04.07.2024
EXIT

Cloud Provider Timewarp kauft ShareVision um siebenstellige Summe

Lange wurde verhandelt, nun steht es fest: Der heimische Cloud-Provider Timewarp übernimmt einen Branchenkollegen um eine Millionensumme.
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Rainer Schneemayer (GF Timewarp), Haider Shnawa (GF ShareVision), Karl Lehner (GF ShareVision, Michael Pambalk Rieger (GF Timewarp) © Timewarp

Es gibt „Zuwachs“ beim österreichischen Cloud Provider Timewarp: Mit Ende Mai dieses Jahres hat Timewarp die IT Consulting GmbH ShareVision vollständig übernommen. Zuvor teilten sich die beiden ShareVision-Geschäftsführer Haider Shnawa und Karl Lehner mit 52,5 Prozent bzw. 47,5 Prozent die Unternehmensanteile.

Übernahme in Millionenhöhe

Wie Timewarp im Gespräch mit brutkasten preisgab, liegt der Kaufpreis im siebenstelligen Bereich. Die beiden Unternehmen werden eigenständig weiterarbeiten. Für Kund:innen soll sich mit der Übernahme eine „Verschmelzung der Kernkompetenzen“ ergeben. Die Geschäftsführer von ShareVision sollen vorerst noch weitere fünf Jahre im Unternehmen verweilen, heißt es.

Ähnlich lange, nämlich „sicherlich sechs Jahre“, sollen die Gespräche rund um den Exit gedauert haben, erzählt Timewarp-Geschäftsführer Michael Pambalk-Rieger im Gespräch mit brutkasten. Mit der Übernahme erweiterte sich das Team der beiden Unternehmen nun auf 50 Mitarbeitende im IT-Consulting und Entwicklungsbereich.

Bereits Anteile von SaaS-Startup Semadox im März gekauft

Der siebenstellige Kauf war nicht der erste Deal für TimeWarp: Schon im März dieses Jahres investierte der Cloud-Service-Provider einen sechsstelligen Betrag in das in Graz und Linz sitzende SaaS-Startup Semadox rund um Julian Rath und Bernhard Lehner – brutkasten berichtete.

TimeWarp wurde 2005 von Michael Pambalk-Rieger in Wien gegründet. Nach eigenen Angaben spezialisiert sich das IT-Consulting-Unternehmen auf „hochsichere, hybride Cloud Lösungen mit dem Ziel, Kund:innen auf ihrem Weg zur digitalen Transformation und IT-Automation zu unterstützen.“

Käufer erreicht jährlich bis zu sechs Mio. Euro Umsatz

Nach eigenen Angaben soll das eigentümergeführte Unternehmen mehrere hundert Kunden in den Bereichen Housing, Hosting und XaaS zählen – und damit jährlich einen Umsatz von rund sechs Millionen Euro erzielen. In der Geschäftsführung befindet sich neben Gründer Pambalk-Rieger auch Rainer Schneemayer.

Das übernommene Unternehmen ShareVision gibt es seit 2009. Als „Microsoft Gold Certified Partner“ ist es Experte für Microsoft-Technologien in Österreich. Dabei bietet ShareVision IT-Lösungen und Entwicklungen im Microsoft 365 Umfeld – darunter SharePoint, Teams, Copilot und PowerApps sowie Beratungen in Microsoft Azure.

„Noch bessere Kundenbetreuung“

„Durch die Bündelung der Kräfte beider Unternehmen können wir unseren Kundinnen und Kunden mehr Know-how und Ressourcen im Bereich Azure Services anbieten“, sagt Pambalk-Rieger von Timewarp. Auch Schneemayer, Co-Geschäftsführer und Head of Sales bei Timewarp, erwartet eine Entwicklung „in Richtung Komplettanbieter an der IT“.

Für das übernommene Unternehmen ShareVision bedeutet dies, dass es „sein Angebot über die Microsoft Services hinaus auf PaaS (Platform as a Service) aus Österreich erweitern kann“, meint Karl Lehner, Geschäftsführer von ShareVision.

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Die drei Partner von RM Equity Partners (v.l.) Nicola Szekely, Eugen Benedikt Russ und Chris Wittlinger | (c) RM Equity Partners
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Rund 50 Digital-Unternehmen mit etwa 600 Mitarbeiter:innen und mehr als 400 Millionen weltweiten Nutzer:innen – das ist das Portfolio der Liechtensteiner Private-Equity-Gesellschaft RM Equity Partners. Insgesamt hält diese eine halbe Milliarde Euro Assets under Management (AuM). Bekannte Portfolio-Unternehmen sind etwa die Outdoor-Plattform Bergfex aus Graz oder die deutsche Motorrad-Tour-App Calimoto.

Neue Bedeutung für zwei Buchstaben

Bis vor kurzem war die Gesellschaft Teil der Vorarlberger Russmedia-Gruppe, wie auch die zwei Buchstaben im Namen verraten. Nun befindet sich das PE-Unternehmen komplett im Besitz der drei Partner Eugen Benedikt Russ, Chris Wittlinger und Nicola Szekely. Somit bleibt es freilich zu einem Teil in der Vorarlberger Unternehmerfamilie Russ, die hinter Russmedia steht. Das RM bleibt als etablierter Name erhalten. Mit dem Slogan „Results matter“ bekommt es eine neue Bedeutung.

„Was das Team im vergangenen Jahrzehnt aufgebaut hat, macht uns stolz – und das ist erst das Fundament. Als völlig unabhängiges Unternehmen liegt unser Fokus nun ganz auf der Zukunft: der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Unternehmern und dem Aufbau beständiger, digitaler Unternehmen“, kommentiert Russ in einer Aussendung.

Bis zu 250 Millionen Euro pro Beteiligung

Die drei Partner investieren über die Gesellschaft ausschließlich eigenes Kapital und fokussieren klar auf Mehrheitsübernahmen und langfristige Beteiligungen. Bei einem Einzeldeal können nach Unternehmensangaben bis zu 150 Millionen Euro fließen, für eine Beteiligung insgesamt bis zu 250 Millionen. Dabei definiert RM Equity Partners klare Anforderungen, die auch auf der Website abzulesen sind: Das übernommene Unternehmen muss Marktführer oder starker Zweiter in seinem Segment sein und ein EBITDA über fünf Millionen Euro bzw. einen Nettoumsatz über 20 Millionen Euro vorweisen.

Gleichzeitig geben die Partner ihrerseits drei Versprechen: Kommt ein Unternehmen für einen Deal in Frage, bekomme es einen ersten Call innerhalb von 48 Stunden, eine konkrete Antwort innerhalb von sieben Tagen und, wenn ein Deal zustande kommt, dessen Abschluss innerhalb von acht Wochen. „Wenn es uns gefällt, sagen wir ja. Wenn nicht, sagen wir schnell nein. Hinter uns steht kein Investmentkomitee, und zwischen uns stehen keine Berater“, so die Partner auf der Homepage.

Zuletzt Verkauf von Alpy.com

Nach der Übernahme restrukturiere man dann nicht, aber unterstütze in jenen Bereichen, in denen man Expertise habe. Wiewohl RM Equity Partners als PE-Gesellschaft im Gegensatz zu einer VC-Gesellschaft nicht Exit-getrieben ist, sind auch Verkäufe übrigens keineswegs ausgeschlossen. Brutkasten berichtete erst im August vom Verkauf der Beteiligung Alpy.com. Es war der zweite Exit für die Gesellschaft in diesem Jahr.

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