10.10.2025
BÜROKRATIE-TOOL

Circular Pro: Plattform soll Verpackungslizenz in Minuten statt Wochen abwickeln

Circular Pro Austria, eine Österreich-Tochter des internationalen Recycling-Unternehmens Raan Group, startet von Österreich aus mit einem neuen System. Dieses soll Unternehmen europaweit bei der Bewältigung der Verpackungs-Bürokratie helfen.
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© Circular Pro
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Wie viele andere EU-Reglements sorgen auch die EU-Verpackungsvorschriften bei Unternehmen häufig für Herausforderungen. Die „erweiterte Herstellerverantwortung“ (EPR) bringe schon jetzt häufig einen wochenlangen bürokratischen Aufwand bei der Lizenzierung von Verpackungen, heißt es von Circular Pro. Und mit dem endgültigen Inkraftreten der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) im August 2026 werde der Aufwand noch steigen.

System wickelt Verpackungslizenzen vollautomatisiert ab

Circular Pro will hier mit einem neuen System Abhilfe schaffen. Das Unternehmen ist Teil der internationalen Raan Group, zu der unter anderem auch das Recycling-Unternehmen Reclay gehört. Für die neue digitale Plattform diene Österreich als Startmarkt für die europaweite Expansion, heißt es von Circular Pro. Das System wickelt Verpackungslizenzen vollautomatisiert ab und soll den Aufwand für Unternehmen von Wochen auf Minuten reduzieren.

„Mehrere Hundert“ Unternehmen bereits in Testphase registriert

„Unternehmen laden ihre Verpackungsdaten hoch, die Software berechnet automatisch die Lizenzgebühren und wickelt die Registrierung bei den notwendigen Systemen ab. Für ausländische Firmen wird zudem der gesetzlich vorgeschriebene Bevollmächtigungsservice angeboten“, heißt es von Circular Pro. In einer ersten Testphase seit Jahresbeginn hätten sich bereits „mehrere hundert“ Firmen registriert und man habe einen sechsstelligen Umsatz erzielt. Die Registrierung selbst sei dabei kostenlos. Das Geschäftsmodell basiert auf Vermittlungsprovisionen und Service-Gebühren.

„Ziel ist eine EU-weite Lösung, die den grenzüberschreitenden Handel vereinfacht“

Neben Österreich kann die Plattform bereits Lizenzierungen für Deutschland, Frankreich, Spanien und Polen abwickeln. „Unser Ziel ist eine EU-weite Lösung, die den grenzüberschreitenden Handel vereinfacht“, sagt Christian Abl, Geschäftsführer von Circular Pro und Reclay. Weitere Länder sollen noch 2025 folgen. Die primäre Zielgruppe seien E-Commerce-Unternehmen und internationale Online-Händler.

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Find my Werkstatt: Wiener Firma macht Reparaturkosten fürs Auto transparent

Autobesitzer:innen sollen künftig durch Find my Werkstatt wissen, wie sich die Preise für Reparaturen zusammensetzen. Das Unternehmen greift dabei u. a. auf technische Fahrzeugdaten und Wartungsvorgaben zurück. Aktuell befindet sich die Firma auf Investorensuche.
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CEO und Co-Founder Matthäus Offner | (c) Find my Werkstatt / Canva

So manche Autofahrer:innen hat wohl schon einmal der Schreck eingeholt, als die Rechnung für das letzte Service geschrieben wurde. Neben hohen Preisen ist es oft schwierig nachzuvollziehen, wie teuer die Reparatur sein darf. Das soll sich nun mit Find my Werkstatt ändern, denn das Wiener Unternehmen möchte Kosten sichtbar und transparent machen. Es stellt dafür digitale Fahrzeugberichte aus, die Autofahrer:innen zeigen, welche Arbeiten laut Wartungsplan vorgesehen sind, welche Ersatzteile benötigt werden und mit welchem Arbeitsaufwand zu rechnen ist.

„Wir machen Informationen zugänglich“

„Wer sein Auto zum Service bringt, weiß meistens nicht, was tatsächlich gemacht werden muss und wie sich die Rechnung zusammensetzt. Genau das wollen wir ändern. Wir machen Informationen zugänglich, die bisher vor allem Werkstätten zur Verfügung standen“, erklärt Matthäus Offner, Geschäftsführer von Find my Werkstatt. Ihm gehören 49 Prozent der Firma, Mehrheitseigentümer ist die pubbles FilmgesmbH.

Find my Werkstatt greift bei seinen Analysen auf technische Fahrzeugdaten, Wartungsvorgaben, Arbeitszeitwerte und aktuelle Ersatzteilpreise zurück. Laut dem Wiener Unternehmen würden die Service- und Reparaturkosten nach einem ähnlichen Prinzip berechnet werden, wie es auch in professionellen Werkstätten üblich sei. Find my Werkstatt betont aber, dass die berechneten Kosten als Orientierung dienen.

Ein Ersatzteil, zwei Preise

„Was mich immer wieder überrascht, sind die enormen Preisunterschiede bei Windschutzscheiben. Für ein und dasselbe Fahrzeug kann eine Windschutzscheibe bei einem Anbieter rund 300 Euro und bei einem anderen weit über 1.000 Euro kosten“, sagt Offner und ergänzt bezüglich der Arbeitskosten: „Der Stundensatz kann von Werkstatt zu Werkstatt um bis zum Dreifachen variieren. Viele Autofahrer wissen gar nicht, wie groß diese Unterschiede tatsächlich sein können.“ Durch Find my Werkstatt sollen Autofahrer:innen Angebote besser einschätzen können und informiertere Entscheidungen treffen.

Die Plattform würde auch beim Gebrauchtwagenkauf wichtige Informationen zur Verfügung stellen, wodurch Folgekosten besser berücksichtigt werden können. „Ein vermeintlich günstiges Auto kann schnell teuer werden, wenn kurz nach dem Kauf größere Wartungen oder Reparaturen anstehen. Wir wollen, dass man solche Kosten bereits vor dem Kauf besser einschätzen kann“, erklärt Offner.

Recherche nach der passenden Werkstatt

Grundsätzlich wurde Find my Werkstatt vor zwei Jahren gegründet, um eine passende Kfz-Werkstatt in der Nähe zu finden. Nutzer:innen können Betriebe anhand von Standort, angebotenen Leistungen und Bewertungen entdecken und direkt kontaktieren. Bisher habe die Firma 20.000 User:innen und mache laut eigenen Angaben heuer einen Umsatz von rund 100.000 Euro.

Vollständig gebootstrappt, jetzt beginnt Investorensuche

Werkstätte, die auf der Plattform aufgeführt werden möchten, zahlen eine Gebühr zwischen 109 Euro und 150 Euro. Je nach Preis ist eine einfache Listung bis hin zur Verfügungstellung einer Software, die den Prozess des Ersatzteilebesorgens vereinfacht, möglich. Aktuell seien rund 4.300 Werkstätten verzeichnet. Auf der anderen Seite bezahlen Autofahrer:innen pro Bericht zwischen 5,90 Euro und 19,90 Euro. Je nach Preis erhalten sie unterschiedlich ausführliche Informationen. Find my Werkstatt ist bisher eigenfinanziert, wobei man aktuell nach großen Investoren wie Versicherungen, Automarken etc. suche.

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