man sich etwa eine Stunde pro Baustellenbesuch gespart. Im September 2020 ging die App schließlich online – zunächst ausschließlich im Google Play. 

Conota richtet sich an Anwender:innen aus den Bereichen Bauwesen, Handwerk, Technik und Industrie. Die App soll eine „schnelle, präzise und nachvollziehbare Fotodokumentation“ liefern. Sie soll Arbeitsabläufe deutlich vereinfachen, indem Nutzer:innen bei Fotos zusätzliche Informationen wie Projektangaben, Zeitstempel, Standortdaten und Notizen ergänzen können. Dies spare laut dem Startup Zeit, reduziere Fehlerquellen und verbessere die Kommunikation zwischen Teams, Auftraggeber:innen und der Dokumentation. Die App bringe „nicht nur Ordnung in die Baustellendokumentation, sondern spart auch eine Menge Zeit“, sagt Kostner.

Conota werde weltweit genutzt

Für die Weiterentwicklung und Optimierung der Conota-App stellte Kostner ein kleines Team aus Ingenieuren und Freelancern zusammen. „Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, das Design von Conota intuitiv zu gestalten, sodass nur wenige Klicks erforderlich sind, um einen schnellen und effizienten Arbeitsablauf zu gewährleisten“, so der Gründer.

Die Funktionen der App stehen den Nutzer:innen im Rahmen von Abonnements zur Verfügung. Durch dieses Geschäftsmodell könne man Conota „kontinuierlich mit neuen Funktionen und Optimierungen erweitern“, heißt es seitens des Startups. Mittlerweile werde die Plattform weltweit genutzt – von Einzelunternehmer:innen ebenso wie von Mitarbeitenden großer internationaler Industrieunternehmen.

Ziel: „führende Kamera-App für die Arbeitswelt“

Für dieses Jahr hat Conota mehrere neue Features auf seiner Agenda, die gelauncht werden sollen: Einerseits plant das Unternehmen, LiDAR-Messungen (Anm.: Methode, um Abstand und Geschwindigkeit zu messen) direkt im Foto für iOS-Geräte zu integrieren. Darüber hinaus sind eine KI-basierte Objekterkennung sowie ein automatisiertes Labeling vorgesehen. Zusätzlich arbeite man an „Business-Funktionen für Teams, inklusive Lizenzierung, API-Anbindung und Projektstrukturierung“.

Langfristig verfolgt Conota das Ziel, „die führende Kamera-App für die Arbeitswelt zu werden“, sagt Kostner. „Was wir mit Conota entwickeln, ist keine bessere Kamera-App, sondern ein Werkzeug, das Arbeitsprozesse neu denkt. Fotos werden bei uns zu Datenträgern, die automatisch Mehrwert schaffen. Genau das fordern moderne Unternehmen heute.“

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Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar
Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar

Das Unternehmen konnte sein Standing innerhalb Österreichs in den vergangenen Jahren konstant halten: 2013 in Wien gegründet zählt PlanRadar zu den erfolgreichsten Scaleups im Land – nicht zuletzt wegen seiner anhaltenden internationalen Expansion. Nun legte das Unternehmen seinen Jahresabschluss 2025 und einen begleitenden Lagebericht vor, die nicht nur Einblicke in die Finanzen geben.

Umsatz steigt auf 33,64 Millionen Euro

Aber zunächst zu den zentralen Kennzahlen: Im vergangenen Jahr erzielte die Wiener PlanRadar GmbH, die nach wie vor als Muttergesellschaft der internationalen Gruppe fungiert, Umsatzerlöse in Höhe von 33,64 Millionen Euro nach 31,97 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einer Steigerung von 5,24 Prozent. Und das „trotz eines herausfordernden Marktumfelds“ im europäischen Kernmarkt, wie die Geschäftsführung im Lagebericht festhält. Zu beachten ist hier, dass es sich um den Einzelabschluss der GmbH handelt und für die internationalen Tochtergesellschaften keine Zahlen vorliegen. Der ausgewiesene Umsatz enthält auch sogenannte Intercompany-Umsätze, da die Muttergesellschaft ihren Vertriebstöchtern konzernintern Lizenzgebühren für die Softwarenutzung verrechnet.

Als wesentliche Treiber der Entwicklung im Jahr 2025 nennt das Unternehmen „sowohl die Akquise neuer Kunden als auch die Erweiterung bestehender Verträge“. Während der europäische Markt unter den Nachwehen des Rückgangs im Wohnungsbau gelitten habe, sei die Konjunktur in den Wachstumsmärkten MENA (Middle East / Northern Africa) und APAC (Asia Pacific), wo Großprojekte für eine erhöhte Nachfrage sorgten, dynamischer verlaufen, heißt es weiter. Gerade in der MENA-Region hat sich die Gesamtlage bekanntermaßen seitdem geändert: Im Lagebericht weist die Geschäftsführung explizit auf eine erhöhte geopolitische Unsicherheit infolge des Konflikts im Iran hin. Zudem musste ein konzerninternes Darlehen an die Tochtergesellschaft in Dubai bereits vollständig abgeschrieben werden.

Zudem gab es 2025 laut Lagebericht Konsolidierungsmaßnahmen in mehreren Märkten. So wurden die Tochtergesellschaften in Brasilien und der Schweiz im Geschäftsjahr 2025 geschlossen, in Deutschland läuft eine Liquidation und der Rückzug aus Russland dauere aufgrund bürokratischer Hürden weiter an.

Sprung beim Betriebsergebnis (EBIT)

Auf operativer Ebene konnte die PlanRadar GmbH ihre Profitabilität deutlich steigern. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg laut Jahresabschluss von 2,52 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,98 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Zuwachs von knapp 58 Prozent. „Diese Entwicklung spiegelt die fortgesetzte Ausrichtung des Unternehmens auf effizientes Wachstum wider“, heißt es von der Geschäftsführung dazu im Lagebericht.

Hauptverantwortlich für die verbesserte operative Marge war eine erhöhte Kosteneffizienz. Laut der im Lagebericht enthaltenen Kostenanalyse blieben die Marketingkosten im Verhältnis zum Umsatz konstant bei drei Prozent, während der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz von 48 Prozent im Vorjahr auf 42 Prozent sank. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg gleichzeitig von 144 auf 157 Personen. Ein Wermutstropfen blieb dabei laut Bericht die Zahlungsmoral mancher Kunden: Wegen Uneinbringlichkeit mussten 2025 Forderungen in Höhe von 344.000 Euro abgeschrieben werden – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 190.000 Euro im Jahr 2024.

Negativer Finanzerfolg sorgt unterm Strich für Minus

Dem positiven Betriebsergebnis steht beim Finanzerfolg ein Minus von 4,71 Millionen Euro gegenüber (2024: minus 5,55 Millionen Euro). Dieser Posten ist maßgeblich durch Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von 6,72 Millionen Euro geprägt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen auf Ausleihungen an (internationale) Tochtergesellschaften. Dem standen teilweise Wertzuschreibungen bei Finanzanlagen in Höhe von rund 393.000 Euro gegenüber. Zudem wurde ein Teil des Darlehens an die italienische Tochtergesellschaft zur Finanzierung in Eigenkapital umgewandelt, womit die Wiener Muttergesellschaft einen entsprechenden Forderungsverzicht übte.

Unterm Strich ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von minus 732.699 Euro. Der Verlust konnte gegenüber dem Vorjahresfehlbetrag (-3,02 Millionen Euro) dabei um mehr als 75 Prozent reduziert werden. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren (-52,89 Millionen Euro) lag der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2025 bei minus 53,62 Millionen Euro.

17 Millionen Euro liquide Mittel

Zur Einordnung der finanziellen Gesamtlage und der Risikostruktur verweist das Unternehmen auch auf seine Barreserven und den operativen Zahlungsstrom. Die liquiden Mittel erhöhten sich demnach auf rund 17 Millionen Euro (2024: ca. 15 Millionen Euro). Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit stieg auf 5,38 Millionen Euro nach 3,66 Millionen Euro im Jahr 2024.

„Wachstumsaussichten bleiben optimistisch“

Für die Weiterentwicklung setzt PlanRadar laut Lagebericht weiterhin auf Produktinnovationen und Expansion. Im Geschäftsjahr 2025 wurden 4,06 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben und durchschnittlich 37 Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigt. Neben KI-gestützten Funktionen hebt das Unternehmen die Markteinführung der Technologie „PlanRadar SiteView 360°“ hervor.

Und wie geht es weiter? „Trotz der anhaltenden Herausforderungen bleiben unsere Wachstumsaussichten aber optimistisch. Das Unternehmen strebt eine moderate Umsatzsteigerung an, während wir unsere Dienstleistungen über die Bauindustrie hinaus auf Branchen wie Facility Management und Brandschutz ausweiten“, heißt es von der Geschäftsführung.

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