22.07.2021

Codecool mit neuem Campus in Wien – Jobgarantie für Absolventen

Unter dem Dach von Talent Garden eröffnet das EdTech-Scale-up Codecool einen Campus in Wien. Absolventinnen und Absolventen des einjährigen Lehrgangs erhalten eine Jobgarantie im IT-Sektor.
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(c) Codecool

Bisher bildete das EdTech Codecool Leute an fünf Standorten in Ungarn, Rumänien und Polen aus. Jetzt wagt man den Schritt nach Wien mit einem neuen Campus. Unter dem Dach von Talent Garden sollen Tech-Talente zusammenfinden: „Es ist unser Ziel alleine in Wien innerhalb von zwei Jahren bis zu 300 Absolventinnen und Absolventen pro Jahr auszubilden. Außerdem planen wir bis 2025 auf mehr als zehn Standorte mit vielen Tausend erfolgreichen Studierenden pro Jahr zu expandieren“, sagt József Boda, CEO von Codecool.

Fachkräftebedarf wächst

Damit reagiert das Startup auf die starke Nachfrage nach IT-Profis mit gefragten Digital-Skills im DACH-Raum. Denn laut einer Studie ist jeder 13. erwirtschafte Euro in Österreich der IT-Branche zuzuschreiben, fast die Hälfte (47 Prozent) der gesamten Bruttowertschöpfung ist am Standort Wien konzentriert. Darüber hinaus wachse der IT-Fachkräftebedarf mit aktuell bis zu 24.000 Personen stark an.

(c) Codecool – József Boda, CEO von Codecool: „Studierende nach Ausbildung sofort einsatzbereit.“

Dem begegnet Codecool mit sogenannten Full-Stack-Programmierkursen. „Unsere Ausbildungen und Trainings sind eine frische Alternative zu traditionellen akademischen Weiterbildungen oder Studiengängen. Studierende sind nach ihrer Ausbildung unmittelbar für jegliche Unternehmen sofort einsatzbereit – eine lange Einarbeitungszeit entfällt“, erklärt Boda.

Codecool-Kurse von Senior-Developern geleitet

Die IT-Kurse am neuen Campus werden von erfahrenen Senior-Developern und -Developerinnen geleitet. Im Zuge des einjährigen Full-Stack-Programmier-Kurses lernen Teilnehmer beispielsweise zehn verschiedene Technologien an Hand von mehr als 30 abgeschlossenen IT-, Software- und Programmierprojekten. Als bemerkenswertes Highlight bietet Codecool allen Studierenden dieses Lehrgangs eine einschlägige Jobgarantie an. Dafür arbeitet das Scaleup mit verschiedenen Corporate-Partnern zusammen.

(c) Talent Garden – Petra Hauser, Country Managerin bei Talent Garden Austria: „Talent Garden versteht ein Anbieter von ‚Co-Learning‘ Opportunities.“

Petra Hauser, Country Managerin bei Talent Garden Austria, zum neuen Campus: „Talent Garden versteht sich als Anbieter von ‚Co-Learning‘ Opportunities basierend auf unserem Digital Ecosystem. In diesem Sinne heißen wir Codecool in unserem Wiener Campus herzlich willkommen. Das EdTech wird die Angebote unserer Innovation School komplementär ergänzen und unsere Positionierung im Tech-Bereich weiter stärken.“

Anmerkung: Studierende können hierbei eine Nachzahlungsoption in Anspruch nehmen – ein individuelles Bezahl-Modell, angelehnt an amerikanische Universitäten: Die Kosten für die Ausbildung werden als Darlehen gewährt und erst mit Arbeitsbeginn sukzessive zurückgezahlt. Künftig werden neben den einjährigen Full-Stack-Kursen auch Short Term Online-Kurse im Umfang von drei bis vier Monaten stattfinden. Für alle Berufstätigen, die sich in diesem Bereich weiterentwickeln wollen, werden zusätzliche Kurse an den Wochenenden das vielfältige Ausbildungs-Angebot abrunden.

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Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar
Zwei der PlanRadar-Co-Founder, Sander van de Rijdt und Ibrahim Imam | (c) PlanRadar

Das Unternehmen konnte sein Standing innerhalb Österreichs in den vergangenen Jahren konstant halten: 2013 in Wien gegründet zählt PlanRadar zu den erfolgreichsten Scaleups im Land – nicht zuletzt wegen seiner anhaltenden internationalen Expansion. Nun legte das Unternehmen seinen Jahresabschluss 2025 und einen begleitenden Lagebericht vor, die nicht nur Einblicke in die Finanzen geben.

Umsatz steigt auf 33,64 Millionen Euro

Aber zunächst zu den zentralen Kennzahlen: Im vergangenen Jahr erzielte die Wiener PlanRadar GmbH, die nach wie vor als Muttergesellschaft der internationalen Gruppe fungiert, Umsatzerlöse in Höhe von 33,64 Millionen Euro nach 31,97 Mio. Euro im Vorjahr. Das entspricht einer Steigerung von 5,24 Prozent. Und das „trotz eines herausfordernden Marktumfelds“ im europäischen Kernmarkt, wie die Geschäftsführung im Lagebericht festhält. Zu beachten ist hier, dass es sich um den Einzelabschluss der GmbH handelt und für die internationalen Tochtergesellschaften keine Zahlen vorliegen. Der ausgewiesene Umsatz enthält auch sogenannte Intercompany-Umsätze, da die Muttergesellschaft ihren Vertriebstöchtern konzernintern Lizenzgebühren für die Softwarenutzung verrechnet.

Als wesentliche Treiber der Entwicklung im Jahr 2025 nennt das Unternehmen „sowohl die Akquise neuer Kunden als auch die Erweiterung bestehender Verträge“. Während der europäische Markt unter den Nachwehen des Rückgangs im Wohnungsbau gelitten habe, sei die Konjunktur in den Wachstumsmärkten MENA (Middle East / Northern Africa) und APAC (Asia Pacific), wo Großprojekte für eine erhöhte Nachfrage sorgten, dynamischer verlaufen, heißt es weiter. Gerade in der MENA-Region hat sich die Gesamtlage bekanntermaßen seitdem geändert: Im Lagebericht weist die Geschäftsführung explizit auf eine erhöhte geopolitische Unsicherheit infolge des Konflikts im Iran hin. Zudem musste ein konzerninternes Darlehen an die Tochtergesellschaft in Dubai bereits vollständig abgeschrieben werden.

Zudem gab es 2025 laut Lagebericht Konsolidierungsmaßnahmen in mehreren Märkten. So wurden die Tochtergesellschaften in Brasilien und der Schweiz im Geschäftsjahr 2025 geschlossen, in Deutschland läuft eine Liquidation und der Rückzug aus Russland dauere aufgrund bürokratischer Hürden weiter an.

Sprung beim Betriebsergebnis (EBIT)

Auf operativer Ebene konnte die PlanRadar GmbH ihre Profitabilität deutlich steigern. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg laut Jahresabschluss von 2,52 Millionen Euro im Vorjahr auf 3,98 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Zuwachs von knapp 58 Prozent. „Diese Entwicklung spiegelt die fortgesetzte Ausrichtung des Unternehmens auf effizientes Wachstum wider“, heißt es von der Geschäftsführung dazu im Lagebericht.

Hauptverantwortlich für die verbesserte operative Marge war eine erhöhte Kosteneffizienz. Laut der im Lagebericht enthaltenen Kostenanalyse blieben die Marketingkosten im Verhältnis zum Umsatz konstant bei drei Prozent, während der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz von 48 Prozent im Vorjahr auf 42 Prozent sank. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl stieg gleichzeitig von 144 auf 157 Personen. Ein Wermutstropfen blieb dabei laut Bericht die Zahlungsmoral mancher Kunden: Wegen Uneinbringlichkeit mussten 2025 Forderungen in Höhe von 344.000 Euro abgeschrieben werden – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 190.000 Euro im Jahr 2024.

Negativer Finanzerfolg sorgt unterm Strich für Minus

Dem positiven Betriebsergebnis steht beim Finanzerfolg ein Minus von 4,71 Millionen Euro gegenüber (2024: minus 5,55 Millionen Euro). Dieser Posten ist maßgeblich durch Aufwendungen aus Finanzanlagen in Höhe von 6,72 Millionen Euro geprägt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Abschreibungen auf Ausleihungen an (internationale) Tochtergesellschaften. Dem standen teilweise Wertzuschreibungen bei Finanzanlagen in Höhe von rund 393.000 Euro gegenüber. Zudem wurde ein Teil des Darlehens an die italienische Tochtergesellschaft zur Finanzierung in Eigenkapital umgewandelt, womit die Wiener Muttergesellschaft einen entsprechenden Forderungsverzicht übte.

Unterm Strich ergibt sich ein Jahresfehlbetrag von minus 732.699 Euro. Der Verlust konnte gegenüber dem Vorjahresfehlbetrag (-3,02 Millionen Euro) dabei um mehr als 75 Prozent reduziert werden. Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus Vorjahren (-52,89 Millionen Euro) lag der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2025 bei minus 53,62 Millionen Euro.

17 Millionen Euro liquide Mittel

Zur Einordnung der finanziellen Gesamtlage und der Risikostruktur verweist das Unternehmen auch auf seine Barreserven und den operativen Zahlungsstrom. Die liquiden Mittel erhöhten sich demnach auf rund 17 Millionen Euro (2024: ca. 15 Millionen Euro). Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit stieg auf 5,38 Millionen Euro nach 3,66 Millionen Euro im Jahr 2024.

„Wachstumsaussichten bleiben optimistisch“

Für die Weiterentwicklung setzt PlanRadar laut Lagebericht weiterhin auf Produktinnovationen und Expansion. Im Geschäftsjahr 2025 wurden 4,06 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben und durchschnittlich 37 Mitarbeiter in diesem Bereich beschäftigt. Neben KI-gestützten Funktionen hebt das Unternehmen die Markteinführung der Technologie „PlanRadar SiteView 360°“ hervor.

Und wie geht es weiter? „Trotz der anhaltenden Herausforderungen bleiben unsere Wachstumsaussichten aber optimistisch. Das Unternehmen strebt eine moderate Umsatzsteigerung an, während wir unsere Dienstleistungen über die Bauindustrie hinaus auf Branchen wie Facility Management und Brandschutz ausweiten“, heißt es von der Geschäftsführung.

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