24.02.2025
CROWD-INVESTING

Conda erreichte 2024 über 73 Millionen Euro Finanzierungsvolumen

Der Wiener Crowdinvesting-Anbieter Conda gibt bekannt, dass er im vergangenen Jahr ein Finanzierungsvolumen von insgesamt 73,3 Millionen Euro erzielte.
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Conda
Daniel Horak, Geschäftsführer von Conda | (c) Niklas Schnaubelt

Crowdinvesting hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, was sich auch in den Zahlen des Wiener Crowdinvesting-Anbieters Conda widerspiegelt. Im Jahr 2022 verzeichnete die Plattform noch ein Investitionsvolumen von 68,5 Millionen Euro, wie brutkasten berichtete. Für 2024 hingegen spricht das Unternehmen von einem „Rekordjahr“ – mit einem Gesamtvolumen von 73,3 Millionen Euro. Zu den finanzierten Projekten zählen unter anderem SK Rapid (brutkasten berichtete), FC St. Pauli, die Trumer Privatbrauerei und QimiQ.

Potenzial digitaler Unternehmensfinanzierung

Über die Investment-Plattform haben Anleger:innen die Möglichkeit, digital in KMUs zu investieren. Neben klassischen Finanzinstrumenten wie Aktien und Anleihen können sie auch in Genussscheine und Wandelanleihen anlegen. Conda ermögliche so “eine effiziente, transparente und zielgerichtete Mobilisierung von Kapital”, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Von den insgesamt 73,3 Millionen Euro Finanzierungsvolumen wurden 17 Millionen Euro über die eigenen Plattformen (conda.at, conda.de und conda-capital.com) erzielt, während 56,3 Millionen Euro über sogenannte „White-Label-Projekte“ generiert wurden. Bei diesen Projekten kommt zwar die Technologie und das Know-how von Conda zum Einsatz, die Kampagnen laufen jedoch unter der Marke des zu finanzierenden Unternehmens.

Im September 2023 erlangte Conda die EU-weite Crowdinvesting-Lizenz – brutkasten berichtete. “Dank ECSP-Lizenz (European Crowdfunding Service Provider) kann CONDA Wertpapiere vermitteln, wodurch flexiblere Finanzierungsoptionen und attraktive Anlagemöglichkeiten geschaffen werden. Erfolgreiche Finanzierungsprojekte (…) unterstreichen das Potenzial digitaler Unternehmensfinanzierung”, so Daniel Horak, Geschäftsführer von Conda.

Fokus auf KMUs

Der Investment-Anbieter konzentriert sich auf KMUs, in die zu investieren es bisher weniger Möglichkeiten für Privatanleger:innen gab. “Durch den Einsatz digitaler Finanzierungsinstrumente stärkt Conda gezielt die Eigenkapital- bzw. Fremdkapital-Basis der Unternehmen und schafft damit eine solide Grundlage für weiteres Wachstum”, heißt es in der Aussendung.

Außerdem vermeldet Conda, dass die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) zunehmend an Bedeutung bei Investitionsentscheidungen gewinnen würden. Aus diesem Grund legte der Anbieter im vergangenen Jahr noch stärkeren Fokus auf nachhaltige Finanzierungstrends.

2025: Conda setzt auf Eigenemission

Für das neue Jahr setzt die Conda Capital Group auf eine Eigenemission. Diese biete Investor:innen „erstmals die Möglichkeit, direkt am Erfolg und Wachstum von Conda zu partizipieren“. Zudem plant das Unternehmen auf seiner Plattform neue Funktionen und ein erweitertes Reporting einzuführen, um Investor:innen noch mehr Transparenz zu bieten. Darüber hinaus arbeitet der Crowdinvestment-Anbieter künftig auch auf eine B-Corp-Zertifizierung hin, um seine nachhaltige Unternehmensstrategie weiter aufzubauen.

„Wir wollen unsere Position als Vorreiter für digitale und nachhaltige Finanzierung ausbauen. 2025 wird ein Jahr, in dem wir noch enger mit mittelständischen Unternehmen und Investor:innen zusammenarbeiten, um gemeinsam eine nachhaltige Zukunft zu gestalten”, sagt Horak.

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RNAnalytics, tecnet
© equity - (v.l.) Christian Laurer, Adriana González Palomo, Viktoria Enkmann, Hannes Burgstaller und Natalija Rajicic.

Mit einem SAFE (Simple Agreement for Future Equity) beteiligt sich tecnet equity am niederösterreichischen TechBio-Startup RNAnalytics. Das von Viktoria Enkmann und Hannes-Oliver Burgstaller gegründete Unternehmen ist im accent Makerspace in Tulln angesiedelt und entwickelt dort Lösungen für die Analyse von Lipid-Nanopartikeln – winzigen Transporthüllen, die Wirkstoffe wie RNA sicher in menschliche Zellen bringen sollen. Mit dem Investment möchte RNAnalytics die Weiterentwicklung seiner modularen Analyse-Toolkits sowie den Ausbau seiner integrierten Softwareplattform vorantreiben. Über die Höhe der Beteiligung wurde Stillschweigen vereinbart. Doch wie brutkasten erfahren hat, handelt es sich inklusive Förderungen um eine Summe im „höheren sechsstelligen Bereich“.

RNAnalytics: Analysen sehr aufwendig

RNA-basierte Medikamente haben durch neue Impfstoffe und Therapieansätze stark an Bedeutung gewonnen. Damit RNA im Körper überhaupt dort ankommt, wo sie wirken soll, braucht sie eine schützende Transporthülle. Dafür werden häufig sogenannte Lipid-Nanopartikel, kurz LNPs, eingesetzt.

Ob diese winzigen Partikel richtig funktionieren, muss während der Entwicklung eines Medikaments immer wieder überprüft werden. Entscheidend sei dabei, die Eigenschaften der Partikel genau zu verstehen, von ihrer Größe und Stabilität über die tatsächlich eingeschlossene RNA-Menge bis hin zu ihrem Verhalten in unterschiedlichen Zellen.

Diese Analysen seien heute oft aufwendig, erfordern teilweise teure Spezialgeräte und würden mangels einheitlicher Methoden nur eingeschränkt vergleichbare Ergebnisse liefern. „Das kostet Zeit und erschwert insbesondere kleineren BioTech-Unternehmen und Forschungslabors den Zugang zu einer Technologie, die für die Entwicklung neuer RNA-Therapien immer wichtiger wird“, liest man in der Aussendung.

Modulare Toolkits

RNAnalytics hat es sich daher zum Ziel gesetzt, diese Analysen einfacher und standardisierter zu machen. Dafür entwickelt das Unternehmen modulare Toolkits, die auf bereits vorhandener Laborausstattung eingesetzt werden können. Sie kombinieren validierte Messmethoden, Reagenzien und Referenzmaterialien und wollen Laboren damit einen „klar definierten Ablauf für die Untersuchung von Lipid-Nanopartikeln“ ermöglichen.

„Die SAFE-Finanzierung gibt uns in dieser frühen Phase die Möglichkeit, unsere Toolkits konsequent weiterzuentwickeln und parallel den Ausbau unserer Softwareplattform voranzutreiben. Mit tecnet equity haben wir dabei einen Partner an unserer Seite, der die Herausforderungen technologieintensiver Gründungen versteht“, sagt Enkmann, CEO von RNAnalytics.

RNAnalytics: Plattform in Entwicklung

Der Ansatz des Tullner Startups geht jedoch über einzelne Labortests hinaus, wie man mitteilt: Parallel zu den Toolkits entwickelt das Unternehmen eine Softwareplattform, in der die bei den Analysen entstehenden Daten zusammengeführt und automatisch ausgewertet werden können.

So entstehe ein umfassendes Bild der relevanten Qualitätsmerkmale eines RNA-Therapeutikums. Statt Messergebnisse aus unterschiedlichen Geräten und Tests einzeln auszuwerten, könnten Labore ihre Daten zentral verarbeiten, verschiedene Qualitätsparameter miteinander vergleichen und standardisierte Berichte erstellen. Die Kombination aus physischen Toolkits und Software soll damit einen bislang stark fragmentierten Analyseprozess in einen durchgängigen Workflow überführen.

„RNAnalytics setzt an einem sehr konkreten Problem in einem technologisch anspruchsvollen und stark wachsenden Bereich der Biotechnologie an. Besonders überzeugt uns der Ansatz, komplexe Laboranalytik durch standardisierte Toolkits zugänglicher zu machen und diese gleichzeitig in einer skalierbaren Softwareplattform zusammenzuführen“, erklärt Christian Laurer, Senior Investment Manager bei tecnet equity. „Die beiden Gründer:innen verbinden fundiertes wissenschaftliches Know-how mit einem klaren Verständnis für die Herausforderungen in der LNP-Analytik und einer überzeugenden Produktvision. Diese Kombination war für uns eine wesentliche Grundlage für das Investment in dieser frühen Phase.“

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