28.01.2026
60 NEUE ARBEITSPLÄTZE

Complex Pharmaceuticals aus Wien investiert 21 Mio. Euro in neuen Standort in Traiskirchen

Mit dem Bau eines Produktions- und Verpackungswerks in Traiskirchen baut Complex Pharmaceuticals seine Aktivitäten in Österreich aus. Ab Ende 2026 sollen dort Arzneimittel hergestellt werden, bis 2028 sind mehr als 60 neue Arbeitsplätze geplant.
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Christoph Reinwald bei der Besichtigung des Werks | (c) Complex Pharmaceuticals

Das Wiener Pharma-Unternehmen Complex Pharmaceuticals startet den Bau eines neuen Produktions- und Verpackungswerks in Traiskirchen bei Wien. Ab Ende 2026 sollen dort Arzneimittel hergestellt und verpackt werden. Die Investitionskosten belaufen sich auf 21 Millionen Euro, wie das Unternehmen gegenüber brutkasten mitteilt.

Produktion soll 2027 starten

Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Juni 2026 vorgesehen. Im Juli sollen die Maschinen angeliefert und montiert werden, die Inbetriebnahme der ersten Linie der Verpackungsproduktion ist für Ende 2026 geplant. Anfang 2027 soll dann die Produktion von Arzneimitteln im Lohnauftrag starten.

(c) Complex Pharmaceuticals

„Mit unserem Werk in Traiskirchen wollen wir einen nachhaltig wachsenden, technologisch führenden Standort aufbauen, der Entwicklung, Produktion und Skalierung innovativer Lösungen vereint“, so Christoph Reinwald, General Manager von Complex Pharmaceuticals.

Mehr als 60 neue Arbeitsplätze bis 2028

Parallel dazu plant Complex Pharmaceuticals einen schrittweisen Personalaufbau. Bereits 2026 sollen rund 20 Mitarbeitende für Aufbau und Inbetriebnahme eingestellt werden, mit dem Produktionsstart 2027 weitere 25 Personen. Bis 2028 soll das Team auf über 60 Mitarbeitende anwachsen.

Hergestellt und verpackt werden sollen unter anderem Ampullen, Vials, Infusion Bags und Injektionspens. Zum Einsatz kommen Anlagen des deutschen Verpackungsspezialisten Uhlmann. Sie sollen laut Complex Pharmaceuticals künftig einen flexiblen Wechsel zwischen unterschiedlichen Produkten und Chargengrößen ermöglichen.

Gründung erfolgte 2024

Complex Pharmaceuticals wurde 2024 gegründet und ist ein Tochterunternehmen der „Orpha Trade GmbH Drug Development & Research“, die sich laut eigenen Angaben auf die Vergabe, das Management und die strategische Weiterentwicklung von Arzneimittellizenzen spezialisiert hat. Zusätzlich liegt der Fokus auf der Erforschung und Entwicklung von Substanzen, die als Grundlage für zukünftige Medikamente dienen.

Die Gründung von Complex Pharmaceuticals wurde durch eine Kombination aus Eigenmitteln der Unternehmensgruppe sowie ergänzender externer Finanzierung realisiert, wie das Unternehmen gegenüber brutkasten mitteilt. Im Oktober 2025 kommunizierte das Unternehmen das neue Management-Team (brutkasten berichtete).

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VBR
© VBR WRC - Philipp Lietz und Thomas Steinber von VBR

Das Gefühl des echten Rennfahrens hat das Gründungs-Trio Philipp Lietz, Thomas Steinber und Paul Aigner gemeinsam mit dem sechsfachen Le-Mans-Sieger Richard Lietz dazu motiviert, mit VBR Innovations ein Racing-Startup zu gründen, das reale Rennsport-Events mit teleoperierter Fahrzeugsteuerung und interaktiven Racing-Systemen kombiniert.

VBR: Die Anfänge

Die Idee für das Projekt entstand schon Jahre vor der Gründung 2021 mit einer zentralen Frage als Ausgangspunkt: Warum steuert man echte kleine Fahrzeuge nicht aus einem Simulator heraus, da dies deutlich günstiger und potenziell auch sicherer wäre als klassischer Rennbetrieb? Aus dieser Überlegung entwickelte sich über mehrere Jahre hinweg ein Technologie- und Produktkonzept.

Besonders die frühe Entwicklungsphase des Projekts ist Teil der Gründungsgeschichte und beinhaltet sogar einen „Wohnungsbrand“: „Das war ganz am Anfang beim Tüfteln, so etwa um 2018 herum. Klassisch, wie es beim Entwickeln so ist, hat es kurz mal gebrannt, es war aber nichts Schlimmes und es bestand keine Gefahr für die Wohnung – nur eine lustige ‚Tüftler-Anekdote'“, erklärt Philipp Lietz.

Kräfte, Vibrationen und Bewegungsimpulse

Heute steht im Zentrum von VBR eine Kombination aus Simulator-Technologie, Fahrzeugen und sogenannter taktiler Interaktionstechnologie. Dabei werden physische Rückmeldungen wie Kräfte, Vibrationen und Bewegungsimpulse in die Steuerung integriert, um ein möglichst realistisches Fahrerlebnis zu erzeugen. Die Cockpits reagieren dabei auf Fahrmanöver mit haptischem Feedback, das Beschleunigung, Bremsverhalten und Streckenbedingungen simulieren soll.

Die Datenübertragung erfolgt über WLAN-Infrastruktur, wobei perspektivisch auch der Einsatz von 5G möglich ist, um geringere Latenzzeiten und stabilere Verbindungen zu ermöglichen.

© VBR

Ein Teil des Systems wird bereits mit Simulatoren und Fahrzeugen in München getestet bzw. betrieben. Dabei werden im Rahmen eines Event-Use-Cases reale Fahrdaten vor Ort über ein eigenes WLAN-Netzwerk zwischen Fahrzeugen und Simulatoren übertragen. Ziel ist es, echte Fahrzeugkräfte und Fahrdynamiken möglichst unmittelbar in die Simulation zu überführen.

Le Mans und WRC Rallye

Das Startup aus Ybbsitz (Niederösterreich) war zuletzt bei zwei der größten Motorsportevents der Welt im Einsatz: dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans sowie der WRC Rallye Griechenland. Insgesamt konnten dabei mehr als 6.500 Besucher das System in speziell aufgebauten „Race Zones“ erleben.

Bei den 24 Stunden von Le Mans realisierte das Team gemeinsam mit Goodyear eine interaktive Fan-Zone, in der über 4.500 Besucher Rennfahrzeuge über ein teleoperiertes System steuerten. Die Fahrzeuge wurden dabei in einem physischen Setup mit Force-Feedback-Technologie und Echtzeitdaten bewegt, um ein möglichst direktes Fahrgefühl zu erzeugen.

Nach dem Event wurde die gesamte Infrastruktur abgebaut, nach Athen transportiert und bei der WRC Rallye Griechenland erneut eingesetzt. Dort nutzten weitere rund 2.000 Besucher das Format in Kooperation mit EKO.

VBR mit Franchise

Parallel zu solchen Events baut das Unternehmen ein wachsendes Standort- und Franchise-Modell auf. Erste Installationen befinden sich bereits in Betrieb, darunter in Amstetten in Österreich und in Bielefeld in Deutschland. Ein weiterer Standort in Bratislava ist in Vorbereitung.

Somit basiert das Geschäftsmodell auf zwei Säulen: temporären Installationen bei internationalen Motorsportevents sowie dauerhaft betriebenen „Race Experience“-Standorten. Nutzer können dabei entweder zeitbasiert oder über Ticketmodelle teilnehmen. Im Rahmen der Event-Use-Cases soll das System künftig auch bei internationalen Motorsportveranstaltungen wie dem Goodwood Festival of Speed eingesetzt werden, um reale Fahrdaten direkt in interaktive Simulator- und Racing-Erlebnisse zu übertragen.

Bislang wurden rund 300.000 Euro an Investitionen aus dem österreichischen Umfeld eingesammelt, die vor allem in die Entwicklung der Technologie und den Aufbau der ersten Standorte geflossen sind. Eine weitere Finanzierungsrunde ist in Vorbereitung.

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