27.02.2018

Conda will verstärkt auf KMUs setzen

Österreichs größte Corwdinvesting-Plattform Conda will nun vermehrt KMUs als Kunden gewinnen. Locken soll die Klassifizierung der Crowd-Gelder als Mezzaninkapital.
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Conda Österreich-Geschäftsführerin Katharina Ehrenfelder will bei KMUs mit Mezzaninkapital punkten
(c) Conda: Conda Österreich-Geschäftsführerin Katharina Ehrenfelder

„KMUs haben bei Crowdinvestingkampagnen durch ihren bestehenden Kundenkreis und ihre teils regionale, teils überregionale Bekanntheit einen Startvorteil. Sie verfügen über einen großen Pool an Personen, die schon gute Erfahrungen mit dem Unternehmen gesammelt und Vertrauen aufgebaut haben, womit der Schritt für ein Investment schon deutlich vereinfacht wurde. Außerdem können durch die Plattform und gezielte Kommunikationsmaßnahmen Neukunden gewonnen werden“, sagt Katharina Ehrenfelder, Geschäftsführerin der Conda Österreich GmbH. Der Hintergrund der Aussage: Österreichs größte Crowdinvesting-Plattform will nun verstärkt KMUs als Kunden ansprechen. Die sollen von der Möglichkeit, mit sogenanntem Mezzaninkapital zu arbeiten, zusätzlich profitieren. Startups unterstütze man aber natürlich weiterhin, heißt es von Conda.

+++ Conda knackt 20 Millionen Euro-Marke +++

Die Zeichen stehen auf KMUs

Es ist eine Entwicklung, die sich auch statistisch bereits abgezeichnet hat. Tatsächlich waren unter den Top 15 Crowdfunding bzw. -investing-Projekten in Österreich 2017 keine Startups. Neben Immobilienprojekten waren auch KMUs bereits stark vertreten. Die Plattform Finnest hat sich überhaupt von Beginn an auf KMUs spezialisiert – zuletzt holte sich eine Hotelkette dort fünf Millionen Euro. Als Testimonial für den neuen Fokus holte sich Conda auch den Vorstandsvorsitzenden von „Senat der Wirtschaft“. „Der Mittelstand muss dringend ein umfassendes Know-how entwickeln, welche relevanten Finanzierungsformen es heute gibt, weil das Wissen um traditionelle Finanzierungsformen keine ausreichenden Lösungen bietet“, wird dieser in einer Conda-Aussendung zitiert. Und weiter: „Zu diesem Instrumentarium, das KMUs zur Verfügung steht, zählt neben Private Equity, Venture Capital, Mittelstandsanleihen, Mittelstandsbörsen und den klassischen Bankfinanzierungen auch Crowinvesting“.

Zauberwort: Mezzaninkapital

Was aber soll KMUs vom Crowdinvesting überzeugen? Neben den eingangs gebrachten Argumenten will Conda vor allem mit der besonderen Klassifizierung des Kapitals punkten. Denn im Gegensatz zu einem Kredit handelt es sich bei im Zuge von Crowdinvesting lukriertem Geld nicht um Fremdkapital, sondern um Mezzaninkapital, das wie wirtschaftliches Eigenkapital einzustufen ist und die Bonität eines Unternehmens erhöht. Banken seien gerade dadurch aber keineswegs Konkurrenten, sondern es gebe vielmehr Synergieeffekte, heißt es von Conda. „Das durch die Crowd eingebrachte Mezzaninkapital stärkt die Kapitalbasis des Unternehmens und ermöglicht größere Gesamtinvestitionen in Kombination mit anderen Finanzierungspartnern wie Banken oder Innovationsförderungen wie durch das Austria Wirtschaftsservice aws oder der FFG“, erklärt Ehrenfellner.

+++ Aktueller Workshop: Crowdinvesting, money and more +++


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Christina Hirschl, Geschäftsführerin von Silicon Austria Labs | (c) Helge Bauer
Christina Hirschl, Geschäftsführerin von Silicon Austria Labs | (c) Helge Bauer

Laut internationaler Energieagentur wird sich der weltweite Stromverbrauch der Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden mehr als verdoppeln. Das entspricht etwas mehr als dem gesamten Stromverbrauch Japans heute. Während die EU ein verpflichtendes Nachhaltigkeits-Label entwirft, um den Energie- und Wasserverbrauch der Branche einheitlich bewerten zu können, arbeitet man in Österreich bei Silicon Austria Labs an energieeffizienter KI und Rechen-Hardware.

Stromsparen mittels Chip-Bausteinen und optimierten KI-Modellen

Bei Silicon Austria Labs arbeitete man schon 2025 an einer effizienteren KI, wie brutkasten berichtete. Nun soll Energie mittels Hardware-Beschleunigern gespart werden, also mit Chip-Bausteinen, die KI-Berechnungen mit wesentlich geringerem Energieaufwand ausführen als herkömmliche Prozessoren. So entwickelt das Silicon Austria Labs für das europäische Projekt ISOLDE im Rahmen des Chips Joint Undertaking energieeffiziente Beschleuniger.

„Unsere Stärke liegt darin, KI dort effizient zu machen, wo sie tatsächlich rechnet, im Chip und im Datacenter“, sagt Christina Hirschl, CEO von Silicon Austria Labs. „Wir entwickeln Hardware und Verfahren, die dieselbe Rechenleistung mit deutlich weniger Energie erbringen. Das ist die Grundlage, damit KI in Europa nachhaltig wachsen kann.“

Zudem optimiert Silicon Austria Labs KI-Modelle so, dass sie Daten nicht in große Rechenzentren senden, sondern direkt auf den jeweiligen Geräten laufen, wie etwa Haushaltsgeräten, Sensoren oder Satelliten. Auch an einem energieeffizienten „föderierten Lernen“ wird bei Silicon Austria Labs geforscht. Bei dem Prozess wird KI trainiert, ohne dabei sensible Daten zusammenzuführen.

Energiesparende Elektronik für ein unabhängiges Europa

Laut Silicon Austria Labs geht es bei der Forschung nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch um die technologische Unabhängigkeit Europas. Durch selbst entwickelte energieeffiziente Chips und Verfahren sei man weniger abhängig von außereuropäischen Anbietern. „Energieeffiziente Elektronik ist ein Standortvorteil für Österreich und Europa“, sagt Hirschl. „Wer die sparsamste Technologie beherrscht, macht sich unabhängiger und verbindet Digitalisierung mit Klimazielen.”

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