16.07.2019

Climate-KIC Accelerator: Bewerbungen noch bis 22. Juli möglich

Die Bewerbungsphase für Climate-KIC, Europas größten Accelerator für Green- und CleanTech-Startups, geht ins Finale und läuft noch bis 22. Juli. Startups, die sich erfolgreich qualifizieren, erhalten nicht nur Zugang zum Climate-KIC-Netzwerk, sondern auch eine finanzielle Unterstützung in der Höhe von 85.000 Euro
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Climate KIC
(c) Climate KIC

Die aktuelle Bewerbungsphase für Europas größten Accelerator für Green- und CleanTech-Startups startete Mitte Juni und geht nun ins Finale. Die Online-Bewerbung für den Winter Batch 2019, der mit 1. Oktober 2019 beginnt, läuft noch bis kommenden Montag, den 22. Juli  (23:59 CET). Bis zu diesem Zeitpunkt können sich Startups noch auf der Website des Climate-KIC Accelerators bewerben. Laut den Initiatoren werden Startups mit skalierbaren Geschäftsideen und Technologien gesucht, die einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten.

+++ Der Klimawandel als Chance für Green Startups und CleanTech? +++

Das bietet der KIC Accelerator

Das Programm des „Winter Batches“ dauert sechs Monate und bietet den teilnehmenden Startups folgende Leistungen:

  • bis zu 85.000 Euro finanzielle Unterstützung
  • Startups müssen keine Geschäftsanteile abgeben
  • bis zu drei Jahre Unterstützung durch Coaching, Workshops, Pitching-Möglichkeiten, Networking mit Investoren
  • Zugang zum exklusiven europäischen und internationalen Climate-KIC Netzwerk
  • Peer2Peer Learning, und Events, z.B. Demo Day und Investor Dinner

Voraussetzungen für die Bewerbung

Damit sich Startups bzw. Teams erfolgreich qualifizieren, sind gewisse Voraussetzungen zu erfüllen: Die Teams müssen aus mindestens zwei Gründern bestehen, die Vollzeit für das Startup arbeiten und gemeinsam mindestens 75 Prozent der Anteile an ihrem Startup halten. Eine bereits erfolgte Unternehmensgründung des Startups ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Sofern eine solche vorliegt, darf diese nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Zudem muss die Bewerbung auf Englisch erfolgen.

Startups, die sich im Zuge der Online-Bewerbung erfolgreich qualifizieren, werden in weiterer Folge am 13. August zu einem Pitch vor Experten geladen. Der Climate-KIC Accelerator wird planmäßig mit 1. Oktober 2019 starten und bis 31. März 2020 dauern.

Climate-KIC: bislang über 1000 grüne Startups unterstützt

Seit 2010 hat Climate-KIC über 1000 Startups mit mehr als 600 Millionen Euro an finanziellen Mitteln unterstützt. Infolge des Accelerators konnten Alumni über 270 Folgefinanzierungsrunden abschließen. Zu den Alumni zählen u.a. das Vienna Textile LabtadoThermondoGreen City Solutions und Lilium.


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Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher
Elisabeth Zehetner (Staatssekretärin für Energie, Startups und Tourismus) | Foto: Martin Pacher / brutkasten

Wirklich neu oder gar überraschend ist das jüngste Statement von Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner zum mit „bis zu“ 500 Millionen Euro Volumen geplanten „Start-up & Scale-up Dachfonds“ nicht. Wie mehrere heimische Medien berichten, sagte sie zuletzt gegenüber der APA: „Die Ausschreibung für das Fondsmanagement wird im Herbst stattfinden“ – betraut ist damit die aws. Anders wäre es freilich gar nicht möglich, den bereits zuvor kommunizierten Start der operativen Tätigkeit mit Anfang 2027 zu gewährleisten.

Und auch so könnte es schwer werden. Denn „im Herbst“ ist immer noch eine recht vage Zeitangabe und Ausschreibungsverfahren können bekanntlich auch länger dauern, als erhofft – sofern nicht bereits im Hintergrund Vorentscheidungen getroffen wurden, was hier keineswegs unterstellt werden soll.

Kleiner Pool an erfahrenen Dachfonds-Manager:innen

Der Pool an Personen, die konkrete Erfahrung mit dem Management VC-fokussierter Dachfonds mitbringen, hält sich nämlich europaweit in engen Grenzen. Neben dem European Investment Fund (EIF) als dominierendem Player auf EU-Ebene, gibt es einige nationalstaatliche Fonds, die teilweise auch zum Vorbild für die österreichische Version wurden, und einige private Player, die meist mit deutlich niedrigeren Kapitalvolumina arbeiten. Ein schlagkräftiges Team müsse aktiv mit entsprechenden Incentives abgeworben werden. Die Staatsnähe erschwere die Suche zusätzlich, befürchtet ein Branchenkenner gegenüber brutkasten hinter vorgehaltener Hand.

Keine staatliche Einflussnahme?

Dass es, wie versprochen, tatsächlich keine staatliche Einflussnahme auf den Dachfonds geben werde, glaubt er nämlich nicht. So soll etwa die aws laut einer nicht öffentlichen Präsentation, die dem Insider vorliegt, ins Fundraising eingebunden werden. Und das spreche, kombiniert mit dem geplanten staatlichen Ankerinvestment in Höhe von bis zu 20 Prozent bzw. bis zu 100 Millionen Euro (brutkasten berichtete), gegen völlige Unabhängigkeit.

Und auch die Zielsetzung, den Investmentfokus auf Österreich zu legen, passt nicht ganz mit der Idee zusammen, dass das Fondsmanagement völlig freie Hand haben soll. Zehetner äußerte sich auch hierzu gegenüber der APA: Österreich-Fokus ja, „es gibt aber keine genauen Vorgaben für das Fondsmanagement.“ Hinzu kommt natürlich auch, dass es in Österreich gar nicht so viele VC-Fonds gibt – und noch viel weniger im angestrebten Growth-Stage-Bereich.

Politische Überzeugungsarbeit bei potenziellen LPs

Ist das Management dann einmal aufgestellt, dürfte das Finden geeigneter Limited Partners (LPs), also Kapitalgeber für den Dachfonds, zur nächsten Herausforderung werden. Wirklich attraktiv sei die Beteiligung für die institutionellen Investoren, wie Banken und Versicherungen, die man ansprechen will, nämlich nicht, sagt ein anderer Branchenkenner – ebenfalls off the record. Auch wenn – wie angekündigt – begleitende Gesetze die Situation für die in Sachen Risiko sehr restriktiv geregelten Institutionellen verbessern, gebe es nicht automatisch gute Gründe, die für dieses Investment sprechen.

Die Folge: Es bedürfe auch von politischer Seite Überzeugungsarbeit bei den LPs. Dass man bereits jetzt, bevor das Management überhaupt ausgeschrieben ist, hinter verschlossenen Türen versucht, die großen relevanten heimischen Player zu einem Committment zu bewegen, liegt auf der Hand – schließlich soll das Projekt zum politischen Erfolg werden. Dass darunter die angestrebte Unabhängigkeit abermals leidet, ebenfalls.

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