22.09.2022

Cleen Energy bringt 90 Meter langes & ausziehbares PV–Kraftwerk auf den Markt

Das mobile Photovoltaik–Kraftwerk vom österreichischen Unternehmen Cleen Energy ist in einem Container untergebracht und lässt sich per LKW transportieren. Die Lösung bietet Platz für ausziehbare Photovoltaik-Module in der Länge von 90 Metern.
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(c) Cleen Energy

Eine Innovation der ganz besonderen Art für die Energiewende hat am Donnerstag Cleen Energy präsentiert. Das niederösterreichische Unternehmen hat laut eigenen Angaben das erste „Plug & Play“-Photovoltaik–Kraftwerk entwickelt, das sich per Container und LKW mobil transportieren lässt.

Das Besondere an dem PV-Kraftwerk: Nach der Anlieferung werden die PV-Elemente in wenigen Stunden zu einem 90 Meter langen Sonnenkraftwerk mit einer Leistung von rund 75 kWp entfaltet. Die Anlage produziert monatlich im österreichischen Jahresschnitt rund 6.250 kWh Strom, was bei einem Strompreis von 30 Cent (Arbeitspreis) rund 1560 Euro Ertrag pro Monat ergibt, so das Unternehmen in einer Aussendung.

PV-Box ist genehmigungsfrei

Zudem möchte Cleen Energy mit einem weiteren Vorteil punkten. Im Unterschied zu herkömmlichen PV-Anlagen benötigt die PV-Box in der Regel keine Baugenehmigung und kein Widmungsverfahren.

„Die CLEEN PV-Box löst viele Probleme: sie ist mobil und daher unabhängig von Baugenehmigungen und Widmungsverfahren. Sie ist ab sofort verfügbar und sie ist perfekt für die Zwischennutzung von zum Beispiel temporären Brachflächen, Deponien oder Industriegründe geeignet“, so Lukas Scherzenlehner, CEO der Cleen Energy AG.

(c) Cleen Energy

Cleen Energy plant in einem ersten Schritt 100 PV-Boxen

Die ersten 100 Stück PV-Kraftwerke können laut Cleen Energy von Unternehmen, Gemeinden oder landwirtschaftlichen Betrieben ab sofort bestellt werden. Die monatliche Miete beträgt, je nach Konfiguration, ab 1.350 Euro. Auch der Kauf der PV-Box ist möglich. Zudem sind Wechselrichter und Steuerelektronik mitverbaut. Für die Inbetriebnahme ist lediglich ein Einspeiszählpunkt und eine ebene Fläche erforderlich. Auch ein Fundament wird nicht benötigt.

„Die 100 Anlagen, die wir heuer planen, ergeben zusammen eine Kapazität von 7,5 Megawatt Peak. Das ist immerhin rund 30 Prozent der aktuell größten Photovoltaik-Anlage Österreichs am Flughafen Schwechat“, so Scherzenlehner abschließend.


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© brutkasten

Wer Blockchain hört, denkt oft noch immer an Kryptowährungen, Kursentwicklungen und die Spekulationsexzesse der vergangenen Jahre. Dieses Bild greift jedoch zunehmend zu kurz. Nach zwei Tagen beim Proof of Talk in Paris, einem der relevantesten europäischen Treffen für Web3, digitale Assets und Finanzinnovation, ist mein Eindruck vor allem einer: Die Diskussion hat sich fundamental verändert.

Bemerkenswert war dabei weniger die Technologie selbst als die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Neben Gründer:innen und Technologieunternehmen waren Banken, Asset Manager, institutionelle Investoren, Zahlungsdienstleister und Regulatoren präsent. Viele der Gespräche drehten sich nicht mehr um die Frage, ob Blockchain-Technologien künftig eine Rolle spielen werden, sondern darum, wo und wie sie konkret eingesetzt werden können. Die Debatte hat die Nische verlassen und ist in der Mitte des Finanzsystems angekommen.

Genau darin liegt auch die eigentliche Relevanz der Entwicklung. Im Kern geht es längst nicht mehr um Kryptowährungen. Es geht um die Infrastruktur der Finanzwelt von morgen. Diskutiert wurden Themen wie Tokenisierung, Stablecoins, digitale Identitäten, neue Kapitalmarktmodelle und die Frage, wie Finanztransaktionen künftig abgewickelt werden. Viele dieser Entwicklungen stehen noch am Anfang. Dennoch entsteht zunehmend der Eindruck, dass sich hier grundlegende Bausteine einer neuen Finanzarchitektur herausbilden.

Besonders häufig fiel in Paris das Schlagwort Tokenisierung. Die dahinterstehende Idee ist, reale Vermögenswerte digital abzubilden und damit einfacher handelbar, teilbar und zugänglich zu machen. Befürworter sehen darin die Chance auf effizientere Kapitalmärkte und einen leichteren Zugang zu Investitionen. Ob sich diese Vision in vollem Umfang verwirklichen wird, bleibt abzuwarten. Unübersehbar ist jedoch, dass erhebliche Ressourcen und Aufmerksamkeit in diese Richtung fließen.

Für Europa stellt sich dabei eine weit größere Frage als jene nach einzelnen Technologien oder Geschäftsmodellen, nämlich die Wettbewerbsfähigkeit. In den vergangenen Jahren wurde intensiv darüber diskutiert, wie Europa bei künstlicher Intelligenz, Cloud-Infrastruktur oder Halbleitern eine stärkere Rolle einnehmen kann. Weniger Aufmerksamkeit erhält bislang die Frage, wer die Finanzinfrastruktur des digitalen Zeitalters gestaltet.

Dabei sind die Parallelen offensichtlich. Wer die Standards definiert, die Plattformen betreibt und die Infrastruktur kontrolliert, verfügt über einen erheblichen strategischen Vorteil. Wenn Europa digitale Souveränität ernst meint, sollte diese Debatte daher nicht bei KI oder Cloud-Lösungen enden. Sie muss auch den Finanzsektor umfassen.

Die Voraussetzungen dafür wären grundsätzlich vorhanden. Europa verfügt über starke Universitäten, technologisches Know-how, hohe Sparquoten und etablierte Finanzinstitutionen. Gleichzeitig zeigt sich seit Jahren ein wiederkehrendes Muster: Innovationen entstehen häufig in Europa, werden aber anderswo skaliert. Genau deshalb wird es entscheidend sein, Forschung, Unternehmertum, Kapital und Regulierung stärker zusammenzuführen und die Umsetzungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Proof of Talk hat mir vor allem eines vor Augen geführt: Die Diskussion befindet sich an einem anderen Punkt als noch vor wenigen Jahren. Die Frage lautet nicht mehr, ob Blockchain-Technologien jemals relevant werden könnten. Die Frage lautet zunehmend, welche konkreten Anwendungen sich durchsetzen und welche Regionen von dieser Entwicklung profitieren werden.

Ob Blockchain tatsächlich die Finanzwelt grundlegend verändern wird, kann heute niemand mit Sicherheit beantworten. Sicher ist jedoch, dass Banken, Investoren, Unternehmen und Regulatoren diese Möglichkeit mittlerweile ernsthaft diskutieren. Allein das unterscheidet die aktuelle Situation grundlegend von jener vor einigen Jahren.

Gerade deshalb lohnt es sich, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen. Nicht, weil jede technologische Vision Realität wird. Sondern weil in solchen Phasen oft die Grundlagen jener Infrastrukturen entstehen, die Wirtschaft und Gesellschaft über Jahrzehnte prägen. Die nächste Finanzinfrastruktur wird möglicherweise genau jetzt gebaut. Die entscheidende Frage für Europa lautet daher nicht, ob sie kommt, sondern welche Rolle wir dabei spielen werden.

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