24.06.2022

Collego: Nie mehr einsam in der Arbeit

Collego ermöglicht firmeninternes Matching von Angestellten auf Basis gemeinsamer Interessen. Die interaktive Social-Networking-Plattform vernetzt Mitarbeitende digital.
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Die Collego-Gründer Markus Stoll und Fabian Ziegler. © Collego
Die Collego-Gründer Markus Stoll und Fabian Ziegler. © Collego
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Gerade wenn es um die interne Unternehmenskommunikation geht, ist die Digitalisierung in vielen Unternehmen noch schlecht ausgebaut. Die Pandemie und die damit verbundene Etablierung des Homeoffice in unserem Arbeitsalltag hat das Networking mit bzw. unter Mitarbeitenden beschränkt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, haben Markus Stoll und Fabian Ziegler das Startup Collego gegründet.

Ziel des Duos ist es, mit der Social-Networking-Plattform Angestellte mit gemeinsamen Interessen zu vernetzen, indem Kontaktbarrieren zwischen Mitarbeitenden und verschiedenen Abteilungen abgebaut werden. “Die Collego-App bietet digitale Unterstützung beim Knüpfen von sozialen Bindungen innerhalb des Unternehmens und trägt so zu einem besseren Arbeitsklima bei. Dies stärkt das Gefühl der Unternehmenszugehörigkeit und führt langfristig zur Mitarbeiterbindung”, sagen die Gründer.

Interessenbasierter Algorithmus vernetzt Angestellte

Die Idee zu Collego wurde geboren, als Stoll und Ziegler in ihren letzten Jobs als Abteilungsleiter in einem mittelständischen Beratungsunternehmen für über 100 Consultants verantwortlich waren. “Durch innovatives Networking – zum damaligen Zeitpunkt natürlich ohne unsere App und alles händisch mit hohem Arbeitsaufwand – konnten wir die Fluktuation in der Firma um 40 Prozent reduzieren”, so das Duo. Kurz darauf wagten sie den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten im Februar 2021 das Startup. Ein Jahr später kam es zum Produkt-Launch. Collego wurde auf einen interessenbasierten Matching-Algorithmus aufgebaut, der die standortübergreifende Vernetzung der kompletten Belegschaft eines Unternehmens ermöglicht.

Die für Angestellte kostenlose App steht für Unternehmen über ein Abo-Modell zur Verfügung und matcht User:innen nicht nur firmenintern, sondern bietet ihnen auch eine Vielzahl an Features an. Nicht nur die Planung von Teambuilding-Events wird erleichtert, sondern auch der fachübergreifende Austausch sowie das Onboarding und die Integration neuer Mitarbeitenden. Wer eine Begleitung für die Mittagspause sucht, kann entweder verfügbare User:innen finden oder bekommt durch den integrierten Zufallsgenerator eine neue Lunchpartner:in vorgeschlagen. 

Expansion in weitere Länder geplant

Die Social-Networking-Plattform konnte ihr Potential schon beim “The-Grow-Summit 2021” beweisen und gewann den invest2grow-Award als innovativstes Startup. Nun hat das gebootstrapte Jungunternehmen für die nächsten zwei Jahre große Wachstumspläne. Um die Skalierbarkeit der App vollständig auszuschöpfen, möchte das Duo in weitere DACH-Länder expandieren.

Dafür braucht das Startup zusätzliche Unterstützung und ist aktuell auf der Suche nach Investoren, um das Team auf 40 Mitarbeitende zu verstärken. “Mit mehr Kapital und Knowledge im Team können wir die Plattform mit zusätzlichen Features ausstatten und den notwendigen Wachstumsboost generieren. In Zukunft wird unternehmensinternes Networking über Collego laufen”, sagen die Gründer.

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Hansi Hansmann auf der Main Stage des Female Future Festivals 2026. © brutkasten

Unter dem Motto „The Power of Connection“ versammelten sich am 22. Oktober rund 2.000 Teilnehmende in der Wiener Ottakringer Eventlocation. Das von den Schwestern Verena Eugster und Patricia Zupan-Eugster gegründete Female Future Festival widmete sich Themen wie Leadership, künstlicher Intelligenz und Finanzkompetenz. Neben Fachpanels zu Verhandlungsstrategien oder finanzieller Gesundheit war auch Business Angel Hansi Hansmann als Keynotespeaker auf der Bühne zu sehen.

„…, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“

Im Gespräch mit brutkasten nannte Hansmann seine Motivation für den Besuch: „Ich habe zwei kleine Töchter und ich möchte gerne, dass meine Töchter später im Leben irgendwann alles das machen können, was sie machen wollen, ohne dass ihr Geschlecht sie daran hindert.“ „Ich bin ein ganz, ganz großer Fan davon, dass es mehr Unternehmerinnen und mehr Investorinnen gibt. Überhaupt mehr Frauen an der Macht, weil ich glaube, dass es unsere Welt besser macht“, ergänzt er zu seinen Beweggründen.

Was seine Beteiligungen angeht, sieht der Investor und ehemalige Manager in Sachen Geschlechterverteilung ein klares Muster: „Ich habe in alles investiert: in rein männliche Teams natürlich viel mehr, aber auch rein weibliche und gemischte Teams. Am besten performen gemischte Teams aus meiner Erfahrung.“

Der Hebel gemischter Teams

Den Vorteil gemischter Teams sieht Hansmann im Zusammenspiel unterschiedlicher Stärken: Es gebe „unterschiedliche Eigenschaften und Skills zwischen Frauen und Männern, und die Mischung macht’s aus“.

Als Beispiel nennt er den Markteintritt: „Ein reines Männerteam geht mit dem Produkt raus, wenn es fertig ist. Nach dem Motto ’das können wir mal rausschieben in den Markt, probieren wir mal, schauen wir mal, ob es ankommt.’ Beim reinen Frauenteam, da muss das Produkt perfekt sein. Und das dauert natürlich fünf Monate länger, bis die auf den Markt gehen, und damit vergeht Zeit.“ Für ihn gilt: „Das gemischte Team, wo sozusagen alle Stimmen zu Wort kommen, ist das Ideale.“

Deutlicher Finanzierungs-Gap in H1/2026

Doch obwohl die Teamkonstellation am besten zu performen scheint, bestehen nach wie vor große Ungleichheiten in Sachen Startup-Finanzierung. Erst kürzlich zeigte der Female Start-up Funding Index H1/2026 von EY Österreich, Female Founders und Fund F das Ausmaß. Im ersten Halbjahr flossen 472 Mio. Euro Risikokapital in österreichische Startups, ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rein männliche Teams erhielten davon 94,9 Prozent, gemischte Teams 4,8 Prozent und rein weibliche Teams 0,3 Prozent. Der Frauenanteil unter den analysierten Gründer:innen lag bei rund 13 Prozent. „Frauen dürfen gründen. Finanziert werden Männer“, brachte es Lisa-Marie Fassl, Managing Partner von Fund F, in der damaligen Aussendung auf den Punkt.

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