27.10.2022

Co-Innovation: „Die großen Herausforderungen kann man nur gemeinsam lösen“

Am Elevator Lab Demo Day 2022 zeigten die Raiffeisen Bank International und ihre Partner, wie Co-Innovation gelingen kann.
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Rize gewinnt den Best Pitch Award des RBI Elevator Lab Demo Days 2022. V.l.: Christian Wolf (RBI), Etienne Variot (Rize), Andreea Porojan (Raiffeisen Bank Romania) und Moderatorin Carolin Rainer (brutkasten) © RBI
Rize gewinnt den Best Pitch Award des RBI Elevator Lab Demo Days 2022. V.l.: Christian Wolf (RBI), Etienne Variot (Rize), Andreea Porojan (Raiffeisen Bank Romania) und Moderatorin Carolin Rainer (brutkasten) © RBI
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Seit nunmehr fünf Jahren betreibt die Raiffeisen Bank International das Elevator Lab. Gestartet als Accelerator für FinTech-Startups wurde im Laufe der Zeit noch deutlich mehr aus dem Programm, wie Christian Wolf, Head of Strategic Partnerships & Ecosystems der Raiffeisen Bank International (RBI), beim diesjährigen Elevator Lab Demo Day erläutert: „Es geht heute um Co-Innovation – nicht nur mit Startups, sondern auch mit unseren Tochterbanken, mit anderen Corporates und weiteren Partnern.“

Elevator Lab: Vom reinen Startup Accelerator zum umfassenden Co-Innovation-Programm

Mit dem anfänglichen Ansatz des Elevator Labs, Startups mit deren Technologien, Methoden und Möglichkeiten ins eigene Ökosystem zu bringen, habe man viel gelernt, sagt Wolf. Doch Erweiterungen in mehrere Richtungen hätten schon bald Sinn gemacht. „Zu Beginn war es zum Beispiel logisch, thematisch auf FinTechs zu fokussieren. Doch wir haben schnell gesehen, dass es sinnvoll ist, weitere Themen wie etwa Künstliche Intelligenz oder RegTech-Lösungen einzubeziehen“, sagt Wolf. Die Co-Innovations-Projekte gehen heute weit über das Schema „RBI & Startup“ hinaus: „Am Anfang ging es entweder um B2B oder B2C. Jetzt haben wir auch B2B2C oder B2B2B-Modelle – nicht nur mit Startups, sondern auch mit anderen Corporates oder Playern wie Big Techs, Konsortien oder Universitäten.“

„Jede Krise zeigt noch mehr, dass es der richtige Weg ist“

Dahinter stehe eine grundlegende Erkenntnis: „Die großen Herausforderungen, wie etwa die aktuellen Krisen, kann man nur gemeinsam lösen“, sagt Wolf. Das bestätigt auch Edward Feltmann in der Podiumsdiskussion am Elevator Lab Demo Day. Er leitet das Accelerator-Programm von Österreichs größtem Energieanbieter Verbund, an dem auch die RBI zuletzt als Corporate-Partner teilnahm. „Wir haben in unserem Programm das Ziel, an der Lösung der großen Zukunftsprobleme zu arbeiten. Wir haben knapp vor Corona begonnen und jede Krise zeigt noch mehr, dass es der richtige Weg ist“, so Feltmann.

Co-Innovation bei Raiffeisen in Rumänien: eine Bank, ein Mittelständler, ein Startup und zehn Landwirte

In der Co-Innovation gehe es aber auch immer darum, ein Setup zu finden, von dem alle beteiligten und das gesamte Ökosystem profitieren, betont Christian Wolf. Dass dieses Ziel im Elevator Lab auch umgesetzt wird, zeigen die am Demo Day vorgestellten Erfolgsstorys eindrücklich. Da geht es etwa um die Anzeige von CO2-Emissionen der Transaktionen in der Banking-App oder um die Verknüpfung von Online-Banking mit einem Versicherungsangebot. Besonders anschaulich zeigt ein Projekt der Raiffeisen Bank in Rumänien zum Thema „ESG in der Landwirtschaft“ das zuvor von Wolf ausgeführte Co-Innovation-Prinzip. Involviert waren nicht nur das Startup Rize, sondern auch das rumänische Agrar-Unternehmen Rodbun. In einem Pilotprojekt mit zehn Landwirten wird nun ein neues Finanzierungsschema erprobt.

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Das Gründerteam von Theradocx. (v.l.) Petronel Liciu, Selin Matun, Jan Hoppel | © Theradocx

Theradocx möchte den Arbeitsalltag von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen erleichtern. Eine eigens entwickelte KI-Anwendung erstellt Protokolle und Zusammenfassungen, indem sie Sitzungen aufnimmt und analysiert, wie brutkasten berichtete. Kürzlich erhielt Theradocx ein FFG-Förderprojekt mit einem Projektvolumen von 580.000 Euro.

Verbesserung der KI

Im Zuge dieses Projekts will das 2025 gegründete Unternehmen seine KI weiterentwickeln. Das heißt: Die Transkription soll präziser werden, unterschiedliche Sprecher besser erkannt und die Erstellung von Protokollen sowie thematischen und emotionalen Analysen verbessert werden. „Ein großer Teil der Projektmittel fließt in den Ausbau unseres Entwicklungs- und Forschungsteams und damit direkt in die technologische Weiterentwicklung von Theradocx“, erklärt Co-Founderin Selin Matun.

Zudem wird laut Matun die Plattform auch rechtlich und regulatorisch weiterentwickelt. Stichwort: Datenschutz und EU AI Act.

Kooperation mit Sigmund Freud Privatuniversität

Im Zuge des geförderten Projekts ging Theradocx eine Kooperation mit der Sigmund Freud Privatuniversität ein, durch die seine KI-Systeme validiert werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Spracherkennung. Unterschiedliche Dialekte, Sprecher:innen und akustische Bedingungen sollen getestet werden, wodurch Schwachstellen identifiziert werden können. Zudem sollen die psychotherapeutischen Dokumentationen und Analysen durch Fachpersonal der Sigmund Freud Privatuniversität verbessert werden.

„Für uns ist diese Kooperation besonders wichtig, weil wir nicht nur technisch leistungsfähige KI entwickeln möchten. Wir wollen auch wissenschaftlich überprüfen, ob die Ergebnisse psychotherapeutischen Qualitätsstandards entsprechen und in der Praxis tatsächlich einen Mehrwert schaffen“, sagt Matun und ergänzt: „Gemeinsam möchten wir einen wissenschaftlich fundierten Evaluationsprozess etablieren, durch den die Qualität unserer KI-Ergebnisse nicht nur technisch, sondern auch anhand psychotherapeutischer Kriterien beurteilt und kontinuierlich verbessert werden kann.“

Etablierung im DACH-Raum

Neben der qualitativen Verbesserung der KI möchte Theradocx in Zukunft weiter skalieren und sich noch stärker im DACH-Raum festigen. Das Ziel sei laut Matun, zu einer „zentralen digitalen Arbeitsplattform für Psychotherapeut:innen“ zu werden. Anschließend möchte das Startup weitere europäische Märkte erschließen.

Brigitte-Hamann-Preis 2026

Kürzlich wurde das Projekt mit dem  Brigitte-Hamann-Preis 2026 in der Kategorie „Startup“ ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende Leistungen von Studierenden und Absolvent:innen österreichischer Privatuniversitäten in den Bereichen Forschung, Startups und Kunst. Eine Fachjury zeichnet pro Kategorie eine Person aus.

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