02.02.2016

ColiMinder gewinnt Innovationswettbewerb in Abu Dhabi

Das Wiener Startup Vienna Water Monitoring Solutions ist in Abu Dhabi als „First Place Innovator“ ausgezeichnet worden.
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Vienna Water Moitoring Solutions-CEO Wolfgang Vogl erhielt in Abu Dhabi Innovationspreis. (c) VWM

Das Wiener Startup Vienna Water Monitoring Solutions ist  in Abu Dhabi als !First Place Innovator! ausgezeichnet worden. Der „ColiMinder“ des Unternehmens braucht nur 15 Minuten, um die Belastung von Wasser mit Darmbakterien festzustellen – 190 Mal schneller als alle anderen Tests.

Hochrangig besetzte Jury

Die hochrangig besetzte Jury beurteilte die Kandidaten für den Innovate@IWS Award in einem mehrstufigen Auswahlverfahren. Die vorgestellten Technologien wurden hinsichtlich „Einzigartigkeit“, „wirtschaftlichem Potenzial“ und „langfristiger Vision“ bewertet.

Die Jury würdigte damit das enorme Potenzial der ColiMinder-Technologie im Bereich der automatisierten Prozessüberwachung und Qualitätskontrolle. Die von VWM entwickelte Technologie ermöglicht zukünftig eine sichere, nachhaltige und ressourcenschonende Nutzung von Wasser in der Industrie und Lebensmittelproduktion.

Erste Messgeräte entstanden durch  INiTS-Unterstützung

Die ersten ColiMinder entstanden mit Unterstützung des Gründerservice INiTS in einem gemeinsamen Projekt mit der Technischen Universität Wien. Das Gerät liefert rasche und automatisierte Ergebnisse über die bakterielle Belastung des Wassers, ist nur 33 Zentimeter groß und wiegt 14 Kilogramm.

International Water Summit (IWS) ist eine globale Plattform für die Förderung der nachhaltigen Wasserwirtschaft in Trockengebieten und vereint Weltführer, Fachexperten, herausragende Wissenschaftler und Business-Innovators, um die Entwicklung von neuen, nachhaltigen Strategien und Technologien zur Lösung des vordringlichen Problems – der Wasserknappheit – zu forcieren.

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Die Eye-Tracking-Brille von Viewpointsystem kommt im Rahmen des EU-Projekts Manufactor in der Industrie zum Einsatz | (c) viewpointsystem
Die Eye-Tracking-Brille von Viewpointsystem kommt im Rahmen des EU-Projekts Manufactor in der Industrie zum Einsatz | (c) viewpointsystem

Einarbeitungszeiten um mehr als 35 Prozent und Fertigungsfehler um 20 Prozent reduzieren; gleichzeitig das Vertrauen der Mitarbeitenden in die eigenen Fähigkeiten um mehr als 20 Prozent steigern und die körperliche und mentale Belastung senken – das sind die ambitionierten Ziele des Projekts Manufactor.

Mit sechs Millionen Euro von Horizon Europe gefördert

14 Partner aus zehn EU-Ländern sind daran beteiligt, darunter Universitäten wie TU Darmstadt (Deutschland) und Universität Uppsala (Schweden), Industriebetriebe wie Hitachi Energy Sweden und Volkswagen Autoeuropa (Portugal) und Startups wie u-sense.it (Italien) und Viscando (Schweden). Mit dem oberösterreichischen Maschinenbauer Fill und dem Wiener Datenbrillen-Startup Viewpointsystem sind auch zwei österreichische Unternehmen bei dem im Rahmen von Horizon Europe mit sechs Millionen Euro geförderten EU-Projekt dabei.

Zusammenführung mehrerer Technologien

Um die zuvor genannten Ziele zu erreichen, sollen im Rahmen des auf drei Jahre angesetzten Forschungs- und Entwicklungsprojekts mehrere Technologien zusammengeführt werden und ein validierter Prototyp entstehen: tragbare Sensoren, XR-Brillen, Eye Tracking, 3D-Bildsensoren, KI-Agenten und Human Digital Twins. „Zusammen liefern sie Informationen über die körperliche und kognitive Situation der Mitarbeitenden und ermöglichen eine situationsgerechte Unterstützung direkt am Arbeitsplatz. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mensch und die Frage, wie Technologie ihn bei seiner Arbeit bestmöglich unterstützen kann“, heißt es von Projektpartner Viewpointsystem in einer Aussendung.

Vom Eye-Tracking zum „Human Digital Twin“

Das Wiener Startup steuert als einer von vier zentralen Technologiepartnern eine Weiterentwicklung seiner Eye-Tracking-Brille bei. Die Eye-Tracking- und Kameradaten der Brille sollen im Projektverlauf mit weiteren Sensordaten zusammengeführt werden. Daraus soll ein Echtzeitbild der körperlichen und kognitiven Situation von Mitarbeitenden, also ein sogenannter „Human Digital Twin“ entstehen. KI-Agenten sollen diese Informationen dann nutzen, um die Unterstützung an die jeweilige Situation anzupassen, etwa durch Audioanweisungen oder direkt in der XR-Brille eingeblendete Informationen.

„KI kann ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen“

„Wirklich adaptive Unterstützung beginnt damit, den Menschen hinter der Aufgabe zu verstehen. Eye Tracking gibt uns in Echtzeit Aufschluss über die Aufmerksamkeit und kognitive Belastung eines Menschen“, erklärt Frank Linsenmaier, CTO von Viewpointsystem. „Auf dieser Grundlage kann KI ihre Unterstützung an die Person und die jeweilige Situation anpassen und damit über eine reine Automatisierung von Assistenz hinausgehen.“

Test in der Next World Factory von Fill

Getestet wird das unter anderem bei Industriepartner Fill, konkret im firmeneigenen Ausbildungs- und Lernzentrum Next World Factory. Im Projekt soll untersucht werden, wie adaptive, KI-gestützte Assistenz den Kompetenzerwerb beschleunigen und die sichere Anwendung im Arbeitsalltag unterstützen kann. Martin Muik, Forschung und Entwicklung bei Fill, nennt auch den Fachkräftemangel als Grund für das Projekt. „Mit Manufactor wollen wir erproben, wie intelligente Assistenz das Lernen individueller, effizienter und motivierender gestalten und Menschen dabei unterstützen kann, ihr Potenzial bestmöglich zu entfalten.“

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