26.02.2024

Climate Hours: Über 30 Portfolio-Startups von Hansi Hansmann absolvierten Klimaschutzausbildung

Über 30 Startups im Portfolio der Hans(wo)men Group absolvierten die Climate Hours, die gemeinsam mit dem Wiener Klimaschutz-Startup Glacier ins Leben gerufen wurden. Mitarbeiter:innen in den Startups wurden dabei mit grundlegenden Nachhaltigkeitskompetenzen ausgestattet.
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Hansi Hansmann | (c) Climate Hours / Hans(wo)men Group
kooperation

Wer Klimaschutz in Unternehmen verankern möchte, kommt um einen Faktor nicht herum: die Einbindung der Mitarbeiter:innen. Sofern sie ausreichend für Klimaschutz sensibilisiert sind, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich aktiv an umweltfreundlichen Praktiken beteiligen. Zudem können Mitarbeiter:innen im Idealfall auch Ideen für nachhaltige Innovationen einbringen, die langfristig zur Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens beitragen.

Diesen Umstand hat auch der renommierte österreichische Business Angel Hansi Hansmann erkannt. Gemeinsam mit dem Wiener Klimaschutz-Startup Glacier startete er daher Anfang des Jahres für seine Portfolio-Startups die unternehmensübergreifende Initiative “Climate Hours” (brutkasten berichtete).

Climate Hours mit 400 Teilnehmer:innen

Konkret handelt es sich bei den Climate Hours um ein interaktives Ausbildungsprogramm, das eigens vom Wiener Startup Glacier entwickelt wurde. Dabei werden “fundamentale und grundlegende Sustainability Skills” vermittelt. Im Zentrum der unternehmensübergreifenden Initiative steht die gemeinsame Aktivierung im Team.

Anfang Feber erfolgte nun der erste Aufschlag, um Klimaschutz auf Mitarbeiterebene unter den Portfolio-Companies der Hans(wo)men Group zu verankern. Insgesamt 400 Mitarbeiter:innen aus über 30 Startups haben am Programm teilgenommen. Darunter zahlreiche bekannte Unternehmen und Organisationen wie Anyline, Tractive, Leaders21, Hello Again, Shopstory, Storebox, Durchblicker oder Female Founders.

„Zum ersten Mal haben sich unsere Unternehmen in dieser Form mit ihren Mitarbeitenden versammelt. Über 30 Startups und mehr als 400 Mitarbeiter haben ein starkes Signal für den Klimaschutz gesendet. Es ist ermutigend zu sehen, wie auch in der Startup-Szene die Dringlichkeit des Themas verstanden wird und sie als Vorreiter für Innovation diesem Thema einen Platz und Zeit einräumen“, so Hansi Hansmann.

Fokus auf Interaktion

Im Rahmen der Climate Hours wurden unterschiedliche Lernmodule geboten. Dazu zählten unter anderem ein Klimawandel 1×1 sowie Klimaheld:in sein mit FutureOne-Gründer & Key Note Speaker Ali Mahlodji und Klimaschutz im Unternehmen mit Magdalena Wallis, Team Lead Community von Glacier.

Interaktion stand dabei im Mittelpunkt der Climate Hours – wie auch bei anderen Programmen des Wiener Klimaschutz-Startups. So wurden die Teilnehmer:innen mit zahlreichen interaktiven Reflexionsfragen zum Nachdenken angeregt. Zum Abschluss wurde das Wissen getestet und anschließend erhielten die Teilnehmer:innen personalisierte Zertifikate. Und eine Umfrage unter den 400 Teilnehmer:innen ergab, dass über 70 Prozent weitere Klimaschutzmaßnahmen in ihrem Unternehmen umsetzen wollen. Zudem haben 85 Prozent der Teilnehmer:innen neues Wissen erlangt.

„Mit diesen Beteiligungszahlen haben wir vor allem zwei Sachen gesehen: Nachhaltigkeit ist für Startups eine Chance und ein großes Thema, außerdem ist der Durst nach mehr Wissen sehr groß. Vor allem hat uns beeindruckt, dass sich bereits viele Personen mit den Fakten beschäftigt haben und nun die interne Umsetzung von Strukturen und Maßnahmen im Unternehmen angehen wollen“, so Glacier-Co-Founder Rainhard Fuchs.


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V.l.n.r. LH Stv. Stephan Pernkopf, COO Gate Space Johannes Pammer, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher | © NLK Filzwieser

Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.

Unabhängigkeit und Wertschöpfung

Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“

Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“

LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“

Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen

Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.

Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.

Der Beatconsat (Bildmitte) wurde von Gate Space im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelt. | © brutkasten

Auf Space Factory folgt Ausbau von Space Hub

Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.

Space Region Lower Austria

In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.

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