04.08.2022

Clir: Grazer-Hörschwäche Startup trennt Störgeräusche von Sprache

Die App gegen Hörschwäche ist nun online.
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Clir, Hör App
(c) Nina Huber/clir - Andreas Krassnitzer (l.) von clir technologies.

Das Grazer Startup clir Technologies wurde von Quizmaster und mehrfachen Ironman Andreas Krassnitzer, gemeinsam mit Fifteen Seconds-CEO Stefan Stücklschweiger gegründet.

Clir vorerst nur für iOS

Die derzeit nur für iOS erhältliche App befreit durch Künstlichen Intelligenz Sprache von Hintergrundlärm und spielt sie über Kopfhörer und geeignete Hörgeräte ab. Dies soll Menschen mit schwachem Gehör ermöglichen, sich besser in lauter Umgebung zu verständigen.

Inspiriert von seinem Bruder, der seit früher Kindheit an Hörschwäche leidet, startete Krassnitzer vor etwa einem Jahr mit seiner Idee, KI in Hörgeräte zu integrieren. Im März des heurigen Jahres konnte sich das Jungunternehmen für seine Idee eine Förderung von FFG und aws über 350.000 Euro sichern. Nun ging das erste Produkt an den Start.

Hardware für Hörverbesserung im Smartphones vorhanden

Mit der Hör-App möchte Krassnitzer vor allem zeigen, was bereits im Bereich der Hörverbesserung möglich ist. Seine konkrete Mission ist es, „Sprache Gehör zu verschaffen“, wie er sagt, und „clir Voice“ sei für ihn der schnellste Weg, dies für möglichst viele Menschen zu erreichen. Denn die Entwicklung neuer Hörgeräte dauere viele Jahre, die notwendige Hardware sei jedoch bereits in fast jedem Smartphone vorhanden.

„Wir nutzen dieselbe Audio-Konfiguration, die Apple auch für ihr ‚Live-Listen-Feature‘ verwendet“, erklärt Krassnitzer abschließend. „Diese ist im Normalfall für Entwickler nicht ohne weiteres zugänglich, aber wir haben einen Weg gefunden. Das bringt eine reduzierte Verzögerung beim Zuhören mit Bluetooth-Kopfhörern. Unsere KI benötigt beispielsweise weniger als neun Millisekunden; die Übertragung via Bluetooth braucht weitere 90. Dies wird sich mit neuen Standards allerdings drastisch reduzieren lassen. Wir haben dazu bereits ein Patent erteilt bekommen.“

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(c) Brantner

Die Paprec-Gruppe wird strategischer Mehrheitsgesellschafter von Brantner green solutions, der Umwelt- und Abfallwirtschaftssparte der Kremser Brantner Gruppe. Das gaben die Unternehmen am Dienstag bekannt. Paprec übernimmt 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent bleiben im Besitz der Familie Brantner. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen, der Vollzug wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Zum Kaufpreis machen die Unternehmen keine Angaben. Der brutkasten hat bei Brantner green solutions nachgefragt.

Fünf Länder, 65 Standorte

Brantner green solutions wurde 1936 gegründet und ist in Österreich, wo sich auch der Hauptsitz befindet, sowie in der Slowakei, Tschechien, Rumänien und Serbien tätig. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.500 Mitarbeitende an 65 Anlagen und Niederlassungen und betreut mehr als 28.000 kommunale, industrielle und gewerbliche Kunden. Der Umsatz liegt bei mehr als 320 Mio. Euro.

Für Paprec ist es der Eintritt in fünf neue Märkte. Nach der Schweiz, Spanien und Italien bezeichnet die Gruppe den Schritt als nächste Etappe ihrer europäischen Expansion und als Wachstumsplattform in Mittel- und Osteuropa.

„Diese Transaktion ist unsere wichtigste Akquisition seit dem Zusammenschluss mit Coved im Jahr 2016. Sie ermöglicht uns den Eintritt in fünf neue Länder und stärkt unsere europäische Präsenz erheblich“, wird Mathieu Petithuguenin, Chairman und CEO der Paprec-Gruppe, in der Aussendung zitiert.

Logistik und Immobilien bleiben in der Familie

Der Deal betrifft ausdrücklich nur die Kreislaufsparte. „Wichtig ist zu betonen, dass sich diese Partnerschaft ausschließlich auf Brantner green solutions bezieht. Brantner logistic solutions und Brantner Real Estate bleiben vollständig im Eigentum der Familie Brantner und werden unabhängig weiterentwickelt“, stellt Bernd Brantner klar. Er führt die Brantner Gruppe seit 24 Jahren als CEO und vertritt die dritte Generation der Familie.

Der Entscheidung ging laut Aussendung ein fast zweijähriger Prozess voraus, an dessen Ende sich die Familie einstimmig für Paprec aussprach. „Die Chancen, die vor uns liegen, sind enorm, ihre Realisierung wird jedoch erhebliche langfristige Investitionen erfordern“, begründet Bernd Brantner den Schritt. Als Familie habe man sich deshalb bewusst für einen starken strategischen Gesellschafter entschieden, der die eigenen unternehmerischen Werte teile. In der neu geschaffenen Gesellschaft übernimmt er die Rolle des stellvertretenden Vorsitzenden.

Von 40 auf 26.000 Mitarbeitende

Paprec startete vor 32 Jahren als kleines Altpapierrecycling-Unternehmen mit 40 Mitarbeitenden in La Courneuve bei Paris. Die Schweiz war vor mehr als 15 Jahren der erste Markt außerhalb Frankreichs, in Spanien beschäftigt die Gruppe heute fast 4.000 Menschen. Nach Abschluss der Transaktion soll Paprec rund 26.000 Mitarbeitende in 15 Ländern zählen und einen Jahresumsatz von mehr als 4,5 Mrd. Euro erreichen.

Brantner fiel zuletzt mit Innovationsprojekten auf

Das Kremser Familienunternehmen war in den vergangenen Jahren mehrfach mit Vorstößen in der Kreislaufwirtschaft präsent. 2024 vereinbarte Brantner green solutions gemeinsam mit dem Schaumstoffproduzenten Neveon die Gründung eines Joint Ventures für das Recycling von Matratzen mit Sitz in Krems. In Hohenruppersdorf betreibt das Unternehmen zudem eine Anlage, in der Asche und Schlacke aus der Müllverbrennung aufbereitet werden. Und mit Scarab brachte Brantner Österreichs ersten autonomen Müllroboter auf die Straße, der Mülltonnen ohne menschliches Zutun leert.

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