22.05.2024
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Collective Energy: Wiener Energy-Startup wird übernommen

Die Collective Energy GmbH, die sich auf Beratungsdienstleistungen, Beteiligungsmodelle und nachhaltige Energielösungen mit dem Fokus Photovoltaik spezialisiert hat, gab am Mittwoch den Abschluss der Übernahme durch Lazard SPI bekannt. Zuletzt war die Blue Minds Solutions GmbH Mehrheitseigentümerin am Unternehmen.
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(c) Collective Energy

Bereits 2015 ging das Wiener Startup Collective Energy an den Start. Das Unternehmen rund um Gründer und Geschäftsführer Christoph Zinganell, hat sich über die letzten Jahre in Österreich im Bereich der Photovoltaikentwicklung zu einer Art One-Stop-Shop entwickelt.  Gemeinsam mit einer stetig wachsenden Community wurde so der Bau von mehr als 30 Photovoltaikanlagen durch Crowdfunding finanziert (brutkasten berichtete).

Dem steigenden Bedarf zur Finanzierung folgend, erweiterte Collective Energy seine Rolle vom reinen Projektentwickler zum Betreiber. Im Rahmen eines Photovoltaik Contracting-Projektes ging im Sommer 2021 die erste eigene Anlage in Betrieb. Zum Leistungsspektrum zählen somit die drei Säulen „Consulting“, „Contracting“ und „Crowdfunding“.

Alleine im Jahr 2023 wurden über PV-Contracting so mehr als ein Megawatt ans Netz gebracht, wie das Unternehmen im Jänner gegenüber brutkasten bestätigte. Zudem legte Collective Energy mit seinen rund 15 Mitarbeiter:innen zuletzt verstärkt einen Fokus auf PV-Carport-Projekte und solarbetriebene Parkplatzüberdachungen.

Übernahme durch Lazard SPI

Wie Collective Energy am Mittwoch bekannt gab, wurde das Unternehmen nun von Lazard SPI übernommen, das Teil der global agierenden Lazard Asset Management (LAM) Gruppe ist. Als globales Unternehmen mit rund 900 Mitarbeitern bietet LAM Anlageberatung für institutionelle und private Anleger auf der ganzen Welt. Laut Angaben des Unternehmens operiert man dabei derzeit aus 24 Städten in 18 Ländern – darunter auch in Österreich. In einer Presseaussendung heißt es zur Übernahme: „Das Collective Energy Management rund um Geschäftsführer Christoph Zinganell freut sich auf eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit.“

„neue Geschwindigkeiten für das Unternehmen“

Collective Energy wird somit weiter am heimischen Markt aktiv sein. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Weiters heißt es in der Aussendung: „Die Übernahme durch Lazard SPI markiert einen enorm wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von Collective Energy und ermöglicht neue Perspektiven und Geschwindigkeiten für das Unternehmen.“ Laut Firmenbuch war zuletzt die Blue Minds Solutions GmbH rund um Eveline Steinberger mit 67 Prozent Mehrheitseigentümerin. Christoph Zinganell hielt 22,5 Prozent der Anteile, Christoph Strasser 5,25 Prozent und Christoph Sisko ebenfalls 5, 25 Prozent.

Die weiteren Pläne von Collective Energy

Durch den Zugang zu den finanziellen Ressourcen und dem Fachwissen des in London ansässigen Unternehmens Lazard Asset Management (LAM) und eines von Lazard SPI verwalteten Fonds möchte Collective Energy laut eigenen Angaben „die Mission beschleunigen, allen Organisationen, Gemeinden und Unternehmen leistbare und saubere Energielösungen anzubieten.“

Dazu heißt es weiter: „Die Übernahme durch Lazard SPI wird es Collective Energy ermöglichen, die Präsenz auf dem österreichischen Markt zu stärken und die Kapazitäten zur Umsetzung von Projekten weiter auszubauen“. Unter anderem soll der Zweig für PV-Betreibermodelle (Contractings) ausgebaut werden.


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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Dass sich die aktuell noch laufenden Verhandlungen zur EU Inc. auf Ratsebene nicht so entwickeln, wie es sich die Initiator:innen der gleichnamigen Initiative wünschen würden, ist allgemein bekannt. Übte man nach der Veröffentlichung des Kommissionsentwurfs im März noch deutliche Kritik an diesem, würde man ihn inzwischen wohl gerne so annehmen. Denn der aktuell noch in Ausarbeitung befindliche Vorschlag des Rats der EU-Justizminister:innen dürfte letztlich, wenn man mit den Verhandlungen vertrauten Personen Glauben schenken darf, kaum noch etwas mit dem ursprünglichen Vorschlag der Initiative zu tun haben. Die absoluten Kern-Forderungen seien darin de facto zur Gänze gestrichen, was überbleibe sei „nicht mehr als ein Label und vielleicht etwas schnellere Gründung“, hört man.

Österreich als EU-Inc.-Antagonist

Das offizielle Österreich spielt dabei dem Vernehmen nach eher die Rolle des Antagonisten. Das SPÖ-geführte Justizministerium zähle in den Verhandlungen zu den Verhinderern. Rot-weiß-roter Gegenwind zur EU Inc. komme aber auch von anderer Seite, nicht nur, wie allgemein bekannt, von Notariatskammer und Arbeiterkammer, sondern auch von einflussreichen Personen in der Wirtschaftskammer.

Zehetner: deutliche Positionierung pro EU Inc.

In dieser durchaus komplexen Gemengelage von Interessen aus ganz unterschiedlicher Richtung, mag es fast verwundern, dass sich Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner nun öffentlich durchaus deutlich positionierte. „Ich bin unzufrieden damit, wohin sich die Diskussion zur EU Inc. momentan entwickelt – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene“, sagte sie heute bei einer Keynote im Rahmen des Verbund Venture Day 2026 an der WU Wien. Auf diese Weise werde die EU Inc. nicht zur Alternative zur amerikanischen Delaware Inc., die auch sie sich wünsche.

Mitarbeiter:innenbeteiligung via FlexCo „noch nicht attraktiv genug“

Auch sonst gab sich Zehetner in ihrer Rede, die sich auf europäische Souveränität im Startup-Bereich fokussierte, kritisch. Die FlexCo etwa bezeichnete sie in Sachen Mitarbeiter:innen-Beteiligung als „ersten Schritt“, aber „noch nicht attraktiv genug“. Es brauche neue Steuerregeln, die Mitarbeiter:innenbeteiligung praktikabel machen. Auch ihre bereits einmal dezidiert geäußerte Forderung nach Steuererleichterungen bei Startup-Beteiligungen – vulgo Beteiligungsfreibetrag – wiederholte sie bei der Gelegenheit. Auf europäischer Ebene sieht sie Handlungsbedarf u.a. in Sachen Kapitalmarktunion. Lob gab es von Zehetner dafür für den European Scaleup Funds – ergänzt mit Eigenlob für den geplanten österreichischen Dachfonds.

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