01.12.2023

Coinpanion: Wiener Krypto-Startup geht in neuem Unternehmen Altify auf

Das Wiener Krypto-Startup Coinpanion geht gemeinsam mit den Plattformen Revix und BitFund im neuen Unternehmen Altify auf. Über die Hintergründe und die Zukunftspläne haben wir mit Altify-CEO Sean Sanders und Coinpanion-Mitgründer Alexander Valtingojer gesprochen.
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Altify-CEO Sean Sanders und Coinpanion-Mitgründer Alexander Valtingojer
Altify-CEO Sean Sanders und Coinpanion-Mitgründer Alexander Valtingojer | Foto: brutkasten

Es ist einer der bekanntesten Namen der heimischen Krypto-Szene – und jetzt wird er verschwinden: Coinpanion. Das 2019 gegründete Wiener Krypto-Startup rund um CEO Alexander Valtingojer hat es sich zum Ziel gesetzt, Investments in Krypto-Assets zu vereinfachen. Dazu bietet das Startup vordefinierte Portfolios, die das Unternehmen gerne mit ETFs vergleicht. Mit diesem Konzept überzeugte das Unternehmen prominente Investoren wie Hansi Hansmann oder Florian Gschwandtner (brutkasten berichtete).

Nun vermeldet Coinpanion einen weiteren Deal: Das Startup geht im neuen Unternehmen Altify auf. Dieses entsteht aus dem Zusammenschluss von Coinpanion mit der südafrikanisch-britischen Krypto-Investmentplattform Revix.com sowie dem ebenfalls südafrikanischen Krypto-Anbieter BitFund. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in London. Das Coinpanion-Team wird vollständig übernommen und bildet künftig die österreichische Niederlassung von Altify.

Weitere Standorte befinden des Unternehmens befinden sich in Polen und Südafrika. Das neue Unternehmen kommt nach eigenen Angaben auf 80.000 Kund:innen mit mehr als 250 Millionen US-Dollar an Einlagen. Altify über den Krypto-Bereich hinaus orientieren und eine breite Palette an weiteren Investment-Möglichkeiten anbieten.

Coinpanion-Gründer Valtingojer wird Chief Strategy Officer bei Altify

Der bisherige Revix-Geschäftsführer Sean Sanders übernimmt die CEO-Rolle. Der bisherige Coinpanion-CEO Alexander Valtingojer bleibt ebenfalls an Bord. Er wird bei Altify die Position des Chief Strategy Officer einnehmen und dabei vor allem für die Expansion des Unternehmens in der EU mit Fokus auf die DACH-Region zuständig sein.

„Der Zusammenschluss mit Altify ist eine Win-Win-Situation für alle beteiligten Parteien. Die Kunden von Coinpanion profitieren von deutlich geringeren Gebühren, mehr Investitionsmöglichkeiten und einer viel besseren User Experience in der gänzlich neu gestalteten Investment-App“, kommentiert Valtingojer den Deal.

Kein erneutes Onboarding für Coinpanion-Kund:innen notwendig

Zur finanziellen Dimension wie auch zur genauen Struktur des Deals ist nichts bekannt. Es handle sich aber „nicht um einen traditionellen Merger, sondern um eine Reihe verschiedener Teile einer Transaktion“, sagt Sanders im brutkasten-Talk. Valtingojer spricht von einer „Merger-ähnlichen Struktur“. Man habe berücksichtigen müssen, dass es auf beiden Seiten Investor:innen gegeben habe und auch an deren steuerliche Überlegungen gedacht werden müsse.

Aber was bedeutet der Zusammenschluss ganz konkret für Coinpanion-Kund:innen? „Sie werden weiterhin ihre Konten haben. Es ist nicht nötig, erneut ein Onboarding zu durchlaufen oder ein neues Konto zu erstellen und komplizierte Maßnahmen zu ergreifen“, erläutert Valtingojer. „Wir versuchen, alles so einfach wie möglich zu machen. Letztendlich müssen sich unsere Kunden nur auf einer neuen Website anmelden oder eine neue App herunterladen, aber sie können ihr bestehendes Kundenkonto nutzen. Sie haben ihr Geld dort. Sie haben ihre Portfolios dort.“

Der Name Altify kombiniert die Begriffe „Alternatives“, in diesem Kontext also alternative Investments, and „diversify“, also Diversifizierung. Hintergrund: Das neue Unternehmen will über Krypto-Investments hinausgehen, wie Altify-CEO Sanders im brutkasten-Talk ankündigt: Asset-Klassen wie Immobilien oder Venture Capital werden häufig als Angelegenheit für Superreiche wahrgenommen, sagt Sanders. Das sei aber eine Fehlannahme: „Wir wollen das näher an die Menschen heranbringen. Wir sind der Meinung, dass ganz normale Menschen so investieren sollten wie die Superreichen.“

Altify plant weitere Übernahmen

Revix hatte bereits zuvor einen Blick auf die DACH-Region geworfen. „Wir waren sehr daran interessiert, diese Märkte zu erschließen. Wir wussten nur nicht, wie. Und jetzt haben wir den richtigen Partner, um das zu tun“, sagt der nunmehrige Altify-CEO Sanders im brutkasten-Talk.

Mit dem neuen Unternehmen sind nun durchaus auch weitere Übernahmen geplant – um zusätzliche Märkte abzudecken. Dafür habe man auch derzeit schon genug Kapital, wie Sanders weiter ausführt. Allerdings werde man künftig durchaus zusätzliches Kapital aufnehmen: „Wir wollen wachsen und wir wollen schnell wachsen“, sagt Sandres. „Alex teilt diese Überzeugung mit mir. Man will sich nicht zurücklehnen und ein Unternehmen haben, das jedes Jahr um ein oder zwei Prozent wächst. Es geht um dreistellige Wachstumsraten pro Jahr“.


Video: Coinpanion-Cofounder Alexander Valtingojer und Altify-CEO Sam Sanders im brutkasten-Talk:

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Fiskaly aus Wien wurde dieses Jahr von EY zum „Scaleup of the Year“ gekürt, wie brutkasten berichtete. Die Zahlen und Fakten zeigen, warum: Das 2019 gegründete Unternehmen wuchs im vergangenen Geschäftsjahr um 60 Prozent und ist profitabel. Es beschäftigt mehr als 150 Mitarbeitende, ist in acht EU-Ländern aktiv, betreut dort rund 1.900 B2B-Kunden mit mehr als einer Million POS-Systemen (Point of Sale) und ist Marktführer in Deutschland.

Nun verkündete das auf Fiskalisierung spezialisierte Unternehmen, das sich am „Sprung vom Scaleup zum etablierten Infrastrukturanbieter“ sieht, einen bedeutenden Neuzugang: David Feichter wird Co-CEO neben Johannes Ferner, der fiskaly gemeinsam mit Simon Tragatschnig und Patrick Gaubatz gegründet hat.

Vom „allerersten Kunden“ zum Co-CEO

Die Vorgeschichte ist dabei durchaus ungewöhnlich. Feichter war 2019 als CEO des deutschen POS-Anbieters orderbird der „allererste Kunde“ des Wiener Unternehmens. Damals verhandelte er den Deal mit Ferner. Erst in diesem Frühjahr gab Feichter die Führung von orderbird, mittlerweile Teil der Nexi Group, an Dirk Schmidt ab.

Die Doppelspitze soll fiskaly nun als „nächste Stufe der Unternehmensführung“ durch die nächste Wachstumsphase bringen. „Sich die Rolle des CEO zu teilen, ist eine strategische Entscheidung, die es uns ermöglicht, unsere sich ergänzenden Stärken optimal zu nutzen und das Wachstum fokussierter und strukturierter zu beschleunigen“, kommentiert Ferner. Und ergänzt: „Das ist ein Erfolg, auf den ich besonders stolz bin. Es ist ein Beweis dafür, dass in Österreich gemachtes Wachstum nach wie vor möglich ist.“

Weitere Akquisitionen geplant

Konkret soll Feichter den operativen Betrieb und die Skalierung der Organisation verantworten, während sich Ferner auf internationale Partnerschaften, Akquisitionen und die externe Repräsentation konzentriert. „Fiskaly hat sich eine starke Position im Bereich Transaction Compliance erarbeitet und das Ausmaß der Marktchance aufgezeigt. Unser Ziel ist es, diese Führungsposition weiter auszubauen und zu definieren, wohin sich die Kategorie als Nächstes entwickelt“, sagt Feichter.

Fiskaly kündigt zudem an, im Bereich M&A aktiv zu bleiben. Man baue auf der bisherigen Akquisitionsbilanz auf, „um schnell handeln zu können, sobald sich in Europa die richtigen Gelegenheiten bieten“. Bisher übernahm fiskaly die Deutsche Fiskal GmbH und Infrasec Sweden AB. 2024 hatte fiskaly mit Verdane einen großen Private-Equity-Investor an Bord geholt, der auch Kapital für Übernahmen bereitstellt.

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